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Fakten und Hintergründe zum Thema Helicobacter

Die Gefährlichkeit des Magenkeims Helicobacter pylori ist offenbar unterschätzt worden: Nicht nur Fleischesser haben durch eine Helicobacter-Infektion ein fünffach erhöhtes Magenkrebs-Risiko.

Nach neuesten Untersuchungen kann der Erreger sogar Ihre Herz- und Hirngefäße schädigen sowie Ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen.

Deshalb sollten Sie wissen, wann Sie einen Atemtest auf Helicobacter durchführen lassen sollten und warum naturheilkundliche Maßnahmen gegen diesen tückischen Keim nicht ausreichen.

Helicobacter zerstört die Magenschleimhäute

Das 1982 entdeckte Bakterium Helicobater pylori des Magens und des oberen Zwölffingerdarms zerstört die Schleimhaut, sodass schließlich die scharfe Magensäure die Magen- und Darmwände verätzt.

Das sind die üblen Folgen einer Helicobacter-Infektion:

  • akute und chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
  • Magenkrebs und Lymphdrüsenkrebs im Magenbereich

Nach heutiger Erkenntnis verursacht der tückische Keim 80 % aller Magen- und 90 % aller Zwölffingerdarmgeschwüre.

Beim Magenkrebs, an dem jährlich 24.000 Bundesbürger erkranken, gehen 75 % auf das tückische Bakterium zurück, berichtete Professor Peter Malfertheiner von der Universität Magdeburg im Oktober 2004 auf einem Fachkongress in Nürnberg. B

esonders gefährdet sind Liebhaber von rotem Fleisch und – aus bislang ungeklärten Gründen – Menschen mit der Blutgruppe 0.

Der Magenkeim schwächt Ihren Organismus dauerhaft

Zudem mehren sich die Hinweise in der medizinischen Fachliteratur, dass die Helicobacter-Toxine den gesamten Organismus krank machen können.

Bei diesen Erkrankungen kann der Magenkeim beteiligt sein:

  • Autoimmunerkrankungen des Bindegewebes, z. B. Sklerodermie und Sjögren-Syndrom
  • Neurodermitis und Gesichtsekzem (Rosazea)
  • Raynaud-Krankheit (Weißfingerkrankheit)
  • Verengung der Herz- und Hirngefäße

Die Erhöhung des Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risikos durch Helicobacter-Toxine bestätigte eine aktuelle Auswertung von 17 Studien mit 6.000 Teilnehmern durch das San Filippo Neri Hospital in Rom.

Ein Atemtest weist den Erreger zuverlässig nach

Bei wiederkehrenden Magenbeschwerden sollten Sie unbedingt bei einem Gastroenterologen (Arzt für Magen-Darm-Leiden) einen Harnstoff-Atemtest durchführen lassen.

Der Test, der gasförmige Stoffwechselprodukte des Bakteriums in der Atemluft misst, hat eine Zuverlässigkeit von 94 %.

Wenn Sie an wiederkehrenden Geschwüren leiden, fragen Sie Ihren Arzt nach folgenden Tests zum Nachweis von H. pylori:

Biopsie – Ihr Arzt entnimmt eine kleine Gewebeprobe aus Ihrem Magen bzw. Zwölffingerdarm, indem er ein schlauchförmiges Instrument (Endoskop) mit Biopsie-Zange in Ihren Verdauungstrakt einführt. Im Labor wird diese Probe dann auf H. pylori untersucht.

Harnstoff-Atemtest– Wenn bei Ihnen H. pylori vorhanden sind, dann ergibt sich in Ihrem Magen eine spezifische chemische Reaktion, wenn Sie eine spezielle radioaktiv markierte Flüssigkeit zu sich genommen haben. Ein Test Ihres Atems zeigt, ob Bakterien vorhanden sind.

Bluttest – Dieser neue Test, auch als „schneller“ Bluttest bezeichnet, erfolgt über den Nachweis von Antikörpern gegen H. pylori im Blut. Er ist preiswerter und angenehmer in der Durchführung als eine Biopsie. Fragwürdig ist jedoch seine Zuverlässigkeit.

Nach der Behandlung auf H. pylori Bakterien beispielsweise verbleiben Antikörper im Blut, selbst wenn keine Bakterien mehr vorhanden sind. Ärzte der Mayo Clinic setzen den schnellen Bluttest noch nicht ein, sie arbeiten aber an einer Ausweitung der Testuntersuchung.

Fleischverzehr erhöht Ihr Risiko für Magenkrebs

Bei einer Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori steigert ein täglicher Verzehr von 100 g Fleisch(waren) das Magenkrebsrisiko auf das Fünffache.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Europäischen Großstudie zu ernährungsbedingten Krebserkrankungen EPIC (European Investigation into Cancer and Nutrition), an der seit 1992 rund 500.000 Menschen aus ganz Europa teilnehmen.

Bei nicht infizierten Personen fand Dr. Carlos A. Gonzalez vom spanischen EPIC-Studienzentrum Barcelona keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Fleischverzehr und Magenkrebs.

Wie der Forscher im April 2006 in der britischen Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Instituteerläuterte, führt vermutlich der hohe Eisengehalt des Fleisches zu einer starken Vermehrung des Magenkeims, der die Magenschleimhaut schädigt und dadurch die Krebsentstehung fördert.

Tipp: Wenn Sie häufig an Sodbrennen und Übelkeit leiden, sollten Sie einstweilen auf rotes Fleisch verzichten und sich von Ihrem Arzt auf eine Helicobacter-Infektion untersuchen lassen. Geflügel dürfen Sie essen, denn dieses hat der Studie zufolge keinen Einfluss auf das Krebsrisiko.

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