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Krebsrisiko senken: Klassische und alternative Möglichkeiten

Die meisten Sorgen bei der Gesundheit machen sich Amerikaner über ihr Krebsrisiko. Das belegt eine kürzlich durchgeführte Umfrage in den USA. Nahezu die Hälfte der Befragten hielten es für unmöglich oder nahezu unmöglich, eine Krebserkrankung zu verhindern.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Krebs als Todesursache: Einfluss des Lebensstils
  2. Reduzieren Sie Ihr Krebsrisiko
  3. Strahlung des Handys minimieren
  4. Einsamkeit verschlimmert Krebserkrankung
  5. Die Strahlentherapie
  6. Nebenwirkungen der Strahlentherapie
  7. Die Brachytherapie
  8. Chemotherapie: Neuer Test untersucht Wirksamkeit
  9. Wie lässt sich die Chemotherapie gezielter einsetzen?
  10. Modernste Behandlungsmöglichkeiten
  11. Die onkologische Rehabilitation

Krebsrisiko© Adobe Stock – Frantab

Krebs als Todesursache: Einfluss des Lebensstils

In Deutschland stellen Krebserkrankungen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache dar (Deutsches Krebsforschungszentrum DKFZ, Heidelberg). Nach Schätzungen des DKFZ entwickelt sich Krebs innerhalb von 15 bis 20 Jahren zur Todesursache Nummer 1. Im Jahr 2000 verstarben in Deutschland 210.738 Menschen an Krebs (Statistisches Bundesamt, Bonn).

Der persönliche Lebensstil erhöht das Risiko zu einem hohen Prozentsatz. Das sind Dinge, welche die Betroffenen leicht ändern können. In Deutschland stehen dem DKFZ zufolge 25 bis 30 Prozent aller Krebserkrankungs- und Todesfälle im Zusammenhang mit Tabakgenuss und 20 bis 42 Prozent mit Ernährungsgewohnheiten. Als weitere Risikofaktoren nennen sie übermäßigen Alkoholkonsum, berufliche Exposition, Bewegungsmangel, Übergewicht und exzessive Sonnenbäder. Darüber hinaus haben viele der aufgeführten Lebensgewohnheiten einen Einfluss auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.

Reduzieren Sie Ihr Krebsrisiko

Schätzungen der amerikanischen Gesundheitsbehörde Center for Disease Control and Prevention zufolge tragen Lebensgewohnheiten und Aktivitäten mehr als die Hälfte zur Chance bei, lebenslang gesund zu bleiben. Faktoren wie Alter, Ethnie und familiäre Vorgeschichte, die Ihr allgemeines Krebsrisiko betreffen, können Sie nicht beeinflussen. Aber alle Risikofaktoren mit Bezug auf den Lebensstil haben Sie in der Hand. Dazu folgende Tipps:

  • Ernähren Sie sich gesund: Die amerikanische Krebsgesellschaft empfiehlt, sich mit einer pflanzenreichen Kost zu ernähren. Essen Sie möglichst fünfmal täglich verschiedene Früchte und Gemüsesorten. Geben Sie Vollkornprodukten gegenüber verarbeiteten Getreideprodukten den Vorzug. Darüber hinaus sollten Sie weniger rotes Fleisch essen. Das gilt besonders für Fleischsorten oder -produkte, die einen hohen Fettanteil besitzen und bereits verarbeitet sind. Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein. Männer sollten nicht mehr als zwei Gläser und Frauen nicht mehr als ein Glas Wein pro Tag trinken.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig: Experten empfehlen mindestens 30 Minuten mittlere sportliche Aktivität an fünf oder mehr Tagen pro Woche.
  • Bemühen Sie sich um ein gesundes Körpergewicht: Stimmen Sie Ihre tägliche Kalorienzufuhr auf die Art und den Umfang Ihrer Aktivitäten ab. Bauen Sie überzählige Pfunde ab.
  • Schützen Sie Ihre Haut vor direkter Sonneneinstrahlung: Vermeiden Sie die Mittagssonne zwischen 10 und 16 Uhr. Falls Sie sich in der Sonne aufhalten, bedecken Sie Ihren Körper so weit als möglich. Verwenden Sie Sonnencreme mit einem Schutzfaktor von 15 oder höher.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen: Falls Sie rauchen oder Tabak kauen, sollten Sie damit aufhören.

Krebsgefahr durch Nikotinablagerungen?

Nikotinablagerungen an den Oberflächen von Räumen (z. B. Wänden, Möbeln, Teppichen), in denen geraucht wurde, können gesundheitsschädlich sein. Nach einer US-Studie bilden sich daraus durch Verbindung mit Stickoxiden aus der Luft Nitrosamine. Diese ,,tobacco-specific nitrosamines“ können mit dem Staub eingeatmet, verschluckt oder über die Haut aufgenommen werden. Nitrosamine sind erwiesenermaßen krebserregende Verbindungen. Daher ist damit zu rechnen, dass von ihnen gesundheitliche Risiken ausgehen. Es werden dazu weitere Studien durchgeführt. Die Forscher vermuten, dass Babys und Kleinkinder besonders gefährdet sind, da die Kleinen den Schadstoff beim Krabbeln und In-den-Mund-Stecken von Gegenständen auch verschlucken.

Regelmäßiges Lüften kann die gefährlichen Substanzen nicht aus der Wohnung entfernen. Sie zersetzen sich sehr langsam und bislang ist nicht bekannt, wie lange es dauert, bis sie abgebaut sind. Bekannt ist hingegen, dass sich die abgelagerten Nikotinmengen mit jeder gerauchten Zigarette erhöhen und je länger sie sich auf den Oberflächen befinden, desto giftiger werden sie. Binnen drei Stunden konnten die Wissenschaftler eine Verzehnfachung der ,,tobacco-specific nitrosamines“ feststellen. Dass Passivrauchen für Ihr Kind schädlich ist, wissen Sie längst. Nach den Ergebnissen dieser Untersuchung sollten Sie Raucherräume mit Ihrem Kind auch dann meiden, wenn niemand darin raucht. Wenn Sie eine Wohnung mieten, dann möglichst eine, deren Vormieter Nichtraucher waren. Kaufen Sie keinen Gebrauchtwagen, in dem früher geraucht wurde.

Rauchen als Krebsrisiko© pixabay.com © markusspiske (CC0 Public Domain)

Plastikschuhe: Nicht nur orthopädisch gesehen ungesund

Sie haben bestimmt schon die Schuhe gesehen, die seit letztem Jahr absoluter Trend sind: Knallbunte Plastik-Clogs, die Kinder und Erwachsene in allen möglichen und unmöglichen Situationen tragen. Sicher, diese „Treter“ sind sehr leicht und daher relativ bequem. Zudem sind sie schon ab 5 Euro erhältlich. Ökotest hat nun Schuhe verschiedener Hersteller untersucht und festgestellt, dass die meisten mit relativ bedenklichen Inhaltsstoffen belastet sind.

Zwar enthalten sie fast nie Weichmacher oder zinnorganische Verbindungen. Dafür aber sind meist erhöhte oder stark erhöhte Werte von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) zu finden. Diese können zu Entzündungen führen und die Hornhaut schädigen. Einige dieser PAK stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Wenn Sie nicht auf die knallbunten Schuhe verzichten wollen, sollten Sie daher Füßlinge tragen, um Ihre Haut zu schützen. Zudem sollten Sie keine Schuhe kaufen, die extrem nach Plastik riechen.

Vorsicht bei der Verwendung von Salz!

Galt Salz früher als „weißes Gold“, ist heute der Gebrauch fast inflationär. Wir versalzen uns selbst: Eine Praktik, die durchaus gefährlich für die Gesundheit sein kann. Amerikanische Forscher haben festgestellt, dass eine salzreiche Kost zu schweren Erkrankungen des Magens führen kann.

Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich das Bakterium Helicobacter pylori verhält, wenn es verschieden starken Salzkonzentrationen ausgesetzt ist. Bei Helicobacter pylori handelt es sich um ein Bakterium, das im Magen jedes dritten Menschen zu finden und Ursache für die meisten Magengeschwüre ist. Die Forschungen ergaben, dass sich die Bakterien zwar langsamer vermehren, wenn sie viel Salz ausgesetzt sind. Dafür aber verändern sie sich, zudem werden bestimmte Gene in ihrem Erbgut aktiviert. Diese produzieren dann Stoffe, die schädlich für den Menschen sind. So erhöht sich das Risiko deutlich, an Magenkrebs zu erkranken. Ein Grund mehr, warum Sie mit Salz sparsam umgehen sollten.

Myrte: So wirkt sie gegen Krebs

Schon lange war Myrte als antibakteriell und antioxidativ bekannt, zudem hemmt die Pflanze Entzündungen. Allerdings: Sie hat noch eine weitere Fähigkeit. Sie kann nämlich Krebs bekämpfen. Studien aus vergangenen Jahren haben das gezeigt: Myrte ist schon in recht geringer Menge aktiv. Die Pflanze geht dann gegen Krebszellen vor, bekämpft diese, aber nicht die weißen Blutzellen. Doch wie funktioniert dieser Vorgang?

Wo setzt sich der Myrte-Wirkstoff fest? Mit dieser Frage haben sich jetzt Forscher der Friedrich-Schiller-Universität in Jena befasst. Sie konnten von dem Wissen ausgehen, dass der in Myrte enthaltene Stoff Myrtucommulon die Mitochondrien, also die Energiewerke in den Krebszellen angreift. Und gerade auf die sind die Krebszellen stark angewiesen. Sie brauchen viel Energie für ihre rasche Vermehrung. Steht ihnen also nicht ausreichend Energie zur Verfügung, dann wird das Krebswachstum gehemmt. Die Wissenschaftler wollten nun wissen: Welches Protein in den Zellen dient denn als Andock-Station für Myrtucommulon? Um das herauszufinden, nutzten sie den Myrte-Wirkstoff im Grunde wie eine Angel und hielten ihn in die Zelle, um zu sehen, welcher Zellbestandteil „anbiss“. So stellten die Wissenschaftler selbst ihren Versuch vereinfacht dar.

