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Immunsystem: Diese Lebensmittel sorgen für gute Abwehrkräfte

Wenn Sie sich ständig schlapp, müde und nicht wirklich leistungsfähig fühlen, kann das am Wetterwechsel liegen. Aber es kann auch ein deutliches Zeichen dafür sein, dass Ihr Immunsystem zu schwach ist. Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die jede Erkältung „mitnehmen“. Oder Sie bekommen häufig Herpes, hatten schon mehrfach eine Pilzinfektion oder es kann auch sein, dass sich jede noch so kleine Wunde bei Ihnen entzündet.

All das weist auf ein schwaches Immunsystem hin, das Sie stärken sollten. Beginnen Sie damit beim Essen. Denn eine unausgewogene Ernährung wirkt sich deutlich auf Ihre Immunabwehr aus. Die Folgen können Sie im Herbst und Winter am eigenen Leib zu spüren bekommen: Ein Infekt folgt dem nächsten. Zudem besteht die Gefahr, dass Erkältungserkrankungen wie zum Beispiel eine Nasennebenhöhlenentzündung chronisch werden.

Körpereigene Abwehr - Grafik© ag visuell - Fotolia

Sekundäre Pflanzenstoffe: Schutz vor Krebs

Damit das Immunsystem Ihres Körpers gut arbeiten kann, braucht es Vitalstoffe und Eiweiß. Sind diese nicht in ausreichender Menge vorhanden, ­erkranken Sie schneller und schwerer. Das ist ein Grund, warum Sie bei Ihrer Ernährung Wert auf Obst und Gemüse legen sollten. Denn hierin sind wichtige Vitamine und Vitalstoffe enthalten. Zudem nehmen Sie so große Mengen an sekundären Pflanzenstoffen zu sich.

Diese Stoffe haben in ihren Ursprungspflanzen eine große Aufgabe: Sie schützen sie vor Krankheiten und Schädlingen. Und genau so wirken sie auch in Ihrem Körper. Dabei sind sie so effektiv, dass sie sogar eine krebshemmende Wirkung haben. Der Grund: Sekundäre Pflanzenstoffe greifen unmittelbar in die Krebsentstehung ein.

Essen Sie bunt und roh

Wichtig bei einer immunstärkenden Ernährung ist, dass Sie möglichst bunt essen. Denn grüne, rote und gelbe Früchte oder Gemüsesorten liefern Ihnen unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe.

Zudem sollten Sie so viel Obst und Gemüse wie möglich roh essen. Kochen schadet den Vitalstoffen und reduziert den Vitamingehalt Ihrer Nahrungsmittel deutlich. Folsäure und Vitamin C zum Beispiel sind sehr hitzeempfindlich. Ihr Gehalt in Nahrungsmitteln tendiert nach dem Kochen gen null, auch wenn die entsprechenden Speisen ursprünglich reich an diesen Vitaminen sind.

Diese Lebensmittel stärken Ihre Immunkräfte

Es gibt Lebensmittel, die für ihre immunstärkenden Eigenschaften bekannt sind. Hierzu gehören unter anderem:

