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Herpes: Impfung

Eine Reihe von Erkrankungen wird durch die Gruppe der Herpes-Viren hervorgerufen.

Neben den allseits bekannten lästigen Lippenbläschen und Genitalherpes, die auf die Herpes-simplex-Viren vom Typ 1 und 2 (HSV-1 und HSV-2) zurückzuführen sind, zählen auch die Windpocken und die Gürtelrose zu den Herpes-Erkrankungen, die durch Varizella-Zoster-Viren verursacht werden.

Bei der ersten Ansteckung mit dem Varizella-Zoster-Virus, die meist bei Kindern auftritt, kommt es zu einer Windpockenerkrankung.

Dann schlummert das Virus im Körper und kann im Erwachsenenalter reaktiviert werden, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Dieses zweite Auftreten führt zu einer Gürtelrose (Herpes zoster).

Eine Gürtelrose ist im Gegensatz zu Windpocken eine ernstere Krankheit und verursacht neben Juckreiz und einem Ausschlag aus flüssigkeitsgefüllten Bläschen meist in der Lendengegend oder auf der Brust – zusätzlich Nervenschmerzen, die auch nach Abklingen des Hautausschlags noch lange anhalten und chronisch werden können.

Eine Impfung gegen Herpes zoster senkt das Risiko einer Erkrankung. Erkrankt man dennoch, fallen die Symptome meistens nicht so schwerwiegend aus.

Möglicher Impfstoff gegen Herpes-simplex-Viren

Während es die Möglichkeit gibt sich gegen Windpocken impfen zu lassen und ein Impfstoff gegen Herpes zoster seit Ende 2013 für Personen über 50 Jahre zugelassen ist, existiert bislang kein Impfstoff gegen Herpes-simplex-Viren vom Typ 1 und 2.

Jedoch konnten Forscher vom amerikanischen Howard Hughes Medical Institute (HHMI) des Albert Einstein College of Medicine in jüngster Zeit vielversprechende Ergebnisse bezüglich eines Impfstoffs gegen Herpes simplex vom Typ 1 und 2 veröffentlichen.

Die Wissenschaftler konnten im Tierversuch eine Immunisierung bei Mäusen erreichen.

Die weitere Forschungsarbeit wird zeigen, ob sich dieser Impfstoff auch für den Menschen eignet und in der Zukunft eine Impfung gegen Herpes-simplex-Viren möglich wird.

Bis dahin besteht weiterhin der beste Schutz vor einer Infektion, den Kontakt mit Herpes-Viren zu vermeiden.

Genmutation bestimmt Häufigkeit von Herpeserkrankungen

Die Grundinfektion mit dem Virus, das fast alle Erwachsenen tragen, findet in der Regel schon als Kind statt – dann zieht sich der Erreger ins Nervengewebe zurück und bricht nur von Zeit zu Zeit hervor.

Als Hauptursachen hierfür gelten neben psychischen Faktoren wie starker Ekel auch hormonelle Störungen oder ein schwaches Immunsystem.

Aber wenn fast alle Erwachsenen das Virus in sich tragen, warum bricht es nur bei wenigen Menschen immer wieder aus, bei anderen dafür im Grunde nie? Der Grund, so schottische Forscher, ist in den Genen zu suchen.

Eine bestimmte Genmutation sorgt dafür, dass das Immunsystem das Virus nicht so gut in Schach halten kann.

Das haben die Wissenschaftler herausgefunden, nachdem sie tausende von Genen analysiert hatten; ausgehend von der Frage, wie das Immunsystem es schafft, das Virus normalerweise zu unterdrücken.

Bei Menschen, bei denen das nicht so effektiv funktioniert, ist das Gen IL28b mutiert, was sich eben negativ auf die Abwehr auswirkt.

Zudem entdeckten die Forscher beim Vorliegen dieser Genmutation noch einen anderen Nebeneffekt: Bei diesen Menschen schlägt eine Hepatitis-C-Behandlung nicht so gut an.

Bisher war immer nur festgestellt worden, dass manche Menschen gut auf die Therapie reagieren, andere dagegen eher nicht.

 4 Tipps gegen Lippenherpes

1. Stress setzt Ihnen zu

Die meisten Geplagten machen die Erfahrung, dass vor allem seelischer Stress ihnen zusetzt. Meiden Sie deshalb alles, was Sie zu sehr unter Druck setzt. Lernen Sie es, sich gezielt zu entspannen – etwa mit Yoga-Übungen oder Autogenem Training.

Andere Auslöser können sein:

  • zu starke Sonneneinwirkung
  • sportlicher Übereifer
  • zahnärztliche Behandlungen
  • Fieber, Erkältungen, Grippe
  • Menstruation und Hormonschwankungen in den Wechseljahren
  • Verletzungen
  • seelische Probleme
  • Ekelgefühle
  • eine allgemein geschwächte Abwehr

2. So verhindern Sie das Ausbrechen der Bläschen

Jein. Das klappt nicht immer. Denn nicht immer werden Sie die Anzeichen eines Bläschen-Ausbruchs bewusst bemerken. Tragen Sie mehrmals täglich eine antivirale Salbe auf, sobald sich das erste Kribbeln oder Jucken einer Herpes-Attacke bemerkbar macht.

Salben mit dem Wirkstoff Aciclovir können dann das Aufbrechen der Bläschen eindämmen, verhindern tun sie dies allerdings meist nicht mehr. Auch Melissenextrakt aus der Apotheke wirkt ähnlich.

3. Diese Behandlung hilft Ihnen

Normalerweise lässt sich die lästige Bläschen-Infektion am Mund nach dem Ausbruch mit den modernen antiviralen Salben rasch in den Griff bekommen. In den vergangenen Jahren hat man gute Erfahrungen mit Aciclovir gemacht.

Seit kurzem gibt es ebenfalls rezeptfrei in der Apotheke einen neuen Wirkstoff, das Penciclovir. Es soll noch schneller als Aciclovir zum Verkrusten der Bläschen führen – vorausgesetzt, es wird so früh wie möglich verwendet. Auch Schmerzen und Spannungen werden gemildert.

Doch in einigen Fällen müssen stärkere „Geschosse“ herangezogen werden.

Tritt der Lippen-Herpes sehr häufig auf und bringt etwa berufliche Beeinträchtigungen mit sich oder zieht jedes Mal schwere Hautläsionen nach sich, kann eine längere Vorsorgebehandlung in Betracht gezogen werden.

Dazu sollten Sie Ihren Hautarzt zu Rate ziehen. Er kann Ihnen spezielle Herpes-Medikamente  zum Einnehmen (zum Beispiel Aciclovir oder Valaciclovir) über sechs bis zwölf Monate verordnen.

In manchen Fällen hat sich auch die Kombination mit Kortison haltigen Medikamenten bewährt.

4. So überbrücken Sie Stresssituationen

Wenn Sie herausbekommen haben, welche Anlässe bei Ihnen zum Ausbruch der Infektion führen wie etwa Sonnenstrahlen oder bestimmte berufliche Stresssituationen, können Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über eine vorbeugende Behandlung sprechen.

Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie diese Risikosituationen nicht vermeiden können – etwa am Arbeitsplatz. Hier lässt sich allerdings Aciclovir-Salbe auch vorbeugend einsetzen.

Steht Ihnen etwas Unangenehmes bevor, das erfahrungsgemäß zum Ausbruch von Herpes führen könnte, verwenden Sie vorsorglich die Salbe, auch wenn Sie noch keine Anzeichen spüren.

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