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Erfahren Sie alles rund ums das Thema Gallenblase

Bei der Gallenblase (auch Vesica fellea oder Vesica biliaris genannt) handelt es sich um ein birnenförmiges Hohlorgan. Sie wird etwa sechs bis zehn Zentimeter groß. Die Gallenblase befindet sich im rechten Oberbauch unterhalb der Leber. Ihre Aufgabe ist es, die von der Leber produzierte Flüssigkeit zu sammeln. Diese Flüssigkeit nennt man Gallensäfte oder Galle. Die Gallenblase produziert selbst keine Flüssigkeit.

Querschnitt einer Gallenblase mit Gallensteinen - Digitalgrafik© Sebastian Kaulitzki – Fotolia

Geheimnisse der Fettverdauung

Die Leber produziert im Durchschnitt einen halben Liter Galle pro Tag. Diese Flüssigkeit sieht gelb aus und man bezeichnet sie als Lebergalle. In der Gallenblase angekommen, dickt sie ein und nimmt eine grünliche Farbe an. Sie heißt nun Blasengalle. Gallenflüssigkeit besteht hauptsachlich aus Wasser, Gallensäuren, Phospholipiden, Farbstoffen sowie Cholesterin. Die Gallenblase hält 30 bis 80 ml Flüssigkeit.

Nimmt man Nahrung zu sich, zieht sich die Gallenblase zusammen und befördert über die Gallengänge Galle in den Zwölffingerdarm. Hier zersetzt die Galle das in der Nahrung enthaltene Fett zu kleinen Tröpfchen. Dies erleichtert fettspaltenden Enzymen, das Fett abzubauen und somit zu verdauen.

Gallensteine und Koliken

Bei Gallensteinen handelt es sich um kristalline Ablagerungen in der Gallenblase oder den Gallengängen. Sie messen wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter. Sie ähneln äußerlich kleinen Steinchen. Gallensteine bleiben unter Umständen lange unentdeckt, da sie nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Erste Symptome fallen oft unspezifisch aus: Der Patient fühlt nach einer (fettreichen) Mahlzeit Völlegefühl, Übelkeit und Druckschmerz im rechten Oberbauch. Starke Schmerzen treten auf, wenn große Steine durch die engen Gallengänge abgehen oder Gallenblase und Gallengänge sich durch die Reizung entzünden. Begünstigende Faktoren sind Übergewicht, fettreiche Ernährung, starker Gewichtsverlust, künstliche Ernährung und eine chronisch zu geringe Trinkmenge.

Kommt es zum Verschluss eines Gallengangs durch einen größeren Stein, wehrt sich der Körper durch eine Gallenkolik. Diese verursacht heftige krampfartige Schmerzen. Drückt der Körper den Stein durch das Zusammenziehen der Gallengänge nicht in den Darm, kommt es zu einem Stau von Gallenflüssigkeit. Bei chronischen Beschwerden wie immer wieder auftretenden Gallensteinen, Koliken oder einer chronischen Gallenblasenentzündung sollte man über eine Entfernung der Gallenblase nachdenken. Dies ist ohne weiteres möglich. Durch das Entfernen der Gallenblase, die als Reservoir für die Gallenflüssigkeit dient, stehen keine großen Mengen Galle mehr zur Verfügung. Aus dem Grund meiden Patienten nach einer Cholezystektomie fettige Mahlzeiten, um eine reibungslose Verdauung zu gewährleisten.

Typische Beschwerden bei strapazierter Gallenblase

  • Schmerzen oder Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen (vor allem nach reichhaltigem Essen)
  • Völlegefühl
  • das Gefühl, das Essen liegt wie ein Stein im Magen
  • Übelkeit und bitteres Aufstoßen
  • Blähungen
  • Verstopfung und Durchfall im Wechsel
  • Schwindelgefühl
  • seltsame Empfindungen in der Herzgegend
  • Schmerzen unter dem rechten Schulterblatt
  • allgemeiner Juckreiz

Frauen häufiger betroffen als Männer

Dass Frauen jenseits des 40. Lebensjahre vermehrt zu Gallensteinen neigen, legen Experten dem Geschlechtshormon Östrogen zur Last, die das Gleichgewicht von Gallensäuren und Cholesterin stören. Ein anderer Grund wird darin vermutet, dass Frauen in diesem Alter häufiger radikal Diät halten als Männer. Denn dann muss die Gallenblase weniger Flüssigkeit abgeben und der Gallensaft dickt langsam ein, was die Steinbildung fördert.

Mediziner sprechen von der 5-F-Regel bei der hauptsächlich betroffene Personengruppe: Female, fair, fat, forty, fecund (weiblich, hellhäutig, übergewichtig, über Vierzig und fruchtbar). Mehrere Schwangerschaften fördern die Gallensteinbildung, weil sich die Gallenflüssigkeit in der Zeit der „anderen Umstände“ etwas eindickt. Eine Neigung zur Gallensteinbildung kommt auch familiär gehäuft. Das kann genetisch bedingt sein, aber seine Ursache auch in weitervererbten Verhaltensmustern bei der Konfliktlösung haben.

Querschnitt einer menschlichen Gallenblase mit Gallensteinen im Körper - Grafik© lom123 – Fotolia

Der richtige Umgang mit Gallensteinen

Bleiben die Steine stumm, müssen sie auch nicht behandelt werden. Eine Behandlung wird erst erforderlich, wenn sie Beschwerden bereiten. Die Therapie richtet sich nach der Zahl, der Größe und der Lage der Steine. Sitzen die Steine in den Gallengängen, werden sie mit Hilfe eines Endoskops und einem Fangnetz herausgeholt. Befinden sie sich in der Gallenblase selbst, wird die Gallenblase meist herausoperiert. Dabei ist die minimalinvasive Chirurgie (Operationen mit den geringst möglichen Eingriffen) heute der Standard. Mit der Natur nachempfundenen Mittel können bestimmte Gallensteine auch aufgelöst werden. Es heißt Ursodesoxycholsäure und ist der Bärengalle nachgebaut. Es verflüssigt die Steine und bringt sie so zum Verschwinden. Das Verfahren wird Lyse genannt. Es nützt allerdings nur etwas wenn die Betroffenen ihre Ernährung umstellen, damit die Neubildung von Steinen vermieden werden kann.

Achten Sie darauf, dass Sie genügend Ballaststoffe zu sich nehmen, sei es aus Obst und Gemüse oder aus Getreide und Hülsenfrüchten. Ballaststoffe binden sich im Darm an das Cholesterin und verhindern seine Aufnahme im Blut. Nehmen Sie weniger tierische und damit cholesterinhaltige Fette zu sich zu Gunsten von pflanzlichen Ölen mit ungesättigten Fettsäuren wie etwa Olivenöl. Wenn Sie unter Gallenbeschwerden leiden, können Ihnen Pflanzen helfen, die den Gallenfluss anregen. Dazu zählen unter anderem Artischocke, Löwenzahn und Schöllkraut. Generell sollten Sie jedoch zuvor Ihren Arzt um Rat fragen, denn es kann sein, dass die Anregung des Gallenflusses nicht erwünscht ist. Dadurch können bereits vorhandene Steine zum Wandern animiert werden und Koliken ausgelöst werden.

Nehmen Sie den Volksmund ruhig wörtlich

Unsere Sprache ist reich an Ausdrücken, die seelisch-körperliche Zusammenhänge verdeutlichen. Sie sind durchaus wörtlich zu nehmen. Dies erläutert der Psychotherapeut Dr. med. Herbert Will aus München an folgendem Beispiel:

„Die Galle läuft über“, wenn die Gallenblase Stressreize erhält, weil Sie sich „grün und gelb“ ärgern. Das erhöht den Innendruck in der Gallenblase. Die Muskulatur der Gallenwege verkrampft sich und lässt die Gallenflüssigkeit nicht richtig abfließen. Diese staut sich bis in die Leber zurück und läuft in die falsche Richtung über.

Was tun, wenn Sie häufig Gift und Galle spucken möchten?

Festsitzende Gefühle, die ein Mensch nicht zu zeigen wagt, können im wahrsten Sinne des Wortes versteinern. Wer über alles sprechen kann, was ihn bewegt, wird selten an der Galle erkranken. Denn wenige Organerkrankungen stehen in so engem Zusammenhang mit einem blockierten Gefühlsleben wie die Erkrankungen der Galle. Darin liegt aber auch eine Chance für die Therapie: Wer lernt, einen Zugang zu seinen tiefen Gefühlen zu finden und diese angemessen zum Ausdruck bringt, schafft gute Voraussetzungen dafür, dass auch seine Gallenflüssigkeit wieder fließt und nicht länger durch Entzündungen, Stau und Versteinerungen Beschwerden verursacht. Normalerweise sind die Gallensäuren hauseigene Aggressoren, die Fremdes angreifen sollen, nämlich die zugeführte Nahrung, die im Dünndarm von der Galle angedaut wird.

Denn Speisen müssen zersetzt werden. Nur wenn sie in ihre kleinsten Bestanteile aufgespalten werden, können sie vom Körper resorbiert und an anderen Orten zu neuem, körpereigenen Gewebe zusammengesetzt werden. Gallensäure, die nicht mehr das Fremde (die Nahrung), sondern das Eigene (die Gallenblasenschleimhaut) zersetzt, steht symbolisch für einen aggressiven Akt, der sich nicht nach außen, sondern gegen das Selbst richtet. Für Gallenpatienten lohnt sich deshalb die Frage, in welchen Beziehungen sie sich „zurückhalten“ und ihr Gegenüber schonen auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit. Konfliktfähigkeit und das konstruktive Lösen von Interessengegensätzen ist lernbar, eventuell auch mit Hilfe einer Psychotherapie. Wer sich in diesem Lernprozess begibt, praktiziert die beste „Rezidivprophylaxe“ von Stau, Steinen und Entzündungen im Bereich der Gallenwege.

