Laktoseintoleranz: Ernährung
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Etwa 12 Millionen Bundesbürger sollen an einer Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose) leiden. Dieser versteckt sich nicht nur in Milch, sondern in überraschend vielen Lebensmitteln. Wer die „Verstecke“ und die Alternativen kennt, kommt trotzdem gut über die Runden.
Sojadrinks und laktosefreie Milchwaren sind derzeit in der Werbung stark vertreten. Dank Iris Berben und anderen TV-Größen ist allein der Absatz von Sojadrinks von 2002 auf 2003 um fast 50 Prozent gestiegen. Ganz offenbar handelt es sich hier um ein wachsendes Marktsegment. Doch nicht alle, die eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker aufweisen, müssen auch gleich ganz auf Milchzucker verzichten.
Immer mehr Menschen glauben, dass sie Kuhmilch nicht vertragen können. Die Beschwerden sind allerdings eher allgemein: Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder unreine Haut. Die Betroffenen verwerten Milch schlecht oder gar nicht, weil es ihnen an einem Enzym – der Laktase – fehlt, die der Mensch braucht, um Milch zu verdauen. Etwas anderes spielt sich bei Milchallergikern ab: Bei ihnen richtet sich das Immunsystem gegen Eiweißbestandteile der Milch und fängt an zu rebellieren.
Beschwerden hängen von der Menge des Milchzuckers ab
Die Hälfte aller Laktoseintoleranten merkt jedoch gar nichts von ihrer Besonderheit. Normalerweise spaltet die Laktase den unverdaulichen Milchzucker Laktose in verwertbare Bestandteile auf. Fehlt die Laktase oder wird davon zu wenig gebildet, bleibt der Milchzucker im Darm zurück und bindet Wasser an sich. Die Darmbakterien versuchen nun, den Milchzucker irgendwie zu bewältigen. Das kann zu Blähungen und Durchfall führen. Das ist abhängig von dem Ausmaß des Verzehrs an Milchzucker. Wer seine persönliche Grenze herausfindet, ab der er Probleme bekommt, kann ohne Schwierigkeiten unbesorgt Milchzucker genießen. Wenn Sie also wissen, dass Sie morgens drei Tassen Milchkaffee und Ihr Schälchen mit Müsli gut vertragen, sollten sie es einfach dabei belassen.
Vorsicht dagegen ist bei verstecktem Milchzucker angebracht. Er verbirgt sich in vielen Nahrungsmitteln, von denen Sie das sicher nicht erwarten würden: Fertigsuppen, Schinken, Süßstoff, Tiefkühl-Pizza oder Wurst beispielsweise. Darin können beachtliche Mengen Milchzucker enthalten sein, die in der Summe dann doch unangenehme Wirkungen entfalten können. Auch hier empfiehlt sich vor allem ein kritischer Blick auf die Zutatenliste.
Da die Laktoseintoleranz ähnliche Beschwerden mit sich bringt wie ein Reizdarm oder entzündliche Darmerkrankungen, ist es sinnvoll, nicht auf eigene Faust herumzudoktern, sondern bei einem Arzt die Diagnose klären zu lassen. Denn er kann anhand von einfachen Tests feststellen, ob bei Ihnen ein Laktasemangel vorliegt.