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Weshalb blaue Flecken nicht immer harmlos sind

Bei der Arbeit oder beim Sport hat man sich schnell mal gestoßen und einen Bluterguss geholt, der jedoch nach wenigen Tagen von selbst wieder verschwindet. Das ist nicht weiter schlimm.

Doch wenn ein blaue Flecken länger als üblich zu sehen sind oder wenn Blutergüsse sich ohne äußere Einwirkungen von selbst bilden, sollten Sie misstrauisch werden.

Nicht selten verbirgt sich in solchen Fällen eine ernsthafte Erkrankung dahinter.

Wie blaue Flecken entstehen

Wenn Sie fallen oder sich stoßen, platzen kleine Kapillargefäße in der Unterhaut. Das Blut sickert in das umgebende Gewebe und schimmert zunächst dunkel-bläulich durch die Haut. Nach einigen Tagen wechselt die Farbe, da der Blutfarbstoff abgebaut  und Gallenfarbstoff eingelagert wird, in grün, gelb oder braun.

Später resorbiert der Organismus das Blut vollständig, und der Erguss verschwindet.

Manche Menschen bekommen schneller blaue Flecken als andere, Frauen eher als Männer, was an ihrer dünneren Haut liegt. Zudem haben sie hormonell bedingt empfindlichere Gefäßwände und weicheres Bindegewebe.

Mit zunehmendem Alter werden Blutergüsse häufiger. Vielleicht kennen Sie die purpurfarbenen Flecken, die vor allem auf den Handrücken und den Unterarmen auftreten und nach einiger Zeit meist von allein verblassen.

Die Ursachen sind vielfältig: Die Haut wird mit den Jahren dünner, das schützende Unterhautfettgewebe ebenfalls, die Kapillargefäße werden zerbrechlicher, und die Kollagenfasern im Hautgewebe verhärten, z.B. durch häufigen Aufenthalt in der Sonne.

Auch Medikamente können schuld sein

Hätten Sie das vermutet? Schon eine einzige Aspirin-Tablette kann die Gerinnungsfähigkeit Ihres Bluts bis zu sechs Tage lang herabsetzen – und damit die Gefahr von Blutergüssen erhöhen.

Das gilt auch für andere blutverdünnende Wirkstoffe wie Warfarin (Handelsname: Coumadin) und Clopidogrel (Plavix).

Aber auch bestimmte Naturheilmittel (z.B. Ginkgo) und Lebensmittel (z.B. Knoblauch) haben einen – wenn auch schwachen – blutverdünnenden Effekt. Nicht immer aber sind die Ursachen blauer Flecken so harmlos wie in den bisher beschriebenen Fällen.

Arnica und Kälte halten Blutergüsse klein

Bei einem frischen Hämatom, also einem Bluterguss, können Sie viel erreichen, wenn Sie es kühlen. So können Sie sowohl die Größe gering halten als auch die Schmerzen.

Das liegt daran, dass sich durch das Kühlen die Blutgefäße zusammenziehen und nicht so viel Blut ins Gewebe gelangen kann.

Zusätzlich sollten Sie die betroffene Stelle mit Arnica eincremen, Sie können auch einen Arnica-Umschlag machen. Diese bewirken, dass der Bluterguss abschwillt. Zudem hemmen sie Entzündungen und Schmerzen.

Diese Blutergüsse sind alles andere als harmlos

Blutergüsse, die spontan ohne vorhergehenden Stoß oder Verletzung entstehen und zudem größer als gewöhnlich sowie anhaltend schmerzhaft sind, sollten Sie umgehend Ihrem Arzt vorstellen.

Sie könnten auf Störungen in Ihrem Blutbild, in seltenen Fällen sogar auf Leukämie hinweisen.

Häufige Blutergüsse ohne Ursache können zudem typische Symptome einer Virusinfektion sein (beispielsweise Herpes Zoster, Masern oder Aids).

Um die Ursachen differenzialdiagnostisch abzuklären, wird Ihr Arzt Ihnen Blut abnehmen, um ein Blutbild anzufertigen, gegebenenfalls kann auch eine Knochenmark-Biopsie angebracht sein.

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Alte Kommentare
  • Brigitte Pühringer schrieb am 03.06.2010, 20:37 Uhr

    Sie haben vergessen zu erwähnen, dass es sich auch um die Autoimunerkrankung Thrombozytopenie handeln kann. Bei dieser Krankheit handelt es sich um die Verminderung im Blut der Blutplättchen, was zu spontanen Blutungen im Körper führen kann. Mein Kind hatte in den letzten 6 Jahren 2x damit zu tun. Das ist nicht schön und man kann quasi nichts dagegen tun. Meist ist die Ursache für diese Erkrankung auch nicht festzustellen.

    • Roman Martin antwortete am 24.07.2012, 11:02 Uhr

      Frau Pühringer, das hat höchst wahrscheinlich einen genetischen Hintergrund. Nur weil es bei den ältern nicht vorkommt, kann es dennoch ein Kind betreffen. Thrombozyten entstehen durch das Abschnürren von Megakaryocyten. Dabei ist das Hormon Thrombopoietin für die Stimulierung der Abschnürrung verantwortlich. Eine Störung in der Expression dieses Hormons könnte schon die Krankheit zur Folge haben.