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Autoimmunerkrankungen: Die Ursachen liegen wirklich im Darm

Viele Patienten mit Rheuma und anderen Autoimmunerkrankungen sind erstaunt, wenn ihnen naturheilkundlich arbeitende Therapeuten zunächst eine radikale Umstellung auf pflanzliche Kost verordnen. Doch in vielen Fällen bestimmt die Ernährungsweise und der Zustand der Darmflora praktisch von Kindesbeinen an, ob sich die Immunabwehr irgendwann einmal gegen das körpereigene Gewebe richten wird (= Autoimmunerkrankung). Wir erläutern Ihnen, wie eine vegetarische Kost Ihre fehlgeleitete Immunabwehr entlastet und welche natürlichen Heilmittel Ihnen zusätzlich helfen können.

In seiner mehr als 30-jährigen Tätigkeit hat der Salzburger Allgemein- und Kinderarzt Dr. Konrad Werthmann festgestellt: Wer schon als Baby Kuhmilch im Fläschchen bekam, hat später ein erhöhtes Risiko, an rheumatischen und anderen autoimmunbedingten Leiden zu erkranken, weil die Darmflora von Anfang an gestört ist.

Zu den Autoimmunerkrankungen mit Bezug zur Darmflora zählen

Gelenkerkrankungen:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Reiter-Krankheit
  • Bechterew-Krankheit

Bindegewebserkrankungen:

  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • Dermatomyositis
  • Sjögren-Syndrom

Nervenerkrankungen:

  • Multiple Sklerose (MS)

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen:

  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Crohn

Bis zum Ende des ersten Lebensjahres verfügen Babys noch nicht über die notwendigen Enzyme zur Verdauung von tierischen Eiweißen und Fetten.

Die Folge sind Fäulnisprozesse im Darm, die den Aufbau einer gesunden Darmflora zunichte machen.

Das Übergewicht krankmachender Darmbakterien führt zu einer ständigen Entzündung der feinen Darmschleimhaut und letztlich zu einer Aktivierung bzw. Übererregbarkeit der gesamten körpereigenen Immunabwehr.

Das haben die beiden Immunologen Dr. Sidonia Fagarasan (Riken-Institut Yokohama) und Professor Tasuku Honjo (Universität Kyoto) in einem international viel beachteten Laborversuch an menschlichen Darmzellen nachgewiesen, den die renommierte Fachzeitschrift Nature Reviews Immunology im Januar 2003 vorstellte.

Auch die unverdaulichen tierischen Eiweiße und die in tierischen Fetten enthaltene Arachidonsäure verstärken die Entzündungsreaktionen.

Dadurch werden die Schleimhautzellen des Darms auseinander gedrückt: Der Darm wird durchlässiger, was seit Anfang der 90-Jahre als „Leaky-Gut-Syndrom“ (engl.: durchlässiger Darm) gilt.

Durch diese „Darmlecks“ gelangen unzureichend aufgespaltene Nahrungseiweiße und Verdauungstoxine ins Blut, die dann in der Leber zwecks Entgiftung zerlegt werden.

Freie Radikale schaden Ihrem Darm

Dabei entstehen aggressive freie Radikale, die über die Gallenflüssigkeit wieder in den Darm gelangen und ihn erneut reizen – ein Teufelskreis. Ganzheitlich orientierte Mediziner sehen darin die Ursache der meisten Autoimmunerkrankungen.

Daher muss die Einstiegstherapie der genannten Autoimmunerkrankungen stets zweigleisig ausgerichtet sein: Zum einen muss das Immunsystem des Darm durch eine hypoallergene, weitgehend vegetarische Ernährung entlastet werden.

Zum anderen muss die gesunde Darmflora wiederhergestellt werden.

Eine Ernährungsumstellung ohne Darmsanierung, das bewies eine große Studie der finnischen Universität Turku, die 1994 im British Journal of Rheumatology erschien, entlastet das Immunsystem nicht genügend und bewirkt keine Linderung.

Nicht nur das: Erst wenn Ihr Darm wieder gesund ist, können die bewährten natürlichen Therapien zur endgültigen Umstimmung Ihrer fehlgeleiteten Immunabwehr, wie z. B. Homötoxikologie sowie Eigenblut- und Enderleintherapie, optimal wirken.

Fünf Heilverfahren, die Ihren Darm wieder ins Lot bringen

  1. Colon-Hydro-Therapie zur Grundreinigung Ihres Darms
  2. Symbioselenkung mit Hefepilzpräparaten (Saccharomyces boulardii), Milchsäurebakterien (Lactobacillus acidophilus) und evtl. Coli-Bakterien
  3. Antioxidative Therapie mit Vitamin C und E, Carotinoiden, Selen und Zink sowie Gamma-Oryzanol aus Reiskleie und Safloröl (Öl der Färberdistel)
  4. Substitution der Aminosäuren Glutamin, Cystein und Methionin, die in pflanzlicher Nahrung kaum enthalten sind
  5. Phytotherapie mit Mariendistel (Silybum marianum) und Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale) zur Regeneration der Leber

Überlassen Sie die Dosierung der Mittel unbedingt Ihrem Therapeuten, da sie sich in ihrer Wirkung gegenseitig behindern können.

Hausmittel für ein starkes Immunsystem

Ein gesundes Immunsystem hilft natürlich dabei, eine aufkeimende Darmschädigung überhaupt erst entstehen zu lassen.

Umso wichtiger, dass Sie jetzt schon Ihr Immunsystem stärken. Sehr gut gelingt das mit Naturmitteln:

  1. Ingwertee: Dazu schälen Sie pro Tasse ein daumennagelgroßes Stück frische Ingwerwurzel. Schneiden Sie diese klein und lassen Sie sie in kochendem Wasser zehn Minuten lang ziehen.
  2. Sauerkraut: Dieses Gemüse liefert Ihnen eine große Menge an Vitamin C. Daher sollten Sie es regelmäßig und häufig verzehren. Alternativ können Sie auch jeden Tag ein Glas Sauerkrautsaft trinken.
  3. Grüner Tee: Geben Sie einen Esslöffel Tee in 150 ml heißes Wasser. Lassen Sie ihn maximal zwei Minuten ziehen und trinken Sie hiervon drei bis vier Tassen täglich.
  4. Manuka-Honig: Er stammt aus Neuseeland und gilt quasi als Allheilmittel gegen Viren und Bakterien, zudem hat er antioxidative Fähigkeiten. Lassen Sie ein- bis dreimal täglich einen Teelöffel dieses Honigs auf der Zunge langsam zergehen.
  5. Mandeln: Kauen Sie jeden Tag drei bis vier süße Mandeln. Sie stärken übrigens nicht nur Ihr Immunsystem, sondern senken auch Ihre Cholesterinwerte.
  6. Echinacea: Nehmen Sie den Sonnenhut als Globuli – dreimal täglich 5 Stück. Dabei muss es sich aber um Echinacea Angust D6 handeln.

Immunsystem: Nähren Sie Ihre Körperabwehr

Um das Immunsystem möglichst lange gesund und funktionstüchtig zu erhalten, stellt eine vielseitige Ernährung einen wichtigen Aspekt dar. Daran hapert es oft bei alten Menschen.

Vor allem viele alleinlebende Frauen finden es nicht nötig, für sich selbst ein Essen zuzubereiten, wie sie es früher für die Familie gewohnt waren. Als Folge ergibt sich daraus eine einseitige Ernährung („was halt gerade da ist“).

Kommen noch Probleme mit den dritten Zähnen hinzu, verschlechtert sich ihre Ernährungssituation womöglich auf längere Zeit. Unter einem Nährstoffmangel leidet zudem das Immunsystem.

Wenn sie gesund und fit bleiben möchten, müssen vor allem ältere Menschen darauf achten, dass in der Ernährung kein Mangel an Spurenelementen, Vitaminen und Eiweiß auftritt. Lässt sich das schwer ermöglichen, empfiehlt sich eine Nahrungsergänzung.

Dies gilt insbesondere für Menschen, die auf Heimverpflegung oder Essen auf Rädern angewiesen sind. Unter diesen Umständen hält man die Mahlzeiten lange warm, was den Anteil an Vitaminen und Spurenelementen schmälert.

Krebsvorbeugung und gesunde Knochen

Nahrungsmittel, die die Forscher der Mayo Clinic begeistern:

  • Kirschsaft: Nach den Ergebnissen einer Studie der Mayo-Clinic-Sportärzte hilft ein Glas Kirschsaft vor und nach intensiver sportlicher Belastung, Muskelkater, Krämpfe und Muskelverspannungen vorzubeugen. Als hilfreichen Zusatzeffekt enthalten Kirschen herzgesunde Antioxidanzien, die das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.
  • Blaubeeren: Auswertungen aktueller Studien ergaben, dass Blaubeeren offensichtlich das Fett im Bauchbereich schmelzen helfen und den Cholesterinspiegel senken. Sie eignen sich ebenfalls dazu, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und das metabolische Syndrom zu bekämpfen (Übergewicht, zu hohe Cholesterinwerten, zu hoher Blutzucker und zu hoher Blutdruck). Hier sind die Forscher nicht sicher, welchem Inhaltsstoff die guten Wirkungen für Ihre Gesundheit zu verdanken sind. Derzeit gehen die Ärzte der Mayo Clinic davon aus, dass hier ebenfalls die Antioxidanzien den Gesundheitsnutzen bringen.
  • Nüsse: Von Folsäure bis hin zu hochwertigen Proteinen sowie Vitamin E – Nüsse bieten eine Menge Gesundheit. Vor allen Dingen dann, wenn Sie Ihr Herz schützen wollen, sollten Sie öfter mal eine Handvoll Nüsse genießen. Jetzt im Winter ist das ja kein Problem. Da sollten Sie die Mengenbegrenzung im Auge behalten. Denn Nüsse enthalten neben vielen guten Eigenschaften vor allen Dingen eins: sehr, sehr viele Kalorien! Die Forscher der Mayo Clinic sprechen den kleinen Kraftpaketen besonders bei Darm-, Anal- und Prostatakrebs vorbeugende Wirkung zu.
  • Trockenpflaumen: Derzeit nehmen Forscher an, dass getrocknete Pflaumen besonders bei Frauen nach der Menopause die Knochendichte erhalten helfen. Allerdings wissen sie nicht, was genau diesen positiven Effekt ohne Nebenwirkungen bewirkt. Genießen Sie Trockenfrüchte, ungeschwefelt, ungezuckert und ohne sonstige Konservierungsstoffe, wann immer Sie können. Diese Früchte bewahren den Sommer für Sie und liefern wichtige Vitamine, Mineralstoffe und lebenswichtige Vitalstoffe

Nährstoffe für die Immunabwehr

  • Vitamin C stärkt das Immunsystem insgesamt.
  • Zink, Selen und Vitamin E verbessern die Funktion der Abwehrzellen.
  • Eiweiß ist nötig für die Bildung der Killerzellen. Es begünstigt die Bildung von Botenstoffen sowie die Produktion von Antikörpern nach der Impfung.
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