MenüMenü

Zu viel Cholesterin belastet Ihre Galle – So schützen Sie sich vor Gallensteinen und Koliken

Fettreiche Ernährung kann Sie im wahrsten Sinne des Wortes steinreich machen: Nehmen Sie zu viel Cholesterin zu sich, können sich Gallensteine bilden. Diese bleiben oft unentdeckt, können aber auch zu schmerzhaften Koliken führen. Ich zeige Ihnen, wie Gallensteine behandelt werden – und mit welchen einfachen Mitteln Sie ihnen vorbeugen können.

Die Wirkung der Gallenflüssigkeit können Sie mit Spülmittel vergleichen. Haben Sie fettige Teller mit Bratensaft darauf, werden Sie das Fett ohne Spülmittel nicht abwaschen können.

Erst die Reinigungsflüssigkeit legt sich um das Fett und macht es wasserlöslich. Genauso wirkt die Gallenflüssigkeit. Sie umschließt das Fett, das Sie mit der Nahrung zu sich nehmen. So kann es verdaut werden.

Gallenflüssigkeit ermöglicht Ihnen die Fettverdauung

Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber produziert und in der Gallenblase aufbewahrt. Die Gallenblase öffnet sich zum Zwölffingerdarm. Wenn Sie fettige Speisen zu sich nehmen, zieht sich die Gallenblase zusammen und schüttet die Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm aus (zur Nahrungsmasse hinzu).

Sind die Fette verdaut, wird die Gallenflüssigkeit wieder zurück in die Leber geleitet, wo sie wieder aufbereitet wird für den nächsten Verdauungsvorgang.

Aus Cholesterin entstehen Ihre Gallensteine

Cholesterin sammelt sich normalerweise in der Gallenblase und wird hier durch die Gallenflüssigkeit flüssig gehalten. Nehmen Sie aber durch zu viel fette Nahrung zu viel Cholesterin zu sich, reicht die Gallenflüssigkeit nicht aus, um es zu verdünnen.

Auf Dauer klumpt das Cholesterin dann zusammen. Auf diese Weise entstehen rund 80 % aller Gallensteine.

Zwar bleiben zwei Drittel aller Steine unbemerkt. Aber sie können sich durch die Kontraktion der Galle in den Gallengang bewegen und so den Abfluss der Gallenflüssigkeit blockieren. Die Folge sind schmerzhafte Koliken.

Gallensteine bleiben meist symptomlos

Gallensteine verursachen erst dann Beschwerden, wenn sie den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Darm behindern oder eine Gallenblasenentzündung auslösen. Ein feststeckender Gallenstein löst eine Kolik aus, die sich durch einen heftigen Schmerz im rechten und mittleren Oberbauch bemerkbar macht, die von Minute zu Minute intensiver wird und über Stunden anhalten kann.

Der Schmerz entsteht durch eine krampfartige Zusammenziehung der Muskeln in der Wand der Gallenwege, mit dem der Stein weiter befördert werden soll. Kolikschmerzen strahlen oft in den Rücken und in die rechte Schulter aus.

Häufig werden sie von einem Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Auch eine Gelbfärbung der Haut kann auftreten.

Das Gallensteinleiden kann von unspezifischen Beschwerden wie Blähungen, Unverträglichkeit von Fett, Kaffee, Gebratenem und kalten Getränken begleitet sein. Eine üppige, fette Mahlzeit ist häufig Auslöser einer Kolik. Gesellen sich Fieber und Schüttelfrost hinzu, muss an Komplikationen wie Gallenblasen-oder Bauchspeicheldrüsenentzündung gedacht werden.

Die schnellsten und leichteste Nachweismethode für Gallensteine ist eine Ultraschalluntersuchung Sie kann Steine ab einem Durchmesser von 2 mm erfassen.

Durch seinen Kalkgehalt zeigt der Stein einen Schallschatten. Ultraschalluntersuchengen können auch Größe, Kontraktionsfähigkeit sowie Wand- und Formveränderungen der Gallenblase nachweisen.

So machen sich Gallensteine bemerkbar

Die Schmerzen, die durch Gallensteine ausgelöst werden, gehen vom oberen Rippenbogen aus. Allerdings ist es nicht einfach für einen Laien festzustellen, ob es sich wirklich um Gallensteine handelt. Ähnliche Beschwerden können durchaus auch durch Magenprobleme oder Darmerkrankungen ausgelöst werden.

In der Regel macht sich ein Gallenstein auf folgende Art bemerkbar:

  •    Völlegefühl,
  •    Druck im oberen Bauch,
  •    Übelkeit,
  •    Aufstoßen,
  •    Blähungen,
  •    Unverträglichkeit von Nahrung.

