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Gallensteine: Wann Sie zum Arzt müssen

Wenn Ihre Gallenblase Galle ausschüttet, gehen unter Umständen ein oder mehrere Gallensteine ab. Größere und kleinere Steine können am Ausführungsgang der Gallenblase stecken bleiben, der diese mit dem großen Gallengang verbindet.

Darüber hinaus verstopfen sie eventuell die Mündung zum Dünndarm.

Gallensteine: Folge falscher Ernährungsgewohnheiten

Gallensteine gelten als ausgesprochene Zivilisationskrankheit. Früher befiel sie meist nur „alte Knaben“ der gehobeneren Kreise, die der Völlerei und dem Suff frönten. Deshalb könnte man die Steine auch Schlemmersteine nennen, wie mancher Experte spottet.

Auch heute sind sie eine Folge des zu guten Lebens. Eine fettreiche Ernährung, die arm an Ballaststoffen ist, trägt zur Steinbildung wesentlich bei.

Übergewicht erhöht zudem die Cholesterinmenge in der Galle und behindert die richtige Entleerung der Gallenblase.

Zehn Millionen Menschen haben Gallensteine. Doch dem größten Teil von ihnen ist dies unbekannt, denn sie haben keinerlei Beschwerden. Nur etwa zwanzig Prozent aller Gallensteine verursachen überhaupt irgendwelche Symptome.

Die „restlichen“ 80 Prozent bleiben stumm, wie es in der Medizin heißt. Mit zunehmendem Alter kommt es häufiger zur Steinbildung. Eine Behandlung ist oft nicht erforderlich. Doch wenn sich die Gallensteine richtig bemerkbar machen, dann mit schier unerträglichen Schmerzen.

Das sind die Risikofaktoren für die Entstehung von Cholesterinsteinen in Ihrer Gallenblase:

  • zu viele Kalorien
  • zu viel Fett
  • zu viele einfache Kohlenhydrate (Zucker, Mehl)
  • zu wenig Ballaststoffe
  • zu wenig Vitamine
  • Dünndarmerkrankungen
  • Darmoperationen
  • Leberzirrhose
  • hohe Cholesterinwerte
  • Diabetes
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • erbliche Veranlagung

So unterstützt Sie die Natur bei Gallensteinen

Wenn Sie bereits unter Gallenbeschwerden leiden, können Ihnen Pflanzen helfen, die den Gallenfluss anregen. Dazu zählen unter anderem Artischocke, Löwenzahn und Schöllkraut.

Die in ihnen enthaltenen Bitterstoffe wirken auf die Galle ein.

Generell sollten Sie jedoch zuvor Ihren Arzt um Rat fragen, denn es kann sein, dass in Ihrem speziellen Fall die Anregung des Gallenflusses nicht erwünscht ist. Dadurch könnten bereits vorhandene Steine zum Wandern animiert und Koliken ausgelöst werden.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin hat man eine weitere Ursache für Gallenbeschwerden und Gallensteine ausgemacht: Die Galle gilt hier als Auffangbecken des Zorns.

Wer nicht in der Lage sei, seiner Wut oder seinem Ärger Ausdruck zu verleihen, sei für Gallenleiden prädestiniert. Wenn Ihnen also eine Laus über die Leber läuft, verschaffen Sie sich ruhig Luft. Damit Ihnen nicht die Galle hochkommt…

Diese Heilpflanzen helfen Ihnen bei Gallenbeschwerden:

  • Artischocke
  • Mariendistel
  • Löwenzahn
  • Pfefferminze
  • Kümmel
  • Fenchel
  • Wermut
  • Rettich
  • Schöllkraut

Symptome bei Gallensteinen

Anzeichen für die genannten Probleme beinhalten:

  • plötzliches Auftreten mäßiger bis starker Schmerzen im Oberbauch, die eventuell bis in den Rücken oder das rechte Schulterblatt ausstrahlen und zwischen 15 Minuten und einigen Stunden anhalten
  • Schmerzen oder Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen nach dem Essen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Gelbsucht (gelbe Verfärbung von Haut und Augenbindehäuten)
  • dunkel gefärbter Urin
  • hellgelber Stuhl
  • Völlegefühl und Blähungen
  • Verstopfung und Durchfall im Wechsel
  • Schwindelgefühl
  • seltsame Empfindungen in der Herzgegend

Unterschätzen Sie die Anzeichen nicht!

Bemerken Sie eines dieser Symptome, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt. Obwohl Gallenblasenattacken häufig vorbeigehen, kann sich Ihre Gallenblase infizieren und möglicherweise ruptieren (reißen), wenn die Blockierung bestehen bleibt.

Des Weiteren kann eine Verstopfung den nahe gelegenen Gang der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) blockieren, sodass eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) die Folge ist – eine potentiell lebensbedrohliche Situation. Selten stehen Gallensteine mit Krebs in Verbindung.

Möglichkeiten der Diagnose

Die Diagnose der Gallensteine erfolgt in vielen Fällen mittels eines Bluttests, der Entzündungen oder den Übertritt von Galle in das Blut nachweist. Ultraschalluntersuchungen gelten als häufigster Test zum Auffinden der Steine in der Gallenblase.

Die Endoskopische Retrograde Cholangiopankreatographie (ERCP) bezeichnet ein Bild gebendes Verfahren. Man setzt es häufig ein, um Steine in den Gallengängen zu lokalisieren. Bei diesem Verfahren führt der Arzt einen flexiblen Schlauch mit einer Kamera (Endoskop) über Ihren Rachen und den oberen Verdauungstrakt bis zum Gallengang.

Im Anschluss daran spritzt er ein Kontrastmittel in die Gallengänge, damit diese auf dem Röntgenschirm zu erkennen sind.

Entdeckt der Mediziner einen Stein im Gallengang, entfernt er ihn in den meisten Fällen sofort mithilfe des Endoskops. Steine im Gallengang findet man darüber hinaus mithilfe der Kernspintomografie oder der endoskopischen Ultraschalluntersuchung.

Gallensteine: Operative Behandlung

Ihre Gallenblase ist kein lebenswichtiges Organ, und neue Steine tauchen oft auf, wenn nur die alten Steine entfernt wurden. Die operative Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie) gehört zu den Routineoperationen: Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 200.000 Gallensteinpatienten operiert.

Bei dieser minimal-invasiven Operation sind nur kleine Schnitte erforderlich

Die Operation wird häufig laparoskopisch durchgeführt, wofür einige kleine Einschnitte im Bauch erforderlich sind, durch die eine winzige Videokamera und chirurgische Instrumente eingeführt werden. Wahrscheinlich können Sie schon nach wenigen Tagen wieder Ihren normalen Aktivitäten nachgehen.

Eine offene Cholecystektomie, bei der Ihre Gallenblase über eine größere Inzision (erster Schnitt des Chirurgen) entfernt wird, erfordert im Allgemeinen einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt sowie einige Wochen der Erholung zu Hause.

Eine solche Operation kann die beste Wahl sein, wenn die Gallenblase schwer entzündet ist, oder Sie vernarbtes Gewebe von früheren Bauchoperationen zurückbehalten haben.

Ein Leben ohne Gallenblase ist möglich

Nach der Entfernung der Gallenblase produziert Ihre Leber weiterhin genug Galle, um ein normales Essen zu verdauen. Aber anstatt vorrätig in der Gallenblase zu lagern, entleert sich die Galle nun direkt in Ihren Dünndarm. Sie werden vielleicht häufiger Stuhlgang haben als früher, und bemerken, dass Ihr Stuhl weicher ist.

Diese Änderungen sind oft nur vorübergehender Natur. Doch wenn der Durchfall bleibt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

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