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Ernährung bei Gicht: Welche Lebensmittel helfen, welche schaden?

Als normal gelten bei Männern 7,7 mg/dl Blut und bei Frauen bei 5,5 mg/dl. Wenn Ihre Harnsäurewerte im Blut bei Männern auf über 9 mg/dl und bei Frauen auf 8,5 mg/dl steigen, liegt eine Hyperurikämie (erhöhte Harnsäurewerte) vor.

Dann sind Sie akut gichtgefährdet und müssen mit Gichtanfällen rechnen.

Gicht© Lovrencg - Fotolia

Die Gicht verläuft in vier Stadien

  • Stadium 1: Sie haben noch keine Symptome, aber deutlich erhöhte Harnsäurewerte.
  • Stadium 2: Es kommt zu einem akuten Gichtanfall.
  • Stadium 3: Das ist die Phase zwischen zwei Gichtanfällen. Sie wird auch interkritisches Stadium genannt.
  • Stadium 4: Das ist die chronische Gicht mit der Bildung von Gichtknoten (Tophusbildung) und nicht mehr rückgängig zu machenden Gelenkschäden.

Bleibt die Gicht unbehandelt, kommt es in immer kürzeren Abständen zu heftigsten Schmerzattacken und letztlich zur Gelenkverformung. Es können sich Gichtgeschwüre und chronische Nierenschäden ausbilden.

Die Medikamente, die bei der Hyperurikämie und der Gicht zum Einsatz kommen, hemmen entweder die Bildung von Harnsäure im Körper oder erhöhen die Ausscheidung von Harnsäure über die Niere.

Beim akuten Gichtanfall werden zusätzlich Medikamente verschrieben, die entzündungshemmend sind.

Warum Sie bei Gicht besser auf Fruchtzucker verzichten

Erhöhte Harnsäurewerte lösen bei Ihnen zunächst keine Beschwerden aus. Lagert sich die Harnsäure aber in Form von Kristallen in Ihren Gelenken ab, treten schmerzhafte Entzündungen auf.

Ohne Behandlung können sich dadurch chronische Gelenkveränderungen bei Ihnen entwickeln. Besonders gefürchtet ist der akute Gichtanfall: ein ausgesprochen schmerzhaftes Ereignis, das sich meistens an Ihrer Großzehe meldet.

Ursache ist in den meisten Fällen eine genetische Veranlagung: Ihr Körper ist dann einfach nicht in der Lage, genügend Harnsäure auszuscheiden.

Harnsäure entsteht in Ihrem Körper durch den Abbau von Purinen, die auch in Lebensmitteln stecken. Gichtpatienten wissen, dass sie purinreiche Lebensmittel besser meiden. Aber hätten Sie bei Gicht auch an Fruchtzucker gedacht?

Fruchtzucker treibt nicht nur Ihre Harnsäurewerte hoch

Fruchtzucker (Fruktose) ist der einzige Zucker, der Ihren Harnsäurespiegel im Blut in die Höhe treibt.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Nach dem Genuss von Softdrinks mit einem hohen Fruchtzuckergehalt steigt der Harnsäurespiegels deutlich an und ist verbunden mit einem erhöhten Gichtrisiko.

Aber das ist noch nicht alles: Ein hoher Fruchtzuckerkonsum fördert nachweislich eine Gewichtszunahme, Bluthochdruck und die Insulinresistenz (Vorstufe des Diabetes Typ II).

Untersuchungen zeigen aber auch, dass die Aufnahme vergleichbarer Mengen Traubenzucker (Glukose) nicht zu diesen Gesundheitsprobleme führt. Das Problem ist hier nicht der Fruchtzucker, den Sie mit Obst verspeisen, sondern vielmehr die Machenschaften der Lebensmittelindustrie.

Ernährung bei Gicht:

Nahrungsmittel mit negativem Einfluss auf die Harnsäurewerte

  • Innereien (Bries, Herz, Leber, Nieren, Kutteln) und Produkte aus Innereien (Leberwurst)
  • fette Fleisch-, Wurst- und Fischwaren wie Schweinebraten, Gans, Ente, Geflügel mit Haut, Bratwürste, Salami, Heringe, Sprotten, Ölsardinen, Hummer, Muscheln, Garnelen, Räucherlachs
  • Zunge, Schweineschwarte
  • große Mengen von Fetten und Ölen
  • fettreiche Milch und Milchprodukte (über 45 % Fett i. Tr.)
  • große Mengen Alkohol (Alkohol liefert Purine, fördert zudem die Harnsäurebildung im Körper und blockiert ihre Ausscheidung über die Niere; so provoziert Alkohol auch erneute Gichtanfälle)
  • Fleischextrakte
  • Hefe und Hefeprodukte
  • Spargel

Bedingt geeignete Nahrungsmittel bei Gicht

  • magere Fleisch- und Wurstsorten (maximal 100 g am Tag)
  • Geflügel ohne Haut
  • fettarmer Fisch (Heilbutt, Seezunge, Kabeljau, Scholle, Seelachs)
  • Hülsenfrüchte
  • purinreichere Gemüse wie Schwarzwurzeln, Sellerie, Spinat, Mangold, Blumenkohl
  • Steinpilze, Champignons

Diese Lebensmittel können Sie ohne Bedenken essen

  • magere Milchprodukte
  • 2 bis 3 Eier pro Woche
  • purinarme Gemüse wie Gurken, Karotten, Kohl, Rettich Zwiebeln, grüner Salat, Kürbis, Kohlrabi, Auberginen, Zucchini, Fenchel, Paprika, Tomaten, Radieschen, Kartoffeln, Rettich, Sauerkraut
  • alle Obstsorten, außer getrockneten Früchten
  • Getreide und Getreideprodukte
  • Mineralwässer, Tee, Kaffee und Obstsäfte
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