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Alles Wissenswerte zum Thema Leukämie

Unter Leukämie (auch bekannt als Hyperleukozytose oder Blutkrebs) versteht man eine erstmals im 19. Jahrhundert beschriebene Erkrankung des blutbildenden Systems, die die Blutbildung behindert.

Im Verlauf kommt es zu einer überproportionalen Bildung von Leukozyten oder weißen Blutkörperchen, insbesondere deren funktionsunfähigen Vorstufen. Sie breiten sich im Knochenmark aus und sind auch im Blut zu finden.

Akute und chronische Leukämie

Sie behindern nicht nur die Bildung funktionsfähiger Leukozyten und roter Blutkörperchen, sondern befallen auch Organe wie Leber, Milz und Lymphknoten und beeinträchtigen deren Funktion.

Leukämie lässt sich grob in zwei Formen unterteilen: Akute und chronische Leukämie. Bei der akuten Leukämie handelt es sich um eine hochaggressive Krankheit. Sie führt unbehandelt innerhalb weniger Monate zum Tod.

Die chronische Leukämie dagegen bleibt unter Umständen jahrelang unentdeckt. Man diagnostiziert sie oft zufällig im Rahmen anderer Untersuchungen, da sie besonders im Anfangsstadium keine oder kaum merkliche Symptome aufweist.

Die Ursachen von Leukämie sind nach wie vor nicht befriedigend geklärt. Im Verdacht stehen genetische Dispositionen, Viren, Strahlung sowie Chemikalien.

Darüber hinaus weisen Menschen mit Down-Syndrom im Vergleich zur Restbevölkerung ein zwanzigfach erhöhtes Risiko für Leukämie auf.

Zur Behandlung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung: Unter anderem Knochenmarktransplantationen, Strahlentherapie sowie medikamentöse Therapien.

Medizinischer Fortschritt verbessert Heilungschancen

Verbesserte medikamentöse Behandlungsmethoden (Chemotherapie) und Knochenmarktransplantationen bringen bessere Aussichten für eine Diagnose, die früher übereinstimmend als aussichtslos galt.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde genehmigte letztes Jahr einen aufsehenerregenden neuen Wirkstoff (2-Chlorodeoxyadenosin). Man setzte ihn gegen die seltene, aber tödlich verlaufende Haarzellen-Leukämie mit sensationellem Erfolgen auch in Deutschland ein.

Darüber hinaus liegt für die akute lymphatische Leukämie im Kindesalter bei Kindern unter zehn Jahren die Heilungsrate bei nahezu 70 Prozent. Andere Vorstöße sind vielversprechend in Bezug auf Lebensverlängerung.

Wer erkrankt an Leukämie?

Obwohl Leukämie allgemein als Kinderkrankheit gilt, betrifft sie zehnmal mehr Erwachsene als Kinder. In den USA erkranken jährlich 25.000 Erwachsene im Verhältnis zu 2.500 Kindern.

Nach Angaben des deutschen Statistischen Bundesamts gibt es für die Zahl der Leukämie-Erkrankungen nur Schätzungen. Leukämie gehört zu einer Gruppe von Krebsarten, die die blutbildenden Gewebe des Körpers im Knochenmark betreffen.

Wenn Sie an Leukämie leiden, produziert Ihr Knochenmark eine große Menge krankhaft entarteter weißer Blutkörperchen.

Normale weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sorgen für die Abwehr von Infektionen. Leukämische Leukozyten sind jedoch nicht in der Lage, Infektionen abzuwehren.

Das Wort Leukämie bedeutet im Griechischen wörtlich„weißes Blut”. Bei einigen Leukämie-Patienten steigt die Anzahl der Leukozyten so stark an, dass das Blut eine weißliche Färbung annimmt.

Diese krankhaft veränderten weißen Zellen teilen sich immer mehr und sammeln sich an.

Dadurch blockieren sie die Bildung der sauerstofftragenden roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der der Blutgerinnung dienenden Blutplättchen (Thrombozyten) und der normalen weißen Blutkörperchen.

Ein Mangel an normalen Blutzellen führt zu Infektionen, Blutungen und Blutarmut (Anämie). Die überschüssigen Leukämie-Zellen verstopfen das Knochenmark und infiltrieren alle Organe des Körpers.

