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Alles Wissenswerte zum Thema Krebsrisiko

Die meisten Sorgen bei der Gesundheit machen sich Amerikaner über ihr Krebsrisiko. Das belegt eine kürzlich durchgeführte Umfrage in den USA.

Nahezu die Hälfte der Befragten hielten es für unmöglich oder nahezu unmöglich, eine Krebserkrankung zu verhindern.

Krebs als Todesursache

In Deutschland stellen Krebserkrankungen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache dar (Deutsches Krebsforschungszentrum DKFZ, Heidelberg).

Nach Schätzungen des DKFZ entwickelt sich Krebs innerhalb von 15 bis 20 Jahren zur Todesursache Nummer 1. Im Jahr 2000 verstarben in Deutschland 210.738 Menschen an Krebs (Statistisches Bundesamt, Bonn).

Der persönliche Lebensstil erhöht das Risiko zu einem hohen Prozentsatz. Das sind Dinge, die die Betroffenen leicht ändern können.

In Deutschland stehen dem DKFZ zufolge 25 bis 30 Prozent aller Krebserkrankungs- und Todesfälle im Zusammenhang mit Tabakgenuss und 20 bis 42 Prozent mit Ernährungsgewohnheiten.

Als weitere Risikofaktoren nennen sie übermäßigen Alkoholkonsum, berufliche Exposition, Bewegungsmangel, Übergewicht und exzessive Sonnenbäder. Darüber hinaus haben viele der aufgeführten Lebensgewohnheiten einen Einfluss auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.

Reduzieren Sie Ihr Krebsrisiko

Schätzungen der amerikanischen Gesundheitsbehörde Center for Disease Control and Prevention zufolge tragen Lebensgewohnheiten und Aktivitäten mehr als die Hälfte zur Chance bei, lebenslang gesund zu bleiben.

Faktoren wie Alter, Ethnie und familiäre Vorgeschichte, die Ihr allgemeines Krebsrisiko betreffen, können Sie nicht beeinflussen. Aber alle Risikofaktoren mit Bezug auf den Lebensstil haben Sie in der Hand.

Dazu folgende Tipps:

  • Ernähren Sie sich gesund: Die amerikanische Krebsgesellschaft empfiehlt, sich mit einer pflanzenreichen Kost zu ernähren. Essen Sie möglichst fünfmal täglich verschiedene Früchte und Gemüsesorten. Geben Sie Vollkornprodukten gegenüber verarbeiteten Getreideprodukten den Vorzug.Darüber hinaus sollten Sie weniger rotes Fleisch essen. Das gilt besonders für Fleischsorten oder -produkte, die einen hohen Fettanteil besitzen und bereits verarbeitet sind. Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein. Männer sollten nicht mehr als zwei Gläser und Frauen nicht mehr als ein Glas Wein pro Tag trinken.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig: Experten empfehlen mindestens 30 Minuten mittlere sportliche Aktivität an fünf oder mehr Tagen pro Woche.
  • Bemühen Sie sich um ein gesundes Körpergewicht: Stimmen Sie Ihre tägliche Kalorienzufuhr auf die Art und den Umfang Ihrer Aktivitäten ab. Bauen Sie überzählige Pfunde ab.
  • Schützen Sie Ihre Haut vor direkter Sonneneinstrahlung: Vermeiden Sie die Mittagssonne zwischen 10 und 16 Uhr. Falls Sie sich in der Sonne aufhalten, bedecken Sie Ihren Körper so weit als möglich. Verwenden Sie Sonnencreme mit einem Schutzfaktor von 15 oder höher.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen: Falls Sie rauchen oder Tabak kauen, sollten Sie damit aufhören.

Krebsgefahr durch Nikotinablagerungen?

Nikotinablagerungen an den Oberflächen von Räumen (z. B. Wänden, Möbeln, Teppichen), in denen geraucht wurde, können gesundheitsschädlich sein. Nach einer US-Studie bilden sich daraus durch Verbindung mit Stickoxiden aus der Luft Nitrosamine.

Diese so genannten ,,tobacco-specific nitrosamines“ können mit dem Staub eingeatmet, verschluckt oder über die Haut aufgenommen werden.

