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Analekzem: Nur selten sind Hämorrhoiden die Ursache für Schmerzen

Jeder dritte Deutsche klagt gelegentlich über Beschwerden im Bereich des Afters. Die meisten denken dann sofort an die berühmten“ Hämorrhoiden und besorgen sich entsprechende Salben, Zäpfchen oder Badezusätze.

Doch Blutungen, Schmerzen oder Juckreiz im Analbereich haben häufig ganz andere Ursachen. Hämorrhoiden stecken nur in jedem dritten Fall dahinter.

Daher ist es unerlässlich, dass Sie solche Symptome zunächst von einem erfahrenen Arzt untersuchen und abklären lassen. Nur er kann dann die richtige Therapieempfehlung geben.

Lesen Sie hier, welche unterschiedlichen Formen der Analleiden es gibt und was Sie selbst tun können, um Juckreiz und Schmerzen wie etwa beim Analekzem zu lindern.

Juckreiz ist typisch für Analbeschwerden wie ein Analekzem

Bei den meisten Beschwerden im Analbereich handelt es sich um ein so genanntes Analekzem. Das ist eine entzündliche Erkrankung rund um den After. Und Hämorrhoiden sind nur eine von vielen möglichen Ursachen.

Ein Analekzem kann begünstigt werden durch:

  • Hämorrhoiden
  • Schwäche des Schließmuskels
  • Hautrisse (Analfissuren)
  • Analknötchen
  • Schuppenflechte
  • Allergien
  • Hefepilz-Infektionen
  • ungenügende Analhygiene
  • starke Behaarung
  • starkes Schwitzen
  • zu häufiger Stuhlgang
  • sitzende Tätigkeiten

Das typische Symptom eines Analekzems ist der Juckreiz. Er macht sich oft nachts oder in den Morgenstunden am heftigsten bemerkbar.

Viele Betroffene klagen außerdem über Wundsein, Brennen und kleine nässende Wunden. Letztere machen sich durch einen dünnen Schmierfilm“ in der Unterwäsche bemerkbar.

Blut im Stuhl? Gehen Sie unbedingt zum Arzt!

Wenn Sie die genannten Symptome bemerken, sollten Sie also nicht voreilig per Selbstdiagnose auf Hämorrhoiden schließen, sondern zunächst Ihren Hausarzt aufsuchen.

In besonderen Fällen wird er Sie an einen Spezialisten für Analleiden, einen Proktologen, überweisen.

Vor allem wenn Sie Blut im Stuhl bemerken, ist der Gang zum Arzt unerlässlich. Denn dies kann zwar ein möglicher Hinweis auf Hämorrhoiden sein, dahinter kann sich jedoch auch ein bisher unentdeckter Darmkrebs verbergen.

Per Darmspiegelung kann Ihr Arzt den Verdacht ausschließen.

Hämorrhoiden: So lindern Sie den Juckreiz natürlich

Um den quälenden Juckreiz zu lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, gibt es jedoch eine Reihe natürlicher Anwendungen, die Sie selbst zu Hause durchführen können. Nehmen Sie z. B. täglich ein Eichenrinden-Sitzbad, wenn Hämorrhoiden Ihnen Beschwerden machen.

Die in der Eichenrinde enthaltenen Gerbstoffe ziehen das entzündete Gewebe am After zusammen, wodurch nicht nur der Juckreiz sondern auch das Nässen nachlassen.

Köcheln Sie für ein solches Sitzbad eine Handvoll Eichenrinde (aus der Apotheke) 15 Minuten lang in einem Liter Wasser.  Nehmen Sie nach dem Abseihen und Abkühlen zehn Minuten lang ein Sitzbad in dem Sud.

Die Ringelblume wirkt aufgrund der in ihr enthaltenen Saponine und Flavonoide entzündungshemmend und wundheilend. Ringelblumenextrakte sind daher sehr gut geeignet, um Blutungen und Entzündungen der Analschleimhaut entgegenzuwirken.

Nutzen Sie die Wirkungen der Ringelblume indem Sie einen Wattebausch mit Ringelblumentinktur tränken und ihn ähnlich wie einen Tampon ein kleines Stückchen in den After drücken.

Sie können den Wattebausch dann über Nacht einwirken lassen.

Wenn Hämorrhoiden schmerzen und brennen, hilft Hamamelis. Vermischen Sie zu gleichen Teilen Hamamelissalbe mit naturreinem Bienenhonig, und tragen Sie das Gemisch auf den schmerzenden Bereich auf.

Diese Anwendung wirkt kühlend und schmerzlindernd, und  Sie können sie nach Bedarf beliebig oft wiederholen.

Homöopathische Salbe schlägt Kortison

Um bei Analekzemen den Juckreiz zu nehmen, werden oft auch kortisonhaltige Salben verschrieben. Dass dies nicht immer notwendig ist, beweist eine Praxisstudie, die Dr. Jochen Diels, Facharzt für Hauterkrankungen in Füssen, im Mai 2003 durchgeführt hat.

Insgesamt 30 Patienten mit Analekzemen und Hämorrhoiden wurden entweder mit einer kortisonhaltigen Salbe oder der homöopathischen Salbe Neydin F behandelt.

Die Kortison-Salbe führte nur bei 40 % der Patienten zur Heilung, wogegen das homöopathische Mittel in 70 % der Fälle die schmerzende Entzündung zurückdrängte.

Die Salbe wurde über einen Zeitraum von zwei Wochen zweimal täglich aufgetragen. Um den ständigen Juckreiz am After gut unter Kontrolle zu bekommen, sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf die Hygiene legen.

Aber seien Sie maßvoll: Seifen oder feuchtes Toilettenpapier schaden aufgrund ihrer Inhaltsstoffe (z. B. Konservierungsmittel, Duftstoffe) oft mehr, als sie nützen.

Besonders bei Allergikern können diese Substanzen die Symptome noch verstärken. Am wirksamsten ist immer noch klares Wasser.

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