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Krebs-Früherkennung – Welche Vorsorgeuntersuchung ist für Sie wirklich wichtig?

Krebsvorsorge ist heute in aller Munde – die Neuerkrankungen bei einigen Krebsarten haben in den letzten Jahren stark zugenommen.

Es gibt mittlerweile Vorsorgeuntersuchungen für viele Krebsarten. Aber welche sind wirklich sinnvoll für Sie?

Hand aufs Herz: Wann haben Sie sich zuletzt mit dem Thema Krebsvorsorge befasst?

Leider werden diese Untersuchungen gerne vernachlässigt. Das liegt sicherlich mit daran, dass man sich mit der Krankheit Krebs, ganz gleich in welcher Ausprägung, nur selten befassen möchte.

Bei meiner Tätigkeit als Arzt fällt mir aber auch immer wieder auf, dass viele Menschen gar nicht wissen, welche Krebs- Vorsorgeuntersuchungen für sie angebracht sind. Ab welchem Alter sollten Sie sich untersuchen lassen?

Wann ist es sinnvoll, schon früher zur Vorsorge zu gehen? Ich möchte Ihnen daher einen Überblick über die wichtigsten Krebsarten und deren Vorsorgeuntersuchungen geben.

Brustkrebs

Jedes Jahr erkranken alleine in Deutschland rund 43.000 Frauen neu, 19.000 sterben daran. Dabei gilt hier gerade: Je früher der Krebs erkannt wird, desto eher kann er geheilt werden. Wird Brustkrebs im Anfangsstadium entdeckt, liegt die Heilungschance bei über 90 %.

  • Empfohlen wird die Mammografie zur Früherkennung. Es handelt sich dabei um eine Röntgenuntersuchung.
  • Seit 2005 werden alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zur kostenlosen Mammografie eingeladen.
  • Liegen in Ihrer Familie Fälle von Brustkrebs vor, ist sogar schon ab dem 40. Geburtstag eine jährliche Untersuchung empfehlenswert.
  • Viele Frauen sind beruhigt, wenn Ihre Brust regelmäßig untersucht wird – andere haben Angst, dass sie sich durch das regelmäßige Röntgen einer zu hohen Strahlenbelastung aussetzen und dadurch den Krebs erst recht anregen. In diesem Fall sollten Sie sich einen Arzt suchen, der die digitale Mammografie durchführt. Dabei ist es möglich, die gesamte Brust auf einmal zu untersuchen. Dadurch entfallen zusätzliche Bildaufnahmen – die Strahlenbelastung ist geringer.
  • Verzichten dürfen Sie auf keinen Fall auf die Selbstuntersuchung. Die meisten Knoten in der Brust entdecken Frauen, wenn sie ihre Brust selbst abtasten. Der geeignete Zeitpunkt dafür ist gegen Ende der Periode, dann am besten unter der warmen Dusche.
  • Die Kosten für eine Brustkrebs- Früherkennung beim Gynäkologen werden ab dem 30. Lebensjahr von den Kassen übernommen – hierin sind Tastuntersuchungen und Zellabstriche enthalten.
  • Die Mammografie übernimmt die Kasse ab dem 50. Lebensjahr. Liegt ein Brustkrebsfall in der engeren Verwandtschaft vor, werden die Kosten auch vorher schon übernommen; sonst müssen Sie rund 70 € selbst bezahlen.

Darmkrebs

Pro Jahr treten in Deutschland rund 57.000 Neuerkrankungen auf, von denen die Hälfte der Patienten stirbt. Von diesen könnten 90 % überleben, wenn der Krebs rechtzeitig entdeckt würde.

  • Leider verzichten viele Menschen auf die Darmspiegelung, die ab 45 Jahren alle 5 bis 10 Jahre empfohlen wird. Sie haben Angst vor Schmerzen und unangenehmen Begleiterscheinungen der Spiegelung. Wird sie aber von einem Facharzt durchgeführt, werden Sie nicht viel davon spüren.
  • Bei der Darmspiegelung ist jede Veränderung der Darmschleimhaut erkennbar. So kann der Arzt auffälliges Gewebe und Polypen entdecken. Aus diesen könnten sich Tumore entwickeln.
  • Ab einem Alter von 55 Jahren werden die Kosten von den Kassen übernommen.

Gebärmutterhalskrebs

In Deutschland gibt es jedes Jahr rund 7.000 neue Erkrankungen, rund 2.500 Frauen sterben jährlich. Dabei ist dieser Krebs tatsächlich zu 100 % heilbar, wenn er im frühen Stadium entdeckt wird.

Gebärmutterhalskrebs wird durch einen Virus übertragen, es handelt sich dabei um verschiedene Papilloma-Virus-Arten (HPV). Jeder zweite Mensch trägt dieses Virus in sich.

