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Ernährungsplan bei Gicht: Die wichtigsten Fakten

Ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zur Gesundheit. Gerade wer an Gicht leidet, sollte auf seine Ernährung achten, denn die Gicht ist eine der so genannten Wohlstandskrankheit.

Zu reichliches Essen, zu viel Alkohol: Auf lange Sicht ist der Körper damit überfordert, die Harnsäurekonzentration im Blut steigt und Harnsäurekristalle setzen sich an den Gelenken ab.

Das führt zu schmerzhaften Entzündungen der betroffenen Gelenke. Für Betroffene ist es daher wichtig auf die Ernährung bei Gicht zu achten.

Woher kommt der Überschuss an Harnsäure?

Harnsäure entsteht im Körper beim Abbau von Purinen, die wir mit der Nahrung aufnehmen. Zusätzlich entstehen Purine beim Abbau von Zellen.

Da der Körper nicht in der Lage ist, Harnsäure abzubauen, muss man sie über Niere und Darm ausscheiden.

Bei Gichtpatienten wird entweder zu viel Harnsäure gebildet oder zu wenig ausgeschieden. Die Konzentration steigt dann so weit an, dass die Harnsäure schließlich auskristallisiert.

Was sich jahrelang aufgebaut hat, kann nicht in einer Woche abgebaut werden. Trotzdem kann man mit entsprechender Ernährung den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen und Beschwerden lindern.

Purinarm und leicht ernähren

Wer unter Gicht leidet, sollte als ersten Schritt sein Körpergewicht so weit normalisieren, dass es einem BMI unter 25 entspricht. Zusätzlich sollte man darauf achten, seinem Körper möglichst wenig Purine mit der Nahrung zuzuführen.

Mindestens 2 Liter Flüssigkeit (Wasser oder ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee) helfen, Harnsäure über die Nieren auszuscheiden.

Alkohol lieber meiden

Alkohol sorgt dafür, dass die Harnsäure nur schlecht ausgeschieden werden kann. Gleichzeitig sorgt Alkohol in der Leber dafür, dass zusätzliche Harnsäure gebildet wird.

Das gilt für Wein ebenso wie für Bier. Übrigens: Alkoholfreies Bier enthält die gleiche Menge Purine wie alkoholhaltiges Bier.

Kaffee und Tee sind in Maßen erlaubt. Auch Kakao und Schokolade sind in Ordnung, wenn es die Ausnahme bleibt.

Einfache Regeln zur Ernährung bei Gicht

Grundsätzlich gilt für Gicht-Patienten: Meiden Sie Fleisch und Wurst, Alkohol, Fett und Zucker. Setzen Sie stattdessen auf Obst, Gemüse und Kohlehydrate sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Wer absolut nicht auf Fleisch verzichten will, sollte pro Tag nicht mehr als 100 bis 150 Gramm Fleisch zu sich nehmen.

Geeignet sind magere Stücke wie beispielsweise Filet. Schwarte (Bratenkruste), Geflügelhaut, fettige Wurst und Innereien wie Kalbsbries aber sind Gift für Gichtpatienten.

Fast bedenkenlos zulangen dürfen Sie bei Obst und Gemüse. Da einige Gemüsesorten wie Spinat und Feldsalat aber purinreich sind, ist es für den Anfang empfehlenswert, eine Purintabelle zur Hand zu haben, in der die einzelnen Nahrungsmittel mit ihrem jeweiligen Puringehalt aufgeführt sind.

Kohlehydrate aus Nudeln, Reis und Kartoffeln enthalten nur sehr wenig und zum Teil gar keine Purine und sind entsprechend günstig für eine Ernährung bei Gicht.

Völlig purinfrei ist Naturjoghurt. Gut geeignet sind auch fettarmer Quark und fettarmer Käse.

Besonders purinarm oder sogar frei von Purinen sind Hartweizengrießnudeln, Reis, Kartoffeln, Blumenkohl, Möhren, Tomaten, Bananen, Äpfel, Milchprodukte und Eier.

Hefefreie Gemüsebrühen sollten bevorzugt werden.

Auch Hefe ist sehr purinreich uns sollte vermieden werden. Backen Sie lieber mit Backpulver statt mit Hefe und lassen Sie Hefeplunder und ähnliche Leckereien lieber im Regal.

Gicht Diät: Einige Zahlen

Die Ernährung bei Gicht sollte sich also grob nach folgender Einteilung der Nährstoffe zusammensetzen: 10 % Eiweiß, 30 % Fett und 60% Kohlenhydrate.

Eine Gicht Diät ist eine purinarme Kost.

Eigentlich ist die Harnsäure, die aus den Purinen entsteht, der Übeltäter.

Daher sind die Angaben meistens in mg Harnsäure je 100g eines Lebensmittels angegeben. 2,4 mg Harnsäure entstehen aus 1 mg Purin.

Lebensmittel mit mehr als 150mg Harnsäure je 100g gelten als ungünstig für die Gicht Ernährung.

