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Nutzen Sie Fieberattacken zur Stärkung Ihres Immunsystems

Fieber gehört zu den bekanntesten Krankheitserscheinungen. Es besteht kein Grund zur Sorge, wenn Ihr Körper bei Infektionen seine Temperatur heraufschraubt. Im Gegenteil: Er will Ihnen damit nur helfen, Krankheitserreger aus dem Körper zu vertreiben.

Schulmedizinische fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure haben nicht nur Nebenwirkungen, sondern belasten durch ihren Abbau Leber und Nieren. Unterstützen Sie Ihren Körper daher lieber naturheilkundlich in seinem Selbstheilungsprozess.

Frau liegt mit Erkältung und Fieber im Bett© Fotowerk - Fotolia

Der Körper versucht, sich selbst zu heilen

Viele Menschen sehen Fieber als eine gesundheitliche Bedrohung, bekommen es mit der Angst zu tun, wenn das Thermometer über 38 Grad klettert und greifen schnell zur fiebersenkenden Tablette. Doch das ist meistens nicht nur überflüssig, sondern für die Heilung eher schädlich.

Dass die Körpertemperatur bei Gesunden auf einer normalen Höhe zwischen 36 und 37 Grad Celsius gehalten werden kann, garantiert ein äußerst komplizierter Regelmechanismus. Er wird vom Gehirn aus gesteuert. Eine höhere Temperatur des Körpers ist ähnlich wie der Schmerz ein Warnsignal, dass dort irgendwelche Krankheitsprozesse ablaufen. Gleichzeitig ist Fieber ein meist gut funktionierender Selbstheilungsprozess Ihres Körpers. Eine erhöhte Körpertemperatur ist eine Begleiterscheinung verschiedenster Krankheiten. Fieberverursacher sind in den häufigsten Fällen Bakterien, Viren, Pilze oder deren Gifte, die von außen in den Körper gelangt sind. Aber auch abgestorbenes Gewebe (z. B. bei größeren Verletzungen, Blutergüssen oder Tumorerkrankungen) lassen die Temperatur in die Höhe schnellen.

Eine Sonder-Abwehrtruppe stürzt sich auf krank machende Eindringlinge

Als Schutz gegen Eindringlinge setzt der Körper seine weißen Blutkörperchen ein. Eine Art Sonderkommando (Phagozyten) stürzt sich auf die Krankheitserreger und verschlingt sie. Dabei sondern die Phagozyten einen hormonähnlichen Eiweißstoff ab. Mit dem Blutkreislauf gelangt diese Substanz zum Gehirn. Hier sitzt der Thermostat Ihres Körpers, dessen Aufgabe es ist, für eine immer gleich bleibende Temperatur zu sorgen. Sinkt sie einmal ab, kümmert sich dieses Wärmezentrum darum, dass die Verbrennung angekurbelt wird. Ihr Organismus produziert mehr Wärme und seine Temperatur steigt.

Geht sie höher als 37 Grad Celsius, gibt der Körper Wärme ab. Er beginnt zu schwitzen, der Schweiß verdunstet und erzeugt wiederum Kälte, die dem Körper Wärme entzieht. Der von den Phagozyten gebildete Eiweißstoff stellt den Thermostaten im Gehirn nun aber sozusagen regulär um einige Grade höher, sodass jetzt generell höhere Werte gelten. Dann geht der Befehl an die Zellen, mehr Wärme zu erzeugen. Reicht die vermehrt in Gang gesetzte Verbrennung nicht aus, setzen zusätzlich krampfhafte Muskelbewegungen ein: Schüttelfrost, der Versuch Ihres Körpers, seine Temperatur zusätzlich zu erhöhen. Das alles geschieht, um die Abwehr zu verbessern. Die Homöopathie hilft bei Fieber mit dem Mittel Aconitum, welches aus dem Blauen Eisenhut aufbereitet wird. Wenn ihr Fieber plötzlich eingesetzt hat und Ihre Schmerzen kaum auszuhalten sind, dann ist Aconitum vielleicht das richtige Mittel für Sie.

So unterstützt Fieber die Infektabwehr

  • Es schwächt Viren, Bakterien und Parasiten, deren Vermehrung bei hohen Temperaturen gehemmt wird.
  • Es erhöht die Aktivität der Immunzellen (Phagozyten).
  • Es verstärkt die Durchblutung und damit die Nährstoffversorgung.
  • Es beschleunigt den Stoffwechsel, wodurch mehr Energie für die Abwehr-Arbeit zur Verfügung steht.