Myrte blockiert den Schutz der Krebswachstums-Proteine

Und sie hatten Erfolg. Es zeigte sich, dass es sich um das Hitzeschockprotein Hsp60 handelt. Dieses Protein gehört zur Familie der Chaperon-Proteine, benannt sind sie nach dem französischen Wort für „Anstandsdame“. So wird die Funktion der Proteine beschrieben: Sie schützen bestimmte Mitochondrien-Proteine und stellen dadurch sicher, dass die Energiegewinnung in der Zelle weiter läuft. HSP60 schützt die Proteine LOPN und LRP30. Beide haben die Aufgabe, das Tumorwachstum zu fördern. Dies war schon einige Zeit lang bekannt. Neu war den Forschern allerdings, dass die Proteine ein eigenes „Anstandsdamen-Protein“ besitzen, das sie vor der Abschaltung schützt.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass sie also nicht nur den Teil der Zelle identifizieren konnten, der von dem Myrtewirkstoff Myrtucommulon ausgeschaltet wird. Vielmehr sammelten sie während ihrer Untersuchung auch neue Erkenntnisse rund um die biologischen Abläufe in der Zelle und während des Tumorwachstums. Allerdings: Bisher wissen die Forscher nur um den Mechanismus, den die Myrte auslöst. Es gibt noch keine Standardtherapie, die Myrte als Bestandteil hat. Die Wissenschaftler bereiten nun weitere Studien vor. Es geht ihnen darum, den Wirkstoff Myrtucommulon weiter zu erforschen und kennenzulernen. Gleichzeitig wollen sie das Hitzeschockprotein Hps60 genauer untersuchen. Hier geht es ihnen darum, seine Bedeutung zu verstehen, aber auch seine Aufgabe bei der Entstehung von Krebs. Zudem wollen sie herausfinden, wie der Myrte-Wirkstoff in Zukunft bei der Krebstherapie eingesetzt werden kann.

Strahlung des Handys minimieren

Gesundheitsgefahr durch das Handy: Dieses Thema ist immer noch stark umstritten. Es gibt genügend Studien, die zum Ergebnis haben, dass Handys krank machen. Genauso viele Untersuchungen zeigen aber, dass das Telefonieren mit den Mobilgeräten harmlos ist. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz geht nach momentanem Stand der Wissenschaft davon aus, dass es gesundheitlich ungefährlich ist, Mobiltelefone zu benutzen. Allerdings ist diese Technologie noch relativ jung, daher lassen sich die Langzeitwirkungen noch nicht beurteilen.

Aus diesem Grund empfiehlt das BfS, beim Kauf eines neuen Handys auf die Spezifische Absorptionsrate (SAR) zu achten. Hierunter versteht man die Aufnahme von elektromagnetischen Feldern durch biologisches Gewebe. Je geringer der SAR-Wert, desto geringer wird das Gewebe durch die abgegebene Strahlung erwärmt. Immerhin 37 Prozent der Smartphones, die es auf dem Markt gibt, haben einen SAR-Wert von 0,6 Watt pro Kilogramm oder geringer und werden aufgrund dessen vom BfS als strahlungsarm eingestuft. Zudem sollten Sie am besten mit einem Headset telefonieren und das Internet nur bei WLAN-Empfang bzw. sehr guter Netzabdeckung nutzen. Wenn Ihnen das Telefonieren mit Headset nicht möglich ist, dann sollten Sie auf jeden Fall den Datenverkehr im Hintergrund abschalten, wenn Sie ein Smartphone besitzen. So verringern Sie die Strahlenbelastung zusätzlich.

Achtung: Indisches Chili-Pulver

Die Lebensmittelbehörde von Großbritannien rief kürzlich Millionen Lebensmittel mit einem krebserregenden Inhaltsstoff zurück. Es handelte sich dabei um Sudan 1, einen roten Farbstoff, der in Chili-Pulver aus Indien nach Großbritannien gelangte und dort weiterverarbeitet wurde. Sudanrot ist seit zehn Jahren in Europa und zahlreichen anderen Ländern nicht mehr genehmigt. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz teilte dazu mit, dass keine Lebensmittel mit diesem Farbstoff nach Deutschland importiert worden seien.

Hauptsächlich benutzte man dieses Chili-Pulver zur Produktion von Worcester-Soße zur Weiterverwendung von Suppen, Saucen, Fertiggerichte oder Pizzen. Diese Waren exportierte man dann. Das Schnellwarnsystem der Europäischen Union informierte die betroffenen Länder.  Die Internationale Kommission für Krebsforschung geht davon aus, dass Sudanrot das Krebsrisiko erhöht. Bereits im Juni vergangenen Jahres waren Chiliprodukte, zu denen auch Currypulver zählt, aus Indien nach Frankreich gelangt. Nun will die EU die Einfuhruntersuchungen verschärfen.

Einsamkeit verschlimmert Krebserkrankung

Soziale Isolation kann eine Krebserkrankung verstärken. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Universität von Chicago gekommen. Das Team um Suzanne Conzen wies im Tierversuch nach, dass das soziale Umfeld die Biologie der Krankheit verändern und zu deutlichen Unterschieden im Ausgang führen kann. Weibliche Mäuse, die durch die Trennung von den Muttertieren gestresst waren, entwickelten mehr und größere Tumore der Brustdrüse als zufriedenere Tiere. Bei den gestressten Tieren zeigten sich Veränderungen in der Aktivität von Genen, die beim Tumorwachstum eine Rolle spielen.

Damit liegt nahe, dass sie durch die erhöhten Werte der Stresshormone direkt beeinflusst wurden. Frühere Untersuchungen waren bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass mitmenschliche Unterstützung den Behandlungserfolg bei Frauen mit Brustkrebs verbessern und beschleunigen kann. Die aktuelle Studie ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Chemikalien im Blut die Entstehung von Krebs beeinflussen können, indem sie in gefährdeten Zellen Gene aktivieren oder deaktivieren.

Einsamkeit erhöht Krebsrisiko© Adobe Stock – hikrcn

Forscher belegen Anti-Krebs-Wirkung der TCM

Bestimmte Inhaltsstoffe von Heilkräutern der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bringen Krebszellen zum Absterben, die der klassischen Chemotherapie trotzen. Diese Chemoresistenz der Krebszellen stellt das größte Problem in der Krebstherapie dar: Nach einiger Zeit reagieren die kranken Zellen nicht mehr auf die Medikamente und vermehren sich ungehemmt.

