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Hämorrhoiden: Bitte haben Sie Geduld!

Gestern berichtete mir Leser Peter über seine Probleme mit Hämorrhoiden. Als Erstes, lieber Peter, möchte ich Ihnen persönlich sagen, dass Sie, wie es mir scheint, viel zu ungeduldig sind. Denn – wie Sie schreiben – plagen Sie die „Krampfadern am Po“ erst seit drei Tagen.

Der überwiegende Teil der natürlichen Maßnahmen braucht aber generell eine längere Zeit, bis sich die Wirkung zeigt. Also geben Sie Ihren Heilkräften bitte etwas mehr Gelegenheit, ihre Arbeit zu verrichten.

Hämorrhoiden: Ein weit verbreitetes Leiden

Die meisten Menschen machen in ihrem Leben Bekanntschaft mit Hämorrhoiden. Sie sind nicht selten mit einem anderen Po-Problem verbunden – wie Analekzemen oder Analfissuren. Die direkte Ursache der Hämorrhoiden ist letztlich ungeklärt.

Als Risikofaktoren gelten Bewegungsmangel, falsche  Ernährung, sitzende Tätigkeiten, Verstopfung, starkes Pressen beim Stuhlgang und schwere Schwangerschaften.

Häufig treten hellrote Blutungen auf, gelegentlich auch Jucken und Brennen. Schmerzen bereiten Hämorrhoiden selten.

Im fortgeschrittenen Stadium kommt es häufiger zu Stuhlschmieren in der Unterhose, da unkontrolliert etwas Kot austritt. Die Hämorrhoiden werden in vier Stadien eingeteilt, an denen sich auch die Art der Behandlung ausrichtet.

Im Anfangsstadium helfen Salben aus der Apotheke, die die Hämorrhoiden zum Abklingen bringen. Mehr Bewegung, ausgewogene Ernährung und eine regelmäßige Verdauung mit weichem Stuhl beugen vor.

Das bewährteste pflanzliche Akut-Mittel sind Sitzbäder mit Eichenrinde. Für eine Eichenrinden-Abkochung zur äußeren Anwendung übergießen Sie 2 TL Eichenrinde aus der Apotheke mit ¼ l kaltem Wasser.

Den Ansatz bringen Sie zum Kochen und lassen ihn 3 bis 5 Minuten kochen.

Dann seihen sie ihn ab und wenden die Abkochung warm an. Daraus bereiten Sie sich  ein Eichenrinden-Sitzbad, das Ihnen bei Hämorrhoiden und anderen Analbeschwerden relativ rasch Linderung verschafft.

In der Apotheke erhalten Sie eine Reihe von wirksamen Fertigpräparaten (zum Beispiel Tannosynt® oder Tannolact®), die einfach in der Anwendung sind. Hier erhalten Sie auch entzündungshemmende Cremes und Salben mit Eichenrinde (von Wala) sowie eine Quercus-Essenz.

Auch Quercus-Zäpfchen sind im Handel erhältlich. Von Weleda erhalten Sie ein blutflusshemmdes Präparat (Menodoron).

Mit Pflanzenkraft gegen Hämorrhoiden

Durch erhöhten Druck auf die Hämorrhoiden kommt es zu einem Blutrückstau. Die Hämorrhoiden treten hervor und können für starke Schmerzen sorgen. Sie fangen sie an zu jucken, brennen und zu bluten.

Leider aber handelt es sich um ein echtes Tabu-Thema, über das kaum ein Mensch spricht; selbst dann nicht, wenn die Beschwerden sehr stark sind. Gerade einmal vier Prozent aller Betroffenen suchen einen Arzt auf.

Alle anderen warten erst einmal ab – eine gefährliche Haltung. Denn in 95 Prozent der Fälle würde eineeinfache Behandlung ausreichen: Mittel, die den Stuhl regulieren, Bewegung und ballaststoffreiche Kost.

So ließen sich viele von den 50.000 Hämorrhoiden-Operationen vermeiden, die in Deutschland jedes Jahr nötig sind.

Außerdem muss Ihr Arzt Sie untersuchen, denn nicht immer sind Hämorrhoiden an Ihren Beschwerden schuld. Auch Ekzeme, Pilze oder Herpes-Infektionen können ähnliche Symptome auslösen, die aber unbedingt behandelt werden müssen.