Bei den meisten Frauen ist das Immunsystem stark genug, um diese Viren schnell zu bekämpfen. Bei rund 10 % aller Frauen, die sich infizieren, sind die Viren in der Lage, im Körper zu überleben.

Erst nach Jahren werden sie dann wieder aktiv und führen zu einer Mutation der Zellen, aus der sich dann der Krebs entwickelt.

  • Zur Risikogruppe zählen Frauen, die öfter als einmal ihre Sexualpartner gewechselt haben – daher können auch schon sehr junge Frauen betroffen sein.
  • Zur Vorsorge gibt es einen so genannten PAP-Test, bei dem ein Abstrich vom Muttermund und Gebärmutterhalskanal genommen wird. Diesen kann der Arzt auf das Virus untersuchen und es schon in der Vorstufe erkennen.
  • Die Kosten für diesen Test werden von den Kassen ab dem 20. Lebensjahr übernommen.

Hautkrebs

Die Zahl der Erkrankungen steigt seit einigen Jahren kontinuierlich an. Mittlerweile erkranken rund 6.500 Menschen in Deutschland jährlich an Hautkrebs. Rund 2.000 Mal endet die Krankheit tödlich.

Auch diese Krebsart kann zu 90 % geheilt werden, wenn das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs, frühzeitig entdeckt wird.

  • Die einfachste Vorsorge ist in diesem Fall die Selbstbeobachtung. Gerade wenn Sie viele Muttermale haben, sollten Sie diesen besondere Aufmerksamkeit schenken und darauf achten, ob sie sich verändern, dunkler und größer werden.
  • Sie sollten Ihren Arzt spätestens dann aufsuchen, wenn sich ein Pigmentfleck oder Muttermal verändert, es juckt, blutet oder sich entzündet. Ihr Hautarzt nimmt dann eine Gewebeprobe, die im Labor untersucht werden muss.

Lungenkrebs

In jedem Jahr erkranken rund 37.000 Menschen an dieser Krebsart – die Todesrate liegt fast genauso hoch. Beim Lungenkrebs gibt es nur eine sehr geringe Heilungschance.

Der Grund dafür ist, dass ein Lungenkrebs in der Regel so spät entdeckt wird, dass es nicht mehr möglich ist zu operieren.

  • Gerade wenn Sie stark rauchen oder früher viel mit Asbest gearbeitet haben, sollten Sie in jedem Fall jährlich zur Lungenkrebsuntersuchung.
  • Diese wird von den Kassen aber nur dann bezahlt, wenn ein wirklicher Krebsverdacht vorliegt – Sie müssen sonst rund 120 € dafür bezahlen.
  • Mittlerweile gibt es auch einen Bluttest, der zumindest 40 % aller Lungenkrebsfälle entdecken kann. Alle Menschen verfügen über das Enzym OGG1. Es ist dafür da, dass es defekte Gene beseitigt, die durch Zigarettenrauch oder Umweltgifte geschädigt wurden. Bei 40 % aller Menschen, die Lungenkrebs haben, liegt bei diesem Enzym eine verminderte Tätigkeit vor – aber nur bei 4 % aller gesunden Menschen. 6Magenkrebs: Obwohl Magenkrebs in den letzten Jahren immer seltener auftritt, gibt es in jedem Jahr noch über 18.000 Neuerkrankungen und über 13.000 Todesfälle. Wird Magenkrebs früh erkannt, kann er in 90 % der Fälle durch eine Operation geheilt werden.
  • Die Vorsorgeuntersuchung ist eigentlich sehr einfach – daher ist es umso bedauerlicher, dass sie so selten angewandt wird. Es handelt sich um einen einfachen Atemtest, der das Vorhandensein von Helicobacter pylori nachweist.
  • Den Test führen Fachärzte durch, er wird von den Krankenkassen nicht erstattet. Sie müssen mit Kosten von rund 30 € rechnen.
  • Das Bakterium hat jeder zweite Mensch im Körper. Es verzwanzigfacht das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Es ist jedoch durch eine einwöchige Kur mit Antibiotika schnell zu vertreiben.
  • Zudem sollten Sie immer einen ausreichenden Vitamin-C-Spiegel haben. Vitamin C ist nämlich in der Lage, Nitrosamine zu entschärfen. Diese Stoffe nehmen Sie zum Beispiel mit gegrillten Lebensmitteln auf.

Prostatakrebs

Bei Männern ist Prostatakrebs die zweithäufigste Krebsart nach dem Lungenkrebs. Es erkranken pro Jahr in Deutschland rund 32.000 Männer, meist im Alter über 60 Jahre. 12.000 sterben an dieser Krebsart. Wird Prostatakrebs früh erkannt, ist er zu 90 % heilbar.

