MenüMenü

Idiopathische Lungenfibrose: Behandlung

Die echte idiopathische Lungenfibrose ist schwierig zu behandeln. Es gibt keine Heilung. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt je nach Zeitpunkt der Diagnose etwa 5 bis 10 Jahre.

In einem Spezialfall der Krankheit (Hamman-Rich-Syndrom), der vor allem junge Leute betrifft, beträgt die Lebenserwartung sogar nur 2 bis 3 Jahre.

Medikamente, die zur Behandlung der Erkrankung eingesetzt werden

Kortikosteroide – Obwohl der Einsatz von Kortikosteroiden wie Prednison eine Standardbehandlung der idiopathischen Lungenfibrose darstellt, gibt es zunehmend Zweifel an deren Wirksamkeit.

Bei jüngeren Personen mit einer aggressiven Form der idiopathischen Lungenfibrose können Kortikosteroide helfen. Aber deren Langzeitgebrauch kann Probleme bereiten, zum Beispiel Knochenschwund (Osteoporose), Bluthochdruck und ein geschwächtes Immunsystem.

Immunsuppressiva – Wenn Kortikosteroide nicht zu helfen scheinen, können immunsuppressive Medikamente wie Azathioprin und Cyclophosphamid verschrieben werden.

Colchicin – Dieses Medikament wird häufig zur Behandlung von Gicht eingesetzt. Jedoch weisen vorläufige Studien darauf hin, daß Colchicin eine Alternative zu Kortikosteroiden sein könnte. Das gilt besonders für ältere Menschen und Personen mit einem hohen Risiko für Nebenwirkungen der Kortikosteroide.

Lungentransplantation ist auch eine Möglichkeit

Auch eine Lungentransplantation kann, wenn eine geeignete Spenderlunge zur Verfügung steht, eine Option für Patienten unter 60 Jahre sein.

Im allgemeinen werden das Fortschreiten der Erkrankung und der Behandlungserfolg durch regelmäßige Röntgenaufnahmen der Lunge und Lungenfunktionstests überprüft.

Dabei wird besonders auf den Sauerstoffgehalt des Bluts geachtet. Sinkt er zu weit ab, wird zusätzlicher Sauerstoff notwendig.

Bei Vorliegen einer idiopathischen Lungenfibrose ist ein begrenztes Trainingsprogramm wünschenswert, um die körperliche Kondition zu wahren.

Die Patienten sollten sich einer Impfung gegen Lungenentzündung und einer jährlichen Grippeimpfung unterziehen. Außerdem sollten Stoffe, die die Lunge reizen können, gemieden werden.

Mit dem Arzt sollte eine Strategie gegen Husten besprochen werden.

Wie man die idiopathische Lungenfibrose von anderen Lungenerkrankungen unterscheiden kann

Die idiopathische Lungenfibrose bedarf einer präzisen Diagnose. Das liegt daran, daß es viele andere Lungenerkrankungen gibt, die leicht mit ihr verwechselt werden können.

Diese sprechen meist besser auf eine Behandlung an als die idiopathische Lungenfibrose.

Die häufigsten Symptome einer idiopathischen Lungenfibrose sind:

  • zunehmende Kurzatmigkeit, besonders bei Belastung
  • trockener Husten
  • Müdigkeit
  • Größenzunahme der Fingerkuppen

Wenn Ihr Arzt eine idiopathische Lungenfibrose vermutet, wird er eine vollständige medizinische Vorgeschichte erheben, um herauszufinden, ob Ihre Symptome eventuell mit Umweltfaktoren oder anderen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden können.

Ihr Arzt wird auch die Lunge nach einem charakteristisches Knistern abhören, das typisch für eine idiopathische Lungenfibrose ist.

Zur Diagnosestellung gehören auch eine Röntgenaufnahme und Lungenfunktionstests sowie Bluttests zur Frage der Infektion.

Ein neues, bildgebendes Verfahren ist eine spezielle Art hochauflösender Computertomographie, mit deren Hilfe die idiopathische Lungenfibrose leichter von anderen Erkrankungen unterschieden werden kann.

Die genaueste Methode, die Diagnose einer idiopathischen Lungenfibrose zu sichern, ist die Lungen-biopsie. Sie muß operativ unter Allgemeinnarkose durchgeführt werden.

Jedoch ist das nicht immer nötig, falls andere Ergebnisse mit Sicherheit auf eine idiopathische Lungenfibrose hinweisen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten