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Gesunde Leber durch Entgiften und richtige Ernährung

Das Schlimmste, was Sie Ihrer Leber antun können, ist Alkohol – so die allgemeine Meinung. Aber das stimmt so nicht. Es gibt noch viele andere Faktoren, die Ihre Leber schädigen können.

Leider sind diese den meisten Menschen kaum bekannt. Das möchte ich ändern.

Ich zeige Ihnen hier nicht nur, was Ihrer Leber auf Dauer schadet und wie Sie sich davor schützen können, sondern auch, wie Sie sich richtig verhalten, wenn dieses wichtige Organ schon geschädigt ist.

Leber© Sebastian Kaulitzki - Fotolia

Ihre Leber kommt jeden Tag in Kontakt mit den giftigen Abbauprodukten Ihres Stoffwechsels. Das ist vollkommen normal. Und heißt aber dennoch nicht, dass sie ein unempfindliches Organ ist.

Schützen Sie Ihre Leber daher vor unnötigen zusätzlichen Belastungen.

Bekannt ist, dass ein übermäßiger Konsum von Alkohol Ihrer Leber schaden kann. Weniger bekannt dagegen sind die ­anderen Faktoren, die die Gesundheit dieses Organs gefährden:

  • Die Einnahme von Medikamenten verschlechtert Ihre Leber­werte. Bei Frauen ist das sehr schnell der Fall: Sobald sie die Antibabypille nehmen, ist der Gamma-GT-Wert im roten Bereich.
  • Auch Übergewicht kann zu ernsthaften Lebererkrankungen führen – es kann zur Fettleber kommen. Bis hin zu akutem Leberversagen reichen die Folgen einer ungesunden, zu fetten und übermäßigen Ernährung.
  • Schwermetalle in der Umgebung, Rauchen, Lösungsmittel und Rückstände von Schädlingsbe­kämpfungsmitteln in der Nahrung sind weitere Feinde der Leber.
  • Nicht zu vergessen natürlich Erkrankungen wie Hepatitis, die zum Beispiel durch Körperflüssigkeiten übertragen werden.

Die Symptome von Lebererkrankungen sind vielfältig

Leberkrankheiten haben im Anfangsstadium kein einheitliches Erscheinungsbild. Wenn sie aber chronisch werden und es zu Spätfolgen kommt, unterscheiden sie sich kaum noch.

Leberzellen sterben dann ab, es kommt zu Vernarbungen und zum Schrumpfen der Leber. Das Endstadium ist schließlich die Leberzirrhose.

Deren Folgen sind unter anderem ein Wasserbauch, Störungen der Gehirnleistung und Blutungen im Magen oder in der Speiseröhre. Wie aber bemerken Sie eine Lebererkrankung? Symptome können sein:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • brauner Urin
  • lehmfarbener Stuhl
  • Appetitverlust
  • Ekel vor Speisen, vor allem Fleisch
  • Gewichtsverlust
  • gelbliche Verfärbung der Augen
  • Muskel- und Gelenk­schmerzen
  • erhöhte Leberwerte

Wie die richtige Ernährung Ihre Leber fit hält

Wenn Sie befürchten, eine Leber­erkrankung zu haben, sollten Sie sich auf jeden Fall an Ihren Arzt wenden. Sie können sich auch an einen Spezialisten, einen sogenannten Hepatologen oder Gastro­enterologen wenden.

Darüber hinaus sollten Sie aber auch selbst Maßnahmen ergreifen, um Ihre Leber zu schonen und gesund zu erhalten: Ernähren Sie sich leberfreundlich.

  • Verzichten Sie auf Alkohol. Punkt. Es gibt allerdings Menschen, für die gehört das Bier zum Feierabend oder der Wein zum gepflegten Essen einfach dazu. Auch wenn ich als Arzt kein Freund davon bin, so bin ich doch auch Mensch. Deshalb rate ich Ihnen: Halten Sie Ihren Alkoholkonsum in Grenzen. Für Männer sind maximal 20 Gramm Alkohol pro Tag vertretbar, wenn die Leber gesund bleiben soll. Das entspricht 0,25 Liter Wein oder 0,5 Liter Bier. Frauen sollten bei maximal 10 Gramm Alkohol aufhören zu trinken.
  • Trinken Sie reichlich – zum Beispiel Wasser oder Kräutertee. Mindestens zwei Liter pro Tag sollten Sie zu sich nehmen. So helfen Sie Ihrer Leber zu entgiften.
  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Sie sollten nur dann essen, wenn Sie wirklich hungrig sind. Hier ein Häppchen und da ein Bissen: Das bedeutet ständige Verdauung und ständigen Stress für Ihre Leber.
  • Essen Sie zu ruhigen Zeiten. Stress führt dazu, dass Leber und Verdauungstrakt nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Dadurch kann die Verdauung nicht mehr richtig ablaufen.
  • Vorsicht vor zu viel Zucker! Zuckerüberschuss wird in Ihrem Körper in Fett umgewandelt – eine neuerliche Belastung für Ihre Leber.
  • Verzichten Sie möglichst auf Zusatzstoffe. Egal ob Konservierungsmittel, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker: Sie alle verlangen, dass Ihre Leber zusätzliche Entgiftungsprozesse in Gang setzen muss.
  • Werfen Sie verschimmelte Lebensmittel komplett weg. Hartnäckig hält sich die Behauptung, dass es bei verschimmelten Lebensmitteln reicht, die Schimmelstelle großzügig abzuschneiden, das Lebensmittel selbst könne dann weiter gegessen werden. Das ist falsch. Denn auch im restlichen Lebensmittel sitzen unsichtbare Schimmelfäden – und die sind reich an Giftstoffen. Das Schimmelpilzgift ist ein großer Risikofaktor für Leberkrebs.