  • Generell sollten Sie als Mann ab 45 einmal im Jahr zur so genannten rektal-digitalen Vorsorgeuntersuchung gehen. Dabei wird zum einen eine rektale Untersuchung mit dem Finger durchgeführt, zum anderen erfolgt ein Urintest.
  • Empfehlenswert ist auch ein PSA-Test, eine Blutuntersuchung. Der Test misst den PSA-Wert, den Wert des prostataspezifischen Antigens. Das ist ein Eiweißstoff, der bei Vorhandensein von Krebs erhöht ist. Immerhin 65 % aller Todesfälle durch Prostatakrebs werden durch ihn vermieden.
  • Der PSA-Test wird zurzeit nicht von den Krankenkassen bezahlt. Er kostet rund 20 €.
  • Hat der PSA-Wert einen Krebsverdacht erregt, sollte Ihr Arzt Sie auf jeden Fall weiter untersuchen, zum Beispiel per Computertomografie, Kernspintomografie oder Biopsie.

Generell gilt: Liegen Krebsfälle in der Familie vor, sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf die Vorsorge richten.

Körpergröße ist Hinweis auf Krebsrisiko

Die Entstehung von Krebs gibt uns noch immer viele Rätsel auf: Warum zum Beispiel, so lautet eine Frage, sind manche Menschen betroffen, obwohl sie scheinbar so gesund leben?

Wieso entstehen manche Krebsarten bevorzugt bei gewissen Altersgruppen? Welche Risikofaktoren gibt es genau?

Einen dieser Risikofaktoren haben nun britische Forscher der Universität Oxford entdeckt, die Studiendaten aus der Million Women Study verwendeten. Über eine Million englischer Frauen nahm ab 1996 an dieser fünfzehnjährigen Studie teil, fast 100.000 von ihnen erhielten während der Studie die Diagnose Krebs.

Die Wissenschaftler fanden beim Betrachten der Daten der Frauen heraus, dass die größeren Frauen deutlich häufiger betroffen waren als kleinere Frauen.

Sie zogen dann Daten anderer Studien heran, auch von Menschen anderer Kontinente. Das Ergebnis bliebt gleich: Je größer ein Mensch ist, desto höher ist sein Krebsrisiko.

Der Grund hierfür ist noch nicht bekannt – auch ist den Wissenschaftlern klar, dass keiner etwas an seiner Körpergröße und damit an diesem Risikofaktor ändern kann. Sie hoffen aber, dass die Ergebnisse der Untersuchung dazu beitragen, die Entstehungsmechanismen von Krebs besser zu verstehen.

Rezepte aus der Natur: So vermindern Sie Ihr Krebsrisiko

Aufgrund der aktuellen Forschungslage geht das US-amerikanische Krebsforschungsinstitut (The National Cancer Institute) davon aus, dass etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen auf die Ernährung zurückzuführen seien.

Im Umkehrschluss hat die Wissenschaft inzwischen in einigen Lebensmitteln Stoffe identifiziert, die das Wachstum abnormer Zellen bei bestimmten Krebsarten eindämmen können.

Der folgende Drink enthält alle Zutaten, die das Risiko für bösartige Tumore verringern:

Sie benötigen für 2 große Gläser:

  • 50 g Himbeeren
  • ¼ Apfel
  • 50 ml Sanddorndirektsaft
  • 150 ml Cranberriesaft
  • 2 EL Honig
  • 2 EL Zitronensaft

So wird’s gemacht:

Waschen Sie das Obst, schälen Sie den Apfel und entfernen Sie das Kerngehäuse. Pürieren Sie alles zusammen mit einem Stabmixer, und nehmen Sie den Drink frisch zu sich.

Anti-Krebs-Dressing

Einige Kräuter enthalten ätherische Öle sowie Urolsäure, die in der Lage sind, Krebszellen regelrecht zu stoppen. Besonders geeignet als Krebsschutz sind:

  • Rosmarin
  • Thymian
  • Oregano
  • Salbei
  • Petersilie

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihre Speisen regelmäßig mit diesen Kräutern zu verfeinern. Besonders gut eignen sich diese Kräuter auch zum Würzen eines Sakatdressings.

Mischen Sie für ein vor Krebs schützendes Salatdressing die folgenden Zutaten:

  • 1 EL Leinöl
  • einige Tropfen Nachtkerzenöl
  • 1 zerdrückte Knoblauchzehe
  • ½ TL Rosmarin
  • ¼ TL Thymian
  • einige Spritzer Zitronensaft

Würzen Sie das Dressing mit einem kleinen Stückchen entkernter und kleingeschnittener Chilischote sowie nach Belieben etwas Meersalz.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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