Purinhaltige Lebensmittel meiden

Die folgenden Lebensmittel sollten Gichtpatienten meiden:

  • Innereien
  • Hefe (Vorsicht auch bei Brühwürfeln/gekörnter Brühe. Hefeextrakt dient hier oft als Geschmacksverstärker)
  • Haut von Fisch und Geflügel
  • Fetter Fisch (Makrele, Hering, Aal, Sardinen) und Meeresfrüchte
  • Fleisch und Wurst
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen
  • Alkohol
  • Bier, auch alkoholfreies
  • Zucker und Zuckerersatzstoffe wie Sorbit und Fruktose
  • Spargel
  • Spinat
  • Rhabarber
  • Feldsalat

Purinarme Lebensmittel:

  • Alle Sorten Obst
  • Gemüse (bis auf wenige Ausnahmen, s.o.)
  • Fettarme Milchprodukte
  • Reis, Nudeln, Kartoffeln
  • Brot
  • Eier
  • Wasser und Kräuter- oder Früchtetees

Beispiel Ernährungsplan bei Gicht

Wer auf die richtige Auswahl der Nahrungsmittel achtet, wird nach einer Phase der Umgewöhnung merken, dass er nur auf sehr wenige Dinge verzichten muss, um die wichtigsten Regeln zur Ernährung bei Gicht einzuhalten.

Wenn Sie beim Anblick eines Krustenbratens schwach werden wollen, überlegen Sie, ob der kurze Genuss die Schmerzen des nächsten Gichtanfalls wert ist. Ein gesunder Tag könnte zum Beispiel so aussehen:

Gicht Diät, Frühstück

Ein Glas Orangensaft, zwei Scheiben Mischbrot, ein wenig Butter, fettarmer Käse und ein Spiegelei auf Tomatenscheiben. Dazu Kaffee oder Tee.

Gicht Diät, Mittagessen

Eine provenzalische Nudelpfanne mit Penne. Dafür in einer Pfanne mit Olivenöl etwas Aubergine, Zucchini, Paprikaschote und Knoblauch andünsten. Mit Tomatensaft ablöschen und mit frischen oder getrockneten mediterranen Kräutern und Salz würzen. Zum Nachtisch einen gekühlten Buttermilch-Bananen-Shake.

Gicht Diät, Abendessen

Eine Karottencremesuppe aus Möhren, Kartoffeln, Gemüsebrühe und Milch. Alles pürieren und mit frischer Petersilie, Salz und einer Prise Zucker abschmecken. Wer mag, darf eine kleine Spur flüssige Sahne zum Schluss auf den Suppenspiegel geben.

Ernährung bei Gicht: Zusammenfassung

  • Streben Sie ein vernünftiges Körpergewicht an – Allmählicher Gewichtsverlust reduziert die Belastung der Gelenke und Harnsäurespiegel.
  • Vermeiden Sie purinreiche Nahrungsmittel – Dazu gehören Innereien, Sardinen, Anchovis und einige Fleischbrühen und -saucen.
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein – Alkohol hemmt die Ausscheidung von Harnsäure und erhöht dadurch das Gicht-Risiko.
  • Trinken Sie viel – Mindestens 2 Liter Flüssigkeit am Tag helfen dabei, überschüssige Harnsäure aus dem Körper zu spülen.

Generell sollten Gichtpatienten ausgewogen und gesund essen. Hier gelten die gleichen Regeln wie für Gesunde auch.

Zusätzlich sollte der Puringehalt der Lebensmittel im Auge behalten werden, denn aus den Purinen bildet der Körper die gefürchtete Harnsäure, die Gichtanfällen Vorschub leistet.

Obst und Gemüse sind generell eine gute Wahl und sollten jeden Tag auf dem Speiseplan stehen.

Hier gibt es nur wenige Ausnahmen: Hülsenfrüchte, Spinat, Spargel und Blumenkohl weisen ebenfalls im Vergleich zu anderem Gemüse erhöhte Purinwerte auf, müssen jedoch nicht komplett vermieden werden.

Tomaten, Erdbeeren, Zwiebeln, Cranberries (auch als ungezuckerter Direktsaft) und Möhren haben sogar den Ruf, den Verlauf der Krankheit ein Stück weit aufhalten zu können.

Fettarme Milchprodukte, komplexe Kohlenhydrate und Früchte (insbesondere Zitrusfrüchte) helfen Gichtpatienten ihre Beschwerden zu lindern.

Auch eine konstante Flüssigkeitszufuhr mit ungezuckerten Getränken – Tees, Kaffee und Kaltgetränke (2-3 Liter täglich) können bei Gicht wahre Wunder wirken.

Ausreichendes Trinken spült die Harnsäure aus dem Körper und spült die Nieren. Gicht ist eine echte Wohlstandserkrankung. Wer sich fettarm und ausgewogen ernährt, kann aber viel dafür tun, die Krankheit unter Kontrolle zu halten.

Verzichten Sie möglichst auf tierische Produkte und reduzieren Sie Übergewicht, dann entziehen Sie der nächsten Gichtattacke ihre Grundlage.

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