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Unterstützen Sie Ihre Verdauung bei einem Leistenbruch

Leistenbrüche werden häufig durch schwaches Bindegewebe in der Bauchregion begünstigt. Also eine reine Frauensache, sollte man meinen. Das ist jedoch ein erheblicher Irrtum: Fast 90 Prozent aller Leistenbrüche betreffen Männer.

Sie ziehen sich einen Leistenbruch – medizinisch Hernie – meist zu, wenn sie im Beruf stark belastet werden oder es beim Sport übertreiben.

Bei Leistenproblemen ab unters Messer?

Leistenschmerzen sind bei Sporttreibenden und Profisportlern kein seltenes Problem. Sie entstehen durch eine Schwäche des Gewebes am Leistenkanal. Auslöser sind unter anderem Überlastungsschmerzen nach zu intensivem Training.

Dadurch kommt es zu einer Vorwölbung des Bauchfells (Peritoneum), die zwar nicht immer in einem Leistenbruch (Hernie) enden muss, jedoch unangenehme Schmerzen verursachen kann.

Der Sportler klagt dann über dumpfe und brennende Schmerzen, die in den unteren Rücken und die Oberschenkelinnenseiten ausstrahlen können.

Wichtig ist es, dass hier rasch eine Diagnose gestellt wird, damit das Leiden nicht chronisch wird. Das kann bereits nach vier bis sechs Wochen der Fall sein, wie die Ärztin Dr. Ulrike Muschaweck vom Hernienzentrum München beim Athletikum Group Update kürzlich beklagte.

Sie rät zu einer kleinen Operation, dem „Minimal Repair“, bei der unter örtlicher Betäubung die Vorwölbung des Leistenkanal wieder stabilisiert wird.

Aus dem umgebenden Muskelgewebe wird eine Art Muffe geschaffen, die den inneren Leistenring stärkt und die Nerven schützt. Nach dem Eingriff können die Sportaktiven nach Hause und dürfen bereits am nächsten Tag wieder mit einem leichten Training beginnen.

Spätestens nach zwei Wochen sind Sie wieder voll belastbar, so die Ärztin. Wird diese Vorstufe des Leistenbruchs nicht operiert, besteht die Gefahr, dass sich doch ein Leistenbruch entwickelt und dieser unter der sportlichen Belastung zu platzen droht.

Leistenbruch ist Männersache

Die Bauchwand wird ständig allein dadurch belastet, dass der Mensch aufrecht geht. Irgendwann können sich dann Bruchstellen zeigen, durch die Organe aus dem Bauchraum – etwa Darmschlingen – nach außen treten können.

Das ist meist auch durch die Bauchdecke hindurch erkennbar.

Wer zu viel und/oder falsch sportelt, unter chronischem Husten leidet, übergewichtig ist, schwer hebt oder tragen muss oder bei Verstopfung stark presst, baut über längere Zeit einen hohen Druck im Bauchraum auf und hat ein erhöhtes Risiko für einen Leistenbruch. Profi-Fußballer sind besonders oft betroffen.

Dass Männer von Leistenbrüchen häufiger heimgesucht werden, liegt unter anderem an ihrer Anatomie.

Normalerweise befindet sich der Darm vom Bauchfell und einer festen Muskelschicht sicher umschlossen in der Bauchhöhle. Die Bauchmuskelschicht hat jedoch in der Leiste eine natürliche Öffnung, durch die der Samenleiter hindurch tritt.

Bei der Frau sitzt hier das wesentlich dünnere Mutterband. Lebensgefährlich kann es werden, wenn durch diese Lücke Teile des Darms rutschen – dann kann die Blutversorgung des Verdauungsorgans abgeklemmt werden.

Bei Rauchern kommt es übrigens deutlich häufiger zu einer Störung der Bindegewebsstruktur. Ein weiterer Grund, dem Rauchen abzuschwören. Im nächsten Betrag lesen Sie, wie ein Leistenbruch heute behandelt wird.

Stuhlgewohnheiten beachten

Bei einem Leistenbruch sollten Sie auch einmal Ihre Stuhlgewohnheiten unter die Lupe nehmen. Die meisten Menschen glauben, dass sie „ordnungsgemäß“ jeden Tag auf die Toilette müssen und greifen schon zu Abführmitteln, wenn mal ein Tag dazwischen liegt.

Das ist jedoch falsch. Die Spannbreite liegt zwischen dreimal täglich und dreimal wöchentlich.

Von einer Verstopfung spricht man, wenn der Darm seltener als alle zwei bis drei Tage entleert wird oder der Stuhl zu hart ist, nur unter starkem Pressen oder mit einem Gefühl der unvollständigen Entleerung abgesetzt werden kann.

Ihr Darm reagiert prompt positiv, wenn Sie:

  • mit Ruhe essen und Ihre Speisen gründlich kauen
  • viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte verzehren, die darin enthaltenen Ballaststoffe unterstützen den Darm bei seiner Arbeit
  • ausreichend trinken
  • sich viel bewegen
  • sich Zeit für die morgendliche Toilette nehmen und hier keinesfalls pressen
  • den Darm an feste Toilettenzeiten gewöhnen
  • sauer vergorene Nahrungsmittel wie rohes Sauerkraut zu sich nehmen, die sie regen den Darm an
  • Sauermilchprodukte wie Joghurt, Dickmilch, Kefir oder Buttermilch essen, sie stützen die Darmflora
  • eingeweichte Backpflaumen, Weizenkleie und Leinsamen verzehren, denn sie können dem Darm erste Hilfe leisten.
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