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Plötzlicher Herztod: Diese Faktoren erhöhen das Risiko

Der plötzliche Herztod kommt (wie der Name sagt) in der Regel ganz unerwartet. Viele Menschen trifft er recht jung, noch vor dem 70. Lebensjahr. Einer von neun Männern ist betroffen und immerhin eine von 30 Frauen.

Allein in Deutschland sterben jährlich 100.000 bis 200.000 Menschen daran. Grund für diesen Tod sind häufig koronare Herzerkrankungen. Aber auch Herzmuskelerkrankungen können schuld sein, ebenso wie Erkrankungen der Herzklappen oder eine Störung des elektrischen Reizleitungssystems des Herzens. Bezeichnet wird ein Todesfall dann als plötzlicher Herztod, wenn der Tod innerhalb einer Stunde nach den ersten Symptomen eintritt.

Männer deutlich stärker betroffen

Forscher der Northwestern Univesity Feinberg School of Medicine befassten sich mit der Frage, was den plötzlichen Herztod begünstigt. Sie untersuchten dazu die Gesundheitsdaten von über 5.200 Männern und Frauen zwischen 28 und 62 Jahren. Alle waren Teilnehmer der Framingham Health Study, in der seit 1948 Männer und Frauen, seit über 40 Jahren deren Kinder und seit 2002 die Enkelkinder gesundheitlich beobachtet werden.

Die Forscher werteten vier Risikofaktoren aus: Bluthochdruck, Gesamtcholesterin, Rauchen und Diabetes. Sie untersuchten, wie groß der Einfluss dieser Risikofaktoren auf das wahrscheinliche Auftreten des plötzlichen Herztodes war. Es zeigte sich, dass sich die Risikofaktoren bei Männern deutlich stärker auswirkten als bei Frauen. Und wenn Männer mehr als einen Risikofaktor aufwiesen, dann erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit für einen plötzlichen Herztod deutlich. Sie stieg auf 12,5 Prozent – einer von acht Männern ist dann betroffen.

Bluthochdruck ist die größte Gefahr

Aber welcher Risikofaktor ist nun der gravierendste? Bei vielen Krankheiten lässt sich das gar nicht so genau sagen. Anders sieht es tatsächlich bei plötzlichem Herztod aus. Die Forscher untersuchten, welcher der vier Risikofaktoren am gravierendsten ins Gewicht fällt. Hier zeigte sich dann, dass hoher Blutdruck der schlimmste Risikofaktor ist.

Männer, deren Blutdruck über einem Wert von 160:100 mmHg lag, hatten das höchste Risiko für einen plötzlichen Herztod. Dabei wird dieser Wert eigentlich gar nicht so kritisch gesehen. Er wird in der Regel noch als „milde“ Hypertonie bezeichnet und teilweise noch nicht behandelt.

Risikofaktoren werden kaum untersucht

Die Wissenschaftler sehen mit Sorge, dass den Risikofaktoren für den plötzlichen Herztod immer noch eine zu geringe Bedeutung beigemessen wird. Sie fordern regelmäßige Kontrollen, bei denen zum Beispiel der Blutdruck untersucht wird. Denn bei diesem handelt es sich nicht nur um den gravierendsten Risikofaktor für hohen Blutdruck. Er ist auch einer der unauffälligsten. Nicht umsonst wird er als silent killer“ (stiller Tod) bezeichnet: Einer von fünf Menschen in Deutschland weiß nichts davon, dass er unter einem deutlich erhöhten Blutdruck leidet.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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