Natürliche Substanzen aus TCM-Mitteln gegen Entzündungen, etwa Wogonin aus dem baikalensischen Helmkraut (Scutellaria baicalensis, chin.: Huang-Qin), schwächen die bösartigen Zellen derart, dass die Chemotherapie wieder wirkt. Dabei beeinträchtigen sie die gesunden Zellen nicht. Die Forscher führten ihre Versuche zunächst an Mäusen durch, wie das DKFZ mitteilte. Die Erkenntnisse bestätigen jedoch die Beobachtungen von TCM-Ärzten aus China, die seit Langem bestimmte Heilkräuter unterstützend bei Krebs verordnen. Wenden Sie sich an einen langjährig erfahrenen TCM-Arzt und nehmen Sie die Mittel nach seiner Anweisung ein.

Die Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie (Röntgen- oder Radiotherapie) gilt als gängige Behandlungsoption nach einer Krebsdiagnose. Tatsächlich bestrahlt man mehr als die Hälfte aller Krebspatienten in irgendeiner Form. Die Strahlentherapie stellt die einzige Behandlung dar oder wird mit anderen Therapien kombiniert. Bei bestimmten Strahlentherapien richtet man die Strahlen so aus, dass das bestrahlte Areal genau der Tumorform entspricht. Damit minimiert man mögliche Schäden an gesundem Gewebe.

Seit einiger Zeit wenden Radiologen eine dreidimensionale Strahlentherapie an. Der Schnittpunkt der Strahlen liegt im Tumorbereich, sodass hier eine hohe Strahlendosis einwirkt. Das Ziel jeder Strahlentherapie ist es, das Tumorgewebe zu treffen und die Krebszellen abzutöten. In den letzten Jahren verbesserten sich die Techniken und Methoden zunehmend, mit denen die Strahlen in das Zielgewebe gebracht werden. Das erhöhte die Effektivität der Strahlenbehandlung von vielen Krebsarten.

Wie wirken die Strahlen auf die Krebszellen?

Bei einer Radiotherapie bestrahlt der Therapeut krankes Gewebe mit energiereicher Strahlung, die den Körper durchdringt. Die meisten Menschen kennen die Verwendung von Strahlen aus dem diagnostischen Bereich der Medizin, beispielsweise von Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, Computertomographien oder dem Röntgen der Zähne.

Bei einer Strahlentherapie zur Krebsbehandlung sind die Röntgenstrahlen viel energiereicher als bei diagnostisch verwendeten Strahlen. Sie besitzen ein Vielfaches von deren Energiedosis. Krebszellen teilen sich schneller als normale gesunde Zellen. Da Zellen bei der Teilung empfindlicher auf Schäden reagieren, sind Krebszellen empfänglicher für die Strahlung als gesunde Zellen. Darüber hinaus reparieren normale Zellen anscheinend Strahlenschäden an ihrem Erbgut leichter als Krebszellen.

Zellen reparieren Strahlenschäden im Erbgut

Der Zeitpunkt für eine Strahlentherapie in der Krebsbehandlung fällt unterschiedlich aus. Sie dient vor einer Operation dazu, den Tumor zu verkleinern, während der Operation eine große Strahlendosis genau und gezielt auf den Tumor oder das Tumorgebiet zu richten oder nach der Operation die verbliebenen Tumorzellen zu zerstören.

Bei bestimmten Tumoren kombinieren die Ärzte anstelle einer Operation auch eine Strahlentherapie mit einer Chemotherapie. In manchen Fällen bestrahlen sie bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen, um dem Patienten die Schmerzen oder andere Symptome zu lindern. In einigen Fällen bestrahlen sie, um gutartige, nicht kanzeröse Geschwülste zu behandeln. Das gilt beispielsweise für die Bildung von überschießendem Knochengewebe nach einer Hüftoperation.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Die Nebenwirkungen einer Strahlentherapie fallen unter Umständen sehr unterschiedlich aus. Sie hängen davon ab, welche Körperregion mit welcher Strahlendosis behandelt wird. Die meisten Nebenwirkungen sind vorrübergehend und verschwinden mit der Zeit nach Beendigung der Therapie. Zu den Kurzzeitbeeinträchtigungen gehören Müdigkeit und Schwäche und gerötete oder gereizte Hautpartien sowie Haarausfall an der Behandlungsstelle. Der Haarverlust bleibt in einigen Fällen dauerhaft.

Einige Nebenwirkungen entwickeln sich möglicherweise erst später. So bildet sich in seltenen Fällen als Folge der Bestrahlung Jahre danach ein Sekundärkrebs, der sich von der primären Tumorerkrankung unterscheidet. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Kurzzeit- und Langzeitnebenwirkungen, die nach Ihrer Strahlentherapie auftreten können. Je nach Körperregion bestehen diese in Entzündungen und Reizungen des Mastdarms (Proktitis), der Blase (Zystitis), Vernarbungen des Lungengewebes (Lungenfibrose) oder strahlenbedingte Herzveränderungen.

