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Informieren Sie sich hier zum Thema Hepatitis

Hepatitis bezeichnet eine Entzündung der Leber mit verschiedenen Ursachen: Bei Viren unterscheidet man zwischen den klassischen Hepatitisviren und nicht-klassischen Hepatitisviren wie beispielsweise dem Mumpsvirus.

Die verschiedenen Arten

Darüber hinaus spielen Bakterien, Pilze, Parasiten, Gifte, physikalische Ursachen wie hohe Strahlenbelastung, immunpathologische Ursachen wie eine Autoimmunerkrankung, angeborene sowie extrahepatische (außerhalb der Leber liegende) Ursachen.

Je nach Typ variiert sowohl Gefährlichkeit als auch Heilbarkeit der Hepatitis. Liegt der Grund der Leberentzündung in einer anderen Grunderkrankung, spricht man von Begleithepatitis. Hepatitis verläuft akut oder chronisch.

Unter den am häufigsten vorkommenden viralen Hepatitiserkrankungen unterscheidet man zwischen:

  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Hepatitis C
  • Hepatitis D
  • Hepatitis E

Die Situation in Deutschland: Virus Hepatitis C greift um sich

Auch in Deutschland erkranken immer mehr Menschen an der Hepatitis C. Das Robert-Koch-Institut geht von jährlich 5.000 Neuinfektionen aus. Der Erreger – ein Virus aus der Hepatitis-Familie – wird fast ausschließlich über Blutkontakt übertragen.

Das kann im Urlaub passieren, im Krankenhaus, bei der Blutwäsche, bei einem kleinen chirurgischen Eingriff, beim Zahnarzt, bei einem Barbier im Süden, bei einer nicht so ganz peniblen Kosmetikerin oder Fußpflegerin, beim Ohrstechen im Urlaub, in der Praxis von Piercern oder Tätowierern oder beim Ausleihen einer Nagelschere.

Zum Zeitpunkt der Diagnose lässt sich oft nicht mehr klären, woher das Virus stammen könnte, manchmal liegen zwischen Infektion und Diagnose auch Jahre.

Eine Vorbeugung ist derzeit noch nicht möglich. Eine Impfung gibt es nicht. Die Hepatitis C wird in 80 Prozent aller Fälle chronisch.

Das Tückische an der Erkrankung ist, dass sie nach Jahrzehnten zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen kann. Dennoch kann sie heute bei 50 bis 60 Prozent durch neue Medikamente geheilt werden.

Die Experten schätzen, dass etwa eine halbe Million Bundesbürger den Virus in sich tragen, doch nur 15 Prozent davon wissen. Die Infektion verläuft schleichend und oft auch völlig ohne Symptome.

Der Hepatitis diagnostisch beizukommen, ist nicht ganz einfach. Denn sowohl die akute als auch die chronische Hepatitis C machen sich nicht immer deutlich bemerkbar.

Während der akuten Erkrankungsphase entscheidet sich, ob die Entzündung ausheilt oder chronisch wird.

Hepatitis C-Antikörper sind meist erst zwei bis vier Wochen nach einer frischen Infektion im Blut zu bestimmen. Die Bestimmung der Leberwerte gibt wichtige Hinweise auf das Ausmaß der Erkrankung.

Gehören Sie zur Risikogruppe?

Da Sie vor dem Auftreten von Symptomen jahrelang mit Hepatitis C infiziert sein können, sollten Sie sich untersuchen, wenn Sie:

  • eine Bluttransfusion vor 1991 erhielten,
  • Drogen intravenös oder intranasal konsumierten (auch nur ein einziges Mal),
  • eine Organtransplantation vor 1991 erhielten,
  • mit dem Blut anderer Personen in Kontakt kamen,
  • sich aufgrund von Nierenversagen der Dialyse unterzogen,
  • Konzentrate aus Gerinnungsfaktoren vor 1991 erhielten,
  • sich Ohrlochstechen, Bodypiercing, Tätowierung oder Akupunkturbehandlungen unterzogen, bei denen man keine sterilen Instrumente oder Nadeln benutzte.

Sie sollten sich testen, wenn einer dieser Fälle oder der Verdacht darauf auf Sie zutrifft. Wenn Sie meinen, dass Sie einem Risiko für Hepatitis C ausgesetzt sind, beraten Sie sich mit Ihrem Arzt.

Neue Wirkstoffe für Hepatitis C

Große Hoffnungen ruhen derzeit auf den neuen Wirkstoffen, speziellen Enzym-Hemmern (Protease- Hemmer), die die Vermehrung des HCV unterdrücken. Die beiden Wirkstoffe Telaprevir und Boceprevir sind als Tabletten derzeit verfügbar.

Für beide Substanzen ist belegt, dass sie mehr Patienten heilen als die bisherigen Standardmedikamente und die Therapiedauer erheblich verkürzen.

Wie jede wirksame Behandlung existieren auch bei dieser Therapie Nebenwirkungen. Am häufigsten treten bei Boceprevir (Unternehmen MSD) Müdigkeit, Übelkeit, eine Anämie sowie Kopfschmerzen und Geschmacksstörungen auf.

Ähnliche Ergebnisse wurden mit dem anderen Enzym-Hemmer, dem Telaprevir (Unternehmen Janssen-Cilag) erzielt.

Die Nebenwirkungen bei diesem Wirkstoff belaufen sich auf Hautausschläge sowie ebenfalls Anämien, Übelkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Trotz des Fortschritts bedeuten die innovativen Wirkstoffe nicht die endgültige Lösung aller Probleme.

Beide Medikamente wirken gegen andere Genotypen von Hepatitis C als HCV-1 nur in geringer Form. Außer einem der neuen Protease-Hemmer müssen die Patienten weiterhin ihre beiden Standard-Medikamente nehmen.

Der Preis für die 20.000 bis 30.000 Euro teure Standardtherapie erhöht sich also noch mehr. Trotzdem besteht kein Zweifel daran, dass diese Mehrausgaben sich ökonomisch lohnen.

Es besteht die Möglichkeit, dass das Virus gegen beide Protease-Hemmer resistent werden kann. In diesem Falle verlieren die Medikamente ihre Wirkung. Weltweit suchen Forscher daher nach weiteren Wirkstoffen.

Ein Beispiel für eine potentiell wirksame Substanz stellt das Epigallocatechin-3-gallat (EGCG) dar, ein Inhaltsstoff des Grünen Tees. EGCG hindert das Hepatitis-C-Virus daran, in die Leberzelle einzudringen und sich dort zu vermehren.

Dies haben kürzlich Wissenschaftler aus Hannover festgestellt. Der Nutzen dieser Forschungs-Substanz und anderer neuer Wirk- und Impfstoffe ist für Patienten noch unklar.

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