Mit Entgiftung helfen Sie einer erkrankten Leber

Aber was, wenn Ihre Leber schon erkrankt ist? Auf folgende Punkte sollten Sie besonders achten:

Bevorzugen Sie eine ausgewogene Ernährung. Auch wenn große Teile Ihrer Leber erkrankungsbedingt ausfallen oder geschädigt sind, kann die Leber dennoch ihre Funktion aufrecht­erhalten.

Ist das der Fall, brauchen Sie Ihre Leber nicht zu schonen; dennoch sollten Sie sich möglichst gesund mit viel Obst und Gemüse ernähren sowie auf Alkohol verzichten.

Bei einer Fettleber müssen Sie unterscheiden: Ist die Ursache Alkoholkonsum, sollten Sie diesen auf jeden Fall komplett vermeiden. Viele Fettleber-Erkrankungen werden jedoch durch Übergewicht ­verursacht.

Dann sollten Sie Ihr Gewicht vorsichtig reduzieren: durch eine gesunde Ernährung in Kombination mit viel Bewegung. Die Gewichtsreduktion muss unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, denn gerade in diesem Fall darf sie nicht zu radikal und zu schnell geschehen.

Leiden Sie zusätzlich unter Diabetes, sollten Sie regelmäßig Ihre Blutzuckerwerte genau einstellen lassen. Ansonsten bilden sich zu viele freie Fettsäuren in Ihrem Blut, die ein weiteres Verfetten Ihrer Leber fördern.

Bei einer chronischen Virus-Hepatitis gibt es keine Ernäh­rungsvorschriften, die zu einer schnellen Heilung beitragen können. Allerdings kommt es im Rahmen der medikamentösen Therapie oft zu Appetitverlust. Sie könnten dadurch rapide an Gewicht verlieren.

In so einer Situation ist es wichtig, dass Sie sich dennoch die Lust am Essen bewahren. Sie können zum Beispiel statt drei große mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen. Auch ein Betthupferl ist dann erlaubt.

Bereiten Sie sich Zwischen­durch-Snacks wie einen Joghurt, ein Stück Obstkuchen oder ein „besonders nett“ belegtes Brot zu – oder Sie setzen einfach häufiger Ihre Lieblingsgerichte auf den Speiseplan.

Bei einer Hepatitis kann es auch schnell zu Lebensmittelunverträglichkeiten kommen. Daher sollten Sie Ihren Körper immer genau beobachten, wie er auf die Lebensmittel reagiert.

Durch eine Leberzirrhose verwandeln sich die Zellen Ihrer Leber nach und nach in Narbengewebe. Solange aber noch nicht zu viel Gewebe zerstört wurde, brauchen Sie keine besonders schonende Ernährung. Eine gesunde Vollwertkost reicht auch hier aus. Anders sieht es aus, wenn Komplikationen auftreten.

Wenn sich zum Beispiel Wasser im Bauch sammelt, müssen Sie die Verwendung von Kochsalz einschränken. Verzichten Sie dann auf sämtliche Fertiggerichte, auf Chips und gesalzene Nüsse oder Gemüsekonserven.

Zudem müssen Sie mit Ihrem Arzt absprechen, ob Sie auch Ihre Flüssigkeitsaufnahme einschränken müssen.

Wenn die Hirnleistung aufgrund der Leberzirrhose gestört ist, liegt das daran, dass bestimmte Stoffe, vor allem Abbauprodukte, die beim Eiweißstoffwechsel entstehen, nicht mehr abgebaut werden können.

Es kann dann therapeutisch notwendig sein, dass Sie kurzfristig Ihre Eiweißaufnahme einschränken. Das müssen Sie jedoch mit Ihrem Arzt absprechen. Sie brauchen aber auch in einem solchen Fall weiterhin 60 Gramm Eiweiß pro Tag.

Da bei einer Leberzirrhose der Blutfluss in der Leber gestört ist, sucht sich das Blut andere Wege. Die kleinen Blutgefäße, die sich in Magen und Speiseröhre befinden, werden so viel stärker durchblutet und können schnell aufreißen.

Die Folge können lebensbedrohliche Blutungen sein. Liegen bei Ihnen diese sogenannten Krampfadern in der Speiseröhre vor, müssen Sie alles vermeiden, was sie reißen lassen kann.

Sie müssen Ihre Nahrung immer gut kauen. Auf Nahrung mit Ecken und Kanten (Knäckebrot, Chips, Kekse, Pommes) sollten Sie verzichten.

