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Natürlicher Herzschutz von A wie Ananas bis Z wie Zitrusfrucht

Viele Obstsorten wirken durch die in ihnen enthaltenen Pflanzenschutzstoffe besonders positiv auf Ihr Herz. Leider wissen die wenigsten Menschen um die gesundheitlichen Auswirkungen der leckeren Früchte. Genießen Sie das Obst am besten roh und die meisten Sorten vor allem ungeschält. Gerade unter der Schale verstecken sich 70 Prozent der wichtigen Pflanzenschutzstoffe.

Obst© Andrey Armyagov - Fotolia

Auf diese Pflanzenschutzstoffe freut sich Ihr Herz

  • Ananas: Die tropische Frucht enthält Salicylsäure, den Grundstoff der Aspirin-Tablette. In der Ananas erfüllt diese Säure die gleiche Aufgabe wie in der Tablette: Sie verflüssigt Ihr Blut. Dadurch verhindert sie, dass Blutplättchen verklumpen, und schützt Sie so vor Thrombosen, die bis zum Herzinfarkt führen können.
  • Äpfel: Die Inhaltsstoffe Pektin und Pottasche senken Ihren LDL-Cholesterinspiegel. Zudem sind beide Stoffe in der Lage, Kochsalz aus Ihrem Körper zu schwemmen. Dadurch wird Ihr Blutdruck gesenkt.
  • Aprikosen: Die orange-gelben Köstlichkeiten liefern Ihrem Körper viel Kalium. Diesen Vitalstoff braucht Ihr Herz, um im Takt zu schlagen. Zudem hält er Ihre Gefäße elastisch und sorgt so dafür, dass Ihr Blutdruck stabil bleibt.
  • Bananen: Sie enthalten genau wie Aprikosen viel Kalium. Darüber hinaus sind sie reich an Magnesium. Dieser Vitalstoff ist ein Alleskönner für Ihr Herz. Er verbessert die Sauerstoffversorgung der Herzzellen, weitet die Blutgefäße, sorgt so für einen niedrigen Blutdruck und verdünnt Ihr Blut. Studien haben gezeigt, dass Magnesium vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Angina Pectoris schützen kann.
  • Beeren: Ganz gleich, ob Himbeeren, Brombeeren oder Heidelbeeren – alle gehören zu den Herzschutzmitteln. Gerade rote und blaue Beeren enthalten viele Anthozyane. Dieser Stoff entspannt Ihr Gefäßsystem. So wird dem Bluthochdruck vorgebeugt.
  • Birnen: Sie enthalten reichlich Folsäure, ein Vitamin, an dem es den meisten Menschen mangelt. Folsäure schützt Ihr Herz und Ihren Kreislauf. Die zudem in der Birne enthaltenen Mineralstoffe (z. B. Kalium) senken Ihren Blutdruck.
  • Feigen: Diese schmecken nicht nur nach Urlaub, sie enthalten auch jede Menge Kalium und Magnesium. Beide halten Ihr Herz gesund. Die Folsäure der Feigen baut Homocystein ab und verhindert so, dass Ihre Arterien verkalken.
  • Grapefruits: Wenn Sie gesund sind, sollten Sie nicht auf diese Zitrusfrüchte verzichten. Als natürlicher Cholesterinsenker sind diese so in der Lage, Sie vor Arterienverkalkung zu schützen. Vorsicht aber, wenn Sie Medikamente einnehmen! Fragen Sie dann auf jeden Fall Ihren Arzt, ob Sie Grapefruits essen dürfen. Denn diese Zitrusfrüchte können verhindern, dass bestimmte Inhaltsstoffe von Medikamenten abgebaut werden und so deren Wirksamkeit verändern. Daher sollten Sie Medikamente auch nie mit Grapefruitsaft einnehmen.
  • Kiwis: Sie enthalten viel Vitamin C. Dieses Vitamin schützt Ihre Gefäße und beugt wirksam einer Arteriosklerose vor.
  • Pflaumen: Sie sollten Pflaumen nicht frisch, sondern besser getrocknet essen. Denn in getrocknetem Zustand enthalten sie besonders viel Kalium. Es kontrolliert Ihren Blutdruck und hält ihn niedrig.
  • Quitten: Schon Hildegard von Bingen wusste, dass Quitten gut für Ihr Herz sind. Sie enthalten den Wirkstoff Caffeoylchinasäure. Er hält Ihre Arterien elastisch und schützt diese vor Verkalkung.
  • Sanddorn: Die Beeren des Sanddornstrauchs sind reich an Vitamin C. Sie enthalten rund neunmal so viel von diesem Vitamin wie die vergleichbare Menge Zitronen. So beugen sie effektiv der Arteriosklerose vor. Zudem enthalten die Beeren bioaktive Substanzen, die Sie vor Herzerkrankungen schützen.
  • Zitronen: In den sauren Früchtchen sind Polyphenole versteckt, die zusammen mit der Zitronensäure Ihren Blutkreislauf in Schwung bringen. So sind sie in der Lage, Gefäßverstopfungen vorzubeugen. Sie können diese Fähigkeit der Zitronen auch auf Langstreckenflügen nutzen, um Thrombosen vorzubeugen: Trinken Sie alle fünf Stunden ein Glas Wasser mit Zitronensaft im Verhältnis 50:50.
  • Zitrusfrüchte: Orangen, Mandarinen & Co. enthalten viel Kalium, darüber hinaus auch große Mengen Vitamin C. Beides stabilisiert Ihren Blutdruck.

Tipp: Lassen Sie die weiße Haut am Obst und verwenden Sie öfter einmal die Schale von (Bio-)Zitrusfrüchten für Soßen. Kanadische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass in deren Schale polymethoxylierte Flavone stecken. Diese Pflanzenschutzstoffe, so die Forscher, können den Cholesterinspiegel effektiver senken als viele Medikamente.

So kommen Sie an Anthozyane

Anthozyane gehören zur Gruppe der im Pflanzenreich weit verbreiteten Flavonoide, die ihren Namen von den gelben Farbstoffen (Flavonole) erhielten. Derzeit sind 4.000 bis 5.000 Flavonoide bekannt. Auffällig sind die Anthozyane, die eine intensiv rote, blaue oder violette Färbung bewirken. Sie kommen in Obst und Gemüse vor, etwa in Kirschen, Pflaumen, Rotkohl, Auberginen und Beerenobst.

Dort trifft man sie vor allem in den Randschichten an und entfernt sie durch Schälen. Studien mit Piloten belegten, dass Anthozyiane in Blaubeeren die Sehleistung besonders bei Nacht verbessern.

Wein in Maßen ist gut für’s Herz

Wissenschaftler der Harvard Medical School in Boston haben im Jahr 2013 in Zellversuchen getestet, wodurch die schützende Wirkung des Rotwein-Resveratrols zustande kommt. Dabei fanden sie heraus, dass Resveratrol das Protein Sirtuin aktiviert. Sirtuin gilt als Schlüsselenzym für die Vorbeugung von Herzinfarkten und Krebs. Dass der maßvolle Genuss von Rotwein das Risiko an einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes zu erkranken vermindert, konnte in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Studien zeigen. In einer Meta-Analyse aus 84 Studien wiesen Forscher der Universität von Calgary (Kanada) im Jahr 2011 sogar nach, dass Menschen mit einem leichten bis moderaten Alkoholkonsum um ein Viertel seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden als Abstinenzler.

Als maßvoller Alkoholgenuss gelten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Frauen 20 Gramm Alkohol (1/4 l Wein), für Männer die doppelte Menge. Wenn Sie diese Menge regelmäßig überschreiten und täglich mehr als ein bis zwei Gläser Wein trinken, verkehrt sich der gesundheitliche Nutzen ins Gegenteil. Schädigungen der Leber, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und Nervenschäden können dann unter anderem die Folge sein. Ein Gläschen Wein am Abend zu einem guten Essen kann Ihrer Gesundheit also sicherlich nur zuträglich sein. Alles was darüber hinausgeht, ist gesundheitlich eher bedenklich. Und damit die Gefahr der Abhängigkeit verringert wird, sollten Sie an zwei Abenden pro Woche ganz auf den Alkoholgenuss verzichten.

Auch alkoholfreier Rotwein schützt Ihr Herz

Dass Rotwein gut für das Herz ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Der Grund für die herzschützende Wirkung sind die im Rotwein enthaltenen Polyphenole, die als starke Antioxidantien bekannt sind. Nun ist jedoch der regelmäßige Genuss von Alkohol nicht gerade gesundheitsfördernd für die Leber und auch nicht für das Gehirn. Wie kann man dann die positiven Rotweinwirkungen nutzen und die negativen umgehen? Natürlich mit alkoholfreiem Rotwein, den es inzwischen in fast jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Dass das tatsächlich funktioniert, haben nun Forscher der Universität Barcelona (Spanien) gezeigt.

Sie ließen 67 Männer vier Wochen lang täglich 30 g reinen Alkohol entweder in Form von Rotwein, Gin oder alkoholfreiem Rotwein trinken und kontrollierten regelmäßig die Blutdruckwerte der Probanden. Dabei stellten sie fest, dass der Gin gar keine Auswirkungen auf den Blutdruck hatte, der Rotwein den oberen Wert jedoch um durchschnittlich 2,3 mm/Hg senkte. Das beste Ergebnis brachte der alkoholfreie Rotwein: Er hatte den oberen Blutdruckwert um 6 mm/Hg gesenkt. Das entspricht einer Reduzierung des Herzinfarktrisikos um 14 Prozent und einer Senkung des Schlaganfallrisikos um 20 Prozent.