Behandelt man die Leukämie nicht medizinisch, führen Blutungen und Infektionen zum Tod.

Wie beginnt die Leukämie?

Forscher beschreiben, was passiert. Doch niemand weiß, warum. Im gesunden Körper kennt jede Zelle ihre Rolle – Muskelzellen, Augenzellen usw. Alle Zellen tragen in ihrem Zellkern (Nukleus) das genetische Material (DNA).

Darin ist genau festgelegt, welcher Art sie im gereiften Zustand sein sollen und wie lange ihre Lebensdauer ist.

Die Leukämie beginnt mit einem bis wenigen Leukozyten, in deren Kern die genetisch fesgelegte Aufgabenzuteilung verlorengegangen ist. Diese beschädigten Zellen bleiben unreif im „Blasten-Stadium” und wachsen abnorm heran.

Unglücklicherweise behalten die Leukämie-Zellen die Eigenschaft, sich zu teilen. Sie neigen dazu, sich zu vermehren und nicht zu reifen, um dann abzusterben, wie andere Zellen.

Fachleute glauben, dass manche Menschen eine Veranlagung zur Leukämie besitzen. Diese Menschen entwickeln dann eine Leukämie, wenn sie krebsauslösenden Stoffen (Kanzerogenen) ausgesetzt sind. Folgende Faktoren treten gleichzeitig mit einer erhöhten Leukämie-Rate auf:

Erhöhte Anfälligkeit für Leukämie

  • Alter – 60 bis 70 Prozent der Leukämiefälle kommen bei Patienten über 50 Jahren vor.
  • Strahlung – Wenn Sie großen Dosen ionisierender Strahlung (Gamma-, Röntgen- und Betastrahlung) ausgesetzt sind, erhöht sich Ihr Risiko. Die Menschen in der Nähe des Atomreaktors von Tschernobyl erkranken häufiger an Leukämie. Dies beobachtete man auch bei den Überlebenden der Atomangriffe auf Japan. Bei routinemäßigen Röntgenuntersuchungen besteht geringe bis keine Gefahr.
  • Genetik – Bei Kindern mit Down-Syndrom (Mongolismus), einer Chromosomen-Anomalie (meist Trisomie), tritt Leukämie fünfzehnmal häufiger auf. Menschen aus dem Fernen Osten erkranken nahezu niemals an einer bestimmten Form von Leukämie (chronische lymphatische Leukämie).
  • Viren – Ein Virus (HTLV-1-Virus) verursacht beim Menschen eine Art von T-Zell-Leukämie. Diese Form von Leukämie tritt in den USA und in Europa selten auf. Sie kommt jedoch in Teilen Asiens und in der Karibik häufiger vor.
  • Chemikalien – Bei Arbeitern, die lange Zeit Benzolen ausgesetzt sind, besteht ein schätzungsweise zwanzigmal höheres Risiko für akute Leukämie als unter der Normalbevölkerung. Langjähriger Umgang mit Pestiziden erhöht das Risiko ebenfalls.
  • Krebstherapien – Patienten, die bestimmten Arten von Chemotherapien und Bestrahlungen wegen anderer Krebserkrankungen unterzogen werden, weisen ein leicht erhöhtes Leukämierisiko auf.

Die häufigsten Formen der Leukämie

Leukozyten stellen eine mannigfaltige Ansammlung von Immunzellen dar, die der Infektionsabwehr dienen. Die Einteilung der Leukämien richtet sich danach, welche Leukozyten sich stark vermehren: Lymphozyten, Granulozyten oder Monozyten.

Im Allgemeinen verteidigen die Lymphozyten den Körper gegen Viren.

Einige bezeichnet man als „Memory-Zellen”, da diese, wenn der Körper von einem Virus infiziert wird, sich an diese Erstinfektion erinnern und eine zweite Infektion verhindern.

Granulozyten und Monozyten bekämpfen Bakterien und Pilze. Man nennt sie auch „Eiterzellen”.

Leukämien teilt man weiter nach dem Verlauf ihres Fortschreitens ein. Eine akute Leukämie bezwingt den Organismus innerhalb weniger Wochen oder Monate. Chronische Formen der Leukämie entwickeln sich über Jahre langsam weiter.