Bestrahlung von außen und von innen

Bestrahlungen helfen bei der Behandlung vieler verschiedener Krebsarten an unterschiedlichen Lokalisationen des Körpers hilfreich. Dabei wendet man die Strahlen grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten ant:

  • extern – Bei der externen Bestrahlung (perkutane Strahlentherapie) erzeugt eine Strahlenquelle die Strahlen und richtet sie von außen auf die Krebsgeschwulst. Diese Methode gilt als gängigste Behandlungsform. Sie findet in der Regel ambulant statt. Die einzelnen Sitzungen erfolgen in der Regel an fünf Tagen der Woche über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Bei fortgeschrittenem Krebs bringen einmalige Strahlenbehandlungen eine Schmerzlinderung.
  • intern – Die interne Strahlentherapie wird auch Brachytherapie genannt. Bei dieser Behandlungsform wird radioaktives Material in Form von Drahtstücken, Stäbchen oder Seeds (engl. kleines Samenkorn) in den Tumor oder in seine Nähe implantiert.

Die Brachytherapie

Bei der Brachytherapie (interne Strahlentherapie) platziert der Arzt eine radioaktive Strahlenquelle entweder mit Hilfe eines speziellen Applikators in eine Organhöhle (interkavitär) oder er bringt radioaktives Material direkt ins Körpergewebe ein (interstitiell, Spickmethode). Für beide Methoden gilt, dass die Strahlenquelle für einen begrenzten Zeitraum eingepflanzt wird. Eine Ausnahme davon bildet die dauerhafte interstitielle Implantation eines radioaktiven Seeds in die Prostata. Die Hülle des radioaktiven Materials bleibt dauerhaft im Gewebe, aber die radioaktive Strahlung klingt mit der Zeit ab.

Die Brachytherapie funktioniert besonders wirkungsvoll bei der Behandlung von Gebärmutterhals-, Gebärmutter- und Vaginalkrebs sowie bei einigen Krebsformen des Kopfes und des Halses. Man wendet sie des Weiteren bei Brust-, Prostata-, Haut-, Lungen-, Blasen-, Speiseröhren- und Analkrebs und bei Gehirntumoren an. Einige Strahlentherapieformen erfordern einen kurzen Krankenhausaufenthalt. Um andere Personen vor unnötiger Strahlenbelastung zu schützen, macht man Ihnen während einer Brachytherapie unter Umständen Auflagen bezüglich des Kontakts zu anderen Menschen. Ihr Arzt erklärt Ihnen genau, welche Vorsichtsmaßnahmen bei einer Dauerbehandlung von Prostatakrebs mit einem radioaktiven Implantat nötig sind.

Chemotherapie: Neuer Test untersucht Wirksamkeit

Eine Chemotherapie ist für Menschen mit Krebs oft lebensrettend, aber auch recht aggressiv. Übelkeit, Haarausfall und Schwächezustände sind die typischen, akut auftretenden Nebenwirkungen. Doch auch Herzschäden sind zum Beispiel möglich. Dies ist der Grund dafür, dass Wissenschaftler gerne wissen möchten, welchen Patienten durch die Chemo geholfen wird.

Bisher wussten wir nur, dass man für unterschiedliche Tumorarten unterschiedliche Wirkstoffe braucht. Allerdings ist es gerade bei wiederkehrenden Tumoren so, dass die Behandlung bei manchen Patienten sehr gut anschlägt und bei anderen nicht. Bisher konnte man den Erfolg einer Chemotherapie erst nach Wochen oder Monaten erkennen. Dann ließ sich auf Röntgenbildern ablesen, ob der Tumor kleiner geworden war oder nicht.

Chemotherapie© Adobe Stock – auremar

Wie aggressiv ist der Krebs?

Forscher des Singapore-MIT Alliance for Research and Technology Centre haben sich daher mit der Frage befasst, ob es nicht eine Methode geben kann, die Wirksamkeit der Chemotherapie bei einzelnen Patienten frühzeitig zu erkennen. Sie entwickelten einen Test, der das schafft: Nach 14 Tagen liefert er Gewissheit über den Behandlungserfolg. Dazu wird das Blut der Patienten untersucht bzw. die sich in diesem Blut befindenden Krebszellen. Diese Krebszellen lösen sich grundsätzlich vom Tumor ab und wandern mit dem Blut durch den Körper. Schlimmstenfalls können sie sich an anderer Stelle festsetzen und zu Metastasen führen.

Die Wissenschaftler untersuchten 24 Blutproben von Brustkrebspatientinnen in einem frühen Stadium. Aus diesen Blutproben wurden Blutkörperchen und Blutplasma entfernt. Übrig blieben Leukozyten und Tumorzellen. Im Brustkrebs-Frühstadium sind sie noch nicht sonderlich zahlreich im Körper vertreten. Man findet nur rund zehn Krebszellen in einem Milliliter Blut. Und doch konnten die Wissenschaftler erkennen, wie aggressiv der Krebs ist. Ballten sich die Krebszellen zusammen und vermehrten sie sich, dann war das ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Metastasen.

Test gibt Auskunft über Chemo-Wirksamkeit

Um die Wirksamkeit der Chemotherapie zu erkennen, setzten die Wissenschaftler die Krebszellen in eine Nährlösung. Gingen sie gut an, dann wurden sie nach drei und elf Tagen mit Chemotherapeutika in unterschiedlichen Konzentrationen behandelt. Diese entsprachen der Wirkstoffdichte der Chemotherapie im menschlichen Körper. Es ließ sich erkennen, dass die Zellen abstarben bzw. keine größeren Einheiten bildeten: Die Therapie wirkte. Der Test ließ auch zu, die Wirkstoffmenge anzupassen bzw. resistente Krebszellen zu erkennen.

