Gicht: Purinarme Kost senkt Ihren Harnsäurespiegel
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Gicht ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die heutzutage immer mehr Menschen betrifft. Gründe sind vor allem eine falsche Ernährung und zu viel Alkohol. Mit einer purinarmen Kost bekommen Sie das Gelenkleiden in den Griff und mindern die Zahl Ihrer Gichtanfälle.
Früher galt die Gicht als Krankheit der Könige und der besser gestellten „alten Knaben". Denn man wusste schon früh, dass das Leiden an den reichlichen Genuss von Alkohol und Fleisch gekoppelt ist. In der Umgangssprache wird Gicht noch heute als „Wohlstandskrankheit" bezeichnet. In „schlechten Zeiten", also etwa nach dem Zweiten Weltkrieg, gab es kaum Gichtkranke.
Heute, wo Lebensmittel im Übermaß zur Verfügung stehen, hat sich die Zahl der Gichtkranken vervielfacht. Knapp 5 % aller Männer und knapp 1 % der Frauen sind von der schmerzhaften Gelenkerkrankung betroffen. Experten gehen davon aus, dass etwa 10 % der Bundesbürger einen erhöhten Harnsäurespiegel haben. Bei Frauen steigt der Anteil nach den Wechseljahren weiter an. Erste Symptome treten heute allerdings auch schon bei 20- bis 30-Jährigen auf.
Zu viel Harnsäure lagert sich in den Gelenken an
Die Gicht ist eine Folge erhöhter Harnsäurewerte im Blut. Harnsäure entsteht im Körper durch den Abbau von Purinen, die sowohl in pflanzlicher als auch in tierischer Nahrung vorkommen. Ihr Körper selbst bildet ebenfalls Purine. Diese sind ein Bestandteil aller Zellen, vor allem der Zellkerne. Normalerweise wird die aus ihnen entstehende Harnsäure über die Nieren ausgeschieden. Ist diese Ausscheidungsmöglichkeit aber gestört oder befindet sich zu viel Harnsäure im Blut, bleibt sie im Körper und lagert sich an verschiedenen Stellen als kristallförmiger Rückstand an: vor allem in den Gelenkkapseln, aber auch in der Haut und anderen Körpergeweben. Es bilden sich Harnsäurepools.
Jetzt droht ein Gichtanfall. Bei 60 % ist zunächst das Großzehengrundgelenk betroffen. Es kommt zu Schwellungen und Hautrötungen an den Gelenken, zusätzlich können Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen auftreten. Die Gelenkumgebung ist heiß und schmerzt, insbesondere bei Druck. Gichtanfälle stellen sich meist nachts ein, mehrere Nächte nacheinander. Ein akuter Gichtanfall wird häufig durch Trink- und Essexzesse ausgelöst, kann aber auch durch Fasten, Stress und die Einnahme von Diuretika hervorgerufen werden.
Ihr Harnsäurespiegel steigt, wenn die Ausscheidung langfristig geringer ist als die körpereigene Produktion und die Zufuhr durch die Nahrung. Dabei spielt vor allem die Ernährung eine krankheitsfördernde Rolle. Die erhöhten Harnsäurewerte sind nicht nur für die Gicht - die äußerst schmerzhafte Erkrankung der Gelenke -verantwortlich, sondern auch für Nierenfunktionsstörungen und die Bildung von Nierensteinen. Langfristig können die Harnsäurekristalle Ihre Knochen zerstören und die Gelenke stark verändern. Zudem können die Ablagerungen Ihre Nieren schädigen und zu Nierensteinen führen. Gichtbedingte Nierensteine können auch auftreten, wenn Sie noch nie Schmerzen an den Gelenken hatten.
Ursachen der Gicht
- Falsche Ernährung mit zu viel Fleisch.
- Zu viel Alkohol.
- Eine sehr seltene genetisch bedingte Störung im Harnstoffwechsel
In diesen Normbereich gehört Ihr Harnsäurespiegel
Als normal gelten bei Männern 7,7 mg/dl Blut und bei Frauen 5,5 mg/dl. Wenn Ihre Harnsäurewerte im Blut steigen - bei Männern auf über 9 mg/dl und bei Frauen auf 8,5 mg/dl -, liegt eine Hyperurikämie (erhöhte Harnsäurewerte) vor. Dann sind Sie akut gichtgefährdet und müssen mit Gichtanfällen rechnen.