Von den etwa 4.000 Menschen, die in Deutschland jährlich an Leukämie erkranken (man rechnet 50 Erkrankungen pro 1 Million Einwohner), handelt es sich um etwa 1.100 akute Fälle.

Es existieren mehr als zwölf Leukämie-Formen, doch vier treten am häufigsten auf: akute lymphatische Leukämie, akute myeloische Leukämie, chronisch lymphatische Leukämie und chronisch myeloische Leukämie.

Anzeichen und Symptome

Die Anzeichen und Symptome fallen für jede Form von Leukämie unterschiedlich aus. In der Regel sind die ersten Symptome einer Leukämie folgende:

  • Müdigkeit und Unwohlsein
  • Vergrößerung von Leber, Milz und Lymphknoten
  • verstärkte Blutungen und vermehrte Bildung von blauen Flecken
  • Infektionen und Fieber

Einige Formen der chronischen Leukämie verlaufen jahrelang unbemerkt. Man entdeckt sie bei einem routinemäßigen Bluttest zum ersten Mal.

Diagnose

Um eine Leukämie-Erkrankung zu bestätigen bzw. auszuschließen, führt man Blut- und Knochenmarks-Untersuchungen durch. Bei Vorliegen einer Leukämie untersucht der behandelnde Arzt, welche Art der Leukozyten betroffen ist.

Entnimmt man genügend weiße Blutkörperchen aus dem Blut oder Knochenmark, stellt man mit Hilfe hochentwickelter Färbe-Techniken molekulare Strukturen der Blutzellen sowie abnorme Veränderungen in deren Innerem fest.

Dieses Verfahren ist hilfreich, um den Ursprung der Leukämiezellen genau zu bestimmen. Es unterstützt den Arzt bei der Auswahl der zu verordnenden Therapie.

Eine Chromosomen-Analyse der Zellen hilft ebenfalls bei der Diagnosestellung und dient zur Vorhersage für den zukünftigen Verlauf der Krankheit.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist eine komplette Remission. Als komplette Remission (oder Vollremission) bezeichnet man einen Zustand nach der Therapie, bei dem Anzeichen von Krebs nicht mehr feststellbar sind.

Über die letzten 25 Jahre blieb die Chemotherapie die Hauptstütze der Leukämiebehandlung, die mitunter zur Heilung führt.

Paradoxerweise verlaufen die akuten Leukämieformen zwar schneller und sind lebensbedrohlicher als die chronischen Leukämieformen. In der Regel sprechen sie jedoch auf Chemotherapie besser an.

Der Zweck der Chemotherapie besteht darin, die Leukämiezellen abzutöten. Zellen, die sich schnell vermehren, reagieren empfindlicher auf die chemotherapeutischen Substanzen. Bestrahlungen helfen Leukämie-Patienten ebenfalls.

Man setzt sie unter bestimmten Umständen ein, um das Zellwachstum unter Kontrolle zu halten, bis die Chemotherapie eingreift. Die Leukämien bleiben lebensbedrohliche Krankheiten.

Jedoch geben erfolgreichere Behandlungsmethoden und vielversprechende neue Wirkstoffe Grund zur Hoffnung.

Neue Behandlungsformen der Leukämie

Dank neuer Wirkstoffe und Behandlungsmethoden eröffnen sich für Leukämie-Patienten heute bessere Zukunftsperspektiven:

Knochenmarktransplantation

Dieses Verfahren zielt bei der Behandlung der Leukämie darauf ab, von Krebs befallenes Knochenmark durch krebsfreies zu ersetzen.

Bei einer Knochenmarktransplantation zerstört der Arzt das befallene Knochenmark mittels Chemotherapie oder Bestrahlungen oder beider Methoden. Man ersetzt es durch Knochenmark eines passenden Spenders (allogene Transplantation) oder durch eigenes Knochenmark (autologe Transplantation).

Benutzt man eigenes Knochenmark, reinigt der Arzt es erst von den Krebszellen und setzt es dann wieder ein. Bei allogenen Transplantationen liegt die Heilungsrate für Leukämie bei nahezu 45 Prozent.

