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Allgemeinwissen runs ums Thema Leber

Ihre Leber ist eines der wichtigsten Stoffwechselorgane in Ihrem Körper. Sie ist die Zentrale, die für die Aufnahme und Verwertung von Stoffwechselvorgängen zuständig ist.

Es sind die Leberzellen, die so genannten Hepatozyten, die Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate verarbeiten. Sie setzen das Nahrungseiweiß zu solchen Strukturen zusammen, die Ihr Körper verwenden kann.

Sie verwandeln Zucker in Glukose und anschließend in Glykogen, damit zum Beispiel bei Hunger ein Vorrat für die sofortige Energiegewinnung zur Verfügung steht.

Darüber hinaus beseitigt Ihre Leber jene Produkte, die beim Abbau von Fett oder Eiweiß entstehen. Sie werden in den Leberzellen neutralisiert und dann dem Blutkreislauf erneut zugeführt, damit sie schließlich ausgeschieden werden können.

Fettleber: Bedroht diese neue Volkskrankheit auch Sie?

Nach Expertenschätzungen sind zwischen 25 und 30 Prozent aller Deutschen davon betroffen.

Die meisten wissen nichts davon, da diese Stoffwechselerkrankung jahrelang ohne Symptome verläuft, später jedoch zu schweren Gesundheitsstörungen (Leberentzündung, Zirrhose) führen kann.

Es ist noch gar nicht so lange her, da galt die Diagnose Fettleber als sicherer Hinweis auf Alkoholmissbrauch und/oder starkes Übergewicht. Heute trifft sie auch Menschen, die weder dem Alkohol zusprechen noch nennenswerte Mehrpfunde auf die Waage bringen.

Wie entsteht eine nicht alkoholbedingte Fettleber?

Ganz genau weiß man das noch nicht, aber es gibt zwei Hauptverdächtige. Der eine ist unsere bewegungsarme Lebensweise, der andere unsere ungesunden Ernährungsgewohnheiten, speziell was Kohlenhydrate und Zucker angeht, denn diese setzen der Leber in besonderer Weise zu.

In einer schwedischen Studie aßen 18 gesunde und normalgewichtige Teilnehmer täglich zwei Mahlzeiten, die reichlich Kohlenhydrate und Zucker enthielten.

Sie sollten damit innerhalb eines Monats zwischen 5 und 15 % Ihres Gewichts zulegen. Bereits nach einer Woche hatten die Teilnehmer erhöhte Glutamat-Pyruvat-Transaminase(GPT-)-Werte im Blut, ein Leberenzym, das bei Erkrankungen des Organs und bei Fetteinlagerungen erhöht ist.

In einem Versuch der Saint Louis Universität erhielten Mäuse, die bewegungsarm gehalten wurden, eine Diät aus 40 % Fett und einem hohen Fruchtzuckeranteil.

Bereits nach einem Monat traten die ersten Leberschäden auf, und auch die Blutzuckerwerte waren stark erhöht.

Die Mediziner erklären diese Beobachtungen damit, dass die Leber im normalen Stoffwechselgeschehen Kohlenhydrate in Fett umwandelt und im Fettgewebe des Körpers als Vorrat für magere Zeiten deponiert.

Wird der Organismus jedoch ständig mit zu großen Mengen an Kohlenhydraten ­ speziell in Form von kalorienreichen, zucker- und fetthaltigen Speisen ­ bombardiert, kann die Leber das Fett nicht mehr rechtzeitig abtransportieren.

Die Folge: Es lagert sich direkt an die Leber an. Nicht selten steigt gleichzeitig die Insulin-Resistenz und verschlimmert das Problem, indem noch mehr Fett in die Leber eingelagert wird.

Als Verbraucher werden Sie bewusst irregeführt

Amerikanische Ärzte warnen in diesem Zusammenhang schon seit langem vor der zunehmenden Verwendung von Fruchtzucker (Fruktose) in verarbeiteten Lebensmitteln. Vor allem Maissirup wird zum Süßen von Fastfood, Zwischendurch-Mahlzeiten, Kuchen, Snacks und Desserts verwendet.

Auch hier zu Lande findet man Fruktose immer häufiger als Zuckeraustauschstoff in Getränken und Milchprodukten.

Schlimm: Solche Produkte werden häufig mit ,,weniger Zucker“ oder ,,ohne Kristallzucker“ deklariert und gaukeln so einen gewissen Gesundheitswert vor.

Doch der Verbraucher wird hier bewusst irregeführt, denn 100 g Fruchtzucker enthalten exakt ebenso viele Kalorien wie 100 g Kristallzucker, nämlich 400. Schlimmer noch: Fruchtzucker ist sogar schädlicher als Kristallzucker.

