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Darauf sollten Sie bei einer Antibiotikatherapie achten

Das erste Antibiotikum, das Penicillin, hat bis zum heutigen Tag vielen Menschen auf der Welt das Leben gerettet. Inzwischen sind etliche weitere Antibiotika hergestellt worden.

Diese sind aus den medizinischen Behandlungen nicht mehr wegzudenken. Antibiotika sind sehr wirksame Medikamente, wenn sie richtig eingesetzt werden.

Wann ist eine Antibiotika-Therapie sinnvoll?

Sowohl Bakterien als auch Viren können schwere Infektionen verursachen. Zwischen den beiden Erregern bestehen aber Unterschiede: Bakterien sind größer als Viren, haben einen eigenen Stoffwechsel und können künstlich gezüchtet werden.

Viren sind etwa einhundert Mal kleiner als Bakterien, können nicht eigenständig existieren, sondern sind auf eine sogenannte Wirtszelle angewiesen. Außerdem bilden Bakterien eine Zellwand.

Diese besitzen die Viren nicht. Einige Antibiotika, wie beispielsweise das Penicillin, verhindern, dass Bakterien nach der Zellteilung, also im Rahmen ihrer Vermehrung, eine neue Zellwand bilden können. Ohne eine solche Zellwand gehen die Bakterien zugrunde.

Da Viren keine Zellwand besitzen, können Antibiotika mit einem solchen Wirkmechanismus nichts gegen Viren ausrichten.

Andere Antibiotika greifen an anderen Stellen in den Stoffwechsel der Bakterien ein. Viren haben solche Stoffwechselprozesse nicht. Achtung: Gegen eine virale Entzündung nützen Antibiotika also nichts!

Gefährliche Resistenzentwicklung: Die Gegenwehr der Bakterien

Falsche Auswahl des Mittels, falsche Dosierung und falsche Einnahme haben zur Folge, dass die Wirksamkeit der als Wundermittel bekannten Antibiotika langsam nachlässt, da sich Resistenzen bei den Erregern gegen diese Mittel entwickeln.

Für die Bakterien gehört die Entwicklung von Resistenzeigenschaften zum Überlebenskampf.

Die Bakterien verändern sich dabei derart, dass die Antibiotika nicht mehr eindringen und z. B. den Aufbau der Zellwand nicht mehr behindern können.

Die Fähigkeit, eine Resistenz zu entwickeln, ist stark davon abhängig, welches Bakterium auf welches Antibiotikum trifft. Das Auftreten einer Antibiotikaresistenz kann dazu führen, dass ein Patient an einer normalerweise harmlosen Infektion stirbt, weil das Medikament nicht mehr wirkt.

