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Immunsystem: So gewinnt Ihre Abwehr richtig an Power

Tag für Tag attackieren feindliche Viren und Bakterien Ihren Körper. Sein Abwehrsystem ist Tag und Nacht im Einsatz, um die Eindringlinge zu überwältigen.

Häufige Infekte, Müdigkeit und Energielosigkeit sind Signale für eine schwache

Immunsystem© Kaarsten - Fotolia
Immunkraft.

Mit jedem Bissen, den Sie essen, mit jedem Schluck, den Sie trinken und mit jedem Atemzug strömen Tausende von Krankheitserregern in Ihren Körper.

Jede Berührung bringt Sie in Kontakt mit Schwärmen möglicherweise schädlicher Mikroorganismen. Die körpereigene Schutztruppe, das Immunsystem, ist Tag und Nacht in Alarmbereitschaft, um Sie zu schützen und eventuelle Feinde zu überwältigen.

Häufig wiederkehrende Infekte, z. B. der Bronchien, der Nasennebenhöhlen oder der Scheide, sind typisch für eine labile Abwehr.

Der Organismus schafft es einfach nicht, sich vor Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen zu schützen. Das Immunsystem hat nicht die Kraft, die Eindringlinge schnell und effektiv unschädlich zu machen.

Auch harmlosere Zeichen können ein Hinweis auf eine gestörte Abwehrkraft sein. Wenn die Haare stumpf und die Nägel brüchig sind, die Gesichtshaut fahl ist und Sie unter Energielosigkeit und Müdigkeit leiden, können das Warnsignale sein.

Mobilisieren Sie Ihre Killer- und Fresszellen

Die Immunzellen des Körpers spüren krank machende Viren und Bakterien, Pilze, Schadstoffe und entartete körpereigene Zellen auf, bekämpfen und vernichten sie.

Zu diesen Immunzellen gehören z. B. die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die sich zu speziellen Abwehrzellen entwickeln: Die so genannten „Fresszellen“ verschlingen Schädlinge und verdauen sie in ihrem Inneren, während „Killerzellen“ Viren und entartete Zellen mit einem Gift schachmatt setzen.

Damit diese Gesundheitsarmee ganze Arbeit leisten kann, ist das Zusammenspiel zahlreicher Organe und Organsysteme notwendig. Zum Abwehrsystem zählen:

  • das Knochenmark,
  • die Milz,
  • die Thymusdrüse,
  • das Lymphsystem mit den Lymphknoten,
  • die Haut und Schleimhaut, besonders die des Darms,
  • die Mandeln.

Jeder Bereich übernimmt eine spezielle Aufgabe im komplizierten Gleichgewicht der Immunabwehr. Das Knochenmark dient als Bildungsstätte für Abwehrzellen.

Die Thymusdrüse fungiert als Ausbildungslager für Immunzellen. Die Milz filtert Blut und verarbeitet abgestorbene Zellen und Schadstoffe. Die Lymphknoten sind Filterstationen, die die Lymphe reinigen.

Durch Makrophagen und Lymphozyten werden Krankheitserreger, Fremdkörper und Zelltrümmer beseitigt. Die Mandeln enthalten Lymphfollikel mit speziellen Abwehrzellen.

Die Haut hat einen pH-Wert von 5,7 und ist deshalb leicht sauer. Durch diesen Säureschutzmantel wirkt die Haut aktiv gegen das Eindringen fremder Keime.

Vermeiden Sie schlechte Gewohnheiten

Die Ursachen für ein mattes Immunsystem sind vielfältig. So ist in manchen Lebensphasen die Abwehrkraft besonders gefordert oder vermindert, etwa während des Wachstums, einer Schwangerschaft oder im Alter.

Eine Krankheit, etwa Diabetes, oder die längerfristige Einnahme von Medikamenten, z. B. Cortison, kann Sie entkräften. Aber meistens sind es Alltagssünden, die dem Abwehrsystem die Energie rauben.

Ist Ihr Immunsystem belastet durch:

  • Stress?
  • falsche Essgewohnheiten (viel Fast Food und Fett, wenig frisches Obst und Gemüse)?
  • wenig Bewegung an der frischen Luft?
  • einen unregelmäßigen Lebensrhythmus (reges Nachtleben, Schichtarbeit)?
  • Schlafmangel?
  • Rauchen?
  • regelmäßigen Alkoholkonsum?

Dann brauchen Ihre Abwehrkräfte dringend Unterstützung!

