Herzinfarkt: Risikofaktoren für Frauen
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GNL5356
Risikofaktoren für einen Herzinfarkt
Allgemein zählen dazu
Bluthochdruck (ständig über 140/90 mmHg, laut WHO 130/85 mmHg)
hohe Blutfettwerte: hoher GesamtCholesterinspiegel (über 220 mg/ 100 ml, davon ein (herzschädlicher) LDL-Spiegel über 160 mg/100 ml und/ oder ein (schützender) HDL-Spiegel unter 50 mg/100 ml; erhöhte Triglyzeride (über 170 mg/100 ml)
familiäre Häufung
hohe Homocystein-Spiegel (s. S. 6)
Diabetes
Übergewicht
Rauchen
Bewegungsmangel
Es hat sich aber gezeigt, daß einzelne dieser allgemein geltenden Risikofaktoren für Frauen einen anderen Stellenwert als für Männer haben.
Rauchen ist z. B. insbesondere für jüngere Frauen der entscheidende Risikofaktor, noch schädlicher als für Männer. Rauchende Frauen katapultieren sich aus ihrer in jüngeren Jahren eher geschützten Position in die Risikosituation der Männer gleichen Alters. Rauchen vermindert den Östrogenspiegel und damit auch das herzschützende HDL, dadurch kommt es schneller zu Gefäßschäden und Cholesterinablagerungen in den Arterien. Rauchen zusammen mit hormoneller Kontrazeption (die Pille) bedeutet noch einmal mehr Gefahr, selbst wenn es noch nicht zu Cholesterinablagerungen kommt. Es bilden sich Thromben, die sich lösen und eine Herzkranzarterie verstopfen können.
Die Menopause spielt für den Herzinfarkt eine besondere Rolle: Je früher sie eintritt (z. B. mit 40 Jahren), desto größer ist das Risiko für einen späteren Herzinfarkt, je später (z. B. mit 55 Jahren), desto geringer ist es.
Eine Hormonersatztherapie in der Postmenopause (Zeit nach der letzten Menopause) gilt in ärztlichen Fachkreisen als eine Möglichkeit, das Risiko älterer Frauen für einen Herzinfarkt zu senken. Um so überraschender sind die Ergebnisse einer neuen Studie, die diesen speziellen Herzschutz in Frage stellen – allerdings bei Frauen, die schon eine Koronare Herzkrankheit haben. In dieser Studie (HERS, veröffentlicht 1998) mit über 2.700 Frauen mit einer Koronaren Herzkrankheit, konnte ein schützender Effekt einer kombinierten Östrogen/Gestagen-Behandlung gegenüber einem Scheinpräparat nicht festgestellt werden.
Diabetes ist für Frauen mit einem stärkeren Infarktrisiko verbunden als für Männer. Achten Sie also auch selbst auf eine gute Blutzucker-Einstellung, selbst wenn dazu die Umstellung von Blutzucker-senkenden Tabletten auf Insulin, auf 3 bis 4 x tägliche Blutzucker-Messungen und bis zu 4 x tägliche Insulinspritzen erforderlich sein sollten.
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