2-Chlorodeoxyadenosin

Die amerikanischen Gesundheitsbehörden gaben diesen Wirkstoff (2-CDA) letztes Jahr für die Therapie von Haarzellen-Leukämie frei. 2-CDA (Handelsname Leustatin) ist in Deutschland noch nicht zugelassen.

Man kann es aber auf ärztliche Anordnung über internationale Apotheken aus den USA einführen und in Deutschland einsetzen.

Über einen Zeitraum von sieben Tagen führt man diesen Wirkstoff intravenös zu. Es sind keine weiteren Behandlungen erforderlich. Die meisten Krebsmittel zielen auf die Krebszellen in der Teilungsphase.

2-CDA zerstört sowohl die sich teilenden Zellen als auch solche in der Ruhephase.

Bei klinischen Versuchen erreichte man bei 89 Prozent der mit 2-CDA behandelten Patienten komplette oder teilweise Remission für einen Zeitraum von 8 bis 25 Monaten.

Alpha-Interferon

Eine biologische Therapie ist eine Behandlung mit Substanzen, die Einfluss auf die Reaktion des Immunsystems bei einer Leukämie nehmen. Die Interferonbehandlung stellt eine Form der biologischen Therapie dar.

Die Substanz Alpha-Interferon ist von Natur aus im Körper vorhanden. Man kann sie auch gentechnisch herstellen und für die Behandlung chronischer myeloischer Leukämien und der Haarzellen-Leukämie einsetzen.

Interferon gilt als virenabtötender Wirkstoff. Er hemmt die Ausbreitung der Zellen und unterstützt das Immunsystem.

Retinoid-Säure

Dieses Vitamin-A-Säure-Derivat (auch Alltrans-Retinoidsäure (ATRA) genannt) bewirkt, dass Leukämiezellen reifen und absterben. Üblicherweise verharren die Zellen bei akuter Leukämie im unreifen Zustand.

Sie haben eine weitaus längere Lebensdauer als die entsprechenden gesunden Zellen. Die herkömmliche Chemotherapie wirkt auf die Krebszellen, indem sie diese abtötet.

ATRA bewirkt, dass sich die Leukämie-Zellen in ihrem Verhalten wieder differenzieren, d. h. normal ausreifen. Es bringt weniger Nebenwirkungen mit sich.

Verabreicht man es Patienten gegen die seltene Promyelozyten-Leukämie (eine Form der akuten myeloischen Leukämie), führt ATRA bei mehr als 90 Prozent der Patienten zur Remission.

Die Experten hoffen, dass man diesen Wirkstoff im Erprobungsstadium auch bei anderen Krebsformen einsetzen kann.

Stammzelltransplantation

Mit Hilfe dieser vielversprechenden Technik im Erprobungsstadium isoliert man spezielle Stammzellen (gesunde, undifferenzierte Blutzellen) aus dem Blut.

Nach einer Bestrahlung oder Chemotherapie zur Abtötung der Krebszellen reinfundiert man die zuvor gewonnen Zellen wieder ins Blut. Nach dieser Reinfusion vermehren sich die gesunden Zellen im Blut rasch.

Diese Technik reduziert das Infektionsrisiko, das bei Knochenmarktransplantationen besteht. Die Stammzellen können dem Leukämiepatienten selbst oder einem Spender entnommen werden.

Blut aus der Nabelschnur oder aus der Plazenta ist reich an Stammzellen.

Die Transplantation von Nabelschnurblut ist eine Alternative zur Knochenmarktransplantation, insbesondere in Fällen, in denen man keinen geeigneten Knochenmarkspender findet.

Zellspezifische Antikörper

Bei diesem experimentellen Therapieverfahren identifiziert man Antikörper und entnimmt sie dem Körper. Sie sind in der Lage, Leukämiezellen zu zerstören.

Nach ihrer Entnahme züchtet man die Antikörper im Labor in großen Mengen und injiziert sie dann wieder in den Körper, um die Krebszellen zu zerstören.

Mutterkraut tötet Krebszellen

Forschern der Universität Rochester/US-Bundesstaat New York ist nach Meinung von Krebsexperten eine bahnbrechende Entwicklung gelungen.

