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Immunstärkung mit Heilpflanzen: Echinacea, Thuja und Wilder Indigo machen Ihre Abwehrkräfte scharf

Ständig muss sich unser Organismus mit krank machenden Keimen auseinandersetzen. Ganz besonders in den Wintermonaten sind Ihre Abwehrkräfte gefordert, um mit den Viren und Bakterien fertig zu werden.

Da das Immunsystem aus einer Vielzahl unterschiedlicher Komponenten besteht, bietet es viele Ansatzpunkte für eine Störung – etwa durch Stress, körperliche Überanstrengung und Alterungsprozesse.

Andererseits eröffnen sich so aber auch viele Möglichkeiten, stimulierend einzugreifen.

Und genau hier liegt die Stärke der Heilpflanzen gegenüber isolierten oder künstlich hergestellten Einzelsubstanzen: Die gesamten Inhaltsstoffe der Pflanze steigern sich gegenseitig und wirken umfassender, als es jeder Wirkstoff einzeln vermag.

Daher sind Heilpflanzen optimal geeignet, um Ihre Abwehrkräfte für die Wintersaison zu stärken. Die effektivsten Vertreter stellen wir Ihnen in diesem Beitrag vor.

Gut kombiniert, lässt sich die Wirkung noch steigern

Neben dem Wirkstoffgemisch haben pflanzliche Auszüge, Presssäfte oder Extrakte noch einen weiteren Vorteil gegenüber isolierten Einzelwirkstoffen:

Nahezu jede Heilpflanze enthält eine Reihe wirksamer Substanzen, die man bisher noch nicht identifiziert hat (und deshalb nicht künstlich herstellen kann).

Das sind die wirksamen Inhaltsstoffe der Heilpflanzen:

  • ätherische Öle
  • Bitterstoffe
  • Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe)
  • Alkaloide (meist starke Gifte)
  • Poly- und Oligosaccharide (Zuckerstoffe)
  • Glykoproteine (Eiweiße)
  • Gerbstoffe (adstringierend, also wundheilend)
  • Vitamine, Mineralsalze, Spurenelemente

Einige Pflanzen passen so gut zusammen, dass sich ihre jeweiligen Inhaltsstoffe in der Wirksamkeit ergänzen.

Eine mögliche und vielfältig erprobte Kombination mehrerer immunstimulierender Pflanzen besteht z. B. aus Echinacea (Sonnenhut), Thuja (Lebensbaum) und Baptisia (Wilder Indigo, Färberhülse).

Im Folgenden stellen wir Ihnen zunächst dieses effektive Trio genauer vor. Etwas unbekannter, aber nicht minder wirksam ist die Taigawurzel. Selbstverständlich können Sie Ihre Immunabwehr auch noch zusätzlich durch andere Mittel wie leichten Ausdauersport oder ausreichend Schlaf stärken.

Sonnenhut – das Geheimnis der Indianerpflanze

Der bekannteste aller pflanzlichen Immunstärker ist der rote Sonnenhut, Echinacea purpurea. Daneben gibt es noch viele andere Arten, z. B. Echinacea angustifolia (der schmalblättrige Sonnenhut) und Echinacea pallida (der blassblättrige Sonnenhut).

Sie alle stammen aus dem östlichen Nordamerika und wurden schon von den dortigen Indianerstämmen als Heilpflanzen geschätzt.

Das sind die Anwendungsgebiete von Echinacea:

  • Wundheilung
  • Schmerzlinderung
  • Entzündungshemmung
  • Krampflösung
  • Vergiftungen
  • Stärkung des Immunsystems

Relativ unbekannt ist übrigens, dass sich Echinacea auch zur Bekämpfung von Hautpilz-Infektionen eignet.

Wenn Sie selbst die Probe aufs Exempel machen möchten, können Sie Echinacea-Presssaft (z. B. Echinacin®, 50 ml ca. 8 €) auf pilzbefallene Zehen streichen. Sie müssen allerdings mit leichten Hautverfärbungen rechnen.

Thuja – Der Lebensbaum belebt die Immunzellen

Als Busch oder Hecke ist der Lebensbaum (Thuja occidentalis) aus unseren Parks oder Gärten nicht mehr wegzudenken.

Zu Heilzwecken verwendet werden die ein- bis zweijährigen Zweige und Zweigspitzen mit ihren Harzdrüsen auf der Unterseite der frischen oder getrockneten Blätter.

Sammelzeit ist Juni/Juli, dann ist der Wirkstoffgehalt optimal. Thuja wird auch in der Homöopathie genutzt bei Grippe, Warzen, Neuralgien und rheumatischen Erkrankungen. Als immunologisch aktive Inhaltsstoffe der Pflanze sieht die Forschung die Zuckerstoffe (Polysaccharide) an.

Wilder Indigo – der Dritte im Bunde

Das Kraut von Baptisia tinctoria (Wilder Indigo, Färberhülse) nutzen die Indianer Nordamerikas zur Färbung ihrer Kleidung.