Nitrosamine sind erwiesenermaßen krebserregende Verbindungen. Daher ist damit zu rechnen, dass von ihnen gesundheitliche Risiken ausgehen. Es werden dazu weitere Studien durchgeführt. Die Forscher vermuten, dass Babys und Kleinkinder besonders gefährdet sind, da die Kleinen den Schadstoff beim Krabbeln und In-den-Mund-Stecken von Gegenständen auch verschlucken.

Regelmäßiges Lüften kann die gefährlichen Substanzen NICHT aus der Wohnung entfernen. Sie zersetzen sich sehr langsam, und bislang ist nicht bekannt, wie lange es dauert, bis sie abgebaut sind.

Bekannt ist hingegen, dass sich die abgelagerten Nikotinmengen mit jeder gerauchten Zigarette erhöhen, und je länger sie sich auf den Oberflächen befinden, desto giftiger werden sie. Binnen drei Stunden konnten die Wissenschaftler eine Verzehnfachung der ,,tobacco-specific nitrosamines“ feststellen.

Mein Tipp: Dass Passivrauchen (,,Mitrauchen“) für Ihr Kind schädlich ist, wissen Sie längst. Nach den Ergebnissen dieser Untersuchung sollten Sie Raucherräume mit Ihrem Kind auch dann meiden, wenn niemand darin raucht.

Wenn Sie eine Wohnung mieten, dann möglichst eine, deren Vormieter Nichtraucher waren. Kaufen Sie keinen Gebrauchtwagen, in dem früher geraucht wurde.

Plastikschuhe: Nicht nur orthopädisch gesehen ungesund

Sie haben bestimmt schon die Schuhe gesehen, die seit letztem Jahr absoluter Trend sind: Knallbunte Plastik-Clogs, die Kinder und Erwachsene in allen möglichen und unmöglichen Situationen tragen. Sicher, diese „Treter“ sind sehr leicht und daher relativ bequem. Zudem sind sie schon ab 5 Euro erhältlich.

Ökotest hat nun Schuhe verschiedener Hersteller untersucht und festgestellt, dass die meisten mit relativ bedenklichen Inhaltsstoffen belastet sind.

Zwar enthalten sie fast nie Weichmacher oder zinnorganische Verbindungen. Dafür aber sind meist erhöhte oder stark erhöhte Werte von Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen zu finden.

Diese können zu Entzündungen führen und die Hornhaut schädigen. Einige dieser PAK stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Wenn Sie nicht auf die knallbunten Schuhe verzichten wollen, sollten Sie daher Füßlinge tragen, um Ihre Haut zu schützen. Zudem sollten Sie keine Schuhe kaufen, die extrem nach Plastik riechen.

Forscher belegen Anti-Krebs-Wirkung der TCM

Wissenschaftler des DKFZ machten eine weitere bahnbrechende Entdeckung: Bestimmte Inhaltsstoffe von Heilkräutern der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bringen Krebszellen, die der klassischen Chemotherapie trotzen, zum Absterben.

Diese Chemoresistenz der Krebszellen stellt das größte Problemin der Krebstherapie dar: Nach einiger Zeit reagieren die kranken Zellen nicht mehr auf die Medikamente und vermehren sich ungehemmt.

Natürliche Substanzen aus TCM-Mitteln gegen Entzündungen wie etwa Wogo-nin aus dem baikalensischen Helmkraut (Scutellaria baicalensis, chin.: Huang-Qin) schwächen die bösartigen Zellen derart, dass die Chemotherapie wieder wirkt.

Dabei beeinträchtigen sie die gesunden Zellen nicht. Die Forscher führten ihre Versuche zunächst an Mäusen durch, wie das DKFZ im April 2007 mitteilte.

Die Erkenntnisse bestätigen jedoch die Beobachtungen von TCM-Ärzten aus China, die seit Langem bestimmte Heilkräuter unterstützend bei Krebs verordnen. Wenden Sie sich an einen langjährig erfahrenen TCM-Arzt und nehmen Sie die Mittel nach seiner Anweisung ein.

Aktuelles aus der Forschung zum Thema Salz

Galt Salz früher als „weißes Gold“, ist heute der Gebrauch fast inflationär. Wir versalzen uns selbst – eine Praktik, die durchaus gefährlich für die Gesundheit sein kann.

