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Hormone halten Sie jung: So einfach können Sie Ihren Hormonspiegel hochessen

Mehrere Scheiben Vollkornbrot© Christian Jung - Fotolia
Hormone sind der Jungbrunnen Ihres Körpers. Sie sind nur dann kreativ, ausgeglichen, optimistisch und leistungsfähig, wenn die Hormonbilanz in Ihrem Körper stimmt.

Und nur dann bleiben Sie körperlich und geistig jung. Es gehört nicht viel dazu, die körpereigenen Hormonquellen zum Sprudeln zu bringen – ich habe ganz einfache Tipps für Sie zusammengestellt.

Die Hormonbilanz ist heute bei den meisten Menschen nicht ausgeglichen. Ich sehe das auch bei meinen Patienten immer wieder: Gerade die guten Hormone fehlen.

Testosteron, STH, das Wachstumshormon, das auch gegen das Altern wirkt, Noradrenalin, das Sie geistig hellwach macht – all diese Werte sind zu niedrig.

Erschreckend hoch dagegen die Hormone, die wirklich schädlich für Ihren Körper sind: Insulin, das Hormon, das Sie dick macht, aber auch Cortisol und Adrenalin, die beiden Stresshormone. Das sollten Sie ändern.

Testosteron: Ihr Powerstoff

Was ist eigentlich attraktiv? Das war das Leitthema einer Studie, die im „Lancet“ veröffentlicht wurde, einem sehr seriösen englischen Wissenschaftsmagazin.

Frauen konnten aus Hunderten von Fotos diejenigen auswählen, auf denen ihrer Meinung nach attraktive Männer abgebildet waren. Das Ergebnis bestätigte die Erwartung: als attraktiv wurden die Männer angesehen, die breite Schultern, aber schmale Hüften aufwiesen und keinen Bauch hatten.

All das sind Auswirkungen, die auf eine ausreichende Menge Testosteron zurückzuführen sind.

Aber Testosteron hat nicht nur positive Auswirkungen auf das männliche Aussehen. Darüber hinaus bewahrt es Sie als Mann vor Impotenz, Depressionen, Hitzewallungen oder Schlaflosigkeit.

All das sind Anzeichen von Testosteronmangel, der übrigens oft selbst verschuldet ist.

Stress und eine Ernährung, die reich an Zucker und Weißmehl ist, lassen die Testosteronproduktion Ihres Körpers versiegen. Ihr Arzt ist dann oft geneigt, Ihnen künstliches Testosteron zu verschreiben.

In meiner Praxis würde Ihnen das nie passieren – denn es geht auch anders. Sie können sich das Hormon nämlich selbst basteln. Alles, was Sie dazu brauchen: Zink, Eiweiß und Vitamin B6. Ihren Tagesbedarf an Zink liefern Ihnen

  • 500 g Vollkornbrot,
  • 100 g Weizenkeime,
  • 190 g getrocknete Pfifferlinge oder 230 g magerer Hartkäse.

In diesen Lebensmitteln ist auch Eiweiß enthalten. Wenn Sie dann auch noch viele Vollkornprodukte essen oder unter Ihren Jogurt einen Löffel Hefeflocken mischen, nehmen Sie Vitamin B6 zu sich – und kurbeln so Ihre eigene Testosteronproduktion allein über die Nahrung ausreichend an.

Östrogen lässt Sie länger leben

Dass Frauen älter werden als Männer, erklären Wissenschaftler heute damit, dass Frauen einen körpereigenen Hormonschutz haben: die Östrogene, weibliche Geschlechtshormone.

Bis zu den Wechseljahren geben diese Hormone einen Schutz vor Osteoporose, aber auch vor Herzinfarkt und Alzheimer. Die Blutgefäße bleiben weit und elastisch.

Nach den Wechseljahren allerdings, mit reduzierter Östrogenproduktion, ist dieser Schutz bei den meisten Frauen nicht mehr gegeben. Aber auch hier gibt es natürliche Wege, das Defizit wieder auszugleichen.

Sie können von pflanzlichen Alternativen profitieren: den Phytoöstrogenen. Sie sind in Leinsamen, Sonnenblumenkernen, Roggen, Kichererbsen und Walnüssen enthalten, aber auch in Sojaprodukten.

STH – das Jugendhormon: Nicht spritzen, essen!

Kennen Sie Somatotropin? Unter seiner Abkürzung STH haben Sie bestimmt schon einmal davon gehört. Es handelt sich dabei um das „Hormon ewiger Jugend“.

Leider währt diese Jugend nur bis zum 30. Lebensjahr – dann nimmt die körpereigene Produktion dieses Hormons immer weiter ab.

In Hollywood ist es daher schon gang und gäbe, sich dieses Hormon künstlich spritzen zu lassen. Alternde Schauspieler haben dann plötzlich wieder stärkere Muskeln, weniger Fett, straffere Haut und ein besseres Immunsystem. All dies bewirkt STH.

Darüber hinaus kräftigt es die Organe, stärkt die Knochen und senkt die Arterienverkalkung. Auch die Laune steigt deutlich. Dafür müssten Sie in Hollywood rund 1.000 € pro Woche zahlen. Übrigens dauerhaft.

