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Herzschrittmacher: Für jeden das richtige Modell

In der Vergangenheit wurden Herzschrittmacher so eingestellt, dass das Herz mit einer bestimmten, festgesetzten Rate schlug, unabhängig von der Aktivität des Trägers.

Heutzutage sind die meisten Herzschrittmacher „frequenzadaptiv” – sie können so programmiert werden, dass sich die Herzschlagfrequenz an den Aktivitätslevel des Trägers anpasst.

So kann der natürliche Herzschlag imitiert werden.

Ein solcher Herzschrittmacher kann die Aktivität des Sinusknotens verfolgen, und die Herzfrequenz entsprechend regulieren.

Oder er reagiert auf Sensoren, die Körperbewegungen und die Tiefe der Atemzüge überwachen.

Je nachdem, wo die Elektroden des Schrittmachers platziert sind, und wie der Impulsgenerator programmiert ist, kann er genau auf die speziellen Anforderungen abgestimmt werden.

Zum Beispiel:

  • AV-sequentielle/-synchronisierte Stimulation– Bei diesem Typ von Schrittmacher werden die Elektroden so plaziert, dass sie die Herzaktivität registrieren und das Herz, wenn notwendig, zuerst in einem Vorhof und dann in einer Kammer stimulieren. Bestimmte Feineinstellungen der AV-sequentiellen/-synchronisierten Stimulation können Patienten helfen, die zu einem plötzlichen Abfall der Pulsrate und des Blutdrucks neigen und dadurch ohnmächtig werden. Um diesem plötzlichen Druckabfall entgegen zu wirken, erhöht der Herzschrittmacher die Herzschlagrate (Pulsrate).
  • Bifokale atriale (Vorhof-) Stimulation– Bei dieser Konstellation, die noch erforscht wird, werden die Elektroden so angelegt, dass sie sowohl den rechten als auch den linken Vorhof stimulieren. Dies kann Anfälle von Vorhoffflattern oder -flimmern verringern, bei denen durch ständiges „Zittern” der Vorhöfe der Herzrhythmus aus dem Takt kommt.
  • Biventrikulärer Schrittmacher– Dieser Typ von Herzschrittmachern befindet sich noch in der Erprobung und könnte besonders bei Personen mit Herz insuffizienz (ungenügender Herzleistung) nützlich sein. Beim biventrikulären Schrittmacher werden sowohl die linke als auch die rechte Herzkammer (Ventrikel) stimuliert. Es wird angenommen, dass dadurch die Pumpleistung des Herzens verbessert wird.

Außer bei diesen Typen von Schrittmachern sind heute auch bei allen implantierbaren Defibrillatoren Schrittmacherfunktionen integriert.

Das sind Geräte, die das Herz bei einem plötzlichen Stillstand mittels Elektroschock wieder in einen normalen Rhythmus bringen.

Implantierbare Defibrillatoren können auf den Patienten genau abgestimmt werden, um einen sehr schnellen und nicht koordinierten Herzrhythmus „einzufangen”.

Das geht zum Beispiel, indem die Herzschlagrate kurzfristig weiter erhöht und dann auf einen normalen Wert heruntergebracht wird.

So erkennen Sie eine Störung Ihres Herzschrittmachers

Sie erhalten zusammen mit Ihrem Herzschrittmacher einen so genannten Schrittmacherausweis.

In diesem finden Sie die Frequenz, in der der Schrittmacher schlägt. Das können zum Beispiel 80 Schläge pro Minute sein.

Diese können Sie mit Ihrer Uhr überprüfen. Dazu zählen Sie 15 Sekunden lang Ihre Pulsschläge – stoppen Sie am besten die Zeit. Nehmen Sie das Ergebnis mal vier.

Die Abweichung Ihres Herzschrittmachers von der eingetragenen Zeit sollte maximal 5 Sekunden betragen. Liegt sie darüber, kann dies ein Störungshinweis sein.

Wenn sie allerdings über den 80 Schlägen liegt, ist der Grund dafür die Eigenfrequenz Ihres Herzens, keine Störung.

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