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Allgemeinwissen runs um das Thema Leber

Inhaltsverzeichnis:

  1. Fettleber: Die neue Volkskrankheit
  2. Die Symptome von Lebererkrankungen sind vielfältig
  3. Die besten Teerezepte für eine gesunde Leber
  4. Leberschäden: Vitamin E verhindert den Zelltod

Ihre Leber ist eines der wichtigsten Stoffwechselorgane in Ihrem Körper. Sie ist die Zentrale, die für die Aufnahme und Verwertung von Stoffwechselvorgängen zuständig ist.

Es sind die Leberzellen (Hepatozyten), die Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate verarbeiten. Sie setzen das Nahrungseiweiß zu Strukturen zusammen, die Ihr Körper verwenden kann.

Sie verwandeln Zucker in Glukose und anschließend in Glykogen, damit zum Beispiel bei Hunger ein Vorrat für die sofortige Energiegewinnung zur Verfügung steht.

Darüber hinaus beseitigt Ihre Leber jene Produkte, die beim Abbau von Fett oder Eiweiß entstehen. Sie werden in den Leberzellen neutralisiert und dann dem Blutkreislauf erneut zugeführt, damit sie schließlich ausgeschieden werden können.

Leber und Arzt© sector2010 – Fotolia

Fettleber: Die neue Volkskrankheit

Nach Expertenschätzungen sind zwischen 25 und 30 Prozent aller Deutschen davon betroffen. Die meisten wissen nichts davon, da diese Stoffwechselerkrankung jahrelang ohne Symptome verläuft, später jedoch zu schweren Gesundheitsstörungen (Leberentzündung, Zirrhose) führen kann.

Es ist noch gar nicht so lange her, da galt die Diagnose Fettleber als sicherer Hinweis auf Alkoholmissbrauch und/oder starkes Übergewicht.

Heute trifft sie auch Menschen, die weder dem Alkohol zusprechen noch nennenswerte Mehrpfunde auf die Waage bringen.

Wie entsteht eine nicht alkoholbedingte Fettleber?

Ganz genau weiß man das noch nicht, aber es gibt zwei Hauptverdächtige. Der eine ist unsere bewegungsarme Lebensweise, der andere unsere ungesunden Ernährungsgewohnheiten, speziell was Kohlenhydrate und Zucker angeht, denn diese setzen der Leber in besonderer Weise zu.

In einer schwedischen Studie aßen 18 gesunde und normalgewichtige Teilnehmer täglich zwei Mahlzeiten, die reichlich Kohlenhydrate und Zucker enthielten.

Sie sollten damit innerhalb eines Monats zwischen 5 und 15 Prozent Ihres Gewichts zulegen.

Bereits nach einer Woche hatten die Teilnehmer erhöhte Glutamat-Pyruvat-Transaminase(GPT-)-Werte im Blut, ein Leberenzym, das bei Erkrankungen des Organs und bei Fetteinlagerungen erhöht ist.

In einem Versuch der Saint Louis Universität erhielten Mäuse, die bewegungsarm gehalten wurden, eine Diät aus 40 Prozent Fett und einem hohen Fruchtzuckeranteil. Bereits nach einem Monat traten die ersten Leberschäden auf und auch die Blutzuckerwerte waren stark erhöht.

Die Mediziner erklären diese Beobachtungen damit, dass die Leber im normalen Stoffwechselgeschehen Kohlenhydrate in Fett umwandelt und im Fettgewebe des Körpers als Vorrat für magere Zeiten deponiert.

Wird der Organismus jedoch ständig mit zu großen Mengen an Kohlenhydraten ­ speziell in Form von kalorienreichen, zucker- und fetthaltigen Speisen ­ bombardiert, kann die Leber das Fett nicht mehr rechtzeitig abtransportieren.

Die Folge: Es lagert sich direkt an die Leber an. Nicht selten steigt gleichzeitig die Insulinresistenz und verschlimmert das Problem, indem noch mehr Fett in die Leber eingelagert wird.

Als Verbraucher werden Sie bewusst irregeführt

Amerikanische Ärzte warnen in diesem Zusammenhang schon seit langem vor der zunehmenden Verwendung von Fruchtzucker (Fruktose) in verarbeiteten Lebensmitteln.

Vor allem Maissirup wird zum Süßen von Fastfood, Zwischendurch-Mahlzeiten, Kuchen, Snacks und Desserts verwendet.

Auch hierzulande findet man Fruktose immer häufiger als Zuckeraustauschstoff in Getränken und Milchprodukten. Schlimm: Solche Produkte werden häufig mit „weniger Zucker“ oder „ohne Kristallzucker“ deklariert und gaukeln so einen gewissen Gesundheitswert vor.

Doch der Verbraucher wird hier bewusst irregeführt, denn 100 g Fruchtzucker enthalten exakt ebenso viele Kalorien wie 100 g Kristallzucker, nämlich 400. Schlimmer noch: Fruchtzucker ist sogar schädlicher als Kristallzucker.

Sie unterdrückt das Sättigungszentrum im Gehirn und veranlasst uns dazu, mehr zu essen, als uns gut tut.

Zudem wird Glukose praktisch in jeder Körperzelle verstoffwechselt, während Fruktose ausschließlich in der Leber umgewandelt wird, diese also noch mehr belastet.

Fazit: Wenn bei Ihnen im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung eine beginnende Fettleber festgestellt wurde, sollten Sie zusätzlich zu den Empfehlungen Ihres Arztes Ihren Lebensstil und Ihre Ernährungsweise umstellen.

Die Symptome von Lebererkrankungen sind vielfältig

Wenn die Leber mit ihren Aufgaben überfordert ist, führt das nicht zu Schmerzen und auch die Blutwerte zeigen zunächst keine alarmierenden Veränderungen oder ein einheitliches Erscheinungsbild.

Wenn sie aber chronisch werden und es zu Spätfolgen kommt, unterscheiden sie sich kaum noch. Leberzellen sterben dann ab, es kommt zu Vernarbungen und zum Schrumpfen der Leber.

Das Endstadium ist schließlich die Leberzirrhose. Deren Folgen sind unter anderem ein Wasserbauch, Störungen der Gehirnleistung und Blutungen im Magen oder in der Speiseröhre.

Wie aber bemerken Sie eine Lebererkrankung? Symptome können sein:

  • Müdigkeit
  • Antriebs- und Lustlosigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • brauner Urin
  • Blähungen
  • lehmfarbener Stuhl
  • Appetitverlust
  • Ekel vor Speisen, vor allem Fleisch
  • Gewichtsverlust
  • gelbliche Verfärbung der Augen
  • gerötete Daumenballen
  • Juckreiz der Haut
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • erhöhte Leberwerte
  • nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit

Bis heute konnte die Schulmedizin keine Medikamente zur Stärkung einer angeschlagenen Leber entwickeln. Daher greift auch sie auf die bewährten pflanzlichen Mittel der Naturheilkunde zurück.

Bitterstoffe erleichtern die Fettaufspaltung

Heilpflanzen wie Wermutkraut und Löwenzahn sind reich an Bitterstoffen. Diese Substanzen unterstützen die Fettverdauung und entlasten dadurch die Leber. Aber die leberschützenden Stoffe sind auch in einigen Gemüsesorten enthalten.

Essen Sie daher öfter Nahrungsmittel wie Radicchio, Oliven, Eisbergsalat und Chicoree, die diese Stoffe in hohem Maße enthalten. Oder Sie greifen zu Fertigpräparaten mit pflanzlichen Bitterstoffen.

Mariendistel und Artischocke aktivieren Ihre Leber

Der in der Mariendistel enthaltene Wirkstoff Silymarin fördert die Leberregeneration. Flavonoide aus der Artischocke wie Cynarin regen die Leber verstärkt zur Produktion von Gallenflüssigkeit an.

Entgiften Sie Ihre Leber mit Aminosäuren

Eine der wichtigsten Aufgaben der Leber ist die Entgiftung des Organismus von schädlichen Substanzen und Stoffwechselprodukten. Hier können die Aminosäuren L-Ornithin, L-Gluthationsäure und Acetylcystein helfen.