Sie sollten daher die positiven Effekte der höheren Körpertemperatur unterstützen und zunächst weder schulmedizinische noch naturheilkundliche Maßnahmen ergreifen, um das Fieber zu senken. Achtung: Wenn das Fieber auf 40 Grad steigt oder wenn zusätzlich Erbrechen, Hautausschläge oder Brennen beim Wasserlassen auftreten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Messen Sie Fieber richtig

Sie sollten beim Fiebermessen auf die alten Quecksilberthermometer verzichten. Sie zerbrechen leicht und das austretende Quecksilber ist hochgiftig. Aber auch die neuen Ohrmessgeräte geben nicht immer die genaue Temperatur an. Am besten sind digitale Thermometer. Hier sollten Sie aber darauf achten, es von Zeit zu Zeit einmal auszuprobieren, auch wenn Sie kein Fieber haben. Diese Geräte werden nämlich mit einer Knopfzelle betrieben und nichts ist ärgerlicher, als Fieber zu haben, aber die Batterie des Thermometers ist leer. Nach Gebrauch sollten Sie die Spitze des Thermometers in kaltem Seifenwasser abwaschen. Es gibt zwei verlässliche Möglichkeiten, um die Körpertemperatur zu ermitteln.

Fieberthermometerspitze - Nahaufnahme© Birgit Reitz-Hofmann - Fotolia

Rektale Messung

Bei anderen Personen können Sie die Temperatur im Po (rektal) messen. Diese Methode eignet sich vor allem für Kinder unter fünf Jahren. Achten Sie aber darauf, dass diese rektale Temperatur in der Regel ein Grad höher ist als die orale. Verwenden Sie für die Messung spezielle Fieberthermometer. Der Kranke sollte sich auf den Bauch legen. Fetten Sie das Ende des Thermometers mit Haut- oder Babycreme ein und führen Sie es vorsichtig etwa zwei Zentimeter in den After ein. Entfernen Sie das Fieberthermometer, wenn die Temperaturanzeige sich nicht mehr verändert (nach circa ein bis zwei Minuten) und lesen Sie den Wert ab.

Orale Messung

Vor der Messung im Mund (oral) sollten Sie eine halbe Stunde lang nicht gegessen, getrunken oder geraucht haben, denn dies könnte den Messwert verfälschen. Platzieren Sie das Thermometer unterhalb der Zunge in eine der beiden darunter liegenden Taschen. Halten Sie das Thermometer mit den Lippen, keinesfalls mit den Zähnen fest und atmen Sie durch die Nase. Nach drei bis fünf Minuten können Sie die Temperatur ablesen.

Auch heilsames Fieber sollten Sie immer beobachten

Heilsames Fieber klingt nach wenigen Tagen ab. Bleibt es längere Zeit bestehen, sollten Sie einen Arzt kommen lassen. Dann muss die zugrunde liegende Ursache diagnostiziert und gegebenenfalls behandelt werden. Fieber in Verbindung mit starken Kopf-, Bauch-, Unterleibs- oder Gliederschmerzen, Durchfall und Erbrechen oder geschwollenen Lymphknoten ist stets ein Grund, sofort den Arzt aufzusuchen. Nach Reisen in die Tropen ist bei Fieber auch an eine Malaria oder eine andere Tropenkrankheit zu denken. Informieren Sie Ihren Arzt über Ihre Reise, wenn Sie ihn „nur“ wegen Ihres Fiebers konsultieren.

Verletzung, Verbrennung, Sonnenbrand und andere schädliche Einwirkungen auf den Körper können ebenfalls Fieber auslösen. Die bei der Zerstörung von Körperzellen anfallenden Abbauprodukte bzw. Eiweißzerfallsprodukte wirken nämlich ebenfalls als fieberauslösende Stoffe (Pyrogene). Auch manche Tumorerkrankungen oder der Zerfall eines Tumors gehen mit plötzlichem Fieber einher. Es kann auch als Nebenwirkung eines Medikaments und als Folge einer Impfung auftreten. In beiden Fällen sollten Sie sofort Ihren behandelnden Arzt informieren.

Wann und wie Sie Fieber senken sollten

Fieber ist ein Symptom verschiedener Krankheiten. So ist grundsätzlich meist nicht das Fieber, sondern die ursächliche Krankheit zu behandeln, zumal Fieber die natürliche Abwehr gegen Infektionen unterstützt. Sehr hohes Fieber (über 40° C) kann aber zu einer schweren Schädigung des Organismus führen, indem beispielsweise körpereigene Eiweißstoffe (Enzyme) zerfallen, die im Körper lebenswichtige Funktionen erfüllen. Es muss daher in jedem Fall gesenkt werden. Bei Herz- und Kreislaufkranken empfiehlt sich, in Absprache mit dem behandelnden Arzt, oft ein Senken auch weniger hohen Fiebers, um eine weitere Belastung des Herzens zu vermeiden.