Sitzbäder mit Eichenrinde

Damit sich Hämorrhoiden zusammenziehen, haben sich besonders Sitzbäder mit Eichenrinde bewährt. Die in der Rinde enthaltenen Gerbstoffe wirken adstringierend auf das erkrankte Gewebe, wodurch sowohl der Juckreiz als auch das Nässen gelindert werden.

Für ein solches Sitzbad köcheln Sie auf kleiner Flamme 15 Minuten lang eine Handvoll Eichenrinde (aus der Apotheke) in einem Liter Wasser.

Gießen Sie den Sud nach dem Abkühlen in eine kleine Wanne und nehmen Sie darin zehn Minuten lang ein Sitzbad. Wiederholen Sie die Prozedur täglich einmal.

Ringelblumenextrakte

Die in der Ringelblume enthaltenen Saponine und Flavonoide wirken entzündungshemmend und wundheilend. Dadurch können Ringelblumenextrakte Blutungen und entzündlichen Veränderungen im Analbereich entgegenwirken.

Tränken Sie dazu einen Wattebausch mit Ringelblumen-Tinktur, drücken Sie ihn wie einen kleinen Tampon vorsichtig ein paar Zentimeter in den After und lassen Sie ihn über Nacht einwirken.

Hamamelis

Hamamelis ist reich an Tanninen, die kühlend und reizlindernd wirken. Wenn Ihre Hämorrhoiden schmerzen, hilft Ihnen ein Gemisch aus Hamamelissalbe und Honig.

Vermischen Sie die Salbe  (aus der Apotheke oder aus dem Drogeriemarkt) zu gleichen Teilen mit naturreinem Honig und streichen Sie die Mischung auf die schmerzenden Stellen auf.

Trainieren Sie die Aftermuskulatur, das beugt vor

Eine wirksame Methode, Hämorrhoiden vorzubeugen oder zum Rückzug zu bringen, ist vor allem Bewegung – in diesem Fall ein gezieltes Schließmuskeltraining.

Die folgende Übung können Sie überall unbemerkt machen – im Büro, im Bus, im Auto oder auf der Toilette zum Beispiel:

Ziehen Sie die Aftermuskulatur 20- bis 30-mal zusammen und lassen Sie diese wieder erschlaffen. Das Zusammenziehen sollte etwa zwei Sekunden, das Erschlaffen drei Sekunden dauern. Wenn Sie diese Übung einige Male täglich durchführen, kräftigt sich der Darmschließmuskel rasch, die Durchblutung wird angeregt und Blutstauungen entgegengewirkt.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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Alte Kommentare
  • Gertraud Fellinger schrieb am 21.07.2011, 12:28 Uhr

    Ich finde Ihre Artikel immer sehr interessant, hilfreich und gut. Zum Thema Hämorrhoiden möchte ich Ihnen noch sagen, dass ich seit einigen Monaten auch damit zu tun habe, - ich bin 62, war sehr unangenehm und lästig. Meine Schwiegertochter hat mir daraufhin nach Dr.Schüßler die Nr.1 Calcium fluoratum D12 Tabletten empfohlen und ich habe tolle Erfolge damit. Sobald ich was spüre nehme ich 2-3x 5 Stk. und alles ist wieder weg. Vielleicht können Sie das anderen Geplagten weitergeben. Liebe Grüße aus Österreich und weiterhin alles Gute für Ihre wertvolle Arbeit - herzlichst, Traudi Fellinger

  • edi schrieb am 22.07.2011, 11:25 Uhr

    Bzgl. Hämoriden habe ich eine ERFINDUNG "2-Schemel-Hocksitztechnik" gemacht. Interesse ? Mit Kommentar von Dr. med. Loibner.

  • Adina Pages schrieb am 23.07.2011, 13:50 Uhr

    Ich habe auch unter Hämorrhoiden gelitten und mir wurde von einer Hebamme etwas empfohlen, was ich zwar etwas merkwürdig erschien, aber um eine Operation zu verhindern habe ich es versucht. Sie hat mir empfohlen Nasenspray and der Leidensstelle zu benutzen und das Homeopatikum Sepia D12 3x am tag 5 Globuli. Es hat wirklich geholfen. Ich hate sogar schmerze innen drin und ich habe die Nasenspray auch da eingesetzt. Jetzt bin ich schon über ein Jahr beschwerdenfrei. Also habe ich entschieden weiter zu geben was mir geholfen hat.