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6 Dinge, die Sie über Herpes wissen sollten

Sporttreibende werden häufiger von Lippenbläschen geplagt, wenn sie sich zu stark fordern. Denn zu intensives Training schädigt die lokale Immunabwehr und lädt Herpesviren dazu ein, am Mund aufzubrechen wie Bäume im Mai.

Meinem Freund Michael beispielsweise blüht jedes Mal Herpes, wenn er mit seinen Freunden ins Tennis-Camp fährt.

Die Antworten auf die 6 wichtigsten Fragen zum Thema Herpes

1. Frage: Ist ein Test auf Herpesviren sinnvoll?

Nein. Denn es bringt Ihnen gar nichts, wenn Sie wissen, ob Sie Herpesviren in sich tragen. Zwischen 60 % und 90 % aller Erwachsenen sind infiziert. Die meisten Menschen stecken sich schon während der Kindheit an. Nur bei einem Drittel kommt es allerdings zu Herpes-Attacken.

Ob und wann die Krankheit ausbricht, hängt vom Zustand Ihrer Abwehrkräfte ab. Das ist also nicht direkt von Ihnen zu beeinflussen.

Es gibt weder eine Impfung noch ein Medikament gegen den Erreger. Die Krankheit kann nicht ausgeheilt werden.

Denn die Krankheitserreger sind die reinsten Tarnkünstler. Haben sie sich einmal im Körper eingenistet, lassen sie sich nicht wieder vertreiben.

Sie schlummern in den Zellen an Enden von kleinen Nervengeflechten bis sich eine Gelegenheit findet, ihrem Wirt Stress zu bereiten und zu unschönen, schmerzhaften kleinen Blasengeschwüren auszuschlagen.

2. Frage: Ist Herpes familiär bedingt?

Nein. Auch wenn sich in manchen Familien gehäuft Herpes-Geplagte finden. Dies ist nicht auf ein genetisches Erbe zurückzuführen, sondern auf die Ansteckung innerhalb der Familie.

Jeder kann sich anstecken – beispielsweise können Sie sich auch über Türklinken, Telefone, Gläser, Tassen, Geschirr, Wasserhähne, Zahnbürsten oder Handtücher infizieren.

3. Frage: Was löst das Aufblühen der Herpesbläschen aus?

Die meisten Geplagten machen die Erfahrung, dass Herpes vor allem bei Stress ausbricht. Andere Auslöser können sein:

  • zu starke Sonneneinwirkung
  • zahnärztliche Behandlungen
  • Fieber, Erkältungen, Grippe
  • Verletzungen
  • seelische Probleme
  • Ekelgefühle
  • eine allgemein geschwächte Abwehr

4. Frage: Welche Behandlung hilft Ihnen?

Normalerweise lässt sich die lästige Bläschen-Infektion am Mund nach dem Ausbruch mit den modernen antiviralen Salben rasch in den Griff bekommen. In den vergangenen Jahren hat man gute Erfahrungen mit Aciclovir gemacht.

Seit Kurzem gibt es ebenfalls rezeptfrei in der Apotheke einen neuen Wirkstoff, das Penciclovir. Es soll noch schneller als Aciclovir zum Verkrusten der Bläschen führen – vorausgesetzt, Sie verwenden es so früh wie möglich. Auch Schmerzen und Spannungen werden gemildert.

Doch in einigen Fällen müssen stärkere „Geschosse“ herangezogen werden.

Tritt der Lippen-Herpes sehr häufig auf und bringt er etwa berufliche Beeinträchtigungen mit sich oder zieht jedes Mal schwere Hautläsionen nach sich, kann eine längere Vorsorgebehandlung in Betracht gezogen werden.

Dazu sollten Sie Ihren Hautarzt zu Rate ziehen. Er kann Ihnen spezielle Herpes-Medikamente zum Einnehmen verordnen.

In manchen Fällen hat sich auch die Kombination mit kortisonhaltigen Medikamenten bewährt.

5. Frage: Können Sie vorbeugend etwas tun?

Wenn Sie herausbekommen haben, welche Anlässe bei Ihnen zum Ausbruch der Infektion führen wie etwa Sonnenstrahlen oder bestimmte berufliche Stresssituationen, können Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über eine vorbeugende Behandlung sprechen.

Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie diese Risikosituationen nicht vermeiden können – etwa am Arbeitsplatz oder auf Dienstreisen. Hier lässt sich Aciclovir-Salbe auch vorbeugend einsetzen.

Steht Ihnen etwas Unangenehmes bevor, das erfahrungsgemäß zum Ausbruch von Herpes führen könnte, verwenden Sie vorsorglich die Salbe, auch wenn Sie noch keine Anzeichen spüren.

Meinem Freund Michael habe ich geraten, sich vor seinen Tennis-Tagen rechtzeitig mit einer Salben-Kur zu wappnen – sich also vorbeugend einzucremen, auch ohne zu wissen, ob es zu einer Lippen-Attacke der Viren kommt.

6. Frage: Können Sie das Ausbrechen der Bläschen verhindern?

Jein. Das klappt nicht immer. Denn nicht immer werden Sie die Anzeichen eines Bläschen-Ausbruchs bewusst bemerken.

Tragen Sie mehrmals täglich eine antivirale Salbe auf, sobald sich das erste Kribbeln oder Jucken einer Herpes-Attacke bemerkbar macht.

Salben mit dem Wirkstoff Aciclovir können dann das Aufbrechen der Bläschen eindämmen, verhindern tun sie dies allerdings meist nicht mehr. Auch Melissenextrakt aus der Apotheke wirkt ähnlich.

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