Nutzen Sie den Energieschub aus der Nahrung

Die richtige Ernährung mit viel Vitamin C, A, Betakarotin, Vitamin B6 und E und dem Mineralstoff Zink verpasst den Abwehrzellen einen Energieschub:

  • Besonders wichtig ist Vitamin C. Es stimuliert die Abwehrkräfte, regt die Wundheilung an und schützt die Immunzellen. Sie sollten täglich mindestens 75 mg Vitamin C zu sich nehmen. Das entspricht etwa 50 g roher Paprika. Vitamin-C-Bomben sind Hagebutten, Holunder, Johannisbeeren, Kiwi, Papaya, Sanddorn (Saft gibt es im Reformhaus) und Zitrusfrüchte. Gemüse wie z. B. Brokkoli, Fenchel, Paprika und Rosenkohl sind ebenfalls gute Vitamin-C-Lieferanten.
  • Vitamin A ist ein hervorragender Schutz gegen Infektanfälligkeit. Reines Vitamin A enthalten nur tierische Produkte, besonders Leber, Niere und Aal. Insgesamt brauchen Sie als Frau 0,8 mg, als Mann 1 mg Vitamin A pro Tag; enthalten ist diese Menge zum Beispiel in 100 g Grünkohl. Schwangere sollten aber mit Vitamin A vorsichtig sein: Zu viel davon kann das Ungeborene schädigen.
  • Gemüse wie Karotten, Grünkohl, Fenchel, Spinat und Obst, vor allem Aprikosen, Honigmelone und Kaki, enthalten das Provitamin Betakarotin, die Vorstufe des Vitamins A. Auch mit pflanzlicher Kost können Sie also Ihren Vitamin-A-Bedarf decken.
  • Vom Vitamin B6 sollten Sie als Frau täglich 1,6 mg und als Mann 1,8 mg zu sich nehmen. Diese Menge finden Sie in 240 g Naturreis; außerdem steckt Vitamin B6 vor allem in Seefisch und Geflügel, in Lauch, Kohlsorten, Spinat und Mais sowie in Bananen und Avocados. Es verhindert Müdigkeit und Kreislaufprobleme.
  • Leber, Nüsse, Weizenkeim- und Sonnenblumenöl liefern vielVitamin E, das die Abwehrzellen schützt. Sie brauchen 12 mg täglich, so viel, wie in 200 g Schwarzwurzeln oder 19 g Sonnenblumenöl enthalten ist.
  • Der Mineralstoff Zink stärkt das Immunsystem und macht Haut und Schleimhaut zu einer schwer überwindbaren Schutzbarriere für Krankheitserreger und Schadstoffe. Geflügel, Muskelfleisch vom Rind, Weizenmischbrot, Weizenkeime, Linsen und vor allem Austern sind gute Zinklieferanten. Der Tagesbedarf liegt zwischen 20 und 100 µm. So viel nehmen Sie mit 100 g Naturreis oder 100 g Weizenkeimen zu sich.
  • Selen regt die Produktion von Antikörpern an und stimuliert die Aktivität von natürlichen Killerzellen. Auf Seite 6 dieser Ausgabe lesen Sie, was dieses interessante Mineral noch alles kann.

Tanken Sie Kraft durch Entspannung

Aber nicht nur Vitamine und Mineralstoffe halten das Immunsystem fit. Ebenso wichtig ist es, den täglichen Stress zu reduzieren.

Denn zu starke körperliche und geistige Belastung lässt die Zahl der Abwehrzellen im Blut sinken und macht den Organismus anfällig. Hier einige Tipps, wie Sie sich erholen und das Immunsystem entlasten und kräftigen können:

  • Ausreichender Schlaf ist sehr wichtig. Während Sie schlafen, regeneriert sich das Immunsystem. Vor besonders anstrengenden Tagen sollten Sie mindestens 8 Stunden auftanken.
  • Ein Spaziergang am Abend beruhigt und lässt Sie besser einschlafen.
  • Regelmäßiges autogenes Training steigert die Durchblutung der Haut und Organe und entspannt die Muskeln. Der Körper und die Seele relaxen, die Toleranz gegenüber Stress nimmt deutlich zu. Auch wenn es schwer fällt: Anfangs täglich zirka 20 Minuten üben, später reichen schon fünf Minuten drei- bis viermal in der Woche. Auch progressive Muskelentspannung, Yoga, Qui Gong oder Tai Chi vertreiben den Stress und bauen neue Energie auf.
  • Wenn es im Büro oder zu Hause hektisch wird, mehrmals eine kleine Ruhepause einlegen. Schon fünf Minuten Pause, während der Sie langsam und bewusst tief ein- und ausatmen, bringen Ruhe.
  • Lachen ist tatsächlich die beste Medizin. Wer seine Lachmuskeln häufig strapaziert, baut Stress ab und kräftigt sein Immunsystem.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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