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Wie Ihre Immunabwehr „schlafende“ Viren besiegen kann

Was Naturärzte schon lange vermuten, bestätigen jetzt schulmedizinische Forscher: Bei etlichen chronischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose, Rheuma und Allergien spielen „schlafende“ Viren eine wichtige Rolle.

„Schlafende“ Viren sind keineswegs untätig

Viren, die sich nach einer akuten Infektion im Körper einnisten, werden oft als schlafende oder inaktive Viren bezeichnet.

Treffender ist jedoch der Begriff „slow virus“, zu Deutsch langsames Virus, da die Erreger ja nicht wirklich schlafen, sondern ständig von der Immunabwehr in Schach gehalten werden.

Doch das geht auf Dauer nicht gut: Zum einen beansprucht die beständige Kontrolle die Immunabwehr so stark, dass sie für die Bekämpfung anderer Erreger nicht mehr zur Verfügung steht.

Eine chronische Infektanfälligkeit kann die Folge sein.

Zum anderen kann es zu Fehlleistungen der Abwehrzellen kommen: Sie unterscheiden dann nicht mehr zwischen dem Fremdeiweiß des Virus und dem körpereigenen Eiweiß und greifen körpereigenes Gewebe an. Die Medizin spricht dann von Autoimmunerkrankungen.

An diesen Erkrankungen können versteckte Viren beteiligt sein:

  • Multiple Sklerose
  • Gelenk- und Weichteilrheuma
  • chronische Entzündungen
  • Krebs
  • chronisches Müdigkeitssyndrom
  • Allergien
  • evtl. Alzheimer Krankheit
  • evtl. Parkinson-Krankheit

Die bekannteste Erkrankung infolge einer versteckten Virusinfektion ist die Gürtelrose (Herpes zoster), die durch das Windpockenvirus verursacht wird. Ob dieses Virus weitere Schäden anrichtet, ist derzeit nicht bekannt.

Zahlreiche Viren überleben im Verborgenen

Langfristige Schäden sind dagegen für das ebenfalls weit verbreitete Epstein-Barr-Virus (EBV) belegt, den Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers.

Allerdings verläuft die Erstinfektion mit dem Virus sehr häufig symptomlos, sodass die Betroffenen nichts von ihrer Infektion bemerken. Ca. 90 % der erwachsenen Bevölkerung in Industriestaaten haben Antikörper gegen EBV im Blut. Doch das Virus ist damit nicht besiegt.

Wie der Neurologe Dr. Klaus-Peter Wandinger von der Universität Lübeck in einer ersten Studie im Jahr 2000 an 108 Multiple-Sklerose-Patienten zweifelsfrei nachwies, kann sich das Virus nach langer Ruhezeit bei einer akuten Immunschwächung im Körper wieder vermehren.

So stellte der Forscher fest, dass die EBV-Aktivität während eines akuten MS-Schubs erhöht ist und damit zumindest die Erkrankung beschleunigen, wenn nicht gar auslösen kann.

Die Lübecker Ergebnisse wurden durch eine Untersuchung der Blutproben von 83 US-Soldaten aus den 80er und 90er Jahren bestätigt, die später an Multipler Sklerose erkrankt waren, wie die Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association (JAMA) im Herbst 2003 berichtete.

Der Schlüssel zur Therapie: eine Umstimmung der Immunabwehr

Bei Verdacht auf eine chronische Virusbelastung sollten Sie einen erfahrenen Therapeuten für biologische Medizin aufsuchen.

Nach einer ausführlichen Anamnese und speziellen Blutuntersuchungen wird er Ihnen eine ganz auf Ihren Fall zugeschnittene Immuntherapie verordnen, die auf den drei Säulen Ernährungsumstellung, Lösung von Immunblockaden und Umstimmung der Immunabwehr beruht.

Konnte das schuldige Virus“ identifiziert werden – was keineswegs immer möglich ist -, kommen auch Nosoden (hoch verdünnte homöopathische Zubereitungen aus den jeweiligen Erregern) zur gezielten Aktivierung Ihrer Selbstheilungskräfte zum Einsatz.

Die Behandlung einer chronischen Virenbelastung erfordert viel Zeit und Geduld. Doch halten Sie durch: Erfahrungsgemäß geht es nach sechs Monaten langsam, aber stetig bergauf!

Tipps für stärkere Abwehrkräfte

Ein gesundes Immunsystem trägt einen großen Teil zur persönlichen Lebensqualität bei: Ohne intakte Abwehrkräfte fangen Sie sich leichter Krankheiten ein und sind im Allgemeinen anfälliger für gesundheitliche Störungen. Wie tragen Sie aktiv dazu bei, Ihre Abwehrkräfte zu stärken?

  • Ernähren Sie sich vitalstoffreich. Täglich fünf Portionen Obst und Gemüse (am besten aus biologischer Produktion) versorgen Sie mit den wichtigsten Vitalstoffen. Wenn Sie das nicht schaffen, nehmen Sie ein Multivitalstoffpräparat ein.
  • Verzichten Sie weitgehend auf Genussmittel. Durch Alkohol und Tabak entstehen im Körper freie Radikale, die die Immunzellen schädigen.
  • Achten Sie auf genügend Schlaf. Das Minimum sind sechs bis acht Stunden Nachtschlaf. Dabei regenerieren sich Ihre Immunzellen.
  • Treiben Sie Ausdauersport. Laufen, Walking oder Radfahren aktivieren Ihre Abwehrzellen. Trainieren Sie so, dass Sie nicht außer Atem kommen, sonst schwächen Sie das Immunsystem eher.
  • Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit täglich. Andernfalls trocknen Ihre Schleimhäute ein. Das macht sie extrem anfällig gegenüber Krankheitserregern.
  • Sorgen Sie für Ruhephasen. Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und für Ihre Familie. Erlernen Sie ein Entspannungsverfahren, um richtig abzuschalten. Dauerstress setzt immunhemmende Hormone wie beispielsweise Kortisol frei.

Mundspülung mit Sonnenblumenöl

Wenn Sie mit gestärkten Abwehrkräften ohne Tabletten oder Tinkturen durch den Winter kommen wollen, probieren Sie ein ukrainisches Hausmittel.

Es ist darüber hinaus in manchen Landstrichen Asiens sowie ähnlich aus der altindischen Heilkunde des Ayurveda bekannt. Sonnenblumenöl nimmt Giftstoffe aus der Mundhöhle auf, kurbelt den Stoffwechsel an und stärkt die Immunabwehr.

Nehmen Sie einen Esslöffel Sonnenblumenöl in den Mund. Bewegen Sie das Öl 10 bis 20 Minuten lang im Mund ohne Anstrengung hin und her und ziehen Sie es immer wieder zwischen den Zähnen durch.

Geübte gurgeln später damit, ohne etwas zu verschlucken. Zuerst ist das Öl im Mund dickflüssig und nicht so unangenehm, wie Sie vielleicht denken.

Mit der Zeit wird es durch den Speichel immer dünner. Wenn Sie es ausspucken, sollte es die gleiche Konsistenz aufweisen wie Milch. Ist es noch gelb, war Ihre Spülung zu kurz. Spülen Sie danach die Mundhöhle mehrmals mit warmem Wasser gründlich aus.

Putzen Sie die Zähne ohne Zahnpaste. Dies geschieht am besten mit einer für diesen Zweck reservierten Bürste, die Sie öfter als sonst auswechseln.

Die Vorteile spüren Sie im ganzen Körper

Wie Untersuchungen ergaben, enthält die ausgespuckte Flüssigkeit mengenweise schädliche Bakterien und andere Krankheitserreger sowie Giftstoffe. Säubern Sie aus diesem Grund das Waschbecken anschließend.

Die ersten Anzeichen der Wirkung bemerken Sie schnell: Die Zähne sehen heller aus, Zahnbelag schwindet, das Zahnfleisch festigt sich und Zahnfleischblutungen hören auf.

Die Ölspülung dient in erster Linie zur Vorbeugung von Infektionen und zur Gesunderhaltung allgemein.

Wenn Sie diese Prozedur regelmäßig morgens nüchtern durchführen, bessern sich chronische Beschwerden wie Kopf- und Muskelschmerzen, Unterleibsprobleme, Bronchitis, Ekzeme, Magen-Darmstörungen oder allgemeines Missbefinden.

Rezepte zur Immunstärkung

Einfach köstlich, Tafelspitz mit frischem Meerrettich, Gulasch mit Chili oder ein Würstchen mit Senf – und das soll auch noch Ihr Immunsystem stärken?

Tatsächlich heizen so manche Gewürze Ihrem Körper richtig ein und bringen Sie zum Schwitzen.

Das Gefühl von Schärfe in Mund, Nase oder Augen entwickelt sich bei Ihnen durch eine Reizung Ihrer Nerven. Genau diese Nerven sind auch für Ihre Wärmeempfinden zuständig: Brennt es auf Ihrer Zunge, treibt Ihnen das die Schweißperlen auf die Stirn.

Die Scharfmacher tun aber auch Ihrer Gesundheit gut, besonders, wenn Ihre Nase läuft oder Ihr Hals kratzt.

Sie enthalten ganz unterschiedliche Pflanzenstoffe, die gegen Bakterien und teilweise sogar gegen Viren wirken – und das völlig ohne Nebenwirkungen. Besonders gute Helfer sind:

  • Paprika
  • Chili
  • Senf
  • Pfeffer

Meerrettich nimmt es sogar mit Grippeviren auf

Eine ähnliche Wirkung entfaltet Meerrettich, der auch noch deutlich mehr Vitamin C als Zitronen enthält. Einer seiner wichtigsten Inhaltsstoffe ist Sinigrin, ein Bestandteil des Senföls.

Sinigrin wirkt gegen Krankheitskeime bei Erkältungen und nimmt es sogar mit den Grippeerregern auf. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Pflanzenstoffe aus Meerrettich tatsächlich die Vermehrung von Grippeviren deutlich hemmen.

Reiben Sie Meerrettich immer sehr fein und frisch über Ihre Gerichte, da sich die ätherischen Öle schnell verflüchtigen. Er passt gut zu Gemüsegerichten, Fisch und gekochtem Fleisch.

Wenn Sie es nicht so scharf mögen…

Wenn Sie nicht so gerne scharfe Gerichte essen, ist das kein Problem: Diese Lebensmittel sind ebenfalls prall gefüllt mit Pflanzenstoffen, die Ihr Immunsystem stärken:

  • Lauch / Porree
  • Zwiebeln, Knoblauch
  • Kohlgemüse wie Rotkohl, Weißkohl, Spitzkohl, Grünkohl, Rosenkohl
  • Kürbisse
  • Shiitake-Pilze
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