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Herzrhythmusstörungen: Schon ein einziger Mineralstoff kann Ihr Herz wieder in den Takt bringen

Herzrhythmusstörungen können in jedem Alter vorkommen – ganz gleich ob Sie über 70 sind oder gerade erst in der Pubertät. Der Gesundheitszustand spielt für das Auftreten keine Rolle.

Auch bei gesunden Menschen gerät der Motor des Körpers ab und zu einmal aus dem Takt.

Die Störungen sind dann meist harmlos, dennoch sollten Sie sie von einem Arzt untersuchen lassen – nur um sicher zu gehen, das keine schwerwiegende Rhythmusstörung dahinter steckt.

Herzrhythmusstörungen: Nicht jeder falsche Schlag ist gefährlich

Herzrhythmusstörungen können in verschiedener Ausprägung vorliegen. Die folgenden zwei sind nicht weiter beunruhigend:

  • Extrasystolen: Es handelt sich dabei um zusätzliche Herzschläge, die außerhalb des normalen Rhythmus liegen. Entweder sind es einzelne Schläge oder mehrere, die gehäuft auftreten. Sie empfinden diese Störung als „Stolpern“ des Herzens. Allerdings sind sie meist nicht beunruhigend und treten auch beim gesunden Menschen zwischendurch einmal auf.
  • Herzblock: Hierbei ist die Weitergabe des Impulses von der Vor- zur Herzkammer gestört. Wir Mediziner unterscheiden zwischen einem Sinus- und einem Atrioventrikulärblock. Bei Ersterem findet die Weitergabe zwischen Sinusknoten und Vorhof nicht statt, beim zweiten Block zwischen Vorhof und Herzkammer. Gerade der Atrioventrikulärblock tritt auch bei Jugendlichen in der Pubertät und bei Sportlern auf. Die Störung äußert sich aber nicht in gravierenden Symptomen.

Die folgenden Arten der Herzrhythmusstörungen sollten Sie ernst nehmen:

  • Kammerflimmern: Das Herz schlägt in diesem Fall über 300 Mal pro Minute, wobei der Herzschlag eher einem unkontrollierten Zucken gleicht. Dabei kann das Blut nicht mehr weitergepumpt werden – ein Grund, warum dieser Zustand auch funktioneller Herzstillstand genannt wird.
  • Sinusknoten-Dysfunktion: Hier ist die Funktion des Sinusknotens, den Takt des Herzschlages vorzugeben, gestört. Der Herzschlag fällt ab, auf 40 bis 50 Schläge pro Minute. Diese Fehlfunktion tritt häufig bei älteren Menschen auf.
  • Trachykardie: Sie hat ihre Ursache entweder im Vorhof oder in der Herzkammer selbst. Der Herzschlag erhöht sich auf rund 200 Schläge pro Minute. Auch bei dieser Störung pumpt Ihr Herz nicht mehr ordnungsgemäß und verbraucht zu viel Sauerstoff.
  • Vorhofflimmern: Der Vorhof sendet in diesem Fall unregelmäßige Signale an die Herzkammer. Sowohl Vorhof als auch Herzkammer schlagen unabhängig und unrhythmisch, die Geschwindigkeit beider Schläge ist unterschiedlich. Dadurch kann sich der Herzmuskel nicht mehr ausreichend zusammenziehen und so den nächsten Pumpvorgang nicht mehr in Ruhe einleiten. Diese Herzrhythmusstörungen treten vor allem bei älteren Menschen auf oder dann, wenn Sie unter einer Herzklappenerkrankung leiden.

Ganz gleich, welche Ursache die Störungen haben, sie machen sich immer durch dieselben Symptome bemerkbar. Diese sind:

  • Schwindel,
  • Angst,
  • Unruhe,
  • Leistungsschwäche,
  • Schmerzen am Brustbein,
  • Luftnot,
  • Schweißausbrüche und
  • spürbar unregelmäßiger Herzschlag.

So takten Sie Ihr Herz wieder natürlich

Schnell wird bei Herzrhythmusstörungen eine medikamentöse Therapie begonnen. Ich empfehle eine solche nur, wenn Ihr Herz so aus dem Takt geraten ist, dass die Störung gefährlich ist – oder wenn Sie selbst stark darunter leiden.

Denn die Medikamente können die Herzrhythmusstörungen zwar beseitigen. Gleichzeitig können sie aber auch selbst zur Ursache der Stolperer werden. Stattdessen setze ich auf andere Mittel.

