Wie Sie Ihr Immunsystem auch im Alter fit halten
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Ältere Menschen sind anfälliger für Infektionen und erkranken schwerer daran. Sie bekommen häufiger Krebs als junge Menschen. Da Frauen heutzutage ein respektables Alter von oft über 90 Jahren erreichen, ist es für sie wichtig zu wissen, wie sie ihr Immunsystem fit und damit auch ihre Lebensqualität im Alter erhalten können.
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Die zwei Zweige des Immunsystems
Das Immunsytem arbeitet mit zwei Bereichen. Einmal verfügt es über die angeborene unspezifische Immunität, die schon das Baby mit auf die Welt bringt. Dieser Bereich erkennt eingedrungene Keime als fremd und bekämpft sie. Das Immunsystem ist aber lernfähig und entwickelt sich ständig weiter. Durch wiederholten Kontakt mit Krankheitserregern bildet sich eine neue, spezifische, Immunität, die erworben genannt wird. Diese spezifische Immunität bildet nach dem Kontakt mit Erregern sogenannte Antikörper. Sie kann daher bei einer zweiten Infektion mit dem gleichen Erreger schnell reagieren und die Abwehrmechanismen einleiten. Beide Zweige des Immunsystems kommunizieren mit einander und arbeiten eng zusammen.
Bisher wurde angenommen, dass im Alter vor allem die spezifische Immunität schwächer wird. Dabei nehmen die Killerzellen ab. Sie gehören zu den Lymphozyten und vernichten infizierte Körperzellen samt den Krankheitserregern. Ein Mangel an Killerzellen bedeutet, dass Infektionen mit Viren und einigen Bakterienarten häufiger werden und schwerer verlaufen. Das ist ja bei älteren Menschen häufig der Fall. Auch das größere Krebsrisiko ließe sich damit erklären.
Immunzellen werden träger
Offensichtlich ist das aber nur die halbe Wahrheit. Denn ältere Menschen erkranken auch häufiger an Infektionen mit Bakterien, zum Beispiel Pneumokokken, die Lungenentzündung hervorrufen. Für diese Bakterien sind aber die sogenannten Fresszellen der angeborenen Immunabwehr gefordert, die bisher als lebenslang intakt galt. Wie kann es also zu diesen schweren Infektionen kommen?
Neuere Forschungen zeigten, dass sich im Alter Fehler in der Kommunikation des Immunsystems einschleichen. Bestimmte Fresszellen, die Granulozyten, können nicht mehr so gut wie in der Jugend auf die Nachrichten reagieren, welche ihnen körpereigene Botenstoffe übermitteln. Die Fresszellen bleiben länger inaktiv, sie sind nicht mehr so fix wie früher, und das gibt der Infektion mehr Chancen, sich auszubreiten. Setzt die Abwehr endlich ein, hat sie es mit einem wesentlich stärker gewordenen Gegner zu tun.
Impfungen können Ihrer Abwehr helfen
In diesen Zusammenhang gehört auch die Beobachtung, dass Impfungen bei älteren Menschen öfter als bei jungen Menschen weniger gut wirken. Das heißt, manche Ältere bilden nicht so schnell oder so ausgeprägt Antikörper wie junge Menschen. Wen das betreffen wird, lässt sich vorher nicht sagen. Doch ein trainiertes Immunsystem hat allemal die besseren Chancen, aufgeweckt zu bleiben. Aber selbst wenn der Schutz durch eine Impfung schwächer ausfallen sollte als erwartet, ist das Immunsystem des alten Menschen immer noch besser auf die Auseinandersetzung mit den Erregern vorbereitet, als wenn keine Impfung erfolgt.
Dies wird deutlich an den allgemein für Ältere empfohlenen Impfungen gegen Pneumokokken oder gegen die Influenza-Viren (Auslöser der echten Grippe). Diese Erkrankungen sind gerade für alte Menschen gefährlich. 80 bis 90 Prozent der Todesfälle durch Influenza oder Pneumokokken treffen die über 60-jährigen.