Den wässrigen Auszug aus der Wurzel des Wilden Indigo verabreichten sie ihren Kindern bei den ersten Krankheitsanzeichen, um deren Ausbruch zu verhindern.

So wirkt Wilder Indigo auf das Immunsystem:

  • Er fördert die Produktion von Fresszellen und weißen Blutkörperchen.
  • Er steigert die Bildung von Antikörpern.
  • Er erhöht die Produktion von Immun-Botenstoffen (z. B. Interleukin 1).

Der als Immunstimulans bei uns bisher weniger bekannte Wilde Indigo ist als Einzelpflanze nur schwer erhältlich. Aber er ist zusammen mit Echinacea und Thuja zu einem Trio kombiniert (z. B. Esberitox®, Monatsbedarf ca. 15 €), in dem sich die Wirkweisen und Angriffspunkte der Einzelpflanzen ergänzen.

Falls durch die Heilpflanzen eine Erkältung nicht ganz verhütet werden kann, verläuft diese doch meist wesentlich milder und kürzer.

Taigawurzel – So kommt Ihr Körper mit Stress besser klar

Vor rund 50 Jahren beobachteten sowjetische Wissenschaftler, wie Rentiere im Südosten der Taiga die Wurzel von Eleutherococcus senticosus, der „Taigawurzel“, ausgruben und annagten.

Daraufhin setzte eine intensive Erforschung dieser fremdartigen Wurzel ein. Bisher gelang es, mehr als 50 Inhaltsstoffe aus der Taigawurzel zu identifizieren.

Das sind die Wirkungen der Taigawurzel:

  • Kräftigung bei Müdigkeit und Schwäche
  • Steigerung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
  • Stärkung des Organismus gegen Stress

Die Pflanze (z. B. Taigutan®, Taiga-Wurzel-Extrakt®, Eleu-Kokk®, Monatsbedarf ca. 25 €) gilt heute als „sibirischer Ginseng“, weil sie trotz anderer Inhaltsstoffe ähnliche Wirkungen wie der Echte Ginseng entfaltet.

Das Immunsystem hängt, wie die Forschung inzwischen erkannt hat, eng mit Ihrer psychischen Verfassung zusammen.

Jeglicher Stress – ob psychisch oder körperlich durch übermäßige Anstrengung bzw. Krankheit oder durch schädliche Umwelteinwirkungen – schwächt Ihre Abwehrkräfte. Wenn Sie also Ihren Organismus stressresistenter machen, stärkt das auch Ihr Immunsystem.

Alle erwähnten Pflanzen-Präparate erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Doch Sie sollten sie nicht einfach unkritisch nach dem Motto „Viel hilft viel!“ einsetzen.

Denn in manchen Situationen können die Mittel auch mehr schaden als nutzen. Wenn Sie sich jedoch an die Einnahmeempfehlungen halten, können Sie der nächsten Schnupfensaison entspannt entgegensehen.

So wenden Sie die Heilpflanzen richtig an

Da bei vielen Pflanzenextrakten Alkohol als Auszugsmittel verwendet wird, sind sie nicht geeignet für Kinder, Schwangere, Stillende, Leberkranke und (trockene) Alkoholiker.

Fragen Sie in diesen Fällen gezielt nach alkoholfreien Zubereitungen.

  • Beginnen Sie mit der regelmäßigen Einnahme der Präparate am besten schon vor dem Beginn der Schnupfensaison oder wenn Sie die ersten Symptome bemerken. Vorsicht: Eine erstmalige Einnahme im fortgeschrittenen Stadium einer Erkältung kann Ihr Immunsystem überfordern.
  • Begrenzen Sie die Einnahme pflanzlicher Immunstimulanzien auf maximal 8 Wochen, damit Sie Ihr Immunsystem nicht überreizen. Es könnte danach „verrückt“ spielen (zu stark, zu schwach reagieren oder auf körpereigenes Gewebe abzielen).
  • Einige chronische Krankheiten werden durch ein überaktives Immunsystem ausgelöst (Autoimmunerkrankungen, z. B. rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte, Multiple Sklerose). In solchen Fällen sollten Sie Ihren Arzt befragen, ob die Einnahme von Immunstimulanzien sinnvoll ist. Das Gleiche gilt bei Leukämie oder HIV-Infektionen.
  • Besteht bei Ihnen eine Allergie, sollten Sie sich mit der Dosierung vorsichtig einschleichen und beobachten, ob Ihre Allergie unter der Einnahme des Immunstimulans aufflammt. In diesem Fall reagieren Sie entweder auf eine der enthaltenen Substanzen ebenfalls allergisch („Kreuzallergie“), oder die Immunstimulation hat die Antikörperproduktion gegen andere Ihnen unverträgliche Substanzen hochgefahren.
  • Benötigen Sie wegen einer Organtransplantation Medikamente, die eine Transplantatabstoßung verhindern sollen (Immunsuppressiva), versteht sich der Verzicht auf Immunstimulanzien von selbst. Eine Abstoßungsreaktion könnte begünstigt werden.
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