Grundsätzlich gilt bei hohem Fieber strenge Bettruhe, um eine Überanstrengung von Herz und Kreislauf zu vermeiden. Achtung: Wenn Sie Ihrem Körper hohe Dosen fiebersenkender Mittel zumuten, belasten Sie Ihren Kreislauf und unterbinden die Selbstheilungskräfte des Körpers. Fieber sollten Sie erst dann medikamentös behandeln, wenn es auf über 40° C steigt oder wenn es Verwirrtheit und Unrast auslöst.

Medikamente zur Fiebersenkung sind meist überflüssig

Eine Zeit lang ist uns der Griff zu fiebersenkenden Medikamenten schon fast zur Selbstverständlichkeit geworden. Das ist aber, wie man inzwischen weiß, nicht richtig, denn Fieber ist durchaus sinnvoll. Der Körper mobilisiert so seine Abwehrkräfte gegen die Eindringlinge, die bestimmte Körpertemperaturen oft nicht überstehen. Treten mit dem Fieber gemeinsam starke Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme auf, hilft meist die Einnahme von ein bis zwei Tabletten Aspirin C oder Paracetamol. Gefährlich wird Fieber allerdings dann, wenn die Temperaturen zu sehr ansteigen und das Herz zu stark belastet wird. Für alte Menschen sowie Herz- und Kreislaufkranke gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Die Entscheidung, ob das Fieber gesenkt werden muss oder nicht, sollte nach zwei bis drei Tagen unbedingt von einem Arzt getroffen werden.

Auf keinen Fall sollten Sie auf eigene Faust ein fiebersenkendes Mittel einnehmen. Zum einen kann dies das Bild verfälschen, dass der Arzt vom Kranken erhält. Zum anderen kann das bei manchen Erkrankungen lebensgefährliche Folgen haben. Fiebersenkende Medikamente sind bis zu Temperaturen von 38,5 Grad ohnehin nicht sonderlich nützlich, denn der Körper ist meist ganz gut in der Lage, zumindest bei den durch Viren hervorgerufenen Erkältungskrankheiten mit dem Infekt fertig zu werden. Im Übrigen werden den meisten Antigrippemitteln meist mehr Nach- als Vorteile bescheinigt. Sie schwächen die natürlichen Abwehrkräfte und hindern den Körper daran, sich selbst gegen die Eindringlinge zu wehren. Völlig sinnlos bei grippalen Infekten sind Antibiotika, die nur in Zusammenhang mit einer durch Bakterien verursachten Entzündung verschrieben werden sollten. Bei 41 Grad Celsius nähert sich das Fieber aber im Allgemeinen einem Bereich, den der Körper allein nicht mehr verkraften kann. Mehr als 42 Grad bewältigt er nicht. Bei allen länger andauernden Fiebererkrankungen und jenen mit besonders hohem Fieber müssen Sie also unbedingt ein Arzt zu Rate ziehen.

Natürliche Hilfe bei Fieber

Wenn Ihnen die Nase tropft, der Hals brennt, der Kopf dröhnt und Sie leicht fiebern sollten Sie zunächst einmal auf bewährte Hausmittel zurückgreifen. Sinnvoll ist alles, was das Schwitzen fördert: Hals-, Waden- und Brustwickel, Quarkwickel, kalte oder heiße Bäder, temperaturaufsteigende Fußbäder, Ganzkörperwaschungen und Essigstrümpfe. Ins Schwitzen bringen Sie bewährte heiße Anti-Fieber-Tees wie etwa Weidenrinden-, Holunderblüten- oder Lindenblütentee. Auch im Bett ist Wärme das oberste Gebot, damit Sie sich ordentlich ausschwitzen können. Sie sollten das Bett ruhig zwei, drei Tage hüten. Schwitzkuren in der Sauna stehen jetzt allerdings auf der Verbotsliste. Körperliche Anstrengung sollten Sie ebenso vermeiden.

Homöopathen empfehlen bei Fieber Aconitum D12, Belladonna D12, Ferrum phosphoricum D6 , Gelsemium D12 und Pulsatilla D6. Als Komplexmittel haben sich Metavirulent®Aconitum/China comp., Viburcol®N oder Fieberzäpfchen N Cosmochema® bewährt. Essen Sie nur leicht, trinken Sie viel, um Ihren Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen auszugleichen. Außerdem kann Ihr Körper jetzt ein Extra an Vitamin C gebrauchen: etwa ein viertel bis ein halbes Gramm pro Tag.

Natürliche Arzneien vor weißem Hintergrund© silencefoto - Fotolia

Kalte Umschläge und nasse Socken verschaffen Kühlung

Steigt das Fieberthermometer auf über 39° C, können Sie mit kalten Wadenwickeln die Temperatur senken: Schlagen Sie dazu in kaltem Wasser getränkte Handtücher um die Waden und umwickeln Sie die feuchten Tücher mit einem trockenen Handtuch. Auch nasse Socken haben einen Kühlungseffekt. Sie können auch den gesamten Körper mit kaltem Wasser abwaschen. Kühlbäder helfen besonders schnell; sie können jedoch für Herz und Kreislauf belastend sein, daher sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker nehmen.

In Absprache mit dem Behandler kann es sinnvoll sein, das Fieber zur Unterstützung des Abwehrsystems auf bis zu 40° C steigen zu lassen. Dann sollten Sie aber aufmerksam bleiben und einen weiteren Anstieg verhindern. Stellt sich das hohe Fieber nicht von alleine ein, kann Nachhelfen durch eine Schwitzkur eine ähnliche Wirkung erzielen: heißen Lindenblütentee trinken, ein Überwärmungsbad nehmen und dick einpacken.

Ruhe und Schonung sind das Wichtigste

Im Fieber verbraucht Ihr Körper sehr viel Energie, körperliche und seelische Schonung sind daher angesagt. Am besten verzichten Sie auch auf den Fernseher und auf Lesen und dösen einfach nur vor sich hin. Im ersten Stadium frösteln Sie, bis der erhöhte Soll-Wert erreicht ist. Hier sind die Arme und Beine meistens kalt, weshalb Sie jetzt mit einer Decke und warmen Getränken Wärme zuführen sollten.

In Phase 2 hat das Fieber seinen Höhepunkt erreicht und steigt nicht weiter an. In diesem Stadium möchte der Körper Wärme abgeben und beginnt mit der vermehrten Schweißproduktion. Hier ist Bettruhe wichtig, wobei Sie sich nur leicht zudecken sollten. Im Fieberabfall wird weiterhin verstärkt Wärme abgegeben, Stoffwechsel und Pulsschlag normalisieren sich. Jetzt sollten Sie nicht nur viel Flüssigkeit zu sich nehmen, sondern die mit dem Schweiß ausgeschiedenen Mineralien ersetzen. Hierzu ist eine gut gesalzene Gemüsebrühe bestens geeignet.

Sie müssen auch weiterhin essen und viel trinken

Der Wasserbedarf bei Fieber ist sehr groß, denn durch das Schwitzen gehen dem Körper Flüssigkeit und wichtige Mineralsalze verloren. Vergessen Sie auch das Essen nicht, selbst wenn Sie keinen Appetit haben: Fieber zehrt, denn für die erhöhte Körperwärme werden zusätzlich viele Kalorien verbrannt.

Bevorzugen Sie leicht verdauliche Kohlehydrate; auch Obst eignet sich. Vernachlässigen Sie auch keinesfalls die Zufuhr von Flüssigkeit, Mineralsalzen, Kalorien und Kohlehydraten. Sehr geeignet sind auch Suppen.

Trinken Sie reichlich!

Bei Fieber haben Sie einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Als Faustregel gilt: Pro Grad über 37 °C braucht der Körper mindestens einen halben Liter Flüssigkeit zusätzlich. Am besten decken Sie diesen Bedarf mit stillem Wasser oder mit einem Kräutertee.

Teezubereitungen aus diesen Kräutern haben sich bewährt:

Thymian wirkt wie ein natürliches Antibiotikum, die Kamille hemmt Entzündungen und Lindenblüten fördern ebenso wie Holunderblüten das Schwitzen. Aus Holunderblüten sollten Sie sich einen „Schwitztee“ zubereiten, der Ihnen in der ersten Fieberphase hilft. Die anderen Heilkräuter können Sie zu gleichen Teilen mischen und daraus einen Tee aufbrühen. In der Phase der Fieberhöhe tun Ihnen kühle Getränke gut. Hier greifen Sie am besten zu zimmerwarmem Wasser oder Fruchtschorlen.

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