Der Test soll nun an mehr Patienten überprüft werden. Die Methode soll weiter verfeinert werden, außerdem soll überprüft werden, ob sie auch bei anderen Krebsarten zuverlässig anzuwenden ist. Zudem werden die Patienten längerfristig begleitet, um ihre gesundheitliche Entwicklung zu beobachten und herauszufinden, ob sich auch über den Therapieverlauf und die Überlebenschancen anhand des Tests Prognosen treffen lassen.

Wie lässt sich die Chemotherapie gezielter einsetzen?

Angeboten wird inzwischen auch die regionale Chemotherapie. Üblicherweise wird ein Chemotherapeutikum per Injektion in eine Vene gespritzt und verteilt sich dann im ganzen Körper. Bei dieser Variante wird es direkt da verabreicht, wo es wirken soll, also im Tumor oder im Gebiet des Tumors. Sinnvoll ist das bei einem lokal begrenzten Tumor, der noch keine Tochtergeschwülste gebildet hat.

Manchmal wird das Medikament auch mit Hilfe eines Kathetersystems über die Arterien zum Tumor geleitet. Das kann zu einer zeitlich begrenzten Verstopfung der Adern (Embolisation) führen, damit das Zytostatikums im Tumor verbleibt und besser wirken kann. Diese Variante der regionalen Chemotherapie heißt Chemoembolisation. Diese Therapie ist mit einem einwöchigen Klinikaufenthalt verbunden, wird als sehr unangenehm empfunden und vielfach werden die Kosten von der Kasse nicht übernommen. Also besser vorher bei der Krankenkasse nachfragen, wenn das Verfahren für Sie in Frage kommt.

Modernste Behandlungsmöglichkeiten

Einige Bestrahlungsmethoden wendet die Medizin seit Jahren an. Die Radiochirurgie benutzt man seit mehr als einem Jahrzehnt zur Zerstörung von Hirntumoren. Diese richtet mehrere Strahlenbündel gezielt auf den Tumor, um ihn zu zerstören. Gleichzeitig minimiert man dabei den Schaden für das umgebende gesunde Hirngewebe. Für diese Strahlenbehandlung verwenden die Radiologen spezielle strahlenerzeugende Apparate, den Linearbeschleuniger oder das Gammaknife. Die systemisch wirkende Strahlentherapie findet ebenfalls seit vielen Jahren statt. Dabei schluckt der Patient das radioaktive Material oder er bekommt es injiziert. So benutzt man zum Beispiel radioaktive Jodkapseln, um Schilddrüsenkrebs zu behandeln.

Die neueste Entwicklung der systemischen Strahlentherapie ist die Radioimmuntherapie. Ein Beispiel dafür ist der Wirkstoff Ibritumomab Tiuxetan (Zevolin®). Das bezeichnet einen künstlich hergestellten Antikörper, der mit einer radioaktiven Substanz gekoppelt ist. Diesen Wirkstoff entwickelten die Wissenschaftler zur Behandlung von Lymphomen. Der Antikörper bindet direkt an die Lymphomzellen und bestrahlt die einzelnen Krebszellen so gezielt radioaktiv. Von der Radioimmuntherapie sind in Zukunft vielversprechende neue Behandlungsmöglichkeiten zu erwarten.

Radioprotektoren

Ein weiteres zukunfsträchtiges Gebiet ist die Entwicklung von Radioprotektoren. Dies sind Wirkstoffe, die normale Zellen vor Strahlung schützen sollen. Das Arzneimittel Amifostin ist ein solcher Schutzstoff. Es ist ein intravenös verabreichtes Antioxidationsmittel. Bei einer Strahlentherapie im Kopf- und Halsbereich schützt es die Speicheldrüsen wirksam vor der Strahlung. Weitere Studien zeigen, ob Amifostin gesundes Gewebe in anderen Körperteilen innerhalb einer Strahlentherapie schützt.

Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob Amifostin unter einer Chemotherapie gesundes Gewebe schützt. Bei einigen Behandlungsmethoden passt man das Bestrahlungsvolumen an den makroskopischen Tumor an, wodurch sich die Schädigung des gesunden Gewebes reduziert. Eine dieser Techniken, die 3D-Konformale Bestrahlung (dreidimensional angepasst, VT basierte Bestrahlung), wenden Ärzte seit einiger Zeit an.

Computergestützte Anpassung an Größe des Tumors

Die neueste Entwicklung auf diesem Gebiet ist die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (Inensity-modulated radiation therpay; IMRT). Grundsätzlich erreicht man durch die IMRT eine optimierte Strahlungsfeldanordnung und eine Intensitätsmodulation des jeweiligen Bestrahlungsfeldes. Dies ermöglicht eine direkte, rechnergestützte Anpassung der Bestrahlung an das Tumorvolumen. Der Stellenwert dieser Methode befindet sich zur Zeit in der eingehenden Untersuchung.

Eine andere Möglichkeit zur Reduktion einer Bestrahlungsexposition von gesundem Gewebe bei einer Krebsbehandlung ist die gepulste Bestrahlung (Gating). Das Gating reduziert die Bestrahlungsfeldausdehnung durch eine Anpassung der Bestrahlung an die jeweilige Atemphase, da die Bestrahlung in einer bestimmten Atempause verabreicht wird.

Die onkologische Rehabilitation

Die medizinische Rehabilitation leistet einen wesentlichen Beitrag in der Behandlungskette von Krebspatienten. Die Basis des Konzepts der Deutschen Rentenversicherung ist, die Teilhabe am sozialen Leben zu sichern inklusive des Erhalts Ihrer Erwerbsfähigkeit. Hier gilt das Prinzip „Reha vor Rente“.