Denn wenn Sie solche Spritzen wieder absetzen, dann kommt auch das Fett wieder, die Muskeln weichen und die Haut zerknittert … Darüber hinaus sind die Langzeitfolgen einer solchen Behandlung noch völlig unbekannt. Gehen Sie dieses Risiko nicht ein!

Ich weiß aber, wie es nicht nur preiswerter, sondern auch einfacher und gesünder geht.

Sie brauchen sich mit Ihrer Ernährung nur an den Hühnern zu orientieren, die einen sehr guten STH-Spiegel haben: Essen Sie eiweißreiche Lebensmittel – 2- bis 3-mal pro Woche zum Beispiel Kartoffeln mit Quark, mit Ei oder mit Hüttenkäse.

STH stellt Ihr Körper nämlich nur dann ausreichend her, wenn Ihr Eiweißspiegel hoch ist. Dann nämlich hat er genügend der Aminosäuren Arginin und Lysin zur Verfügung, die die STH-Produktion anregen.

Bananen locken Melatonin

Auch wenn Sie schlafen, ruht Ihre Hormonproduktion nicht. Nachts produziert Ihr Körper Melatonin. Es ist nicht nur verantwortlich dafür, dass Sie gut schlafen, sondern schützt auch Ihre Körperzellen vor dem Altern.

Leider aber lässt auch diese Produktion im Laufe der Jahre nach. Mit 45 haben Sie nur noch die Hälfte Melatonin im Blut – verglichen mit einem 20-Jährigen.

Wissenschaftler haben die These aufgestellt, dass Melatonin auch eine verjüngende Wirkung hat. Nager scheinen auf Melatonin zu reagieren – mit Melatonin haben sie ein um 20 % verlängertes Leben.

Millionen Amerikaner haben diesen Ansatz schon aufgegriffen und schlucken jeden Tag Melatonin – ungeachtet der Tatsache, dass wir über die Langzeitwirkungen einer solchen Melatoningabe noch nichts wissen.

Sie können Ihren Melatoninspiegel aber auch ganz gefahrlos hochhalten: mit 3 Bananen pro Tag. Dann nehmen Sie genügend Tryptophan zu sich.

Hieraus bildet Ihr Körper erst Serotonin und dann Melatonin: zur richtigen Tages- bzw. Nachtzeit und genau in der Menge, in der er es braucht.

Fotos von Lebensmitteln regen die Hormonausschüttung an

Sicher haben Sie das schon einmal erlebt: Sie sehen ein Bild von einem bestimmten Lebensmittel – und schon bekommen Sie Appetit genau darauf. Wie funktioniert das?

Der Mechanismus ist ein ähnlicher, wie wenn Sie leckere Speisen sehen direkt vor Ihnen stehen sehen oder riechen können. Im Körper wird Ghrelin ausgeschüttet.

Dieses Hormon ist verantwortlich für Essverhalten, Verdauung und Nahrungsverwertung.

Bisher war nicht bekannt, dass das Hormon auch durch äußere Reize aktiviert wird. Wissenschaftler wussten nur, dass es ausgeschüttet wird, wenn Ihr Körper einen Nährstoffmangel aufweist. Die Folge der Hormonausschüttung: Sie bekommen Hunger.

Forscher haben nun in einer kleinen Untersuchung nachgewiesen, dass tatsächlich auch äußere Reize wie Bilder Ihren Appetit durch diese Hormonausschüttung anregen.

Dazu zeigten sie jungen Männern genau zwischen Frühstück und Mittagessen 50 Bilder. Am ersten Tag mussten sich die Teilnehmer Bilder von Dingen ansehen, die nicht essbar waren.

Am zweiten Tag waren es dann Bilder von Pizza, Schnitzel, Kuchen und Co. Zeitgleich wurde den Männern fünf Stunden lang im viertelstündlichen Abstand Blut abgenommen, um den Hormonstatus zu bestimmen.

Dieser war eindeutig: Nach dem Frühstück sank der Ghrelin-Gehalt im Blut, stieg dann bis zum Mittagessen langsam wieder an.

Bekamen die Kandidaten Lebensmittel-Bilder vorgelegt, erhöhte sich der Hormongehalt im Blut deutlich stärker als wenn die Männer auf Bilder mit nicht-essbaren Gegenständen blickten.

Dieser Effekt, so die Wissenschaftler, kann dazu beitragen, dass die Zahl der Menschen, die unter Übergewicht leiden, in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat.

Denn erst in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Anzahl der Lebensmittel-Werbespots stark angestiegen.

Egal ob in Zeitschriften oder im Fernsehen, ständig werden wir von Lebensmittelwerbung verführt – und damit werden unweigerlich die Hormonproduktion und auch der Appetit gesteigert.

So ist auch zu erklären, dass Sie schon kurz nach dem Frühstück Schokolade oder Kuchen verzehren können, wenn Sie entsprechende Lebensmittel – und sei es nur auf Werbung in der Zeitung – appetitlich präsentiert sehen.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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