Das können Sie zum Gelingen einer Antibiotika-Therapie beitragen

  • Haben Sie keine Erwartungshaltung! Verordnet Ihnen Ihr Arzt ein Antibiotikum, sprechen Sie ihn darauf an, ob dieses Medikament wirklich notwendig ist. Studien haben mehrfach gezeigt, dass fast die Hälfte aller Verordnungen in Klinik und Praxis überflüssig sind. Es ist erwiesen, dass gerade bei harmlosen Infektionen die Patienten oft mit einer hohen Erwartungshaltung zum Arzt gehen und ihn bedrängen, dass er sofort etwas verschreibt. Also: Lassen Sie Ihrem Arzt die Zeit, Sie gründlich zu untersuchen und zu entscheiden, ob Ihre Infektion durch ein Virus oder ein Bakterium hervorgerufen worden ist. Nur dann kann er Ihnen mit ausreichender Sicherheit ein Antibiotikum als notwendige Therapie verordnen.
  • Halten Sie sich an die Einnahmedauer! Halten Sie sich an die Anordnungen Ihres Arztes und die Hinweise im Beipackzettel. Ein Antibiotikum muss immer bis zum Schluss aufgebraucht werden. Nur dann können wirklich alle Bakterien abgetötet werden. Setzen Sie niemals eigenmächtig das Antibiotikum ab. Ihr Arzt hat die Anzahl der verordneten Tabletten und die enthaltene Wirkstoffmenge auf die bei Ihnen bestehende Infektion abgestimmt. Es kann sein, dass nach den ersten Tagen eine Besserung eintritt. Das bedeutet, dass das Antibiotikum gut wirkt und die ersten Bakterien abgetötet wurden. Obwohl es Ihnen nun besser geht, dürfen Sie trotzdem nicht die Behandlung im eigenen Ermessen abbrechen und auf die übrigen Tabletten verzichten. Alle Tabletten müssen bis zum Schluss eingenommen werden. Auch wenn Sie sich nach drei Tagen wieder fit fühlen, die Behandlungsdauer aber eine Woche beträgt. Brechen Sie eine Therapie zu früh ab, kann das dazu führen, dass sich die übrig gebliebenen Erreger erneut vermehren, was zu einem meist noch schlimmeren Rückfall führt. Es besteht außerdem die Gefahr, dass die übrig gebliebenen Bakterien Strategien zum Überleben entwickelt haben – das sind die sogenannten Resistenzentwicklungen -, durch die dann das Antibiotikum wirkungslos wird.
  • Halten Sie regelmäßige Abstände ein! Ganz wichtig ist es auch, die vorgeschriebenen Abstände zwischen den einzelnen Tabletten-Einnahmen einzuhalten. Bei einer Antibiotikatherapie ist es wichtig, dass der Wirkstoffspiegel im Körper konstant hoch gehalten wird. Sollen Sie dreimal täglich ein Antibiotikum einnehmen, so bedeutet das, dass Sie alle acht Stunden eine Tablette schlucken müssen. Eventuell müssen Sie sich nach dieser Anordnung nachts den Wecker stellen.
  • Trinken Sie bei der Einnahme immer Wasser! Nehmen Sie Antibiotika mit Wasser ein. Milch oder andere Lebensmittel können die Wirksamkeit der Medikamente vermindern. Es wird empfohlen, nicht nur wenige Schluck Wasser zu trinken, sondern ein ganzes Glas. Zwischen dem Genuss von Milch oder Milchprodukten und der Tabletteneinnahme sollte ansonsten ein Zeitabstand von mindestens 2 Stunden liegen.
  • Zerbrechen Sie keine Tabletten! Antibiotika dürfen häufig nicht zerkleinert werden. Grund sind bestimmte Tablettenüberzüge, die z. B. für eine dosierte Freisetzung des Medikamentes im Körper wichtig sind. Gerade bei höheren Dosierungen sind jedoch die Tabletten oft recht groß. Vielen Menschen fällt es schwer, diese Tabletten in einem Stück zu schlucken. Mein Tipp: Trinken Sie schon vor der Einnahme einen Schluck Wasser, damit die Schleimhaut gut befeuchtet wird. Legen Sie die Tablette anschließend so weit wie möglich nach hinten auf die Zunge und spülen Sie sie mit einem ganzen Glas Wasser hinunter. Legen Sie den Kopf beim Schlucken nicht, wie so häufig in Abbildungen zu sehen, nach hinten, sondern beugen Sie sich leicht nach vorne. Es gibt auch Tabletten, die Sie zerkleinern dürfen. Das steht dann in jedem Fall auf dem Beipackzettel.
  • Beachten Sie die Nebenwirkungen! Antibiotika können durch ihre Wirkungsweise natürlich auch Nebenwirkungen verursachen. Die für den Menschen nützlichen Bakterien befinden sich z. B. in der Mundhöhle, aber auch im Darm. Sie sorgen dort dafür, dass die Nahrung richtig verdaut wird. Ein Antibiotikum schädigt nun nicht nur die Bakterien, die eine Infektion hervorgerufen haben, sondern auch die für Sie nützlichen Bakterien im Körper. Das bedeutet, dass unter der Einnahme von Antibiotika Störungen wie weicher Stuhlgang oder gar Durchfall auftreten können. Wird die Therapie beendet, kommt es ganz schnell wieder zu einer normalen Darmfunktion. Sollten jedoch zu starke Probleme während oder im Anschluss an die Antibiotikatherapie auftreten, können Sie zur Erholung Ihrer Darmflora in der Apotheke ein spezielles Präparat bekommen, zum Beispiel Hefekulturen oder Bakterienextrakte.
  • Denken Sie an Wechselwirkungen! Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die möglichen Wechselwirkungen mit Ihrer Dauermedikation. Auch andere Medikamente können die Wirksamkeit eines Antibiotikums z. B. durch die Störung der Aufnahme des Wirkstoffes im Darm beeinträchtigen. Dadurch wird natürlich auch der Therapieerfolg beeinträchtigt.
  • Bewahren Sie keine Packungen auf! Sollten Sie nach einer Antibiotikatherapie eine angebrochene Tablettenpackung zuhause herumliegen haben, so entsorgen Sie sie. Angebrochene Packungen dürfen nicht wieder bei Bedarf von Ihnen verwendet werden. Eine neue Infektion muss immer wieder zuerst von einem Arzt untersucht werden. Eine angebrochene Packung kann außerdem niemals den vorgeschriebenen Einnahmekriterien bezogen auf Dauer und Dosierungen gerecht werden.

Fazit: Halten Sie sich an die Anordnungen Ihres Arztes, und Sie können weiter sicher sein, dass ein Antibiotikum bei Ihnen im Bedarfsfall ausreichend wirksam ist und rasch zum Therapieerfolg führen wird.

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Alte Kommentare
  • Christa schrieb am 19.10.2010, 19:31 Uhr

    Zu den Nebenwirkungen gehört auch, daß bei Frauen die Scheidenflora durcheinandergerät und sich ein Scheidenpilz ausbreitet.

  • Arnim schrieb am 19.10.2010, 23:04 Uhr

    Sehr geehrte Dr. Regina Kalkert, für viele mag Antibiotika noch erste Wahl sein, in meinen Umfeld greifen wir auf MMS zurück, daß ist bedeutend wirksamer und dazu ohne Nebenwirkungen. Dazu vernichtet es ganz locker auch Viren und anderes. Viele Grüße A. Müller