Amerikanische Forscher haben jetzt festgestellt, dass eine salzreiche Kost zu schweren Erkrankungen des Magens führen kann.

Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich das Bakterium Helicobacter pylori verhält, wenn es verschieden starken Salzkonzentrationen ausgesetzt ist. Bei Helicobacter pylori handelt es sich um ein Bakterium, dass im Magen jedes dritten Menschen zu finden und Ursache für die meisten Magengeschwüre ist.

Die Forschungen ergaben, dass sich die Bakterien zwar langsamer vermehren, wenn sie viel Salz ausgesetzt sind. Dafür aber verändern sie sich, zudem werden bestimmte Gene in ihrem Erbgut aktiviert.

Diese produzieren dann Stoffe, die schädlich für den Menschen sind. So erhöht sich das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, deutlich. Ein Grund mehr, warum Sie mit Salz sparsam umgehen sollten.

Strahlung des Handys minimieren

Gesundheitsgefahr durch das Handy – dieses Thema ist immer noch stark umstritten. Es gibt genügend Studien, die zum Ergebnis haben, dass Handys krank machen können. Genauso viele Untersuchungen zeigen aber, dass das Telefonieren mit den Mobilgeräten harmlos ist.

Auch das Bundesamt für Strahlenschutz geht – nach momentanem Stand der Wissenschaft – davon aus, dass es gesundheitlich ungefährlich ist, Mobiltelefone zu benutzen.

Allerdings ist diese Technologie noch relativ jung, daher lassen sich die Langzeitwirkungen noch nicht beurteilen.

Aus diesem Grund empfiehlt das BfS, beim Kauf eines neuen Handys auf die Spezifische Absorptionsrate (SAR) zu achten. Hierunter versteht man die Aufnahme von elektromagnetischen Feldern durch biologisches Gewebe.

Je geringer der SAR-Wert, desto geringer wird das Gewebe durch die abgegebene Strahlung erwärmt.

Immerhin 37 Prozent der Smartphones, die es auf dem Markt gibt, haben einen SAR-Wert von 0,6 Watt pro Kilogramm oder geringer und werden aufgrund dessen vom BfS als strahlungsarm eingestuft.

Zudem sollten Sie am besten mit einem Headset telefonieren und das Internet nur bei WLAN-Empfang bzw. sehr guter Netzabdeckung nutzen.

Wenn Ihnen das Telefonieren mit Headset nicht möglich ist, dann sollten Sie auf jeden Fall den Datenverkehr im Hintergrund abschalten, wenn Sie ein Smartphone besitzen. So verringern Sie die Strahlenbelastung zusätzlich.

Achtung: Indisches Chili-Pulver

Die Lebensmittelbehörde von Großbritannien rief kürzlich Millionen Lebensmittel mit einem Krebs erregenden Inhaltsstoff zurück.

Es handelte sich dabei um Sudan 1, einen roten Farbstoff, der in Chili-Pulver aus Indien nach Großbritannien gelangte und dort weiterverarbeitet wurde. Sudanrot ist seit zehn Jahren in Europa und zahlreichen anderen Ländern nicht mehr genehmigt.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz teilte dazu mit, dass keine Lebensmittel mit diesem Farbstoff nach Deutschland importiert worden seien.

Hauptsächlich benutzte man dieses Chili-Pulver zur Produktion von Worcester-Soße zur Weiterverwendung von Suppen, Saucen, Fertiggerichte oder Pizzen. Diese Waren exportierte man dann.

Das Schnellwarnsystem der Europäischen Union informierte die betroffenen Länder.  Die Internationale Kommission für Krebsforschung geht davon aus, dass Sudanrot das Krebsrisiko erhöht.

Bereits im Juni vergangenen Jahres waren Chiliprodukte, zu denen auch Currypulver zählt, aus Indien nach Frankreich gelangt. Nun will die EU die Einfuhruntersuchungen verschärfen.

Einsamkeit verschlimmert Krebserkrankung

Soziale Isolation kann eine Krebserkrankung verstärken. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Universität von Chicago gekommen.

Das Team um Suzanne Conzen wies im Tierversuch nach, dass das soziale Umfeld die Biologie der Krankheit verändern und zu deutlichen Unterschieden im Ausgang führen kann. Weibliche Mäuse, die durch die Trennung von den Muttertieren gestresst waren, entwickelten mehr und größere Tumore der Brustdrüse als zufriedenere Tiere.

Bei den gestressten Tieren zeigten sich Veränderungen in der Aktivität von Genen, die beim Tumorwachstum eine Rolle spielen. Damit liegt nahe, dass sie durch die erhöhten Werte der Stresshormone direkt beeinflusst wurden.

Frühere Untersuchungen waren bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass mitmenschliche Unterstützung den Behandlungserfolg bei Frauen mit Brustkrebs verbessern und beschleunigen kann.

Die aktuelle Studie ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Chemikalien im Blut die Entstehung von Krebs beeinflussen können, indem sie in gefährdeten Zellen Gene aktivieren oder deaktivieren.

Chemotherapie: Neuer Test soll die Wirksamkeit untersuchen

Eine Chemotherapie ist für Menschen mit Krebs oft lebensrettend, aber auch recht aggressiv. Übelkeit, Haarausfall und Schwächezustände sind die typischen, akut auftretenden Nebenwirkungen. Doch auch Herzschäden sind zum Beispiel möglich.

Dies ist der Grund dafür, dass Wissenschaftler gerne wissen möchten, welchen Patienten durch die Chemo geholfen wird.

Bisher wussten wir nur, dass man für unterschiedliche Tumorarten unterschiedliche Wirkstoffe braucht. Allerdings ist es gerade bei wiederkehrenden Tumoren so, dass die Behandlung bei manchen Patienten sehr gut anschlägt und bei anderen gar nicht.

Bisher konnte man den Erfolg einer Chemotherapie erst nach Wochen bzw. Monaten erkennen. Dann ließ sich auf Röntgenbildern ablesen, ob der Tumor kleiner geworden war oder nicht.

Wie aggressiv ist der Krebs?

Forscher des Singapore-MIT Alliance for Research and Technology Centre haben sich daher mit der Frage befasst, ob es nicht eine Methode geben kann, die Wirksamkeit der Chemotherapie bei einzelnen Patienten frühzeitig zu erkennen.

Sie entwickelten einen Test, der das schafft: Nach 14 Tagen liefert er Gewissheit über den Behandlungserfolg.

Dazu wird das Blut der Patienten untersucht bzw. die sich in diesem Blut befindenden Krebszellen. Diese Krebszellen lösen sich grundsätzlich vom Tumor ab und wandern mit dem Blut durch den Körper. Schlimmstenfalls können sie sich an anderer Stelle festsetzen und zu Metastasen führen.

Die Wissenschaftler untersuchten 24 Blutproben von Brustkrebspatientinnen in einem frühen Stadium. Aus diesen Blutproben wurden Blutkörperchen und Blutplasma entfernt.

Übrig blieben Leukozyten und Tumorzellen. Im Brustkrebs-Frühstadium sind sie noch nicht sonderlich zahlreich im Körper vertreten. Man findet nur rund zehn Krebszellen in einem Milliliter Blut.

Und doch konnten die Wissenschaftler erkennen, wie aggressiv der Krebs ist. Ballten such die Krebszellen zusammen und vermehrten sie sich, dann war das ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Metastasen.

Test gibt Auskunft über Chemo-Wirksamkeit

Um die Wirksamkeit der Chemotherapie zu erkennen, setzten die Wissenschaftler die Krebszellen in eine Nährlösung. Gingen sie gut an, dann wurden sie nach drei und elf Tagen mit Chemotherapeutika in unterschiedlichen Konzentrationen behandelt.

Diese entsprachen der Wirkstoffdichte der Chemotherapie im menschlichen Körper. Es ließ sich erkennen, dass die Zellen abstarben bzw. keine größeren Einheiten bildeten: Die Therapie wirkte.

Der Test ließ auch zu, die Wirkstoffmenge anzupassen bzw. resistente Krebszellen zu erkennen.

Der Test soll nun an mehr Patienten überprüft werden. Die Methode soll weiter verfeinert werden, außerdem soll überprüft werden, ob sie auch bei anderen Krebsarten zuverlässig anzuwenden ist.

