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Mandelentzündung: Natürliche Behandlungen bei Seitenstrangangina

Gehören Sie auch zu der Generation, der spätestens nach der dritten Mandelentzündung die Rachenmandeln entfernt wurden? Bis etwa in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts war diese Vorgehensweise absolut üblich. Heute weiß die Medizin, dass die Rachenmandeln wichtige Abwehraufgaben haben, und entfernt sie nur noch im Notfall.

Denn wenn diese „Abwehrstation“ fehlt, greifen Entzündungen im Rachen auf die Lymphbahnen über und es entsteht statt einer Mandelentzündung eine Seitenstrangangina, die auf dem Weg der Keimverschleppung sogar Ihr Herz angreifen kann.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Aus Schnupfen wird Seitenstrangangina
  2. Normalerweise ist eine Angina nicht gefährlich
  3. Wie sinnvoll ist eine Entfernung der Mandeln?
  4. Phytotherapie und Homöopathie heilen Entzündung aus

Kranker Mann mit Wärmeflasche und Fieberthermometer im Bett© unpict - Fotolia

Aus Schnupfen wird Seitenstrangangina

Als Seitenstränge bezeichnen Mediziner die Lymphbahnen, die vom oberen hinteren Gaumen abwärts ziehen. Sie gehören wie auch die Gaumen- und Rachenmandeln zum Abwehrwall des Immunsystems gegen Viren und Bakterien im Mund- und Rachenraum. Bei noch vorhandenen Gaumenmandeln haben diese hier die wichtigste Abwehrfunktion gegen eindringende Keime, denn sie enthalten besondere weiße Blutkörperchen (Lymphozyten). Wenn Sie keine Mandeln mehr haben, müssen die Seitenstränge für die fehlenden Abwehrstrukturen einspringen.

Die Krankheit beginnt fast immer mit einem harmlosen, durch Rhino-Viren verursachten Schnupfen. Wird er nicht richtig auskuriert, breitet sich die Entzündung der Nasenschleimhaut in den Rachen aus. Hier siedeln sich nun Bakterien (meistens Streptokokken und Staphylokokken) auf der geschädigten Rachenschleimhaut an. Die Seitenstränge reagieren nun ebenfalls mit einer Entzündung.

Typische Symptome

  • Schluckbeschwerden
  • Halsschmerzen, die ins Ohr ausstrahlen
  • Fieber
  • Hustenreiz
  • Abgeschlagenheit
  • Giederschmerzen
  • druckschmerzhaft geschwollene Lymphknoten im Kieferwinkel unter dem Ohr

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Gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn Ihre Körpertemperatur höher als 38°C ist. Auf der geröteten und geschwollenen Rachenschleimhaut kann er als Zeichen der bakteriellen Besiedelung bei der Untersuchung kleine weiße Pusteln sehen. Zusätzlich ist der hintere Rachen mit gelblichem Schleim überzogen. In jedem Fall sollten Sie bis zum Abklingen des Fiebers, das etwa nach drei bis sechs Tagen erfolgt, unbedingt das Bett hüten.

Normalerweise ist eine Angina nicht gefährlich

Obwohl eine Mandelentzündung sehr unangenehm und schmerzhaft ist, heilt sie meist von allein wieder aus. In seltenen Fällen streuen sich die verursachenden Bakterien jedoch über das Blut aus und können zu einer Herzerkrankung (Endokarditis), zu einer Nierenerkrankung (Glomerulonephritis) oder zu rheumatischem Fieber führen. Dabei werden Herz, Gelenke, unter Umständen auch Nerven und Haut von Entzündungen befallen. Jedoch treten diese Komplikationen in der heutigen Zeit extrem selten auf, da sich die hygienischen Verhältnisse immer weiter verbessert haben. Das größte Problem mit der Angina ist dennoch, dass sie sich gerne häuslich einrichtet und immer wiederkehrt.

