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Antibiotika: So vermeiden Sie gefährliche Resistenzen

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wann ist eine Antibiotika-Therapie sinnvoll?
  2. Ihr Beitrag zum Gelingen einer Antibiotika-Therapie
  3. Beachten Sie die Nebenwirkungen
  4. Wie sich Resistenzen vorbeugen lassen
  5. So funktioniert der Antibiotikatest
  6. Fazit

Das erste Antibiotikum, das Penicillin, hat bis zum heutigen Tag vielen Menschen auf der Welt das Leben gerettet. Inzwischen sind etliche weitere Antibiotika hergestellt worden.

Diese sind aus den medizinischen Behandlungen nicht mehr wegzudenken. Es handelt sich hierbei um sehr wirksame Medikamente, wenn sie richtig eingesetzt werden.

Tabletten© Digitalpress - Fotolia

Wann ist eine Antibiotika-Therapie sinnvoll?

Sowohl Bakterien als auch Viren können schwere Infektionen verursachen. Zwischen den beiden Erregern bestehen aber Unterschiede: Bakterien sind größer als Viren, haben einen eigenen Stoffwechsel und können künstlich gezüchtet werden.

Viren sind etwa einhundert Mal kleiner als Bakterien, können nicht eigenständig existieren, sondern sind auf eine Wirtszelle angewiesen. Außerdem bilden Bakterien eine Zellwand. Diese besitzen die Viren nicht.

Einige Antibiotika (z. B. Penicillin) verhindern, dass Bakterien nach der Zellteilung im Rahmen ihrer Vermehrung eine neue Zellwand bilden können. Ohne eine solche Zellwand gehen die Bakterien zugrunde. Da Viren keine Zellwand besitzen, können Antibiotika mit einem solchen Wirkmechanismus nichts gegen Viren ausrichten. Andere Antibiotika greifen an anderen Stellen in den Stoffwechsel der Bakterien ein. Viren haben solche Stoffwechselprozesse nicht. Gegen eine virale Entzündung nützen Antibiotika also nichts.


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Resistenzentwicklung: Die Gegenwehr der Bakterien

Falsche Auswahl des Mittels, falsche Dosierung und falsche Einnahme haben zur Folge, dass die Wirksamkeit der als Wundermittel bekannten Antibiotika langsam nachlässt, da sich Resistenzen bei den Erregern gegen diese Mittel entwickeln. Für die Bakterien gehört die Entwicklung von Resistenzeigenschaften zum Überlebenskampf.

Die Bakterien verändern sich dabei derart, dass die Antibiotika nicht mehr eindringen und beispielsweise den Aufbau der Zellwand nicht mehr behindern können. Die Fähigkeit, eine Resistenz zu entwickeln, ist stark davon abhängig, welches Bakterium auf welches Antibiotikum trifft.

Das Auftreten einer Antibiotikaresistenz kann dazu führen, dass ein Patient an einer normalerweise harmlosen Infektion stirbt, weil das Medikament nicht mehr wirkt.

Ihr Beitrag zum Gelingen einer Antibiotika-Therapie

Haben Sie keine Erwartungshaltung

Verordnet Ihnen Ihr Arzt ein Antibiotikum, sprechen Sie ihn darauf an, ob dieses Medikament wirklich notwendig ist. Studien haben mehrfach gezeigt, dass fast die Hälfte aller Verordnungen in Klinik und Praxis überflüssig sind. Es ist erwiesen, dass gerade bei harmlosen Infektionen die Patienten oft mit einer hohen Erwartungshaltung zum Arzt gehen und ihn bedrängen, dass er sofort etwas verschreibt.

Lassen Sie Ihrem Arzt die Zeit, Sie gründlich zu untersuchen und zu entscheiden, ob Ihre Infektion durch ein Virus oder ein Bakterium hervorgerufen worden ist. Nur dann kann er Ihnen mit ausreichender Sicherheit ein Antibiotikum als notwendige Therapie verordnen.

Halten Sie sich an die Einnahmedauer

Halten Sie sich an die Anordnungen Ihres Arztes und die Hinweise im Beipackzettel. Ein Antibiotikum muss immer bis zum Schluss aufgebraucht werden. Nur dann können wirklich alle Bakterien abgetötet werden.

Setzen Sie niemals eigenmächtig das Antibiotikum ab. Ihr Arzt hat die Anzahl der verordneten Tabletten und die enthaltene Wirkstoffmenge auf die bei Ihnen bestehende Infektion abgestimmt. Es kann sein, dass nach den ersten Tagen eine Besserung eintritt. Das bedeutet, dass das Antibiotikum gut wirkt und die ersten Bakterien abgetötet wurden.

