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Kortikosteroide gegen Hautausschläge

Im Jahr 1948 wurde die Behandlung gegen entzündliche Erkrankungen revolutioniert.

Damals unterzog sich eine kleine Gruppe von Patienten mit einer schweren rheumatoiden Arthritis einer Behandlung mit Kortison, das gerade zum ersten Mal erhältlich war.

Die Ergebnisse waren umwerfend: Innerhalb weniger Tage konnten sich die Patienten wieder allein aus einem Sessel erheben, rasieren, Türklinken drücken oder eine Tasse heben.

Seitdem wurden zahlreiche neue Anwendungen für das Kortison entdeckt. Der Wirkstoff gehört zur Klasse der Kortikosteroide, die für die Behandlung vieler verschiedener Erkrankungen eingesetzt werden.

Chancen und Risiken von Kortikosteroiden

Allerdings sind diese Medikamente nicht perfekt. Neben ihrem unübersehbaren Nutzen gibt es auch einige ernstzunehmende Risiken.

Um den Nutzen zu maximieren – und die Risiken zu minimieren – ist eine vorsichtige Anwendung und genaue Therapiekontrolle erforderlich.

Synthetische Kortikosteroide, mit körpereigenen Hormonen verwandte Medikamente der Kortikosteroid-Klasse, sind chemisch verwandt mit körpereigenen Hormonen, wie dem Hydrokortison, und wirken wie diese.

Hydrokortison wird im äußeren Bereich (Kortex) der Nebennieren gebildet.

Wenn die Medikamente in Dosierungen verschrieben werden, die über dem natürlichen Hormonspiegel liegen, unterdrücken Kortikosteroide (z. B. Prednison) Entzündungen.

Die Medikamente der Kortikosteroid-Klasse wurden von Wissenschaftlern der Mayo Clinic entwickelt, nachdem sie 1935 das Hormon Kortison aus Nebennierensekreten isoliert hatten.

1948 setzten erstmals die Ärzte der Mayo Clinic Kortison ein, um Patienten mit schwerer rheumatoider Arthritis zu behandeln.

Kortikosteroide: Vorsicht bei Langzeittherapie

Die langfristige Anwendung von hochdosierten Kortikosteroiden kann dazu führen, dass Ihre Nebennieren ihre Kortisolproduktion einschränken oder ganz einstellen.

Diese Veränderung ist erheblich, weil Kortisol dem Körper bei der Stressbewältigung hilft.

Wenn Ihr Körper starkem oder ungewöhnlichem Stress ausgesetzt ist, zum Beispiel durch einen Herzinfarkt, eine Krankheit, eine Operation, oder auch während einer Ohnmacht – kann dies zu einer Krise der Nebennierenfunktion führen, die tödlich enden kann.

Am besten tragen Sie einen Notfall-Ausweis oder -Anhänger, der auf Ihre kontinuierliche oder regelmäßige Einnahme von Kortikosteroiden hinweist.

Falls Sie sich in einem Notfall nicht mitteilen können, werden so die Ärzte wissen, dass sie eventuell zusätzliche Steroidgaben benötigen.

Das kann lebensrettend sein, wenn Ihr Körper nicht ausreichend Hormon produzieren kann. Setzen Sie Kortikosteroide nicht plötzlich ab, wenn Sie sie längere Zeit angewendet haben.

Ihr Arzt wird Ihnen zeigen, wie Sie die Dosierung langsam verringern (ausschleichende Therapie), um keine Nebennierenkrise auszulösen.

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