Ihrem Arzt reicht meist ein Blick in Ihren Rachen, um zu wissen, dass Sie an einer Angina leiden. Denn dann sind Ihre Mandeln gerötet, geschwollen und eitrig belegt. Das erkennen Sie auch selbst, wenn Sie in Ihren Mund schauen. Zudem macht sich auch Fieber bemerkbar. Ein Abstrich, wie er früher üblich war, wird heute wegen der geringen Aussagekraft nur noch selten gemacht. Unter Umständen veranlasst Ihr Arzt aber eine Blutuntersuchung, um herauszufinden, ob eine virale oder eine bakterielle Angina vorliegt. Für eine bakterielle Angina spricht eine hohe Leukozytenzahl von über 10.000. Je höher die Zahl, desto schwerer die Erkrankung. Niedrige Leukozytenzahlen sprechen eher für eine virale Erkrankung. Bakterielle Mandelentzündungen lassen sich erfolgreich durch Antibiotika (meistens Penicillin) behandeln. Dann ist die Angina meist schnell wieder auf dem Rückzug. Gegen Viren richten Antibiotika allerdings nichts aus. Hier werden in der Regel Schmerzmittel verordnet.

Wie sinnvoll ist eine Entfernung der Mandeln?

Bei einer häufig wiederkehrenden Angina raten manche Ärzte immer noch sehr schnell zu einer Mandeloperation. Doch die Gaumen- und Rachenmandeln sind kleine Bollwerke Ihrer Immunabwehr, deshalb sollten Sie nicht vorschnell auf die wehrhaften Drüsen verzichten. Früher war die erste ärztliche Maßnahme bei einer Mandelentzündung (Tonsillitis) die Entfernung der Mandeln. In den 80er Jahren war dies der häufigste chirurgische Eingriff.

Naturheilkundlich bewanderte Ärzte standen dem von Anfang an sehr kritisch gegenüber. Sie bestanden darauf, dass zunächst alle anderen Behandlungsmaßnahmen ausgeschöpft sein sollten. Denn als erster Wachposten des Immunsystems schützen die Mandeln Sie vor Krankheitserregern, die durch Mund und Nase in Ihren Körper gelangen. Nehmen die Keime überhand, entzünden sich die Mandeln. Doch die Mandeln allein würden nicht krank, sondern der ganze Mensch. Nehme man die Mandeln weg, so die Kritiker der Operation, erkrankten manchmal andere Teile des Immunsystems und die Abwehr werde weiter geschwächt.

Mandel-Entfernung muss gut abgewogen werden

Bei den Operationen kam es häufig zu Nachblutungen und Abszessen. Zudem endeten rund 6.000 Mandelentzündungen im Jahr tödlich. Dieses Risiko wird von Laien auch heute noch meist unterschätzt. Trotz moderner Operationsmethoden lässt sich dieses Risiko nicht ganz ausschließen. Jeder vierte Patient muss mit einer Nachblutung rechnen, so das Ergebnis einer Gemeinschaftsstudie der deutschen Universitätskliniken. Und Blutungen im Rachenraum gelten als besonders riskant, weil ein hoher Blutverlust droht. Deswegen halten sich die Ärzte mit diesem Eingriff wesentlich mehr zurück.

Treten die Beschwerden jedoch regelmäßig auf, wird auch heute noch eine Entfernung der Tonsillen empfohlen. Bei Kindern führt die Operation häufig zu einer Gewichtszunahme; warum ist bislang ungeklärt. Dennoch wird die Operation noch heute nach genauer Prüfung befürwortet, sofern die Mandelentzündung chronisch geworden und mit gefährlichen Atemaussetzern im Schlaf verbunden ist. Als kritische Grenze gelten heute drei bakterielle Mandelentzündungen im Jahr. Denn durch den Dauerbeschuss mit Krankheitserregern wird das Gewebe der Mandeln langsam auf Dauer zerstört.

Phytotherapie und Homöopathie heilen Entzündung aus

Mit den Methoden der Naturheilkunde können Sie Ihr Abwehrsystem unterstützen, die entzündeten Schleimhäute beruhigen und die überlasteten Lymphbahnen in ihrer Arbeit unterstützen. Setzen Sie diese Maßnahmen auch dann parallel ein, wenn Sie ein Antibiotikum einnehmen müssen.


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Bei den Heilpflanzen hat sich besonders Salbei bewährt. Er wirkt entzündungshemmend und leicht zusammenziehend auf die Rachenschleimhaut. Sie können entweder dreimal täglich mit Salbeitee gurgeln oder Salbei-Bonbons lutschen, damit die Halsschleimhaut nicht austrocknet. Der Rote Sonnenhut aktiviert die Fresszellen der Immunabwehr zur Vernichtung der Keime. Nehmen Sie daher eine Woche lang täglich ein Echinacin-Präparat ein.

Kapuzinerkresse und Kermesbeere lassen Lymphknoten abschwellen

Die in der Kapuzinerkresse und im Meerrettich enthaltenen Senföle wirken wie ein natürliches Antibiotikum, wie mehrere Studien belegen konnten. Nutzen Sie die Kraft dieser natürlichen Waffe gegen Bakterien mit einem Kombinationspräparat (Angocin® Anti-Infekt N), das Sie in Form von Tabletten einnehmen können.

Ein bewährtes Mittel gegen die schmerzhafte Schwellung der Lymphknoten und -gefäße ist die Kermesbeere. Sie wird meistens in einer schwachen homöopathischen Potenzierung (D4) aufbereitet, ist aber auch als Urtinktur (Phytolacca Urtinktur Weleda®) erhältlich. Es lohnt sich auch ein Selbstversuch mit dem homöopathischen Einzelmittel Phytolacca.

Kühlender Prießnitz-Wickel

Falten Sie ein Geschirrtuch zu einem Schal und tränken Sie es mit kaltem Wasser. Wringen Sie nun das Tuch aus und binden Sie es um Ihren Hals. Wickeln Sie ein trockenes Baumwolltuch darüber und lassen Sie den Wickel so lange einwirken, bis das feuchte Tuch Körperwärme angenommen hat.

Entfernen Sie den Wickel und binden Sie sich anschließend ein Baumwolltuch um den Hals. Mit dieser Anwendung ziehen Sie die Hitze und Entzündung aus dem Körper und vertreiben zuverlässig die Halsschmerzen.

Abschwellende Halsauflage

Die in Enelbin®-Paste (300 g ab 9 €, in der Apotheke) enthaltene Verbindung von Zink, Salicylsäure und Thymianöl wirkt entstauend auf die Lymphgefäße und fördert so den schnelleren Abtransport der Entzündungsstoffe. Erwärmen Sie für diese Anwendung eine Tube im Wasserbad und bestreichen Sie mit der warmen Paste messerrückendick ein zum Schal gefaltetes Baumwolltuch. Wickeln Sie es um Ihren Hals und fixieren Sie die Auflage mit einem Schal. Lassen Sie den Umschlag täglich mindestens eine Stunde lang einwirken.

Reizlindernde Gurgellösung

Übergießen Sie zwei Teelöffel zerkleinerte Eibischwurzel aus der Apotheke mit einem Glas kaltem Wasser. Lassen Sie den Ansatz über Nacht stehen und seihen Sie ihn am nächsten Morgen ab. Gurgeln Sie dreimal täglich mit dieser Lösung.

Erprobte homöopathische Mittel

  • Belladonnahilft Ihnen in der ersten Phase der Erkrankung, wenn Sie sich fiebrig fühlen, der Hals gerötet ist und sich noch keine eitrigen Beläge gebildet haben.
  • Mercurius solubilis ist das Mittel bei ausgeprägter Eiterbildung mit üblem Mundgeruch durch eine eitrige Schleimstraße im Rachen.
  • Phytolacca wirkt auf das Drüsengewebe entzündungshemmend. Nehmen Sie dieses Mittel, wenn Sie stechende, ins Ohr ausstrahlende Schmerzen haben.
  • Conium ist angezeigt, wenn die Lymphdrüsen stark geschwollen und deutlich verhärtet sind.

Legen Sie von dem entsprechenden Mittel dreimal täglich drei Globuli in der Potenz D6 trocken unter die Zunge. Stoppen Sie die Einnahme, sobald sich eine Besserung der Beschwerden zeigt. Spüren Sie nach drei Tagen keine Besserung, ist das Mittel nicht richtig gewählt und Sie sollten einen erfahrenen Homöopathen zu Rate ziehen.

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