Laktoseintoleranz: Wie kommt es dazu?
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Ein Säugling lebt von Muttermilch oder ersatzweise bei uns von der Milch der Kuh. Als einen wichtigen Nahrungsbestandteil enthält die Milch Laktose, eine natürliche Form des Zuckers. Um den Milchzucker für den Organismus verfügbar zu machen, produziert der Körper eines gesunden Säuglings von der Geburt an große Mengen des Enzyms Laktase. Das Enzym Laktase zerlegt die Laktose, den Milchzucker, in verdauliche Bestandteile.
Im Laufe des Heranwachsens verabschiedet sich das Enzym Laktase in dem Maße, wie das Kind auf feste Nahrung umgestellt und der Verzehr von Milch und Milchprodukten eingeschränkt wird. Der Körper funktioniert hier ganz ökonomisch: Was weniger oder gar nicht mehr gebraucht wird, wird weniger oder gar nicht mehr produziert. So beträgt bei europäischen und amerikanischen Teenagern die Bildung dieses Enzyms nur noch etwa 10 Prozent gegenüber dem Säuglingsalter, was den meisten aber offensichtlich noch genügt, um weiterhin Milch, Käse und Speiseeis zu genießen. Warum bei vielen, jedoch keineswegs bei allen Erwachsenen die Produktion von Laktase im Laufe der Jahre noch weiter abnimmt, ist noch nicht geklärt. Wie so oft, werden auch hier mehrere Faktoren zusammentreffen.
Achtung: Kinder der Kriegs- und Nachkriegszeit!
Heutzutage scheinen insbesondere jene Frauen betroffen, die als Kinder in der Kriegs- und Nachkriegszeit wenig Milch bekamen und deshalb weniger Laktase bilden mußten. Ihre Ausgangsbasis, von der aus der Produktionsrückgang erfolgte, war möglicherweise von vornherein niedriger. Und wenn sie nicht regelmäßig mit Milch und Milchprodukten ihre Laktasebildung in Gang gehalten haben, sind ihnen diese Enzyme irgendwann abhanden gekommen. Das ist möglicherweise eine von mehreren Ursachen. (Welche Frau wußte vor vierzig Jahren schon von diesen Zusammenhängen?)
Nun sind aber ausgerechnet die Kriegsjahrgänge infolge des alters-bedingten Knochenabbaus anfälliger für Osteoporose – eben weil sie in der Kindheit durch Mangelernährung weniger feste Knochensubstanz bilden konnten. Gerade ihnen wird deshalb zur Vorbeugung der Osteoporose empfohlen, möglichst viele Milchprodukte zu verzehren. Denn diese enthalten bekanntlich viele knochenschützende Minerale wie Calcium, Magnesium und Phosphor sowie Spurenelemente und Vitamine in natürlicher Form und in einer günstigen Kombination.