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Wenn Luft im Bauch das Herz stolpern lässt

Als Roemheld-Syndrom werden Herzbeschwerden bezeichnet, die nicht durch ein Problem am Herzen selbst, sondern durch Luft im Bauch  entstehen.

Die Gase im Magen-Darm-Trakt drücken das Zwerchfell massiv nach oben, sodass ein Engegefühl in der Herzgegend entsteht, das einem Angina-Pectoris-Anfall ähnelt.

Die Hauptursache für das Roemheld-Syndrom ist übermäßiges Essen sowie Stress. Manchmal kann auch eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit, selten eine Entzündung im Magen-Darm-Bereich dahinterstecken.

Begleiterscheinungen bei zu viel Luft im Bauch durch das Roemhild-Syndrom

Diese Begleitbeschwerden können durch diese Art von Gasansammlungen im Bauchraum auch auftreten:

  • Atemnot
  • unregelmäßiger Herzschlag
  • Herzklopfen
  • Schwindel
  • Angstzustände
  • Schweißausbrüche
  • sinkender Blutdruck

Alles in allem empfinden die Betroffenen die anfallsartige vermeintliche Herzattacke als außerordentlich bedrohlich. Die einzig sinnvolle Therapie des Roemheld-Syndroms ist die Eindämmung einer übermäßigen Gasbildung im Bauchraum.

Um im akuten Fall den „Luftstau“ aufzulösen verordnen Ärzte sogenannte Entschäumer (z. B. Dimeticon, Simeticon).

Das hilft natürlich gegen das Roemheld-Syndrom

Um der Gasbildung vorzubeugen und Luft im Bauch zu vermeiden, sollten natürlich blähende Speisen wie Kohl, Zwiebeln und Hülsenfrüchte gemieden werden.

Bevorzugen Sie auch schonend Gegartes und Gedämpftes, und verzichten Sie lieber auf Rohkost, wenn Sie zu Blähungen neigen.

Stark zuckerhaltige Lebensmittel sollten Sie ebenso vom Speiseplan streichen wie sehr süßes Obst, da diese Nahrungsmittel Gärungsprozesse und damit auch eine Gasbildung auslölsen.

Bitterstoffe fördern die Fettverdauung und aktivieren sowohl den Gallefluss als auch die Darmtätigkeit. Für einen optimalen Effekt sollten Sie die Bitterstoffe zu Beginn einer Mahlzeit zu sich nehmen. Dazu geeignet ist z. B. ein kleiner Salat mit Chicorée oder Rucola.

Alternativ können Sie auch ein kleines Schnapsgläschen Artischockensaft (aus dem Reformhaus oder Bioladen) als Aperitif zu sich nehmen. Einige Heilpflanzen, die sogenannten Kraminativa, haben eine blähungsverhindernde und -lösende Wirkung.

Gleichzeitig beruhigen Sie die Nerven im Bauchraum und haben dadurch auch einen krampflösenden (spasmolytischen) Effekt.

Diese Heilpflanzen lösen die Gase auf:

  • Kümmel
  • Anis
  • Fenchel
  • Kamille

Die positiven Wirkungen dieser Heilpflanzen können Sie einzeln und auch in Kombination in Form eines Tees nutzen. Außerdem stehen Ihnen Fertigpräparate mit Extrakten aus diesen Pflanzen.

Gegen schmerzhafte Winde haben sich auch die nach dem Deutschen Arzt Wilhelm Schüßler (1821 bis 1898) benannten Mineralsalze bewährt.

Durch das Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum werden die im Verdauungsprozess entstehenden Gase leichter und ohne dass sich die Magen-Darm-Muskulatur schmerzhaft verkrampft ausgeschieden.

Wenden Sie dieses Salz im Bedarfsfall als „heiße 7″ an. Lösen Sie dazu 10 Tablettchen des Mittels in etwa 150 ml kurzaufgekochtem Wasser auf, und trinken Sie die Lösung anschließend in kleinen Schlucken.

Sie können die blähungswidrige Wirkung dieses Mineralsalzes noch verstärken, wenn Sie die Schüßler-Salbe Nr.7 täglich einmal auf den Oberbauch auftragen und sanft einmassieren.

Schluss mit schlechter Haltung – Das dankt Ihnen Ihr Herz

Nackenmuskulatur, Herzfrequenz und Blutdruck haben einen direkten Draht zueinander.

Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität im britischen Leeds: Wenn Sie eine schlechte Körperhaltung haben, wird eine neurale Verbindung zwischen Nackenmuskeln und einem Teil des Hirnstammes – dem Nucleus tractus solitarius (NTS) – aktiviert.

Diese wichtige Schaltzentrale im Kopf reguliert Herzschlag und Blutdruck. Ihr werden auch Durchblutungsstörungen und Entzündungen aus dem Körper „gemeldet“.

Der NTS veranlasst das Herz bei Bedarf, seine Schlagzahl zu erhöhen. Darum ändern sich Blutdruck und Herzschlag, wenn der Nackenmuskel gezerrt oder verspannt ist.

Diese Erkenntnisse können erklären, warum Blutdruck und Herzfrequenz sich manchmal bei Verletzungen der Nackenmuskulatur wie zum Beispiel bei einem Schleudertrauma verändern.

Genauso ist es möglich, dass Ihr Blutdruck steigt, wenn Sie stundenlang am Computer arbeiten oder über Stunden verkrampft und eingeklemmt im Auto sitzen. Eine schlechte Körperhaltung hat so eine direkte Auswirkung auf den Blutdruck und damit auf Ihr Herz.

Übrigens steigt bei langem Sitzen am Schreibtisch oder vor dem PC auch Ihr Thromboserisiko.

Mein Tipp für Sie: Recken und strecken Sie sich, so oft Sie können. Stehen Sie immer wieder auf. Machen Sie es so, wie ich es die dem Leitenden Ingenieur einer großen Werft abgeschaut habe:

Er stellt oder legt sich immer wieder Gegenstände, die er häufig braucht, oben auf seinen Büroschrank – sei es sein Telefon, sein Handy, seine Büroklammern oder seinen Timer.

So zwingt er sich dazu, immer wieder aufzustehen, wenigstens ein paar Schritte zu gehen und sich einmal richtig nach oben zu recken. Wenn Sie sitzen, ändern Sie häufig Ihre Haltung und machen Sie den Rücken gerade.

Das werden Ihnen auch Ihre anderen Organe danken.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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