MenüMenü

Nehmen Sie keine Nahrungsergänzung mit L-Arginin ein!

In einer Studie an 153 Herzpatienten waren in der Gruppe derjenigen, die das L-Arginin einnahmen, innerhalb von sechs Monaten deutlich mehr Patienten gestorben als in der Gruppe, die ein Placebo erhalten hatte.

Daher brachen die Wissenschaftler die Studie, die eigentlich zwei Jahre dauern sollte, sofort ab.

Zudem hätte sein Team keine der positiven Wirkungen bestätigen können, die dem L-Arginin von der Werbung zugeschrieben werden, erklärte der Leiter der Studie, Dr. Steven Schulman, in der Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association (JAMA).

Bei keinem der Probanden habe durch die L-Arginin-Einnahme die Versteifung der Herzkranzgefäße ab- oder die Pumpleistung des Herzens zugenommen.

N&G rät Ihnen: Folgen Sie als Herzpatient dem Rat von Dr. Schulman und verzichten Sie auf Präparate mit L-Arginin, die auch in Deutschland via Versandhandel und Internet angeboten werden.

Besprechen Sie lieber mit Ihrem Arzt, ob Sie Fischölkapseln mit den wertvollen Omega-3-Fettsäuren als Herzschutz einnehmen sollten.

Neues aus der Medizinforschung

Eine neue Studie der Mayo Clinic in Zusammenarbeit mit der American Heart Association zeigt, dass die Einnahme von Sildenafil (Viagra) wahrscheinlich keine Gefahr darstellt für Männer mit einer stabilen Koronaren Herzkrankheit (KHK).

Die Studie, die im Februar 2002 veröffentlicht wurde, enthält Daten von 105 Männern zwischen 43 und 87 Jahren, die eine KHK oder entsprechende Symptome aufwiesen.

Männer, die Ihre Erkrankung mit Nitraten behandelten, setzten diese 3 Tage vor der Untersuchung ab. Eine Stunde vor der sportlichen Belastung nahmen Sie entweder Viagra oder ein Placebo ein.

1 bis 3 Tage später erhielt die Viagra-Gruppe ein Placebo (und die Placebo-Gruppe Viagra) – wieder eine Stunde vor der Untersuchung. Die Testpersonen wurden mit Echo- und Elektrokardiogrammen überwacht.

Obwohl es Hinweise für eine unzureichende Blutzufuhr bei einigen Patienten gab, war das Problem unter Viagra nicht signifikant schlimmer als unter Placebo.

Die Wissenschaftler stellten keinen Unterschied bezüglich der Ausdauer fest, aber der Blutdruck war unter Viagra etwas erniedrigt.

Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, empfehlen die Kardiologen der Mayo Clinic eine individuelle Untersuchung bei KHK-Patienten, die über die Einnahme von Viagra nachdenken.

Männer, die Ihre Herzprobleme mit Nitraten behandeln, einen sehr niedrigen Blutdruck haben, oder vor kurzem einen Herzinfarkt oder Symptomverschlimmerung erlitten haben, sollten von einer Viagra-Einnahme absehen.

Sport macht die Herzkranzgefäße wieder frei

Mit 2,5 bis 3 Stunden körperlicher Bewegung pro Woche können Sie eine beginnende Arteriosklerose Ihrer Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) nicht nur stoppen, sondern sogar rückgängig machen.

Voraussetzung dafür ist, dass Sie langfristig dabei bleiben und Ihr LDL-Cholesterin-Spiegel (schlechtes Cholesterin) durch das Training unter 70 mg/dl sinkt. Das berichtete die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin im Mai 2007.

Wie viel Bewegung und welche Sportart?

Verteilen Sie das Training auf möglichst viele Tage der Woche. Es sollte mindestens 20 Minuten dauern, empfiehlt der Autor Dr. med. Jochen Hansel vom Universitätsklinikum Tübingen.

Als optimal bezeichnete er eine Belastung von 60 bis 85 Prozent der maximalen Herzfrequenz nach der Faustregel: 220 Pulsschläge pro Minute (Männer) bzw. 230 (Frauen) minus Lebensalter.

Neben dem klassischen Ausdauersport wie Walken, Joggen und Radfahren setzt die Sportmedizin auf fernöstliche Bewegungstechniken wie Tai Chi. Schließen Sie sich am besten einer Koronarsportgruppe (Sportverein) an.

Dort erhalten Sie eine individuelle sportmedizinische Beratung und Trainingsanleitung.

Heiße Bäder als Gefahr?

Kann sich ein heißes Bad für Menschen mit einer koronare Herzkrankheit zur Gefahr entwickeln? Wahrscheinlich nicht, lautet das Ergebnis einer Studie der Mayo Clinic.

15 Männer im Alter zwischen 45 und 65 Jahren mit einer „stabilen“ koronaren Herzkrankheit legten sich jeweils 15 Minuten in ein heißes Bad. Die Auswirkungen des heißen Wassers verglichen die Forscher mit denen beim Treten eines Trimmrads (Fahrradergometer) über den gleichen Zeitraum.

Sie fanden heraus, dass die Belastung für das Herz der Männer in beiden Situationen gering ausfiel.

Der Herzschlag erhöhte sich bei den Teilnehmern während des heißen Bades in geringerem Maße und langsamer als bei den Testpersonen auf dem Trimmrad. Der Blutdruck blieb signifikant niedriger.

Tipps und Tricks

Wenn Sie eine stabile koronare Herzkrankheit haben und ohne Probleme im Rahmen ihrer Möglichkeiten Sport betreiben, können Sie auch ein entspannendes heißes Bad nehmen. Halten Sie sich an folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  • Beschränken Sie Ihr Bad auf 15 Minuten.
  • Achten Sie darauf, dass die Badetemperatur nicht über 40 Grad Celsius steigt.

Nehmen Sie kein heißes Bad, wenn Ihr Blutdruck in Ruhesituationen erfahrungsgemäß niedrig ist oder wenn Sie beim Aufstehen nach einer längeren Ruhephase im Kopf ein leichtes Gefühl der Benommenheit spüren.

Nehmen Sie außerdem kein heißes Bad, wenn Sie Alkohol tranken, unmittelbar nach sportlicher Verausgabung, bei Vorliegen einer schweren Herzgefäßerkrankung, wenn Sie verschiedene Bluthochdruck-Medikamente einnehmen oder wenn Sie schwanger sind.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten