MenüMenü

Herzinsuffizienz: Aldosteron-Blocker verlängern Leben

Sie arbeiteten zusammen mit Ihrem Arzt hart daran, die Stauungsinsuffizienz nach Ihrem Herzinfarkt in den Griff zu bekommen.

Nun berichtet er von neueren Forschungsergebnissen über den therapeutischen Einsatz von Medikamenten bei Herzinsuffizienz, die das Hormon Aldosteron hemmen.

Nimmt man diese Medikamente zusammen mit der Standardtherapie ein, verbessert das die Lebensqualität der Betroffenen und verlängert deren Leben.

Eine Stauungsinsuffizienz bezeichnet eine schwere gesundheitliche Störung.

In Deutschland erleiden nach Angaben der Deutschen Herzstiftung pro Jahr 280.000 Menschen einen Herzinfarkt.

Unter den Überlebenden entwickeln innerhalb der folgenden sechs Jahre einer von fünf Männern und nahezu eine von zwei Frauen eine Herzinsuffizienz (chronische Herzschwäche).

Damit erhöht sich deren Risiko, zu sterben.

Was ist eine Herzinsuffizienz eigentlich?

Eine Herzinsuffizienz gilt als lebensbedrohlicher, chronischer Zustand, der vornehmlich ältere Menschen betrifft.

Er tritt auf, wenn das Herz so geschwächt oder geschädigt ist, dass es nicht mehr das notwendige Blut in den Körper pumpt.

In der Regel stellt die chronische Herzschwäche das Endresultat einer anderen Störung im Herz-Kreislauf-System dar. Die Behandlung einer Herzinsuffizienz fällt vielseitig aus.

Ihr Ziel ist es, weiteren Schaden von Ihrem Herzen abzuwenden und dafür zu sorgen, dass es das Blut so effizient wie möglich in den Körper pumpt.

Ihr Arzt verordnet Ihnen für die Therapie eine Reihe von Medikamenten.

Im Normalfall setzt man dabei einen ACE-(Angiotensin-Converting-Enzym)-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB) ein, um den Blutdruck zu senken und dem Herzen Arbeit abzunehmen.

Die Ärzte verschreiben unter Umständen zusätzlich Beta-Blocker und in manchen Fällen Digoxin, um das geschwächte Herz zu behandeln.

Darüber hinaus nehmen viele Betroffene ein Diuretikum ein. Es hilft dem Körper, Wasser und Natrium auszuscheiden.

Eine Reihe von Diuretika führen allerdings dazu, dass der Körper mehr Kalium als üblich ausscheidet.

Viele Hormone beeinflussen eine Herzinsuffizienz, die der Körper aufgrund der Schädigung des Herzens ausschüttet. Eines davon ist das Aldosteron.

Wie wirkt Aldosteron auf das Herz?

Die Nebennieren produzieren Aldosteron, die sich oberhalb jeder Niere befinden.

Dieses Hormon trägt in der Regel dazu bei, den Wassergehalt sowie den Natrium-, Kalium- und Salzspiegel aufrecht zu erhalten.

Im Zusammenhang mit einer Herzinsuffizienz ist ein erhöhter Aldosteron-Spiegel im Körper schädlich.

Er ist unter Umständen für negative Veränderungen im Herzen und den Blutgefäßen verantwortlich, die wiederum die normale Pumpleistung und den Blutfluss stören.

Erhöhte Aldosteronwerte führen dazu, dass der Kaliumspiegel unter seinen Normalwert fällt.

Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der elektrischen Stabilität von Herz und Nervensystem. Ist der Kaliumspiegel zu niedrig, führt das eventuell zu Störungen des Herzrhythmus (Arrhytmie).

Die wissenschaftliche Studie

Studien zufolge spielt eine auf das Hormon Aldosteron ausgerichtete Therapie eine Schlüsselrolle bei der Lebensdauer von Menschen mit Herzinsuffizienz.

In einer großen Studie untersuchten Forscher diejenigen Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz näher, die zusätzlich zur Standardtherapie mit ACE-Inhibitoren und Diuretika (z. B. Wirkstoff Furosemid) geringe Dosen des Aldosteron-Blockers Spironolacton einnahmen.

Spironolacton gilt als schwaches Diuretikum. Es hemmt die Wirkung des Aldosterons und hebt im Gegensatz zu vielen anderen Diuretika den Kaliumspiegel an.

Bei den Patienten, die Spironolacton einnahmen, verbesserten sich die Symptome.

Man wies sie weniger häufig wegen Herzinsuffizienz ins Krankenhaus ein.

Des Weiteren brachten sie ein geringeres Risiko mit sich, an einer herzbedingten Ursache zu sterben.

Eplerenon

Eine andere Untersuchung beschäftigte sich mit Patienten, die leichten bis gemäßigten Bluthochdruck und eine Vergrößerung des Herzmuskels aufwiesen (linksseitige Ventrikelhypertrophie).

Einige Studienteilnehmer nahmen zusätzlich zu einem ACE-Inhibitor den in den USA kürzlich zugelassenen Wirkstoff Eplerenon ein.

Dieser ist ein neuer Aldosteron-Rezeptorblocker, der in Deutschland und der Schweiz noch nicht registriert ist.

Verglichen mit der alleinigen Einnahme jedes dieser Medikamente vergrößerte sich bei den Patienten, die sowohl den ACE-Inhibitor als auch Eplerenon einnahmen, der Herzmuskel deutlich weniger.

Weitere Studien zeigten, dass Aldosteron-Blocker die Herzfunktion verbessern und die Belastungsgrenze heraufsetzen. Dies wiesen Forscher unter anderem in Deutschland nach.

Sind Sie an Herzinsuffizienz erkrankt, sprechen Sie Ihren Arzt auf die Rolle von Aldosteron-Blockern in der Therapie an. Fragen Sie ihn, ob Sie nicht von deren Einnahme profitieren könnten.

Unerwünschte Nebenwirkung: Gynäkomastie

Als mögliche unerwünschte Nebenwirkung bei Männern, die zur Behandlung ihrer Herzinsuffizienz den Wirkstoff Spironolacton einnehmen, gilt die Vergrößerung und Zunahme der Empfindlichkeit der Brust.

Der Fachbegriff dafür lautet Gynäkomastie. Zwar profitiert das Herz der Betroffenen von der Therapie, aber die Gynäkomastie belastet die Patienten unter Umständen sehr.

Im Gegensatz dazu weist Eplerenon diese unerwünschte Nebenwirkung nicht auf. Obwohl es teurer ist, stellt es für diejenigen Männer, für die Spironolacton nicht infrage kommt, eine alternative Therapie dar

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten