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Herzinfarkt: So lange dauert der Krankenhausaufenthalt

Wenn Sie einen Herzinfarkt erlitten haben, sollten Sie mit einem mindestens 3- bis 4-tägigen Krankenhausaufenthalt rechnen.

Während dieser Zeit können Untersuchungen wie zum Beispiel ein Röntgenbild Ihres Brustraums und Echokardiogramme gemacht werden, um Ihre Herzfunktion zu prüfen und nach einer möglichen Wasseransammlung in der Lunge zu suchen.

Letztere kann auf eine verminderte Pumpleistung Ihres Herzens auf Grund eines Infarktes hinweisen.

Vor der endgültigen Entlassung aus dem Krankenhaus können Belastungstests, so zum Beispiel der mit einem Fahrradergometer, sinnvoll sein, mit denen geprüft wird, ob weitere Herzregionen durch verstopfte Gefäße bedroht sind und wie gut Ihre Herzfunktionen an Belastung angepasst sind.

Herzinfarkt: Diese Medikamente werden verabreicht

Für bestimmte Wirkstoffgruppen konnte ein deutlicher Nutzen für Herzinfarkt-Patienten gezeigt werden.

Dazu gehören Medikamente wie ASS und Clopidogrel (z. B. Plavix®), die die Gefahr der Gefäßverstopfung herabsetzen.

Statinartige Cholesterinsenker eignen sich außerdem, um schnell für bessere Cholesterinwerte zu sorgen und die Gefäßwände zu stabilisieren, sodass auch eine zukünftige Bildung von Blutgerinnseln vermieden werden kann.

Wer will schließlich schon zum „Wiederholungstäter“ werden…!?

Außerdem wird den meisten Patienten die Einnahme von Medikamenten empfohlen, die das Angiotensin-Konvertierende-Enzym (ACE) hemmen, sowie Medikamente aus der Gruppe der Betablocker.

Diese verschreibungspflichtigen Substanzen bieten nachgewiesenermaßen langfristige Vorteile für Herzinfarkt-Patienten.

Senken Sie ohne Medikamente Ihr Herzinfarkt-Risiko um bis zu 80 %

Eine neue Studie namens „Interheart“ wird als eine der aussagekräftigsten bezeichnet, was Risikofaktoren von Herzinfarkten angeht. Über 15.000 Herzinfarkt-Patienten wurden untersucht, zusammen mit der gleichen Anzahl Menschen, die keinerlei Herzprobleme hatten.

Die Teilnehmer wurden weltweit rekrutiert und von über 260 Wissenschaftlern untersucht, die Daten der Patienten wurden über 10 Jahre lang gesammelt.

Hier ist eine Warnung: Diejenigen, die der Meinung sind, dass das Nummer-1-Risiko für einen Herzinfarkt entweder zu hohes Cholesterin oder ein erhöhter LDL-Wert („schlechtes Cholesterin“) ist, werden von dieser Studie enttäuscht sein, denn keines von beiden ist unter den Top-Ursachen für einen Herzinfarkt.

Laut Interheart ist der Faktor, der hauptsächlich für einen Herzinfarkt verantwortlich ist, das unausgeglichene Verhältnis von ApolipoproteinB (apoB) zu ApolipoproteinA1 (apoA1).

Und wenn das für Sie im Moment verwirrend klingt, ist es doch ganz einfach.

Apolipoprotein ist eine Eiweißkomponente des Cholesterins. ApoB ist ein Teil des LDL und apoA1 ist ein Teil des HDL. Das ideale Verhältnis ist ein apoB zu zwei apoA1.

Mit anderen Worten, erhöhtes LDL alleine (der Zustand, der mit Statinen behandelt wird), ist nicht der hauptsächliche Herzinfarkt-Faktor. Es geht alleine um das Verhältnis des apo.

Die Risikofaktoren, die zusätzlich zum apo-Verhältnis Gründe für einen Herzinfarkt sind, sind:

  • Rauchen
  • Diabetes
  • hoher Blutdruck
  • viel zu hohes Gewicht
  • Stress
  • zu wenig Obst und Gemüse auf dem Speiseplan
  • zu wenig Sport

Und auch in genau dieser Reihenfolge, vom risikoreichsten Verhalten bis zum weniger risikoreichen Verhalten.