Versperren die Gallensteine bereits den Gallengang, kommt es zur akuten Gallenkolik. Diese äußert sich durch:

  •    heftige Schmerzen im oberen Bauchbereich,
  •    Bauchschmerzen, die nach oder während der Mahlzeiten auftreten,
  •    Übelkeit,
  •    Fieber,
  •    Schweißausbrüche,
  •    Schwindel.

Bemerken Sie, dass sich bei Ihnen Haut und Augen gelblich verfärben, der Urin aber eine bräunliche Farbe annimmt, sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Diese Verfärbungen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Gallensteine den Gallengang komplett verschließen.

Ultraschall zur Gallenstein-Diagnose

Die Ultraschalluntersuchung, auch als Sonografie bezeichnet, reicht in der Regel aus – 95 Prozent aller Gallenblasensteine können so erkannt werden. Unabdingbar ist aber, dass Ihr Arzt sich mit der Erkennung und Darstellung der Steine im Ultraschall gut auskennt und ein hoch leistungsfähiges Gerät besitzt.

Auch ist es nicht ausreichend, einfach nur einen Blick auf die Gallenblase zu werfen. Diese muss vielmehr aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden.

Sie müssen also normalerweise mindestens einen Positionswechsel durchführen, damit Ihr Arzt diese Untersuchung durchführen kann. Nur so kann er auch kleinere Steine nicht übersehen.

Schmerzhafte Gallensteine müssen operiert werden

Liegen Gallensteine vor, die Ihnen Beschwerden bereiten, wird Ihr Arzt eine Operation vorschlagen.

Diese wird heute nicht mehr per Bauchschnitt durchgeführt, sondern endoskopisch. Liegen die Steine in der Gallenblase, entfernt man sie durch die so genannte laparoskopischen Gallenblasenentfernung.

Es werden bei Ihnen unter Vollnarkose drei kleine Schnitte in die Bauchdecke gemacht. Hierdurch wird das Endoskop eingeführt, die Gallenblase wird abgetrennt und herausgezogen. Sie können normalerweise nach einem Tag schon wieder nach Hause gehen.

Auch wenn die Gallenblase entfernt wurde, müssen Sie keine besondere Diät einhalten. Sie dürfen weiterhin essen, was Sie vertragen.

Bei ungünstig liegenden Steinen wird per Spiegelung entfernt

Verstopfen die Gallensteine den Gallengang, wird wie bei einer Magenspiegelung ein Endoskop durch Mund und Speiseröhre, Magen und Zwöffingerdarm bis in die Galle geschoben.

Am Ende des Endoskops befindet sich eine Kamera, mit der der Chirurg die Operation überwachen kann.

Die Operationswerkzeuge werden ebenfalls durch den Schlauch eingeführt. Mit ihnen wird dann ein kleiner Schnitt an der Stelle gemacht, wo der Gallengang in den Zwölffingerdarm mündet. So können die Steine schnell herausgeholt oder von selbst ausgeschieden werden.

So können Sie Gallensteinen vorbeugen

Gallensteine bilden sich besonders bei Menschen mit starkem Übergewicht. Leider verleitet viele Menschen diese Tatsache dazu, im Hau-ruck-Verfahren abzunehmen. Vorsicht! Das ist kein geeigneter Weg, um die Steinbildung zu vermeiden. Solche rasanten Abspeck-Kuren können nämlich genau den gegenteiligen Effekt haben.

Verzichten Sie auf jegliches Fett, hat Ihre Galle nichts mehr zu tun. Sie wird nicht mehr angeregt, und es kann nun erst recht dazu kommen, dass sich Steine bilden.

Beugen Sie lieber konsequent vor, damit es gar nicht erst zu Gallensteinen kommt:

  • Stellen Sie Ihre Ernährung um. Verzichten Sie möglichst auf tierische Fette. So nehmen Sie wenig Choles­terin zu sich und verringern damit die Gefahr der Gallensteinbildung.
  • Reduzieren Sie Ihr Übergewicht – aber langsam. Ernähren Sie sich ausgewogen, mit viel Obst und Gemüse. Verzichten Sie jedoch auf Blitz-Diäten.
  • Trinken Sie eine Tasse warmen Tee, bevor Sie zu Bett gehen. So regen Sie die Kontraktion Ihrer Galle an. Sie entleert sich, die Eindickung der Gallenflüssigkeit wird vermieden.
  • Ernähren Sie sich ballaststoffreich – auch das hilft der Galle bei der Kontraktion.
  • Trinken Sie ausreichend. So wird die Gallenflüssigkeit flüssig gehalten.
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

Regelmäßig Informationen über Innere Medizin erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Dr. med. Michael Spitzbart. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!