Obwohl es Ihnen nun besser geht, dürfen Sie trotzdem nicht die Behandlung im eigenen Ermessen abbrechen und auf die übrigen Tabletten verzichten. Alle Tabletten müssen bis zum Schluss eingenommen werden. Auch wenn Sie sich nach drei Tagen wieder fit fühlen, die Behandlungsdauer aber eine Woche beträgt.

Brechen Sie eine Therapie zu früh ab, kann das dazu führen, dass sich die übrig gebliebenen Erreger erneut vermehren, was zu einem meist noch schlimmeren Rückfall führt. Es besteht außerdem die Gefahr, dass die übrig gebliebenen Bakterien Strategien zum Überleben entwickelt haben (Resistenzentwicklungen), durch die dann das Antibiotikum wirkungslos wird.

Halten Sie regelmäßige Abstände ein

Ganz wichtig ist es auch, die vorgeschriebenen Abstände zwischen den einzelnen Tabletteneinnahmen einzuhalten. Bei einer Antibiotikatherapie ist es wichtig, dass der Wirkstoffspiegel im Körper konstant hoch gehalten wird.

Sollen Sie dreimal täglich ein Antibiotikum einnehmen, so bedeutet das, dass Sie alle acht Stunden eine Tablette schlucken müssen. Eventuell müssen Sie sich nach dieser Anordnung nachts den Wecker stellen.

Trinken Sie bei der Einnahme immer Wasser

Nehmen Sie Antibiotika mit Wasser ein. Milch oder andere Lebensmittel können die Wirksamkeit der Medikamente vermindern. Es wird empfohlen, nicht nur wenige Schluck Wasser zu trinken, sondern ein ganzes Glas. Zwischen dem Genuss von Milch oder Milchprodukten und der Tabletteneinnahme sollte ansonsten ein Zeitabstand von mindestens zwei Stunden liegen.

Zerbrechen Sie keine Tabletten

Antibiotika dürfen häufig nicht zerkleinert werden. Grund sind bestimmte Tablettenüberzüge, die zum Beispiel für eine dosierte Freisetzung des Medikamentes im Körper wichtig sind. Gerade bei höheren Dosierungen sind jedoch die Tabletten oft recht groß. Vielen Menschen fällt es schwer, diese Tabletten in einem Stück zu schlucken.

Trinken Sie schon vor der Einnahme einen Schluck Wasser, damit die Schleimhaut gut befeuchtet wird. Legen Sie die Tablette anschließend so weit wie möglich nach hinten auf die Zunge und spülen Sie sie mit einem ganzen Glas Wasser hinunter. Legen Sie den Kopf beim Schlucken nicht, wie so häufig in Abbildungen zu sehen, nach hinten, sondern beugen Sie sich leicht nach vorne. Es gibt auch Tabletten, die Sie zerkleinern dürfen. Das steht dann in jedem Fall auf dem Beipackzettel.

Beachten Sie die Nebenwirkungen

Antibiotika können durch ihre Wirkungsweise natürlich auch Nebenwirkungen verursachen. Die für den Menschen nützlichen Bakterien befinden sich beispielsweise in der Mundhöhle, aber auch im Darm. Sie sorgen dort dafür, dass die Nahrung richtig verdaut wird. Ein Antibiotikum schädigt nun nicht nur die Bakterien, die eine Infektion hervorgerufen haben, sondern auch die für Sie nützlichen Bakterien im Körper.


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Das bedeutet, dass unter der Einnahme von Antibiotika Störungen wie weicher Stuhlgang oder Durchfall auftreten können. Wird die Therapie beendet, kommt es ganz schnell wieder zu einer normalen Darmfunktion.

Sollten jedoch zu starke Probleme während oder im Anschluss an die Antibiotikatherapie auftreten, können Sie zur Erholung Ihrer Darmflora in der Apotheke ein spezielles Präparat bekommen, zum Beispiel Hefekulturen oder Bakterienextrakte.

Denken Sie an Wechselwirkungen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die möglichen Wechselwirkungen mit Ihrer Dauermedikation. Auch andere Medikamente können die Wirksamkeit eines Antibiotikums etwa durch die Störung der Aufnahme des Wirkstoffes im Darm beeinträchtigen. Dadurch wird natürlich auch der Therapieerfolg beeinträchtigt.

Bewahren Sie keine Packungen auf

Sollten Sie nach einer Antibiotikatherapie eine angebrochene Tablettenpackung zuhause herumliegen haben, so entsorgen Sie sie. Angebrochene Packungen dürfen nicht wieder bei Bedarf von Ihnen verwendet werden. Eine neue Infektion muss immer wieder zuerst von einem Arzt untersucht werden. Eine angebrochene Packung kann außerdem niemals den vorgeschriebenen Einnahmekriterien bezogen auf Dauer und Dosierungen gerecht werden.

