Herzinsuffizienz: Behandlung
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Wenn Ihr Arzt bei Ihnen eine Herzinsuffizienz vermutet, wird er zur Diagnose eine ganze Reihe von Untersuchungen durchführen. Dazu gehören eine Blutuntersuchung, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs und ein EKG, um die elektrische Erregungsbildung – und leitung des Herzens zu prüfen. Eine Ultraschalluntersuchung, ein Belastungstest und möglicherweise eine Koronarangiographie, zur Identifikation verengter Arterien (koronare Herzkrankheit), sind weitere diagnostische Verfahren.
In einigen Fällen lässt sich die Herzinsuffizienz beheben, indem eine andere zugrunde liegenden Erkrankung behandelt wird, wie beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine defekte Herzklappe. In den meisten Fällen ist die Herzinsuffizienz jedoch ein chronischer Zustand.
Die Behandlung konzentriert sich in erster Linie darauf, das Herz zu stärken und die Symptome zu reduzieren. In der Regel verordnen Ärzte 2 oder mehr der folgenden Wirkstoffe:
Angiotensin-converting enzyme (ACE)-Hemmer − Sie werden häufig zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. ACE-Hemmer sind die Haupttherapiestütze, wenn das Herz zu schwach schlägt. Sie vermindern den Druck innerhalb der Blutgefäße und wirken günstig auf die Natrum – und Wasserretention.
Zu den ACE-Hemmern gehören unter anderem die Wirkstoffe Enalapril, Lisinopril und Quinapril. Einige Menschen entwickeln einen hartnäckigen Husten, wenn sie ACE-Hemmern einnehmen. Der stört zwar, ist aber nicht gefährlich. Alternativ könnten die Ärzte solchen Patienten einen Angiotensin II-Rezeptorblocker wie Losartan (z. B. Lozaar®) und Valsartan (z. B. Provas®) verschreiben. Derartige Medikamente wirken ähnlich wie die ACE-Hemmer, verursachen im allgemeinen aber keinen Husten.
Beta-Rezeptorblocker − Sie helfen insbesondere, das Herz wieder zu verkleinern und verbessern die Pumpfunktion. Bisoprolol (z. B. Concor®), Carvedilol (z. B. Querto®)und Metoprolol (z. B. Beloc®) sind Beispiele für diese Wirkstoffklasse.
Diuretika − Sie werden verabreicht, um die Ansammlung von Flüssigkeit in den Geweben zu verhindern. Furosemid (z. B. Lasix®) und Hydrocklorothiazid (z. B. Esidrix®) sind solche Diuretika.
Spironolacton − Hierbei handelt es sich um ein mildes Diuretikum (z. B. Aldactone®) , welches auch das Leben von Menschen mit einer Stauungsinsuffizienz verlängern kann. Wird eine Herzinsuffizienz durch eine Kombination von Spironolacton mit anderen Medikamenten behandelt, so sinken sowohl das Risiko der Patienten ins Krankenhaus eingewiesen zu werden, als auch deren Herztodrisiko.
Digoxin (Digitalis) − Diese Substanz kann den Herzmuskel stärken und die Herzschlagrate leicht senken. Digoxin wird bei Patienten eingesetzt, die selbst nach der Behandlung mit anderen Medikamenten noch Symptome haben. Mit seiner Hilfe lässt sich die Herzschlagrate bei bestimmten Herzrhythmusproblemen kontrollieren.
Implantierbare Herzschrittmacher, die die Effizienz der Pumprate erhöhen und implantierbare Defibrillatoren gewinnen bei der Routinebehandlung der Herzinsuffizienz an Bedeutung.
Für Menschen, mit weit fortgeschrittenem Krankheitsverlauf kann die Herztransplantation eine Behandlungsoption sein. Allerdings ist die Anzahl an Spenderorganen nach wie vor begrenzt. Falls notwendig benutzen Chirurgen als Zwischenlösung künstliche Herzpumpen, so genannte Linksventrikelpumpen (left heart assist device, LVAD) bis ein geeignetes Spenderherz gefunden ist. Ein ähnliches Hilfsmittel wird in naher Zukunft in den USA für die Implantation bei bestimmten Patienten zugelassen werden, für die eine Herztransplantation nicht in Frage kommt.