Herzinfarkt: Auf in den Kampf
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Jeder zweite Todesfall in Deutschland wird durch einen Herzinfarkt verursacht — über die Hälfte davon kommen ohne Vorboten. Immer noch hat sich nichts an diesen Zahlen geändert, obwohl Sie dem Herzinfarkt durch Ihr Verhalten vorbeugen können — auch wenn er genetisch bedingt ist.
Die stärkste Waffe im Kampf gegen den Herzinfarkt ist ein 2-Schritte-Programm:
- Schalten Sie Ihre Risikofaktoren aus.
- Beugen Sie aktiv vor.
Schätzen Sie Ihr Risiko selbst ein
Ein geringes Herzinfarktrisiko haben Sie bei keinem wahrscheinlichen oder einem wahrscheinlichen oder einem verstärkenden Faktor.
Ein mittleres Risiko liegt vor, wenn Sie nicht mehr als 2 direkte oder 3 bis 4 wahrscheinliche bzw. verstärkende Faktoren aufweisen. Haben Sie mehr als 2 direkte oder mehr als 4 wahrscheinliche bzw. verstärkende Faktoren, besteht bei Ihnen ein hohes Herzinfarktrisiko.
Ihre wichtigsten Gefährten für einen aktiven Herzschutz
Vorbeugen leicht gemacht — schon mit kleinen Mitteln können Sie Ihr Herzinfarktrisiko deutlich reduzieren:
Kommen Sie in Bewegung. Sport ist die beste Vorbeugung gegen Herzinfarkt. Sie können mit 50 noch Herzkranzgefäße haben, die so gesund sind wie die eines 20-Jährigen. Das haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Dazu müssen Sie nur regelmäßig Sport treiben — eine halbe Stunde am Tag reicht schon. Damit reduzieren Sie ihr Herzinfarktrisiko um rund 30 %.
Aber bitte, holen Sie jetzt nicht alles nach, was Sie eventuell in den letzten Jahren versäumt haben. So tappen Sie wieder nur in die Stress-Falle: Sport, bei dem Sie sich völlig verausgaben (und das in möglichst kurzer Zeit), ist nicht gesund für Ihr Herz. Trainieren Sie immer getreu meinem Motto „Langsam und lange" — dann profitiert Ihr Herz wirklich vom Training.
Senken Sie Ihren LDL-Cholesterin-Spiegel. Wenn Sie dieses schlechte Cholesterin um 1 % senken, reduzieren Sie auch Ihr Herzinfarkt-Risiko um 1 %.
Senken Sie Ihren Homocysteinspiegel. Homocystein entsteht, wenn die Aminosäure Methiodin im Körper abgebaut wird. Zwar wird Homocystein im Körper weiter umgewandelt, aber dieser Umwandlungsprozess kann gestört sein. Dann raut das Homocystein die Gefäßwände auf und ermöglicht den LDL-Partikeln, dass sie sich dort anlagern und die Arterien verstopfen können. Daher sollte Ihr Homocysteinwert unter 10 mmol/l Blut liegen. Schon eine geringe Erhöhung dieses Wertes verdoppelt die Verkalkungsgeschwindigkeit Ihrer Gefäße. Homocystein können Sie durch einen Vitamin-B-Komplex mit Folsäure senken. Dazu empfehle ich Ihnen das Präparat der Firma Smerdt, mit dem ich bei meinen Patienten sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Sie erhalten es unter der Pharma-Zentralnummer 0575025 in der Apotheke.
Ernähren Sie sich herzgesund. Sie sollten viel Obst und Gemüse auf Ihren Speiseplan stellen, z. B. Äpfel, Bananen, Johannisbeeren, rote Paprika oder Kohlrabi. Ich empfehle Ihnen insgesamt 700 g pro Tag. Wenn Sie einen Großteil davon roh essen, dann erhält Ihr Körper viele wichtige Schutzvitamine wie Vitamin C und E sowie Antioxidantien. Auch Fisch ist sehr empfehlenswert, besonders Lachs, Hering oder Makrele. Diese Sorten enthalten Omega-3-Fettsäuren, die die Fließeigenschaften Ihres Blutes erhöhen. Dasselbe gilt für Raps-, Erdnuss-, Weizenkeim- oder Sojaöl.
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