Zudem werden die Patienten längerfristig begleitet, um ihre gesundheitliche Entwicklung zu beobachten und herauszufinden, ob sich auch über den Therapieverlauf und die Überlebenschancen anhand des Tests Prognosen treffen lassen.

Wie lässt sich die Chemotherapie gezielter einsetzen?

Angeboten wird inzwischen auch die regionale Chemotherapie. Üblicherweise wird ein Chemotherapeutikum per Injektion in eine Vene gespritzt und verteilt sich dann im ganzen Körper.

Bei dieser Variante wird es direkt da verabreicht, wo es wirken soll, also im Tumor oder im Gebiet des Tumors. Sinnvoll ist das bei einem lokal begrenzten Tumor, der noch keine Tochtergeschwülste gebildet hat.

Manchmal wird das Medikament auch mit Hilfe eines Kathetersystems über die Arterien zum Tumor geleitet. Das kann zu einer zeitlich begrenzten Verstopfung der Adern (Embolisation) führen, damit das Zytostatikums im Tumor verbleibt und besser wirken kann.

Diese Variante der regionalen Chemotherapie heißt Chemoembolisation. Diese Therapie ist mit einem einwöchigen Klinikaufenthalt verbunden, wird als sehr unangenehm empfunden und vielfach werden die Kosten von der Kasse nicht übernommen.

Also besser vorher bei der Krankenkasse nachfragen, wenn das Verfahren für Sie in Frage kommt.

Die Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Der Chirurg ist mit dem Ergebnis Ihrer Brustoperation zufrieden. Er entfernte Ihnen eine kleine Krebsgeschwulst. Nun sieht Ihr Therapieplan für die folgenden Wochen die Bestrahlung der betroffenen Region Ihrer Brust vor.

Eine Strahlentherapie (Röntgen- oder Radiotherapie) gilt als gängige Behandlungsoption nach einer Krebsdiagnose.

Tatsächlich bestrahlt man mehr als die Hälfte aller Krebspatienten in irgendeiner Form. Die Strahlentherapie stellt die einzige Behandlung dar oder wird mit anderen Therapien kombiniert.

Bei bestimmten Strahlentherapien richtet man die Strahlen so aus, dass das bestrahlte Areal genau der Tumorform entspricht. Damit minimiert man mögliche Schäden an gesundem Gewebe. Seit einiger Zeit wenden Radiologen eine dreidimensionale Strahlentherapie an.

In der Abbildung bestrahlt man einen Hirntumor aus drei verschiedenen Richtungen. Der Schnittpunkt der Strahlen liegt im Tumorbereich, sodass hier eine hohe Strahlendosis einwirkt.

Das Ziel jeder Strahlentherapie ist es, das Tumorgewebe zu treffen und die Krebszellen abzutöten. In den letzten Jahren verbesserten sich die Techniken und Methoden zunehmend, mit denen die Strahlen in das Zielgewebe gebracht werden.

Das erhöhte die Effektivität der Strahlenbehandlung von vielen Krebsarten.

Wie wirken die Strahlen auf die Krebszellen?

Bei einer Radiotherapie bestrahlt der Therapeut krankes Gewebe mit energiereicher Strahlung, die den Körper durchdringt.

Die meisten Menschen kennen die Verwendung von Strahlen aus dem diagnostischen Bereich der Medizin, beispielsweise von Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, Computertomographien oder dem Röntgen der Zähne.

Bei einer Strahlentherapie zur Krebsbehandlung sind die Röntgenstrahlen viel energiereicher als bei diagnostisch verwendeten Strahlen. Sie besitzen ein Vielfaches von deren Energiedosis.

Krebszellen teilen sich schneller als normale gesunde Zellen. Da Zellen bei der Teilung empfindlicher auf Schäden reagieren, sind Krebszellen empfänglicher für die Strahlung als gesunde Zellen.

Darüber hinaus reparieren normale Zellen anscheinend Strahlenschäden an ihrem Erbgut leichter als Krebszellen.

Zellen reparieren Strahlenschäden im Erbgut

Der Zeitpunkt für eine Strahlentherapie in der Krebsbehandlung fällt unterschiedlich aus.