Entgiftung: Was Ihre Leber wirklich mag

  • Artischocke: Die Inhaltsstoffe fangen Zellschädiger ab, schützen und kräftigen die Leber. Sie können Artischocken normal in Ihren Speiseplan einbauen oder aber sich immer wieder einmal eine dreiwöchige Artischockensaft-Kur gönnen.
  • Legen Sie einen Fastentag ein. Ab und an sollten Sie einen Tag ganz auf Nahrung verzichten und fasten. So entlasten Sie Ihre Leber wirksam. Achten Sie aber darauf, dass Sie an diesem Tag genügend trinken. Es sollten mindestens zwei Liter sein, am besten Wasser. Verzichten Sie auf jeden Fall auf Kaffee, schwarzen Tee und süße Getränke.
  • Omega-3-haltige Öle. Tauschen Sie die Öle, die Sie verwenden, aus. Sie sollten möglichst viele Omega-3-Fettsäuren enthalten. Diese speziellen Fettsäuren helfen der Leber nicht nur bei der Fettverdauung, sie wirken darüber hinaus entzündungshemmend und entgiftend. Sie können zum Beispiel zu Leinöl greifen, weil es reich an Omega-3-Fettsäuren ist.
  • Kaufen Sie Bio-Obst. Wichtig für Ihre Lebergesundheit ist, dass Sie auf gespritztes Obst verzichten. Denn die Schadstoffe in den Obstschalen belasten dieses wichtige Organ sehr. Wählen Sie daher, wenn möglich, immer die Bio-Variante. Bei ihr wird grundsätzlich auf das Spritzen des Obstes verzichtet. Wenn das nicht geht, sollten Sie das Obst gründlichst waschen, bei vorgeschädigter Leber sogar konsequent schälen, um das Gift zu entfernen.

So arbeitet Ihre Leber

Ihre Leber ist eines der wichtigsten Stoffwechselorgane in Ihrem Körper. Sie ist die Zentrale, die für Aufnahme und ­Verwertung von Stoffwechselvorgängen zuständig ist.

Es sind die Leberzellen, die sogenannten Hepatozyten, die Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate ver­arbeiten.

Sie setzen das ­Nahrungseiweiß zu solchen Strukturen zusammen, die Ihr Körper verwenden kann. Sie verwandeln Zucker in Glukose und anschließend in Glykogen, damit zum Beispiel bei Hunger ein Vorrat für die sofortige ­Energiegewinnung zur Verfügung steht.

Darüber hinaus beseitigt Ihre Leber jene Produkte, die beim Abbau von Fett oder Eiweiß entstehen.

Sie werden in den Leberzellen neutralisiert und danach dem Blutkreislauf erneut zugeführt, bis sie schließlich ausgeschieden werden können.

Diese Erkrankungen können Ihre Leber bedrohen:

Virale Lebererkrankungen. Hinter diesem Namen verstecken sich die drei Hepatitis-Arten A, B und C. Hepatitis A ist die Reise-Hepatitis, die Sie durch verunreinigte Nahrung oder Getränke bekommen können. Sie heilt immer wieder von selbst aus; nur bei chronisch Kranken oder alten Menschen kann sie einen schwierigen Verlauf nehmen.

Hepatitis B kann durch alle Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel und Sperma übertragen werden. In bis zu 98 % der Fälle heilt sie beim Erwachsenen aus, 2 bis 5 % der Fälle werden chronisch.

Hepatitis C wird durch Blutkontakt verbreitet. Sie verläuft, wenn sie nicht behandelt wird, in 50 bis 80 % der Fälle chronisch. Es gibt eine medikamentöse Therapie, die aber starke Nebenwirkungen hat und nicht bei jedem Menschen anschlägt.

Autoimmunerkrankungen. Hierzu gehören Autoimmun­-Hepatitis oder Gallenwegserkrankungen. Sie sind nicht ansteckend. Ihr Körper wehrt sich in diesem Fall gegen sein eigenes Gewebe. Es kann zur Leberzerstörung kommen.

Toxische Erkrankungen. Das sind Lebererkrankungen, die zum Beispiel durch eine Pilzvergiftung oder Umweltgifte entstehen, aber auch durch zu viel Alkohol und/oder Medikamente. Es müssen übrigens nicht immer nur ­verschreibungspflichtige Arzneimittel sein. Auch frei verkäufliche Mittel, sogar pflanzliche Präparate können auf Dauer Ihre Leber belasten.

Stoffwechselerkrankungen. Erkrankungen, die auf Eisen- oder Kupferspeicherkrankheiten zurückgehen, oder Krankheiten, die durch einen genetischen Defekt ausgelöst werden.

Besonders wenn Sie sich öfter müde fühlen, sollten Sie Ihre Leber entlasten, denn Müdigkeit ist „der Schmerz der Leber“. Vier Wochen lang sollten Sie ab 18 Uhr nichts mehr essen, und viermal täglich zur Entgiftung eine rein pflanzliche Leber/Pankreas-Kapsel einnehmen, die mein Apotheker eigens für meine Patienten herstellt. Danach fühlen Sie sich wieder frisch.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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