Welche Ausnahmeregelung gilt für Krebspatienten in Rente?

Wenn vom Versicherten eine Altersrente als Vollrente oder wenigstens in Höhe von zwei Dritteln bezogen wird, erbringt die Rentenversicherung üblicherweise keine Leistungen zur Rehabilitation mehr, sondern die Krankenversicherung. Krebspatienten sind jedoch nicht nur als Erwerbstätige, sondern auch als Bezieher einer Rente anspruchsberechtigt. Ebenso ihre Angehörigen wie beispielsweise Ehepartner und Kinder.

Wo wird die onkologische Rehabilitation durchgeführt?

Für die onkologische Rehabilitation stehen spezielle onkologische Rehabilitationskliniken bzw. -abteilungen zur Verfügung.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Voraussetzungen für eine onkologische Rehabilitation sind das Bestehen einer malignen (bösartigen) Erkrankung, sowie eine abgeschlossene Primärbehandlung und Ihre aktive Mitwirkung bei der medizinischen Rehabilitation. Diese Rehabilitationsbedürftigkeit und -fähigkeit eines Krebspatienten muss vom primär behandelnden Arzt im Krankenhaus festgestellt werden.

Wer kommt für eine onkologische Rehabilitation in Frage?

Krebspatienten weisen nach Abschluss der Primärbehandlung oftmals noch einen hohen Betreuungs- und Rehabilitationsbedarf auf. Oft sind die onkologischen Patienten nach der Primärbehandlung sehr erschöpft. Sowohl Operation als auch Bestrahlung und Chemotherapie fordern den Erkrankten sehr stark und schränken seine körperliche Leistungsfähigkeit erheblich ein.

Viele Krebspatienten haben zudem Schwierigkeiten damit, ihre Krankheit anzunehmen und zu verarbeiten. Das führt zu Konflikten mit dem eigenen Körperbild (z. B. bei einem künstlichen Darmausgang), aber auch mit Angehörigen oder am Arbeitsplatz. Allerdings muss der Patient in der Lage sein, an den Therapieinhalten teilzunehmen (Rehabilitationsfähigkeit). Eine ausprägte Bettlägerigkeit könnte ein zumindest vorübergehendes Ausschlusskriterium für eine onkologische Rehabilitation sein.

Wie wird die onkologische Rehabilitation eingeleitet?

1. Anschlussheilbehandlung (AHB)

  • Antrag im Krankenhaus während der Primärbehandlung
  • durch den Sozialdienst oder behandelnden Arzt
  • Beginn innerhalb von zwei Wochen nach Entlassung aus dem Krankenhaus
  • Dauer: drei Wochen (Verlängerung möglich, wenn medizinisch sinnvoll oder notwendig)

2. Anschlussgesundheitsmaßnahme (AGM)

  • wenn AHB nicht möglich ist
  • Antrag durch Ihren behandelnden Arzt oder Sie selbst beim Rentenversicherungsträger
  • bevorzugte Bearbeitung, rasche Aufnahme in der Reha-Klinik
  • Dauer: drei Wochen (Verlängerung möglich, wenn medizinisch sinnvoll oder notwendig)

3. Medizinische Rehabilitation im Antragsverfahren (MRA)

  • Antrag durch Ihren Hausarzt oder Sie selbst
  • Dauer: drei Wochen (Verlängerung möglich, wenn medizinisch sinnvoll oder notwendig)
  • Wiederholung bei medizinischem Bedarf möglich (Kostenträger: Deutsche Rentenversicherung Bund oder Land, Krankenkassen)

Welches Ziel verfolgt die onkologische Rehabilitation?

Über der onkologischen Rehabilitation könnte die Überschrift „Besser leben mit Krebs“ stehen. Die Inhalte einer onkologischen Rehabilitation zielen nicht in erster Linie darauf ab, die Primärbehandlung des Krebsleidens (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) fortzusetzen. Vielmehr werden Ihre inneren Kräfte gestärkt, um den Krebs zu überwinden und beispielsweise lebensstil- und/oder berufsbedingte Risiken zu minimieren. Die wissenschaftliche Literatur bietet heute ein großes Spektrum an Studien, in denen die Bedeutung des Lebensstils zur Krebsbekämpfung belegt ist.

Was bewirkt Bewegung?

Bewegung kann das Krebsrisiko um 10 bis 40 Prozent senken. Dabei handelt es sich insbesondere um:

  • Prostatakrebs
  • Brustkrebs
  • Dickdarmkrebs
  • Lungenkrebs
  • Gebärmutterkrebs
  • Nierenzellkrebs
  • Speiseröhrenkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs

Was bewirkt Übergewicht?

Wir wissen andererseits, dass Übergewicht das Krebsrisiko erhöht, vor allem von:

  • Dickdarmkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Gallenblasenkrebs
  • Brustkrebs
  • Gebärmutterkrebs
  • Nierenzellkrebs
  • Magenkrebs

Welche Therapiebausteine sind sinnvoll?

