MenüMenü

Alle Infos rund ums Thema Leistenbruch

Die Leistenregion ist gerade bei Frauen eine Schwachstelle – insbesondere wenn im Alter die Elastizität des Gewebes nachlässt.

Die Bauchwand wird ständig allein dadurch belastet, dass der Mensch aufrecht geht.

Bei Frauen kommen noch die Dehnungen durch Schwangerschaften und Geburten hinzu. Irgendwann können sich dann Bruchstellen zeigen, durch die Organe aus dem Bauchraum – etwa Darmschlingen – nach außen treten können.

Das ist meist auch durch die Bauchdecke hindurch erkennbar. Wer unter chronischem Husten leidet, übergewichtig ist, schwer hebt oder tragen muss beziehungsweise wie Ihre Mutter bei Verstopfung stark presst, baut über längere Zeit einen hohen Druck im Bauchraum auf und hat ein erhöhtes Risiko für einen Leistenbruch.

Es besteht die Gefahr, dass der Darm einklemmt

Ein Leistenbruch heilt nicht mehr aus, deshalb kann ein Bruchband nicht viel ausrichten. Früher tat es seine Schuldigkeit, weil es noch nicht so effektive Operationen wie heute gab.

Da sich ein Leistenbruch mit der Zeit verstärkt und auch immer die Gefahr besteht, dass der Darm eingeklemmt wird, rät man heute fast immer zur Operation. Dabei kommen verschiedene Operationsverfahren zum Einsatz.

Das schonendste ist das so genannte endoskopische Verfahren, bei dem der Chirurg ein Sichtinstrument (Endoskop) und chirurgische Instrumente über winzige Bauchschnitte in den Bauchraum einführt.

Er bringt den Darm wieder dorthin zurück, wo er hingehört, und verstärkt die Schwachstelle mit einem Kunststoffnetz.

Jüngere Patienten werden an manchen Kliniken auf diese Weise sogar ambulant operiert. Normalerweise dauert der stationäre Aufenthalt bei diesem Verfahren zwei, drei Tage. Daneben wird noch die klassische Operation mit Bauchschnitt praktiziert.

Auch hier wird der Darm wieder in seine natürliche Position zurückgebracht und die Bauchwand gestärkt, indem sie vernäht wird.

Dieses Verfahren ist schmerzhafter und langwieriger, außerdem mit einer großen Narkose verbunden. Der Klinikaufenthalt beträgt etwa eine Woche. Leider besteht nach dieser Operation ein erhöhtes Bruchrisiko.

Welches Verfahren für Ihre Mutter das beste ist, muss der Arzt anhand ihres Einzelfalls entscheiden.

Leistenbrüche: Der häufigste Grund für Operationen

Leistenbrüche sind der häufigste Grund für eine Operation im Krankenhaus. Um die Bruchstelle zu schließen, dichtet der Chirurg sie während des Eingriffs mit einem Kunststoffnetz ab und verstärkt den Knochen so.

Das kann entweder in einer offenen Operation oder mittels minimalinvasivem Eingriff („Schlüsselloch-Verfahren“) geschehen.

Die offene Operation

Dieses Verfahren wenden Ärzte bei 70 Prozent der Leistenbrüche an. Der Chirurg durchtrennt Haut, Fett-, Muskel- und Bindegewebe in der Leiste.

Anschließend entfernt er das vorgefallene Bauchfell (den „Bruchsack“), zieht benachbarte Muskeln über der Bruchlücke zusammen und vernäht die Bauchdecke in mehreren Schichten. Zusätzlich kann man ein Kunststoffnetz spannungsfrei in die Bruchlücke einnähen.

Die Vorteile der offenen Operation bestehen einerseits in der niedrigen Komplikationsrate (unter 0,1%), andererseits treten hierbei nur wenig Rückfälle auf (5% innerhalb von zwei Jahren).

Darüber hinaus weisen Chirurgen bei dieser Operation eine große Erfahrung auf. Als Nachteile gelten jedoch die größere Narbe, die beim Patienten zurückbleibt, und ein längerer Aufenthalt im Krankenhaus nach dem Eingriff.

Des Weiteren treten nach der offenen Operation stärkere Schmerzen auf.

Das Schlüsselloch-Verfahren

Hier genügt ein kleines Loch in der Bauchdecke; mit winzigen Spezialinstrumenten verschließt der Chirurg die Bruchlücke mit einem Netz. Als Standard gilt das so genannte TAPP-Verfahren (transabdominale präperitoneale Plastik).

Noch schonender verläuft das neuere TEPP-Verfahren (totalendoskopische präperitoneale Plastik), bei dem der Chirurg das gesunde Bauchfell nicht durchschneiden muss.

Das Gewebe erholt sich aus diesem Grund schnell. Diese Methode eignet sich für ältere Patienten über 70 Jahre und bei wiederholten Brüchen.

Die Vorteile des Schlüsselloch-Verfahrens liegen in den kleinen Narben und der schnellen Erholung nach dem Eingriff. Darüber hinaus verspürt der Patient dabei weniger Schmerzen. Jedoch ist die Technik schwer zu erlernen und empfiehlt sich daher nur mit erfahrenen Chirurgen.

Des Weiteren liegt die Rückfallrate bei über 10% innerhalb von zwei Jahren und es besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für Komplikationen (um 1%).

Modernes Verfahren für übergewichtige Patienten

Für Patienten mit Übergewicht scheint die modernere Methode des Schlüsselloch-Verfahrens vorteilhaft zu sein.

Chirurgen des Carolina-Krankenhauses in Charlotte / USA operierten im Rahmen einer Studie 163 übergewichtige Patienten minimalinvasiv.

Wie der amerikanische Internet-News-Service für Ärzte (medscape) im März 2006 meldete, mussten sich nach zwei Jahren nur 5% der Operierten erneut wegen eines Leistenbruchs unters Messer legen.

Diese Rückfallrate ist bei Übergewichtigen mit einer offenen Operation im Normalfall höher (10 bis 20%). Die Ursache dafür besteht in der starken Belastung der Bruchstelle durch die zusätzlichen Pfunde.

Leistenbruch Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Unterstützen Sie Ihre Verdauung bei einem Leistenbruch

Bei einem Leistenbruch sollten Sie auch einmal Ihre Stuhlgewohnheiten unter die Lupe nehmen. Erfahren Sie hier mehr zum Thema.