  • Generell empfehle ich Ihnen eine Blutanalyse – besonderen Wert lege ich dabei auf den Magnesium- und den Kaliumspiegel. Oft werden die Rhythmusstörungen durch einen zu niedrigen Blutwert dieser beiden Stoffe verursacht – meist ist ein zu geringer Magnesiumwert die Ursache.
  • Sie können auf jeden Fall (auch ohne Blutanalyse) Magnesium zu sich nehmen. Viele Menschen, die ich untersucht habe, haben einen zu geringen Magnesiumspiegel – Sie können auf keinen Fall etwas falsch machen. Achten Sie aber darauf, dass Sie genügend Magnesium zu sich nehmen. Ich rate Ihnen, rund 300 mg reines Magnesium täglich zuzuführen.
  • Omega-3-Fettsäuren kennen Sie im Zusammenhang mit der Vorbeugung von Herzinfarkten. Aber auch bei Herzrhythmusstörungen haben sie sich als hilfreich erwiesen. Verzichten Sie auf künstliche Präparate – Omega-3-Fettsäuren wirken am besten, wenn Sie sie auf natürlichem Weg über Ihre Nahrung aufnehmen. Essen Sie dreimal pro Woche Makrele, Hering oder Lachs und ersetzen Sie Ihr gewohntes Öl durch Oliven- oder Rapsöl.
  • Lassen Sie Ihre Schilddrüse untersuchen. Auch eine Überfunktion der Schilddrüse kann die Rhythmusstörungen auslösen.
  • Achten Sie auf einen natürlichen Lebensrhythmus.Wussten Sie, dass ein unregelmäßiges Leben mit verschiedenen Schlafenszeiten Herzrhythmusstörungen begünstigen kann? Schon gleich bleibende Gewohnheiten können helfen. Auch Ereignisse, die Sie seelisch aus der Bahn geworfen haben, zum Beispiel eine Trennung oder ein Trauerfall, können Ihren Herzschlag aus dem Rhythmus bringen.
  • Vermeiden Sie zu viel Kaffee oder Alkohol. Beide so genannten Genussmittel fördern die Magnesiumausscheidung und führen so zu Herzrhythmusstörungen. Alkohol kann zudem Ihr Herz direkt aus dem Takt bringen. Wenn Sie unter Störungen leiden, verzichten Sie auf beides für einige Wochen. Schlägt Ihr Herz dann ruhig und gleichmäßig, sollten Sie dauerhaft konsequent auf Kaffee und Alkohol verzichten.

Herzschwäche: Neuer Test soll vor Folgeerkrankungen schützen

Wenn man eine Herzschwäche früh genug erkennt, kann dies die Betroffenen vor lebensgefährlichen Folgeerkrankungen schützen.

Anders herum kommt es aber auch immer wieder vor, dass eine Herzschwäche, die so genannte Herzinsuffizienz, mit einem Kardioverter-Defibrillator behandelt wird, ohne dass die Patienten ihn brauchen.

Doch wie sollen Ärzte herausfinden, für welche Patienten diese Behandlung dringend nötig ist und bei welchen es keinen Sinn macht?

In Zukunft kann hierbei ein Bluttest helfen. Entwickelt wurde er von Wissenschaftlern der Universität Illinois/USA. Sie hatten 180 Menschen untersucht, von diesen wiesen 135 eine Herzschwäche auf.

Die Forscher untersuchten, ob bestimmte Eiweiße, die so genannten SCN5A-Eiweiße, im Blut vorhanden sind und stellten einen Zusammenhang fest. Bei denjenigen, bei denen sie viele veränderte SCN5A-Eiweiße nachweisen konnten, war auch das Risiko sehr hoch, innerhalb eines Jahres einen Herzstillstand zu erleiden.

Der Grund dafür: die Eiweiße sind normalerweise dafür verantwortlich, die Erregungsweiterleitung im Herzmuskel zu regeln.

Wenn sie defekt bzw. verändert sind, funktioniert auch diese elektrische Erregungsweiterleitung im Herzen nicht mehr richtig.

Aus diesen Erkenntnissen entwickelten die Wissenschaftler den Test mit Namen „PulsePredic“. Er zeigt an, ob das Gen SCN5A veränderte Tätigkeiten aufweist. Bei Erkrankten, bei denen dies nicht der Fall ist, ist auch ein zu implantierender Defibrillator nicht nötig.

Die Wissenschaftler wollen ihren Test nun in größeren Studien weiter testen, um dann die Zulassung für Kliniken bzw. ärztliche Praxen zu erhalten.

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