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Krampfadern: Warum sie entstehen und was Sie tun können

Lange Zeit haben Sie die knotigen, blauen Krampfadern Ihrer Beine versteckt. Aber jetzt sorgen diese für Schmerzen und Unwohlsein. Krampfadern sind dunkelblauviolette oder blaue, schleifenförmige und ausgeweitete Blutgefäße, die knapp unter der Haut liegen.

Sie können nur ein kosmetisches Problem darstellen oder auch Schmerzen und geschwollene Beine verursachen.

Nachlasende Elastitzität: Was die Venen erkranken lässt

Arterien transportieren das Blut vom Herzen in den Körper und Venen führen das Blut wieder zum Herzen zurück. Dafür müssen die Beinvenen meistens gegen die Schwerkraft arbeiten.

Muskelkontraktionen im Unterschenkel und Venenklappen mit Ventilfunktion helfen beim Aufwärtstransport des Blutes. Die Klappen öffnen sich, wenn das Blut in Richtung Herz fließt und schließen sich danach wieder, wodurch ein Rückfluss verhindert wird.

Krampfadern treten auf, wenn Ihre Venen an Elastizität verlieren, sodass sie überdehnt werden. Daraufhin können die Klappen ihre Ventilfunktion nicht mehr richtig wahrnehmen.

Blut, das zum Herz strömen soll, fällt auf einmal wieder zurück. Dadurch sammelt sich das Blut in den Beinvenen, beult diese aus und die Krampfader entsteht.

Auf welche Anzeichen Sie achten sollten

Es können bereits Symptome auftreten, bevor die Krampfadern sichtbar werden: Ihre Beine können schwer sein oder schmerzen, brennen und pochen, Sie können Muskelkrämpfe haben oder geschwollene Unterschenkel.

Längeres Sitzen oder Stehen verschlimmert die Beschwerden. Hervortretende Krampfadern jucken oft. In einem fortgeschrittenen Stadium können sich offene Geschwüre (Ulcera) in der Knöchelgegend bilden.

Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Gefäßerkrankung. Sie erfordert eine sofortige Behandlung.

Sollten Ihre Beine plötzlich anschwellen, egal ob sie dabei schmerzen und gerötet sind oder nicht, sollten Sie sofort einen Arzt zu Rate ziehen: Es könnte sich um ein gefährliches Blutgerinnsel in einer Vene handeln.

Leider heilen Krampfadern nicht von selbst, wenn sie erst einmal aufgetreten sind. Der beste Rat für Betroffene ist, einen Arzt aufzusuchen, auch falls kleinere Krampfadern vorliegen.

Welche operativen Verfahren helfen können

Wenn sich Ihre Krampfadern mit der Zeit verschlimmern, kann Ihr Arzt folgende Behandlungen vorschlagen:

  • Sklerotherapie – In kleine und mittlere Krampfadern wird eine Lösung gespritzt, die sie vernarben lässt. Auch wenn das mehrfach wiederholt werden muss, ist diese Methode meist erfolgreich.
  • Laserchirurgie – Laserverfahren werden häufig eingesetzt, um kleine Krampfadern und Angiome zu veröden. Das gilt besonders für Gesicht und Oberkörper. Die Laserchirurgie arbeitet mit starken Lichtimpulsen, die auf die Vene gerichtet werden und gleichfalls zur Vernarbung führen. Die Ergebnisse dieser Methode hängen vom verwendeten Lasertyp ab. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über seine Erfahrungen mit dieser Therapieform und finden Sie heraus, ob sich das Verfahren für Sie eignet.
  • kathetergestützte Verfahren – Bei dieser neueren Behandlungsart wird ein schmaler Schlauch (Katheter) in eine vergrößerte Vene eingeführt und mittels Laser oder Radiowellenbestrahlung aufgeheizt. Während der Katheter langsam herausgezogen wird, sorgt die Hitze für das Kollabieren und den Verschluss des Gefäßes. Diese Methode eignet sich für große Krampfadern.
  • Venenentfernung („Stripping“) – Hierbei wird eine lange Krampfader durch einen kleinen Einschnitt gezogen. Die Entfernung des Gefäßes bedeutet normalerweise keinen Nachteil für den Kreislauf, da die tiefer gelegenen Beinvenen das zusätzlich anfallende Blut leicht abtransportieren können.
  • ambulante Phlebektomie – Kleine Krampfadern können durch eine Serie kleiner Hautpunktionen entfernt werden. Die Narbenbildung ist dabei meist minimal.
  • endoskopische Venenoperation – Diese Methode kommt nur bei fortgeschrittenen Fällen mit Druckgeschwüren (Ulcera) zum Einsatz. Dazu gehört eine Operation mit einer winzigen Kamera, die in die Beinvene eingeführt wird, um das Gefäß darzustellen und zu verschließen. Behandlungen mit einer Laserfaser sind andere neuartige Optionen. Beide Verfahren erfordern nur kleine Einschnitte.

Probleme mit Krampfadern? Bewegung macht’s!

Jede 2. Frau über 40 hat Probleme mit ihren Beinvenen, etwa jede 3. Frau leidet unter Krampfadern. Obwohl Vorbeugen so einfach wäre, entwickeln sich Venenleiden mehr und mehr zur Massenerscheinung  bei Frauen – selbst bei jüngeren.

Der Grund: Die meisten bewegen sich zu wenig. Der menschliche Körper ist aber zum Laufen geschaffen, dann pulsiert das Blut unbeschwert durch den Organismus.

Doch meist wird er wird zum Stehen oder Sitzen gezwungen, das Blut sackt in die Beine und schädigt die Gefäße. Ihre Beine sind von einem ausgedehnten Venennetz durchzogen. In diesem wird das verbrauchte sauerstoffarme Blut transportiert. Dabei leisten Ihre Venen Schwerstarbeit.

Etwa 7.000  Liter Blut müssen sie täglich gegen die Schwerkraft nach oben zum Herzen und zur Lunge pumpen, wo das Blut mit frischem Sauerstoff neu „beladen“ wird.

Am beschwerlichsten ist dies für sie in der warmen Jahreszeit, bei schwachem Bindegewebe oder wenn bereits Schädigungen der Venen vorliegen. Bei sommerlichen Temperaturen dehnen sich die Venenwände aus, und es wird noch schwieriger, das Blut nach oben zu pumpen.

Vor allem stundenlanges Sitzen im Flugzeug ist eine Tortur für die Venen. Für viele Betroffene ist das ein Grund auf häufiges oder langes Reisen zu verzichten.

Neben unangenehmen dicken und geschwollenen Beinen stellt eine Reisethrombose besonders für Risikopersonen die größte Gefahr dar. Im Fokus stehen hier Frauen mit schwachem Bindegewebe oder Übergewichtige.

Doch einem Gerinnsel können Sie schon durch einfache Bewegungsübungen aktiv vorbeugen – vor und während der Reise.

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