Sie dient vor einer Operation dazu, den Tumor zu verkleinern, während der Operation eine große Strahlendosis genau und gezielt auf den Tumor oder das Tumorgebiet zu richten oder nach der Operation die verbliebenen Tumorzellen zu zerstören.

Bei bestimmten Tumoren kombinieren die Ärzte anstelle einer Operation auch eine Strahlentherapie mit einer Chemotherapie.

In manchen Fällen bestrahlen sie bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen, um dem Patienten die Schmerzen oder andere Symptome zu lindern.

In einigen Fällen bestrahlen sie, um gutartige, nicht kanzeröse Geschwülste zu behandeln. Das gilt beispielsweise für die Bildung von überschiessendem Knochengewebe nach einer Hüftoperation.

Bestrahlung von außen und von innen

Bestrahlungen helfen bei der Behandlung vieler verschiedener Krebsarten an unterschiedlichen Lokalisationen des Körpers hilfreich. Dabei wendet man die Strahlen grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten ant:

  1. extern – Bei der externen Bestrahlung (perkutane Strahlentherapie) erzeugt eine Strahlenquelle die Strahlen und richtet sie von außen auf die Krebsgeschwulst. Diese Methode gilt als gängigste Behandlungsform. Sie findet in der Regel ambulant statt. Die einzelnen Sitzungen erfolgen in der Regel an fünf Tagen der Woche über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Bei fortgeschrittenem Krebs bringen einmalige Strahlenbehandlungen eine Schmerzlinderung.
  2. intern – Die interne Strahlentherapie wird auch Brachytherapie genannt. Bei dieser Behandlungsform wird radioaktives Material, in Form von Drahtstücken, Stäbchen oder Seeds (engl., kleines Samenkorn) in den Tumor oder in seine Nähe implantiert.

Die Brachytherapie

Bei der Brachytherapie (interne Strahlentherapie) platziert der Arzt eine radioaktive Strahlenquelle entweder mit Hilfe eines speziellen Applikators („Pistole“) in eine Organhöhle(interkavitär). Oder er bringt radioaktives Material direkt ins Körpergewebe ein (interstitiell, Spickmethode).

Für beide Methoden gilt, dass die Strahlenquelle für einen begrenzten Zeitraum eingepflanzt wird. Eine Ausnahme davon bildet die dauerhafte interstitielle Implantation eines radioaktiven Seeds in die Prostata.

Die Hülle des radioaktiven Materials bleibt dauerhaft im Gewebe, aber die radioaktive Strahlung klingt mit der Zeit ab.

Die Brachytherapie funktioniert besonders wirkungsvoll bei der Behandlung von Gebärmutterhals-, Gebärmutter- und Vaginalkrebs sowie bei einigen Krebsformen des Kopfes und des Halses.

Man wendet sie des Weiteren bei Brust-, Prostata-, Haut-, Lungen-, Blasen-, Speiseröhren- und Analkrebs und bei Gehirntumoren an. Einige Strahlentherapieformen erfordern einen kurzen Krankenhausaufenthalt.

Um andere Personen vor unnötiger Strahlenbelastung zu schützen, macht man Ihnen während einer Brachytherapie unter Umständen Auflagen bezüglich des Kontakts zu anderen Menschen.

Ihr Arzt erklärt Ihnen genau, welche Vorsichtsmaßnahmen bei einer Dauerbehandlung von Prostatakrebs mit einem radioaktiven Implantat nötig sind.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Die Nebenwirkungen einer Strahlentherapie fallen unter Umständen sehr unterschiedlich ausfallen. Sie hängen davon ab, welche Körperregion mit welcher Strahlendosis behandelt wird.

Die meisten Nebenwirkungen sind vorrübergehend und verschwinden mit der Zeit nach Beendigung der Therapie.

Zu den Kurzzeitbeeinträchtigungen gehören Müdigkeit und Schwäche und gerötete oder gereizte Hautpartien sowie Haarausfall an der Behandlungsstelle. Der Haarverlust bleibt in einigen Fällen dauerhaft.

