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Herzschwäche: Eisenpräparate können helfen

Luftnot bei der geringsten Belastung, Überforderung schon bei kleinen Bewegungen – eine Herzschwäche kann die Lebensqualität gravierend verschlechtern.

Hilfe kann ein Eisenpräparat geben. Denn wir wissen: Liegt nur ein ganz leichter Eisenmangel vor, selbst wenn er auf den roten Blutkörperchen noch nicht erkennbar ist, verschlechtert sich der Allgemeinzustand von Patienten mit Herzschwäche. Wird dann Eisen gegeben, verbessert sich der Allgemeinzustand sehr schnell. Die Betroffenen fühlen sich nicht nur besser, auch die Zahl der nötigen Krankenhausaufenthalte nimmt ab.

Zu wenig Eisen führt zu weniger Energie

Eigentlich ist dieser Zusammenhang klar, denn rote Blutkörperchen können nur dann genügend Sauerstoff durch den Körper transportieren, wenn genügend Eisen vorhanden ist. Anders herum: Steht zu wenig Eisen zur Verfügung, werden nicht ausreichend rote Blutkörperchen gebildet, es wird zu wenig Sauerstoff transportiert. Die Folge: Sie sind müde und nicht wirklich belastbar. Und doch ist dies nicht der einzige Grund dafür, dass Eisen das Allgemeinwohl bei Menschen mit Herzschwäche so deutlich verbessert.

Eisen ist nicht nur wichtig für die roten Blutkörperchen. Vielmehr wird der Stoff noch an anderer Stelle benötigt: Bei den Mitochondrien. Hierbei handelt es sich um die kleinen „Kraftwerke“, die in jeder Zelle vorhanden sind und für die Energie sorgen. Wenn Sie weniger Eisen im Körper haben, dann können diese Kraftwerke auch weniger Energie produzieren. Aber ihr Herz braucht viel Energie, um seine Pumpleistung aufrecht zu erhalten.

Eisenmangel macht Ihr Herz schwach

Wie stark sich ein Eisenmangel auf das Herz auswirkt, haben Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) untersucht. Sie haben bei Mäusen die eisenregulierenden Proteine im Herz blockiert. Geschieht dies, dann können die Zellen längst nicht mehr so viel Eisen aufnehmen. Die Mitochondrien sind zudem nicht mehr in der Lage, ausreichend Energie zur Verfügung zu stellen.

Es zeigte sich, dass es bei den Mäusen zu einem Eisenmangel kam; allerdings nur in den behandelten Herzmuskelzellen. In den anderen Zellen und Organen sowie im Blut war ausreichend Eisen vorhanden. Solange sich die Tiere ruhig verhielten, war alles wie immer. Betätigten Sie sich allerdings körperlich, dann konnte das Herz die Pumpleistung nicht anpassen. Es stand einfach nicht genügend Energie für das Herz zur Verfügung.

Achten Sie auf Ihre Eisenwerte

Die Forscher gaben den Tieren Eisen und stellten fest, dass sich die Eisenspeicher im Herz schnell wieder füllten. Von den Muskelzellen im Herz wurde wieder genügend Energie produziert, die Funktion des Herzens war komplett normal.

Die Forscher weisen anhand dieser Ergebnisse darauf hin, warum Menschen mit Herzschwäche unbedingt ihre Eisenwerte im Auge behalten sollten bzw. Ihren Arzt bitten sollten, diese regelmäßig zu untersuchen. Im Moment wird auch in klinischen Studien überprüft, ob Eisen nicht nur die Belastbarkeit verbessert, sondern auch das Leben der betroffenen Patienten verlängern kann.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
Über den Autor Dr. Martina Hahn-Hübner

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