Die onkologische Rehabilitation besteht aus folgenden Bausteinen:

  • Bewegungstherapie: Dazu wird der sanfte Einstieg in eine bewegungsorientierte Freizeitgestaltung eingeleitet.
  • Lebensstilberatung: Schon regelmäßige, moderate körperliche Aktivität (z. B. Gehen oder Wandern) senkt das Risiko um rund 40 Prozent, nach erfolgreich behandeltem Dickdarmkrebs erneut zu erkranken. Mit einer gezielten Lebensstiländerung ist dies bei den meisten Krebsarten möglich. Dazu zählt auch der Umgang mit Suchtmitteln, die bei der Entstehung der Krebserkrankung eine Rolle gespielt haben könnten (z. B. Rauchen bei Lungen- und/oder Darmkrebs bzw. Alkohol bei Kehlkopf- und/oder Speiseröhrenkrebs).
  • Ernährungsberatung: Im Rahmen einer gezielten Ernährungsberatung werden die Möglichkeiten gesunder Ernährung dargelegt und idealerweise natürlich auch schon von der Küche der Rehabilitationseinrichtung umgesetzt. Die Gewichtsnormalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle.
  • weitere Schutzmaßnahmen: Nehmen Sie unbedingt auch Seminare zur Stressbewältigung, zur Schmerztherapie und zu Naturheilverfahren (z. B. Traditionelle Chinesische Medizin) etc. in Anspruch.
  • Psychotherapie: Sie erhalten Unterstützung, um die psychische Belastung der Krebserkrankung zu überwinden und Ihre Krankheit als einen Neuanfang zu betrachten, der mit Ihrer Eigeninitiative viel Positives bewirken kann.
  • soziale Motivation: Sozialberatung und Sozialassistenz helfen Ihnen dabei, aus Ihrem Standpunkt als Patient eine aktivere, mit Lebensqualität verbundene Rolle in Ihrem Lebensumfeld einzunehmen.

Rehabilitation nach Krebserkrankung© Adobe Stock – drubig-photo

Warum sind Ruhezeiten so wichtig?

Bei dem umfangreichen Therapieangebot sollten Sie sich ausreichend Therapiepausen einräumen lassen und diese auch genießen. Das Schlafen oder Lesen etwa in speziellen Ruheräumen baut Ihre psychische und körperliche Kraft auf und trägt ungemein zum Erfolg der Rehabilitation bei. Therapiestress ist kontraproduktiv.

Krebs durch Stress

Gesteigerte Infektanfälligkeit, erhöhter Blutdruck, deutlich erhöhtes Infarktrisiko: Die Folgen von chronischem Stress sind gravierend. Forscher waren zudem schon länger der Ansicht, dass auch Krebserkrankungen durch Stress ausgelöst werden können. Allerdings fehlte bisher der Beweis. Eine große britische Studie konnte diese Lücke nun schließen und deutliche Hinweise darauf geben, dass zumindest die Entstehung einiger Krebsarten von chronischem Stress begünstigt werden.

Die Wissenschaftler des Department of Epidemology and Public Health des University College in London betrachteten die Gesundheitsdaten von über 160.000 Menschen zwischen 16 und 109 Jahren über zehn Jahre hinweg. Von diesen starben im Studienzeitraum 16.000 Teilnehmer, davon 4.000 an Krebs. Im Verlauf der der zehnjährigen Studiendauer wurden die Teilnehmer jedes Jahr untersucht und befragt. Ihre Rauch- und Ernährungsgewohnheiten wurden erfasst, die Bewegungsmenge und der Stresslevel. Hierfür wurde ein standardisierter Fragebogen eingesetzt, der General Health Questionaire. Menschen, die bei diesem Fragebogen 6 von 12 möglichen Punkten bzw. Einheiten erreichten, wurden als stark gestresst eingestuft. Das traf auf 11.000 der Studienteilnehmer zu.

So erhöht Stress das Krebsrisiko

Bei der Auswertung der Studienergebnisse zeigte sich: Menschen, die unter Dauerstress stehen, haben ein um 32 Prozent höheres Risiko, an Krebs zu sterben. Am stärksten erhöhte sich das Risiko, an Leukämie zu sterben; es war fast viermal so hoch wie bei Menschen, die nur wenig Stress ausgesetzt sind. Das Risiko für tödlichen Prostata- oder Speiseröhrenkrebs war 2,5-fach so hoch, das für tödlichen Darmkrebs doppelt so hoch.

Bei den Berechnungen wurde von Seiten der Wissenschaftler berücksichtigt, dass Stress oft einhergeht mit einer ungesunden Lebensweise. Häufig konsumieren Menschen, die unter Stress stehen, mehr Alkohol und Nikotin, essen ungesünder und bewegen sich deutlich weniger. Diese Faktoren wirken sich auch auf die Entstehung von Krebs aus.

Wie kommt es zum Krebs durch Stress?

Aber wie kommt es durch gehäuften Stress zur Krebsentstehung? Die genauen Mechanismen sind bis heute noch ungeklärt. Aber wahrscheinlich ist Stress dafür verantwortlich, dass die Krebsabwehr im Körper nicht richtig funktioniert. Stress ist in der Lage, die Killerzellen zu hemmen, die für die Vernichtung von entarteten Zellen, die zu Krebs führen, verantwortlich sind. Außerdem verringert ein hoher Cortisol-Spiegel (Cortisol ist ein Stresshormon) die Effektivität des Reparatur-Mechanismus in den Zellen.

Die Wissenschaftler weisen zudem darauf hin, dass sich aus ihren Studienergebnissen noch keine Therapieempfehlungen ableiten lassen. Dafür muss in weiteren Untersuchungen zunächst einmal herausgefunden werden, wie genau sich der Stress auf die Tumorbildung auswirkt. Aber dieser Schritt ist schon in Planung. Am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg soll bald eine große Untersuchung zum Thema Stress und Krebsentstehung gestartet werden.

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