    1. Amaranth. Das Inka-Getreide ist in den letzten Jahren immer moderner geworden; heute bekommen Sie es häufig sogar im normalen Supermarkt. Ansonsten finden Sie es auf jeden Fall im Naturkostladen. Amaranth bzw. Amaranthprodukte enthalten viel Eisen und Magnesium. Beides hilft bei der Produktion von Antikörpern.
    2. Beeren. Ganz gleich, ob Himbeeren, Brombeeren oder Heidelbeeren, sie alle enthalten Polyphenole. Unter anderem weisen sie einen sehr hohen Gehalt an Ellagsäure auf. Diese Säure ist in der Lage, krebserregende Stoffe zu binden und Viren abzutöten.
    3. Grüner Tee. Er verfügt im Gegensatz zu schwarzem Tee über eine große Menge Katechine. Diese schützen Ihr Immunsystem. Sie sollten für eine optimale Wirkung jeden Tag drei Tassen grünen Tee trinken. Brühen Sie ihn dafür jedes Mal frisch auf. Kochen Sie ihn nicht auf Vorrat, denn langes Stehen verringert die Menge der enthaltenen Katechine deutlich. Der Tee sollte acht bis zehn Minuten ziehen. Dann schmeckt er zwar recht bitter, die Katechine können so aber ihre größte Wirkung entfalten.
    4. Kohl. Welche Kohlsorte Sie auch wählen: Studien haben gezeigt, dass alle große Mengen an Wirkstoffen enthalten, die Ihr Immunsystem stärken und Sie vor Krebs schützen können. Gerade Brokkoli und Rosenkohl sind besonders reich an diesen Schutzstoffen. Zudem enthalten sie Beta-Carotin, das die Leistungsfähigkeit der Immunzellen steigert, Tumorzellen abzutöten. Grundsätzlich sollten Sie den Kohl nur kurz aufkochen und beim Essen gründlich kauen. So setzen Sie die krebshemmenden Stoffe in großen Mengen frei.
    5. Kurkuma. Das ist der Stoff, der dem Curry seine Farbe gibt. Sein Hauptwirkstoff ist Curcumin. Es ist in der Lage, das Immunsystem zu stärken. Curry können Sie auf vielerlei Weise in der Küche als Gewürz einsetzen: in Suppen, Nudelgerichten oder Soßen.
    6. Lauch. Lauchgewächse, zu denen auch Knoblauch und Zwiebeln gehören, liefern Ihnen viel Folsäure und schützen Sie dadurch vor Allergien. Folsäure kann zudem Schäden beheben, die durch Krebszellen verursacht werden und deren Wachstum hemmen. Am besten nehmen Sie die Lauchgewächse frisch zu sich.
    7. Omega-3-Fettsäuren. Wenn Sie regelmäßig fetten Fisch wie Lachs oder Forelle essen, nehmen Sie diese Fettsäuren zu sich. Sie haben die Fähigkeit, Ihr Immunsystem zu stärken. Wenn Sie kein Fischfan sind, geben Sie frisch gemahlenen Leinsamen über Ihr Müsli. Sie können auch Leinöl in Ihrer Küche nutzen.
    8. Shiitake-Pilze. Es handelt sich hierbei um eine echte Vitamin-D-Bombe. Dieses Vitamin sorgt dafür, dass die Killerzellen in Ihrem Immunsystem aktiviert werden. Ein Mangel an Vitamin D schwächt da­her das gesamte Immunsystem.
    9. Tomaten. Sie liefern Ihnen Lycopin. Der Stoff, der zu den sekundären Pflanzenstoffen gehört, gibt der Tomate ihre rote Farbe. Er wirkt krebshemmend, allerdings sollten Sie die Tomaten kochen. Denn nur dann sind sie wirklich reich an Lycopin. Bereiten Sie sich daher immer einmal wieder zum Beispiel eine leckere Tomatensuppe oder -soße zu.
    10. Zitrusfrüchte. Verzehren Sie Zitrusfrüchte, stärken Sie Ihr Immunsystem gleich auf mehrere Arten. Die Früchte enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, welche die Krebszellen direkt hemmen. Zudem wirken sich diese Stoffe auf andere, über Obst und Gemüse aufgenommene Pflanzenstoffe aus und erhöhen deren immunstärkende Wirkung. Und: Zitrusfrüchte enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, die Ihre Abwehrkräfte anregen.

Fallen Sie nicht auf Probiotika herein!

Schon seit einiger Zeit versucht die Werbung, Ihnen vorzugaukeln, dass es bestimmte Milchprodukte (Probiotika) gibt, die Ihr Immunsystem stärken sollen. Hinter dieser Werbebotschaft steckt eine alte Beobachtung, die von dem russischen Nobelpreisträger Ilja Metschnikow Anfang des letzten Jahrhunderts gemacht wurde. Er hatte herausgefunden, dass es in Bulgarien Menschen gibt, die besonders viel Joghurt essen. Bei ihnen wurden deutlich weniger Infekte beobachtet. Grund dafür: Die im Joghurt enthaltenen Bakterien schaffen eine gesunde Darmflora. Findige Unternehmer reichern heute ihre Milchprodukte mit probiotischen Bakterien an. Das sind Bakterien, die unverdaut durch Magen und Darm gelangen.

Im Dickdarm sollen sie dann das dort vorhandene Immunsystem verstärken, das aus natürlichen Darmbakterien besteht. Wie sinnlos diese Produkte allerdings sind, wird klar, wenn Sie davon ausgehen, dass ein probiotischer Joghurt rund eine Milliarde Bakterien enthält. Jede dieser Bakterien steht im Darm aber rund 100.000 natürlichen Darmbakterien gegenüber und kann dort im Grunde nichts bewirken. Probiotische Joghurts haben auch in Studien nicht zeigen können, dass sie natürlichen Joghurts überlegen sind. Geeignet sind sie lediglich, wenn Sie nach einer Antibiotika-Behandlung Ihre Darmflora wieder aufbauen müssen.

Joghurt© A.B.G. - Fotolia

Greifen Sie zu Naturjoghurt

Wollen Sie dem Immunsystem in Ihrem Darm etwas Gutes tun, brauchen Sie die Probiotika also normalerweise nicht. Sie können auf normale Joghurts zurückgreifen. Wählen Sie aber dann Naturjoghurt. Natürlich können Sie frisches Obst nach Geschmack hineinschneiden. Fertige Fruchtjoghurts dagegen enthalten viel Zucker sowie chemische Aromastoffe und sind allein aus diesem Grund nicht zu empfehlen.

Neben Joghurt können Sie übrigens auch zu anderen Milchprodukten greifen, um Ihr Immunsys­tem im Darm zu stärken. Hierzu gehören unter anderem Kefir oder Quark. Sie wirken ähnlich wie Joghurt. Und auch hier gilt: Probiotische Bakterien in diesen Produkten brauchen Sie nicht, denn sie haben keinen Zusatznutzen.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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