Als Schlussfolgerung aus dieser Studie kommen die Forscher zu der Meinung, dass Sie das relative Risiko für einen Herzinfarkt um 80 % verringern können, wenn Sie nur drei Sachen verändern:

Essen Sie genug Obst und Gemüse, machen Sie regelmäßig Sport und hören Sie auf zu rauchen. Fällt Ihnen auf, dass bei diesen Verhaltens-Ratschlägen die Einnahme von Statinen fehlt?

Diese Anzeichen kündigen einen Herzinfarkt an

Druck auf der Brust, als würde eine tonnenschwere Last darauf drücken: Bei diesem Symptom sollten Sie sich direkt ins Krankenhaus begeben. Denn Engegefühl im Brustkorb mit Atemnot ist recht häufig ein Anzeichen für einen drohenden Herzinfarkt.

Ebenfalls ein Infarktanzeichen kann es sein, wenn Sie unter starken Schmerzen im Brustraum leiden, die länger als fünf Minuten andauern. Diese strahlen zudem häufig aus.

So sind sie dann auch in Armen, Oberbauch, im Bereich zwischen den Schulterblättern, am Rücken oder sogar im Kiefer zu spüren.

Auch Herzrhythmusstörungen können auf einen baldigen Herzinfarkt hinweisen. Treten diese plötzlich auf, sollten Sie sich ebenfalls an Ihren Arzt wenden.

Besonders kritisch wird es, wenn weitere Anzeichen hinzukommen, wie kalter Schweiß, Blässe, Übelkeit und Erbrechen.

Scheuen Sie sich nicht, in diesen Fällen einen Notarzt zu rufen. Denn bei einem drohenden Infarkt zählt jede Sekunde. Ärzte reden auch häufig von der goldenen Stunde.

Innerhalb dieser Zeit sind die Heilungschancen definitiv am größten, danach nehmen sie immer weiter ab. Wenn Sie eine Frau sind, sollten Sie beachten, dass sich ein drohender Herzinfarkt bei Ihnen anders äußern kann.

Bei Ihnen ist die Gefahr größer, dass ein Infarkt nicht rechtzeitig erkannt wird. Grund dafür sind die untypischen Anzeichen, die sich deutlich von denen der Männer unterscheiden.

Denn bei Frauen kündigt sich ein Infarkt häufig nur durch Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Schmerzen im oberen Bauchbereich an.

50 Prozent aller Herzinfarkte verlaufen stumm

Erschreckend, aber wahr: Fast jeder zweite Herzinfarkt verläuft „stumm“. Er macht sich nicht wirklich bemerkbar. Die klassischen Symptome treten nur bei 50 Prozent aller Patienten auf, so zeigt es zumindest eine neue Studie des Wake Forest Baptist Medical Center.

Die Forscher dort hatten Gesundheitsdaten von fast 9.500 Amerikanern ausgewertet und sie mehrere Jahre lang begleitet.

Über 700 erlitten einen Infarkt. 317 dieser Infarkte hatten sich dabei nicht durch Begleitsymptome bemerkbar gemacht. Auch bei stummen Herzinfarkten verschließen sich Blutgefäße, der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Die Folge: Gewebe stirbt ab, das Herz kann seiner Funktion nicht mehr ausreichend nachkommen.

Die Forscher stellten fest: Männer erleiden häufiger einen stummen Infarkt. Bei Frauen ist er seltener, dafür endet er deutlich öfter tödlich.

Dabei ist auch ein stummer Infarkt gar nicht wirklich stumm. Auch er bringt Warnzeichen mit sich. Leider werden diese nur häufig nicht mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht.

Leiden Sie allerdings unter dauernder Müdigkeit, Verdauungsstörungen, Schmerzen, die an Muskelzerrungen erinnern oder Schmerzen in Brust, Oberbauch, Kiefer oder Rücken, sollten Sie aufmerksam werden.

Das gilt vor allem dann, wenn Sie schon Risikofaktoren für Herzerkrankungen mitbringen, zum Beispiel Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes, Bluthochdruck oder wenn Sie Raucher sind.

Dann sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen und auf einem EKG bestehen, um einen eventuellen stummen Infarkt früh zu erkennen und zu behandeln.

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