Gallensteine: Gallenkolik
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Gallensteine
GNL5356
Wenn ein Steinchen aus der Gallenblase herausgespült wird und im Gallengang stecken bleibt, kommt es zu einer immens schmerzhaften Gallenkolik im rechten Unterbauch. Ursache sind die rhythmischen Kontraktionen der Gallengangsmuskulatur, die das Steinchen weiterschieben sollen. Die Schmerzen sind so extrem, dass sich die Patienten in höchster Not intuitiv nach vorne krümmen, um die Spannung der Gallenwege zu verringern, und das Gefühl haben, gleich in Ohnmacht zu fallen – was tatsächlich auch vorkommt.
Rufen Sie gleich einen Arzt und lassen Sie sich ein starkes krampflösendes Schmerzmittel (z. B. Buscopan®, Tramal® oder Novaminsulfon®) spritzen. Sobald sich die Muskulatur entspannt, geht der Stein oft von selbst ab. Falls nicht, wird er durch eine Schlinge geholt, die mittels eines dünnen Schlauchs (Endoskop) durch die Speiseröhre zur Mündung des Gallengangs im Zwölffingerdarm geschoben wird.
Einzelne große Steine in der Gallenblase lassen sich durch das Stoßwellenverfahren (Lithotripsie) zertrümmern. Und Medikamente aus Ursodeoxy- oder Chenodesoxycholsäure (synthetisch hergestellte Gallensäuren) können kleine Steine innerhalb einiger Monate auflösen. Zu diesen verschreibungspflichtigen Präparaten zählen Chenofalk®, Cholit-Ursan®, UDC 250/-400 Hexal®, Ursochol® und Ursofalk®.