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Herzinsuffizienz

Neuerdings leiden Sie zunehmend an Luftnot. Selbst im Liegen sind Sie außer Atem.

Auch nachts sind Sie schon von dem Gefühl wach geworden, nicht genügend Luft zu bekommen.

Sie sind sehr erstaunt, als Ihr Arzt Ihnen mitteilt, dass all diese Symptome vom Herzen kommen und er deshalb mehrere Herzuntersuchungen anordnet.

Kurzatmigkeit kann eines der ersten Symptome einer chronischen Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sein, einer lebensbedrohlichen Erkrankung, die hauptsächlich ältere Menschen betrifft.

Weltweit leiden schätzungsweise 15 Millionen Menschen – insbesondere in den Industrienationen – an Herzinsuffizienz.

Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung wird in Deutschland mit rund 300.000 Neuerkrankungen pro Jahr gerechnet.

Etwa 5% der 65- bis 70-jährigen Männer und Frauen leiden an chronischer Herzschwäche, bei den über 75-jährigen sogar jeder zehnte.

Eine Schädigung des Herzens lässt sich im Allgemeinen nicht wieder rückgängig machen. D

ennoch kann eine geeignete Behandlung die Pumpfunktion des Herzens oft verbessern. Auch können objektive Befunde und Symptome einer Herzinsuffizienz gelindert werden.

Bei der koronaren Herzkrankheit ist Ihre „Pumpe“ geschwächt

Das Herz pumpt pro Tag über 7.500 Liter Blut in den Blutkreislauf des Körpers.

Es gibt dabei 2 verschiedene Kreisläufe: den Lungenkreislauf, bei dem das Blut mit Sauerstoff versorgt wird, und den Körperkreislauf, der das sauerstoffreiche Blut in den Körper pumpt.

Zunächst gelangt das sauerstoffarme Blut aus dem Körperkreislauf in den rechten Vorhof und von dort in die rechte Herzkammer (Ventrikel) und wird dann in den Lungenkreislauf gepumpt.

Das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge fließt in den linken Vorhof, gelangt von dort in die linke Kammer und wird dann in den Körperkreislauf gepumpt.

Eine chronische Herzschwäche kann bedeuten, dass sich das Herz entweder nicht genügend mit Blut füllt, zu wenig in den Körper- und Lungenkreislauf pumpt oder beides.

Meist betrifft die Herzinsuffizienz den linken Ventrikel, obgleich eine Schädigung des Herzens mit Herzinsuffizienz die linke Herzhälfte („linkes Herz“) oder auch beide Herzhälften („linkes“ und „rechtes“ Herz) beeinträchtigen kann.

Der Begriff Herzversagen könnte den Eindruck erwecken, dass es sich um ein plötzliches Ereignis oder einen Herzstillstand handelt.

Vielmehr ist es jedoch eher so, dass die Pumpfunktion des Herzens schrittweise abnimmt, bevor Symptome auftreten oder ein Erkrankungszustand vorliegt.

Für Herzinsuffizienz gibt es eine ganze Reihe von Bezeichnungen, zum Beispiel Stauungsinsuffizienz oder Herzmuskelschwäche.

Denn die nachlassende Pumpleistung des Herzens führt zu einem Stau des Blutes im Kreislauf.

Dieser Blutstau kann sich auf Organe wie Leber und Lunge auswirken oder zu Wassereinlagerungen in Geweben, insbesondere den Beinen und den Knöcheln führen. Schwellungen sind die Folge.

Die eigentlichen Ursachen liegen nicht allein beim Herzmuskel

Eine chronische Herzschwäche ist normalerweise das Ergebnis anderer Gesundheitsprobleme, die das Herz schädigen und seine Pumpleistung schwächen.

Dazu gehören:

  • Die Koronare Herzkrankheit, mit oder ohne Herzinfarkt
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Herzklappenprobleme
  • Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathie), die oft familiär gehäuft auftreten
  • anormaler Herzrhythmus oder Herzrhythmusstörungen
  • Alkoholgenuss
  • angeborene Herzfehler
  • Schilddrüsenprobleme

Ihr Risiko für eine Herzinsuffizienz nimmt auch dann zu, wenn Sie an Diabetes erkrankt sind oder ein Leber- oder Nierenversagen vorliegt.

Viele Patienten mit Herzinsuffizienz haben außerdem während des Schlafs Atemstörungen, insbesondere das Schlafapnoe-Syndrom. Sie erhöhen das Risiko, vorzeitig zu sterben.

Um den Verlust der Pumpleistung zu kompensieren, wird der Herzmuskel dicker und das Herz vergrößert sich.

Das Herz schlägt schneller. Dennoch können die Probleme irgendwann nicht mehr weiter kompensiert werden und schließlich treten die Symptome einer Herzinsuffizienz auf.

Die Symptome können leicht sein –manche Patienten verspüren gar keine – bis schwer wiegend. Erste Anzeichen sind Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung oder in Ruheposition beim Liegen oder Schlafen sowie Schwächegefühl oder Müdigkeit.

Wenn sich Flüssigkeit in den Geweben einlagert, kann dies geschwollene Beine, Knöchel oder Füße und Schwellungen im Unterleib verursachen.

Die Halsvenen können deutlich sichtbar hervortreten. Betroffene nehmen unter Umständen schnell an Gewicht zu, das Herz schlägt unregelmäßig oder zu schnell oder sie husten anhaltend oder ohne ersichtlichen Grund.

Medikamentöse Behandlung ist die Standardtherapie bei Herzinsuffizienz

Wenn Ihr Arzt bei Ihnen eine Herzinsuffizienz vermutet,wird er zur Diagnose eine ganze Reihe von Untersuchungen durchführen.

Dazu gehören eine Blutuntersuchung, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs und ein EKG, um die elektrische Erregungsbildung und -leitung des Herzens zu prüfen.

Eine Ultraschalluntersuchung, ein Belastungstest und möglicherweise eine Koronarangiographie zur Identifikation verengter Arterien (Koronare Herzkrankheit) sind weitere diagnostische Verfahren.

In einigen Fällen lässt sich die Herzinsuffizienz beheben, indem eine andere zugrunde liegende Erkrankung behandelt wird, wie beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine defekte Herzklappe.

In den meisten Fällen ist die Herzinsuffizienz jedoch ein chronischer Zustand.

Die Behandlung konzentriert sich in erster Linie darauf, das Herz zu stärken und die Symptome zu reduzieren.

In der Regel verordnen Ärzte 2 oder mehr der folgenden Wirkstoffe:

  • Angiotensin-converting enzyme (ACE)-Hemmer – Sie werden häufig zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. ACE-Hemmer sind die Haupttherapiestütze, wenn das Herz zu schwach schlägt. Sie vermindern den Druck innerhalb der Blutgefäße und wirken günstig auf die Natrium- und Wasserretention.

Zu den ACE-Hemmern gehören unter anderem die Wirkstoffe Enalapril, Lisinopril und Quinapril.

Einige Menschen entwickeln einen hartnäckigen Husten, wenn sie ACE-Hemmer einnehmen.

Dieser Husten stört zwar, ist aber nicht gefährlich. Alternativ könnten die Ärzte solchen Patienten einen Angiotensin-II-Rezeptorblocker wie Losartan (z. B. Lozaar®) und Valsartan (z. B. Provas®) verschreiben.

Derartige Medikamente wirken ähnlich wie die ACE-Hemmer, verursachen im Allgemeinen aber keinen Husten.

  • Beta-Rezeptorblocker – Sie helfen insbesondere, das Herz wieder zu verkleinern und verbessern die Pumpfunktion. Bisoprolol (z. B. Concor®), Carvedilol (z. B. Querto®) und Metoprolol (z. B. Beloc®) sind Beispiele für diese Wirkstoffklasse.
  • Diuretika – Sie werden verabreicht, um die Ansammlung von Flüssigkeit in den Geweben zu verhindern. Furosemid (z. B. Lasix®) und Hydroclorothiazid (z. B. Esidrix®) sind solche Diuretika.
  • Spironolacton – Hierbei handelt es sich um ein mildes Diuretikum (z. B. Aldactone®), welches auch das Leben von Menschen mit einer Stauungsinsuffizienz verlängern kann. Wird eine Herzinsuffizienz durch eine Kombination von Spironolacton mit anderen Medikamenten behandelt, so sinken sowohl das Risiko der Patienten, ins Krankenhaus eingewiesen zu werden als auch deren Herztodrisiko.
  • Digoxin (Digitalis) – Diese Substanz kann den Herzmuskel stärken und die Herzschlagrate leicht senken. Digoxin wird bei Patienten eingesetzt, die selbst nach der Behandlung mit anderen Medikamenten noch Symptome haben. Mit seiner Hilfe lässt sich die Herzschlagrate bei bestimmten Herzrhythmusproblemen kontrollieren.

Implantierbare Herzschrittmacher, die die Effizienz der Pumprate erhöhen und implantierbare Defibrillatoren gewinnen bei der Routinebehandlung der Herzinsuffizienz an Bedeutung.

Für Menschen mit weit fortgeschrittenem Krankheitsverlauf kann die Herztransplantation eine Behandlungsoption sein. Allerdings ist die Zahl an Spenderorganen nach wie vor begrenzt.

Falls notwendig, benutzen Chirurgen als Zwischenlösung künstliche Herzpumpen, so genannte Linksventrikelpumpen (left heart assist device, LVAD), bis ein geeignetes Spenderherz gefunden ist.

Ähnliche Hilfsmittel werden in naher Zukunft in den USA für die Implantation bei bestimmten Patienten zugelassen werden, für die eine Herztransplantation nicht infrage kommt.

Das Herz versucht, die reduzierte Pumpleistung dadurch zu kompensieren, dass es sich vergrößert.

Mit einer Herzinsuffizienz leben

Ihr Arzt kann Ihnen außer einer medikamentösen Therapie zahlreiche Maßnahmen vorschlagen, die die Symptome der chronischen Herzschwäche lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

Sie sollten Ihre Kochsalzzufuhr einschränken ebenso wie die Flüssigkeitsmenge, die Sie zu sich nehmen.

Außerdem sollten Sie sich fett- und cholesterinarm ernähren und Ihren Alkoholkonsum einschränken, denn Alkohol schwächt das Herz.

Treiben Sie entsprechend den Empfehlungen Ihres Arztes körperliche Übungen in Maßen und versuchen Sie, Stress zu vermeiden.

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