Denn Fruktose unterdrückt das Sättigungszentrum im Gehirn und veranlasst uns dazu, mehr zu essen, als uns gut tut.

Zudem wird Glukose praktisch in jeder Körperzelle verstoffwechselt, während Fruktose ausschließlich in der Leber umgewandelt wird, diese also noch mehr belastet.

Fazit: Was ist zu tun? Wenn bei Ihnen im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung eine beginnende Fettleber festgestellt wurde, sollten Sie zusätzlich zu den Empfehlungen Ihres Arztes Ihren Lebensstil und Ihre Ernährungsweise umstellen.

Die Symptome von Lebererkrankungen sind vielfältig

Leberkrankheiten haben im Anfangsstadium kein einheitliches Erscheinungsbild. Wenn sie aber chronisch werden und es zu Spätfolgen kommt, unterscheiden sie sich kaum noch. Leberzellen sterben dann ab, es kommt zu Vernarbungen und zum Schrumpfen der Leber.

Das Endstadium ist schließlich die Leberzirrhose. Deren Folgen sind unter anderem ein Wasserbauch, Störungen der Gehirnleistung und Blutungen im Magen oder in der Speiseröhre.

Wie aber bemerken Sie eine Lebererkrankung? Symptome können sein:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • brauner Urin
  • lehmfarbener Stuhl
  • Appetitverlust
  • Ekel vor Speisen, vor allem Fleisch
  • Gewichtsverlust
  • gelbliche Verfärbung der Augen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • erhöhte Leberwerte

Leberschäden: Vitamin E verhindert den Zelltod

Immer mehr übergewichtige Menschen leiden an schweren Leberschäden, weil das Organ der Kalorienflut im Körper nicht mehr Herr wird und langsam verfettet (Fettleber). Die Folgen sind ähnlich wie bei einer Alkohol-Leber: Das Organ entzündet sich, und die stoffwechselaktiven Leberzellen werden durch Bindegewebe ersetzt (Leberzirrhose).

Experten des Nationalen Forschungsinstituts für Diabetes und Verdauungskrankheiten in Bethesda bei Washington/USA suchen nach Wegen, die Leberzellen zu retten.

In der bisher größten wissenschaftlichen Studie zur nichtalkoholischen Fettleber erhielten 247 Patienten acht Jahre lang entweder 800 Int. Einh. Vitamin E oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Die Ergebnisse wurden im Mai 2010 im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

In der Vitamin-E-Gruppe hatte sich das Ultraschallbild der Leber (in dem Leberentzündungen, Zirrhosen oder Fetteinlagerungen sichtbar werden) bei 43 % der Teilnehmer verbessert, in der Placebo-Gruppe nur bei 19 %.

Die Forscher führen diesen Erfolg darauf zurück, dass Vitamin E Leberschäden verhindert, indem es zellschädigende freie Radikale abfängt.

Vor allem wenn Sie an Übergewicht leiden und Ihr Arzt eventuell sogar schon erste Leberschäden erkannt hat, sollten Sie mit ihm über die Einnahme eines hoch dosierten Vitamin-E-Präparates beraten.

Leberkrebs: Kaffee kann Risiko senken

Eine Studie, die vor Kurzem im Wissenschaftsmagazin International Journal of Cancer veröffentlicht wurde, hat erneut die Ergebnisse vorheriger Studien bestätigt, wonach Kaffeetrinker ein geringeres Risiko haben, an Leberkrebs zu erkranken.

Auch wenn die neueste Studie, nicht alle Faktoren berücksichtigt hat, die das Ergebnis beeinflussen könnten, kommt sie zu folgendem Ergebnis:

Patienten mit einer Lebererkrankung, die gelegentlich oder regelmäßig Kaffee trinken, haben ein um 50% niedrigeres Risiko, einen Leberkrebs zu entwickeln.

Da andere coffeinhaltige Getränke keine vergleichbaren Wirkungen zeigten, gehen die Autoren dieser Studie davon aus, dass hohe Level an Antioxidantien möglicherweise für diese vor Leberkrebs schützende Wirkung verantwortlich sind.

Die Leber-Spezialisten der Mayo Clinic geben jedoch folgende Empfehlung: Eine effektive Behandlung der zugrundeliegenden Lebererkrankung ist – unabhängig davon, ob sie durch einen Virus, Alkoholkonsum, Fettleibigkeit oder erbliche Faktoren bedingt ist – immer noch der beste Weg ist, um das Risiko für Leberkrebs zu senken.

Wichtig ist nach Einschätzung der Leber-Spezialisten der Mayo Clinic außerdem, dass Sie trotz regelmäßigem Konsum von Kaffee nicht auf Leberkrebs-Untersuchungen verzichten sollten, wenn Sie eine Zirrhose haben.

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