Aus der bislang in der Volksheilkunde gegen Migräne, Fieber und Rheuma angewendeten Heilpflanze Mutterkraut (Chrysanthemum parthenium) gewannen sie den Wirkstoff Parthenolid, der Leukämie (Blutkrebs) sozusagen an der Wurzel bekämpft.

Der Wirkstoff töte nicht nur die Krebszellen einer vom Knochenmark ausgehenden (myeloischen) Leukämie ab, erläuterte der Untersuchungsleiter Dr. Craig Jordan, sondern vernichte sogar die dafür verantwortlichen krebskranken Stammzellen, ohne dass das gesunde Knochenmark geschädigt werde.

Wie die Fachzeitschrift Blood der amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie im März 2005 berichtete, wirkt das pflanzliche Parthenolid sowohl bei einer akuten als auch bei einer chronischen myeloischen Leukämie, die häufig in höherem Lebens-alter auftritt.

Aufgrund der immensen Bedeutung dieser Entdeckung hat das staatliche nationale Krebsinstitut der USA die zügige Entwicklung eines Medikaments aus Mutterkraut sofort in ihr Sonderförderungsprogramm aufgenommen, um baldmöglichst mit klinischen Studien an Patienten zu beginnen.

Nach Meinung der beteiligten Forscher könnte das sogar noch in diesem Jahr sein.

Omega-3-Fettsäuren könnten in Zukunft Leukämie heilen

Die positiven Auswirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf Herz und Kreislauf sind schon lange bekannt. Nun hat sich aber gezeigt, dass diese Fettsäuren auch auf einem ganz anderen Gebiet helfen können: Sie haben sich als hilfreich bei Leukämie erwiesen.

Forscher der Pennsylvania State University hatten an Leukämie erkrankten Mäusen eine Woche lang jeden Tag 600 Nanogramm D12-PGJ3 injiziert.

Bei diesem Stoff handelt es sich um einen Bestandteil der Omega-3-Fettsäuren. Er entsteht aus der Eicosapentaensäure, die in Fisch, aber auch in Fischöl, also in Lebertran vorkommt. Der Stoff hat die Fähigkeit, die Stammzellen, die Leukämie auslösen, anzugreifen und zu töten.

Dies geschieht, indem er ein bestimmtes Gen aktiviert. Dieses sorgt dafür, dass die Krebszellen absterben.

Als die Forscher die Mäuse nach dieser Behandlung mit D12-PGJ3 untersuchten, stellten sie fest, dass die Tiere komplett gesundet waren. Sie wiesen absolut normale Blutwerte auf.

Auch die Milz der Tiere, die sich durch die Krankheit stark vergrößert hatte, war auf ihre normale Größe zurückgeschrumpft. Hinzu kam, dass keiner der Mäuse einen Rückfall erlitt.

Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass der Stoff aus Omega-3-Fettsäure auch bei der so genannten virus-induzierten Leukämie hilft.

Hierbei handelt es sich um ein Versuchsmodell von Leukämie beim Menschen. Die Therapie mit dem Stoff aus den Omega-3-Fettsäuren könnte eine echte Alternative zu bisherigen Behandlungsformen der Leukämie werden.

Bei den bisher angewandten Therapien konnte die Erkrankung lediglich eingedämmt werden: Es ging darum, die betroffenen Zellen im menschlichen Körper auf einem niedrigen Niveau zu halten.

Dies bedeutet für Betroffene zwar, dass sie länger leben. Allerdings erfordert dies einen dauerhaften, konsequenten Medikamenteneinsatz. Zudem können sich aus den im Körper vorhandenen Leukämiezellen jederzeit neue Krebszellen entwickeln.

Aus diesem Grund war bisher eine effektive Behandlung der Erkrankung beim Menschen nicht möglich.

Die Wissenschaftler wollen nun ihre Untersuchungen fortsetzen. Ziel ist es, sie so weit voranzutreiben, dass die Behandlung mit Omega-3-Fettsäuren in relativ kurzer Zeit auch am Menschen getestet werden kann.

So erhoffen sich die Forscher, eine wirklich erfolgreiche Behandlungsmethode gegen diese Krebsart entwickeln zu können.

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