Naturheilkunde bei Herz-Kreislauf-Beschwerden

Herz-Kreislauf-Probleme treten häufig bei warmem Wetter auf. Dagegen können Ihnen aber einfache Mittel helfen:

  • Walnusstee: Übergießen Sie eine Handvoll der inneren Trennwände der Walnüsse mit 250 ml kochendem Wasser. Lassen Sie zehn Minuten ziehen und seihen ab, dann abkühlen lassen und in eine gut verschließbare Flasche umfüllen. Jeden Tag drei Teelöffel hiervon trinken, denn das hilft bei schwachem Herzen.
  • Mistel: Übergießen Sie einen Teelöffel Mistelblätter mit 200 ml kaltem Wasser und lassen dies zehn Stunden ziehen. Dann seihen Sie ab. Trinken Sie hiervon täglich eine Tasse. So können Sie Ihren Blutdruck senken.
  • Rosmarintee: Übergießen Sie einen gehäuften Teelöffel Rosmarin mit einer Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie zehn Minuten ziehen, dann abseihen. Trinken Sie hiervon zwei bis drei Tassen am Tag. Das bringt Ihren Kreislauf in Schwung.
  • Petersilienwein: Kochen Sie zehn Stängel Petersilie mit Blättern in einem Liter Weißwein fünf Minuten, dann geben Sie je zwei Esslöffel Apfelessig und Honig dazu. Füllen Sie das Ganze in eine Flasche um und lassen Sie die Mischung einige Tage ruhig stehen. Trinken Sie zweimal am Tag ein Schnapsglas hiervon vor dem Essen. Das hilft bei zu niedrigem Blutdruck.

Verringern Sie mit Granatapfelsaft Herz-Kreislauf-Probleme

Granatäpfel haben sich bei uns immer noch nicht wirklich durchgesetzt, obwohl sie schon seit ein paar Jahren in den Obst- und Gemüseabteilungen zu finden sind. Dennoch bleiben sie vielen Menschen fremd. Zudem sind sie recht mühsam zu essen oder gar zu entsaften: Sie enthalten augenscheinlich nur Kerne, das Fruchtfleisch ist relativ dünn. Aber es lohnt sich, Granatapfelsaft herzustellen oder zumindest zu kaufen. Denn er kann bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Entzündungen helfen. So das Ergebnis einer israelischen Studie.

Über 100 Dialyse-Patienten hatten hier Granatapfelsaft oder ein Scheinmedikament bekommen, bevor sie mit der Blutwäsche anfingen. Bei denjenigen, die den Saft erhalten haben, waren die Entzündungswerte deutlich geringer. Auch senkt der Saft den Blutdruck und verringert akute Herz-Kreislauf-Probleme. Ursache dafür sind die im Granatapfel enthaltenen Stoffe, die Flavonoide. Sie fangen freie Radikale und schützen so Ihre Gesundheit.

Herzschutz: Gute Nachrichten für Schokoladenfreunde?

Eine neue Studie erfreut sicherlich alle Naschkatzen: Es gibt eine Untersuchung der Monash-Universität in Melbourne, bei der sich die Forscher erneut mit dunkler Schokolade und ihrer Auswirkung auf die Herzgesundheit befasst haben. Immerhin über 2.000 Menschen haben die Forscher beobachtet, alle hatten ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Unvorstellbar, aber von den Wissenschaftlern wird behauptet, dass jeder der Teilnehmer in den vergangenen Jahren pro Tag100 Gramm dunkle Schokolade aß. Diese Menge soll bei ihnen das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich verringert haben. In absoluten Zahlen ausgedrückt verringert diese Menge Schokolade bei 100.000 Menschen insgesamt 70 tödliche und 15 nicht-tödliche Herzinfarkte.

Damit wird zwar eine große Untersuchung der Universität Cambridge unterstützt, die ebenfalls als Ergebnis hatte, dass dunkle Schokolade gesund für das Herz ist. Grund dafür sind die zahlreichen Polyphenole, die antioxidativ wirken und dem Herzinfarkt vorbeugen, indem sie die Blutgefäße weiten. Nirgendwo aber wird erwähnt, wie die restliche Gesundheit der Studienteilnehmer war, die zehn Jahre lang pro Tag eine Tafel Schokolade verzehrt hatten. Denn sie mögen ihr Herzinfarktrisiko vielleicht gesenkt haben. Doch eine solche Menge Schokolade ist bei den meisten Menschen nicht nur eine Menge an unnützen Kalorien, die auf Dauer dick macht, sondern erhöht nach und nach das Diabetes-Risiko. Besser wäre es da doch, auf die Schokolade zu verzichten und durch Bewegung und ausgewogene Ernährung das Herzinfarkt-Risiko zu senken.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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