Einige Nebenwirkungen entwickeln sich möglicherweise erst später. So bildet sich in seltenen Fällen als Folge der Bestrahlung Jahre danach ein Sekundärkrebs, der sich von der primären Tumorerkrankung unterscheidet.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Kurzzeit- und Langzeitnebenwirkungen, die nach Ihrer Strahlentherapie auftreten können.

Je nach Körperregion bestehen diese in Entzündungen und Reizungen des Mastdarms (Proktitis), der Blase (Zystitis), Vernarbungen des Lungengewebes (Lungenfibrose) oder strahlenbedingte Herzveränderungen.

Neue Strahlentherapien in der Entwicklung

Einige Bestrahlungsmethoden wendet die Medizin seit Jahren an. Die Radiochirurgie benutzt man seit mehr als einem Jahrzehnt zur Zerstörung von Hirntumoren. Diese richtet mehrere Strahlenbündel gezielt auf den Tumor, um ihn zu zerstören. Gleichzeitig minimiert man dabei den Schaden für das umgebende gesunde Hirngewebe.

Für diese Strahlenbehandlung verwenden die Radiologen spezielle strahlenerzeugende Apparate, den Linearbeschleuniger oder das Gammaknife.

Die systemisch wirkende Strahlentherapie findet ebenfalls seit vielen Jahren statt. Dabei schluckt der Patient das radioaktive Material oder er bekommt es injiziert. So benutzt man zum Beispiel radioaktive Jodkapseln, um Schilddrüsenkrebs zu behandeln.

Die neueste Entwicklung der systemischen Strahlentherapie ist die Radioimmuntherapie. Ein Beispiel dafür ist der Wirkstoff Ibritumomab Tiuxetan (Zevolin®).

Das bezeichnet einen künstlich hergestellten Antikörper, der mit einer radioaktiven Substanz gekoppelt ist. Diesen Wirkstoff entwickelten die Wissenschaftler zur Behandlung von Lymphomen.

Der Antikörper bindet direkt an die Lymphomzellen und bestrahlt die einzelnen Krebszellen so gezielt radioaktiv. Von der Radioimmuntherapie sind in Zukunft vielversprechende neue Behandlungsmöglichkeiten zu erwarten.

Radioprotektoren

Ein weiteres zukunfsträchtiges Gebiet ist die Entwicklung von Radioprotektoren. Dies sind Wirkstoffe, die normale Zellen vor Strahlung schützen sollen. Das Arzneimittel Amifostin ist ein solcher Schutzstoff.

Es ist ein intravenös verabreichtes Antioxidationsmittel. Bei einer Strahlentherapie im Kopf- und Halsbereich schützt es die Speicheldrüsen wirksam vor der Strahlung.

Weitere Studien zeigen, ob Amifostin gesundes Gewebe in anderen Körperteilen innerhalb einer Strahlentherapie schützt. Die Wissenschaftler wollenherausfinden, ob Amifostin unter einer Chemotherapie gesundes Gewebe schützt.

Bei einigen Behandlungsmethoden passt man das Bestrahlungsvolumen an den makroskopischen Tumor an, wodurch sich die Schädigung des gesunden Gewebes reduziert.

Eine dieser Techniken, die 3D-Konformale Bestrahlung (dreidimensional angepasst, VT basierte Bestrahlung), wenden Ärzte seit einiger Zeit an.

Computergestützte Anpassung an Größe des Tumors

Die neueste Entwicklung auf diesem Gebiet ist die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (Inensity-modulated radiation therpay = IMRT). Grundsätzlich erreicht man durch die IMRT eine optimierte Strahlungsfeldanordnung und eine Intensitätsmodulation des jeweiligen Bestrahlungsfeldes.

Dies ermöglicht eine direkte, rechnergestützte Anpassung der Bestrahlung an das Tumorvolumen. Der Stellenwert dieser Methode befindet sich zur Zeit in der eingehenden Untersuchung.

Eine andere Möglichkeit zur Reduktion einer Bestrahlungsexposition von gesundem Gewebe bei einer Krebsbehandlung ist die gepulste Bestrahlung (Gating).

Das Gating reduziert die Bestrahlungsfeldausdehnung durch eine Anpassung der Bestrahlung an die jeweilige Atemphase, da die Bestrahlung in einer bestimmten Atempause verabreicht wird.

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