Wie sich Resistenzen vorbeugen lassen

Antibiotika können in vielen Fällen lebensrettend sein. Daher ist es umso schlimmer, dass viele Bakterien in den letzten Jahren resistent gegen diese Mittel geworden sind. Grund dafür ist, dass die Medikamente häufig zu leichtfertig, zu schnell bzw. zu hochdosiert eingesetzt wurden. Doch es gibt auch andere Gründe hierfür: So nahm die Verordnung von Antibiotika in den letzten Jahren extrem zu – auch bei Erkrankungen, bei denen diese Medikamente gar nicht wirken können, da Viren und nicht Bakterien der Krankheitsauslöser sind.

Antibiotika wirken grundsätzlich nicht bei viralen Erkrankungen. Hinzu kommt, dass Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt werden und wir so mit unseren Mahlzeiten massig Medikamente zu uns nehmen.

Um Resistenzen vorzubeugen, haben Forscher nun eine neue Methode der Antibiotikagabe entwickelt: Die Antibiotikadosierung soll individuell an den einzelnen Patienten angepasst werden. Denn wir wissen, dass jeder anders auf Medikamente reagiert, weil bestimmte Körperprozesse bei jedem Menschen in einem anderen Tempo ablaufen.

Daher werden auch Antibiotika-Wirkstoffe von dem einen schnell und von dem anderen langsam abgebaut. Bisher wurde daher grundsätzlich eine Dosis gegeben, die auch bei schnellstem Abbau wirksam ist, was aber bei Menschen mit langsamem Wirkstoffabbau zu viel ist. Hier kann es dann zu Resistenzen kommen. Anders herum, wird zu wenig Wirkstoff verabreicht, überleben Erreger und können ebenfalls resistent werden.

So funktioniert der Antibiotikatest

Forscher der Universität Freiburg im Breisgau haben sich mit diesem Problem befasst und eine Methode entwickelt, mit der man tatsächlich nachweisen kann, wie hoch die individuelle Antibiotikadosis sein muss, damit sie zwar ausreichend, aber eben nicht zu hoch dosiert ist.

Sie nutzten bestimmte Sensorproteine. Diese stammen von den Bakterien selbst und sollen eigentlich dazu dienen, sich gegen Antibiotika zu verteidigen.

Wenn ein Antibiotikum an ein solches Sensorprotein anlandet, dann löst sich dieses. Durch diesen Lösungsvorgang wiederum produziert die DNA des Bakteriums bestimmte Eiweißstoffe, mit denen sich das Bakterium gegen die Medikamente verteidigen kann. Diese Sensorproteine bauten die Forscher in ihre Messgeräte, um nachzuweisen, wie viel Antibiotikum im Blut der Patienten enthalten war.

So konnten sie herausfinden, wie schnell sich die Medikamente abbauen, um im Bedarfsfall nachzudosieren. Auf diese Weise gelingt die optimale Medikamentendosierung: Wurde zu wenig gegeben, kann nachdosiert werden, kursiert eine zu große Dosis, dann wird diese bei der nächsten Gabe verringert.

In Zukunft auch individuelle Messgeräte möglich

Der Vorteil dieses Verfahrens: Es ist sehr schnell und liefert schon nach zehn Minuten Ergebnisse. Eventuell, so die Wissenschaftler, kann es sogar als persönliches Messgerät auf den Markt gebracht werden, ähnlich einem Blutzuckermessgerät.

So können die Patienten selbst nach jeder Medikamentengabe kontrollieren, ob diese ausreichend war. Dabei sind die Geräte nicht auf einen Wirkstoff festgelegt. Mit ihnen können bis zu acht unterschiedliche Antibiotikawirkstoffe kontrolliert und gemessen werden.

Fazit

Halten Sie sich an die Anordnungen Ihres Arztes und Sie können weiter sicher sein, dass ein Antibiotikum bei Ihnen im Bedarfsfall ausreichend wirksam ist und rasch zum Therapieerfolg führen wird.

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Alte Kommentare
  • Christa schrieb am 19.10.2010, 19:31 Uhr

    Zu den Nebenwirkungen gehört auch, daß bei Frauen die Scheidenflora durcheinandergerät und sich ein Scheidenpilz ausbreitet.

  • Arnim schrieb am 19.10.2010, 23:04 Uhr

    Sehr geehrte Dr. Regina Kalkert, für viele mag Antibiotika noch erste Wahl sein, in meinen Umfeld greifen wir auf MMS zurück, daß ist bedeutend wirksamer und dazu ohne Nebenwirkungen. Dazu vernichtet es ganz locker auch Viren und anderes. Viele Grüße A. Müller