Sie steigern die Aktivität der Enzyme zur Entgiftung und kurbeln die für die Entgiftung notwendigen Stoffwechselschritte an. Entsprechende Präparate können rezeptfrei in der Apotheke kaufen.

Die besten Teerezepte für eine gesunde Leber

  • Leber-Entgiftungstee: Überbrühen Sie zwei Teelöffel getrocknetes Löwenzahnkraut (aus der Apotheke) mit 200 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Ansatz zehn Minuten ziehen. Trinken Sie den Tee nach dem Abseihen zweimal täglich zwischen den Mahlzeiten.
  • Leber-Stärkungstee: Übergießen Sie zwei Teelöffel zerstoßenen Mariendistelsamen (aus der Apotheke) und einige getrocknete Pfefferminzblätter mit 250 ml kochendem Wasser. Sieben Sie den Tee nach 15 Minuten ab und trinken Sie täglich eine Tasse davon.
  • Leber-Reinigungstee: Überbrühen Sie jeweils einen Teelöffel Pfefferminzblätter, Tausendgüldenkraut, Wermutkraut und Löwenzahnwurzel (jeweils getrocknet aus der Apotheke) mit 400 ml kochendem Wasser. Trinken Sie den abgeseihten Tee als Kur eine Woche lang täglich dreimal.

Leberschäden: Vitamin E verhindert den Zelltod

Experten des Nationalen Forschungsinstituts für Diabetes und Verdauungskrankheiten in Bethesda bei Washington (USA) suchen nach Wegen, die Leberzellen zu retten.

In der bisher größten wissenschaftlichen Studie zur nichtalkoholischen Fettleber erhielten 247 Patienten acht Jahre lang entweder 800 I.E. Vitamin E oder ein Scheinmedikament (Placebo). Die Ergebnisse wurden im Mai 2010 im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

In der Vitamin-E-Gruppe hatte sich das Ultraschallbild der Leber (in dem Leberentzündungen, Zirrhosen oder Fetteinlagerungen sichtbar werden) bei 43 Prozent der Teilnehmer verbessert, in der Placebo-Gruppe nur bei 19 Prozent.

Die Forscher führen diesen Erfolg darauf zurück, dass Vitamin E Leberschäden verhindert, indem es zellschädigende freie Radikale abfängt.

Vor allem, wenn Sie an Übergewicht leiden und Ihr Arzt eventuell sogar schon erste Leberschäden erkannt hat, sollten Sie mit ihm über die Einnahme eines hoch dosierten Vitamin-E-Präparates beraten.

Leberkrebs: Kaffee senkt das Risiko

Eine Studie, die vor einiger Zeit im Wissenschaftsmagazin International Journal of Cancer veröffentlicht wurde, bestätigte erneut die Ergebnisse vorheriger Studien, wonach Kaffeetrinker ein geringeres Risiko für Leberkrebs haben.

Auch wenn die neueste Studie nicht alle Faktoren berücksichtigte, die das Resultat beeinflussen könnten, kommt sie zu folgendem Ergebnis:

Patienten mit einer Lebererkrankung, die gelegentlich oder regelmäßig Kaffee trinken, haben ein um 50 Prozent niedrigeres Risiko, einen Leberkrebs zu entwickeln.

Da andere koffeinhaltige Getränke keine vergleichbaren Wirkungen zeigten, gehen die Autoren dieser Studie davon aus, dass hohe Level an Antioxidantien möglicherweise für diese vor Leberkrebs schützende Wirkung verantwortlich sind.

Die Leberspezialisten der Mayo Clinic geben jedoch folgende Empfehlung:

Eine effektive Behandlung der zugrundeliegenden Lebererkrankung ist immer noch der beste Weg ist, um das Risiko für Leberkrebs zu senken – unabhängig davon, ob sie durch einen Virus, Alkoholkonsum, Fettleibigkeit oder erbliche Faktoren bedingt ist.

Wichtig ist nach Einschätzung der Leberspezialisten außerdem, dass Sie trotz regelmäßigem Konsum von Kaffee nicht auf Leberkrebsuntersuchungen verzichten sollten, wenn Sie eine Zirrhose haben.

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