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Hepatitis C: Ein neuer Wirkstoff gibt Aussicht auf Heilung

Mit dem Hepatitis-C-Virus sind in Deutschland bis zu 600.000 Menschen infiziert. Vielen von ihnen ist jedoch gar nicht bewusst, dass sie an der Leberkrankheit leiden. Denn die Symptome machen sich mitunter erst Jahre nach der Infektion bemerkbar. Wichtig: Haben Sie vor 1990 eine Bluttransfusion erhalten? Dann sollten Sie sich auf Hepatitis testen lassen. Denn bis zu diesem Jahr wurden Blutkonserven noch nicht auf Hepatitis-Erreger überprüft.

So bemerken Sie eine Infektion

In der Regel beginnt eine Hepatitis mit eher unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Durchfall und Appetitlosigkeit. Später können charakteristische Symptome hinzukommen.

Charakteristische Symptome einer Hepatitis-C-Infektion

  • Dunkelfärbung des Urins
  • Hellfärbung des Stuhls
  • Gelbfärbung der Haut bzw. der Augen (Ikterus).

Unbehandelt kann die Infektion zu schweren Lebererkrankungen wie einer Leberzirrhose oder Leberkrebs führen, die beide meist tödlich enden. Bislang wurde Hepatitis C in der Regel mit einer Kombination aus Interferonen und Ribavirin behandelt. Interferone (lat. interferre: eingreifen, sich einmischen) sind körpereigene Proteine, die eine immunstimulierende, antivirale Wirkung haben. Ribavirin ist ein Polymerase-Hemmer, der die Vermehrung der Viren verhindert. Doch die mit Interferonen einhergehenden Nebenwirkungen sind enorm: Blutarmut, verminderte Leistungsfähigkeit und Stimmungsschwankungen. Viele Patienten brechen die Behandlung deshalb ab.

Neue Therapiemöglichkeiten

Seit Januar 2014 ist hierzulande der Wirkstoff Sofosbuvir (Handelsname Sovaldi®) zugelassen. Und der ist viel besser verträglich. Die Erfolgsraten sind in Studien bisher so hoch, dass viele Experten davon sprechen, dass Hepatitis C erst ab jetzt eine wirklich heilbare Krankheit geworden ist.

Das neue Medikament konnte seine beeindruckende Wirksamkeit unter anderem in einer Untersuchung der Universität von Texas in San Antonio (USA) zeigen. Insgesamt 826 Hepatitis-C-Patienten erhielten in Kombination mit Ribavirin oder Interferon den neuen Wirkstoff. Bereits nach zwölf Wochen waren bei 90 Prozent der Patienten keine Hepatitis-C-Viren mehr nachweisbar.

Schneller und besser verträglich

Die Therapie ist mit 12 bis 24 Wochen erheblich kürzer als bislang. Ein weiterer entscheidender Vorteil: Erstmals ist es mit Sofosbuvir möglich, ohne Interferone zu behandeln. Das ist besonders für Patienten wichtig, die die bisherigen Wirkstoffe nicht vertrugen. Zusätzlicher Pluspunkt: Sofosbuvir zeigt keine Nebenwirkungen. Leiden Sie also unter Hepatitis C, dann sprechen Sie Ihren Arzt auf diese neue, schnelle und gut verträgliche Behandlungsalternative an. Ganz billig ist das neue Mittel allerdings nicht: Eine 24-wöchige Therapie kostet 120.000 Euro, die Krankenkassen müssen dies jedoch bezahlen.

Neben Hepatitis C gibt es weitere Hepatitis-Formen. Häufigster Auslöser sind Viren, die sich in Ihren Leberzellen einnisten und dort vermehren. Eine vorbeugende Impfung ist leider nur gegen Hepatitis A und B möglich.

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Dr. Ulrich Fricke
Über den Autor Dr. Ulrich Fricke

Chefredakteur von „Länger und gesünder leben“ Dr. Ulrich Fricke wurde 1961 in Goslar im Harz geboren. Er absolvierte das Studium […]

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