Diese Leiden können Ihrer Galle zu schaffen machen

Unter den Gallenwegserkrankungen versteht man im Wesentlichen vier verschiedene Krankheitsbilder:

  • Gallenwegsdyskinesien
  • Gallenblasenentzündung
  • Gallensteine
  • Gallenblasenkrebs

Gallenkrebs

Gallenkrebs tritt äußerst selten auf und macht nur ein Prozent aller Krebserkrankungen aus. Er findet sich vor allem bei älteren Menschen jenseits des siebzigsten Lebensjahres. Etwa Prozent der Bevölkerung leidet unter Gallensteinen, allerdings verursachen sie nur bei jedem Fünften Beschwerden.

Gallenwegsdyskinesien

Der medizinische Fachterminus Dyskinesie leitet sich vom griechischen Wort kinesi für Bewegung ab und bezeichnet „Fehlbewegungen“ der glatten Muskulatur im Sinne von schmerzhaften Muskelkrämpfen. Gallenblase und Gallengänge sind von einer Muskelschicht umhüllt, die sich zusammenziehen und entspannen kann. Über diesen Mechanismus wird der Weitertransport der in der Leber gebildeten Gallenflüssigkeit ermöglicht. Die Entleerung der Gallenblase in den Dünndarm läuft dank Peristaltik normalerweise koordiniert ab.

Psychische Belastungen oder unverträgliche Nahrungsmittel können die nervalen und hormonellen Regelmechanismen stören. Die Betroffenen klagen über ziehende oder drückende Schmerzen unterhalb des rechten Rippenbogens. Oft ist es hilfreich, sich gezielt damit auseinanderzusetzen, welche Nahrungsmittel oder Alltagssituationen die Symptome auslösen können.

So schützen Sie Ihre Gallenblase

Gallenblasenentzündungen treten typischerweise gehäuft ab einem Alter von 60 Jahren auf. Die erbliche Vorbelastung spielt zudem ebenso eine Rolle wie das Geschlecht. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, speziell eine Hormonersatztherapie sowie die Einnahme von Anti-Baby-Pillen erhöhen bei ihnen das Risiko. Dennoch kann jeder durch seine Ernährung und Lebensweise dazu beitragen, das Wachstum von Gallensteinen und damit die Gefahr einer Kolik unter Kontrolle zu halten. Hier einige wichtige Maßnahmen:

1. Streben Sie Ihr Normalgewicht an

Fettreiche Nahrung kombiniert mit einer sitzenden Tätigkeit trägt erwiesenermaßen zur Steinbildung bei.

2. Essen Sie häufiger, dafür aber kleinere Mahlzeiten

Vermeiden Sie, über längere Zeiträume (sechs oder mehr Stunden) nichts zu essen. Dadurch wird die Gallenblase inaktiv, die Gallenflüssigkeit wird nicht regelmäßig in den Dünndarm abgegeben, sie wird konzentrierter, ihre Inhaltsstoffe können auskristallisieren.

3. Essen Sie Erdnüsse

Eine neue Studie der Harvard Universität fand heraus, dass der Verzehr von 30 Gramm Erdnüssen an fünf oder mehr Tagen in der Woche das Risiko für eine Gallenblasenoperation um ein Viertel senkt. Die Mediziner nehmen an, dass Erdnüsse durch ihren Fettgehalt die Gallenblase stimuliert, sodass Gallenflüssigkeit häufiger ausgeschieden wird.

4. Kaffee regt auch Ihre Gallenblase an

In derselben Studie stellten die Wissenschaftler fest, dass der Genuss von vier oder mehr Tassen Kaffee pro Tag zu einem signifikant verringerten Risiko einer Gallenblasenerkrankung beiträgt. Die Forscher nehmen an, dass Koffein die Gallenblase dazu anregt, sich zusammenzuziehen und sich öfter zu leeren.

Diese Heilpflanzen bringen die Galle zum Fließen

Wenn entweder in der Leber zu wenig Gallenflüssigkeit gebildet wird oder der Gallensaft nicht ausreichend und rechtzeitig ausgeschüttet wird, kommt es zu unangenehmen Verdauungsbeschwerden. Die Gallenflüssigkeit ist für die Fettverdauung unverzichtbar, denn sie emulgiert die Nahrungsfette zu kleinen Tröpfchen und bereitet sie dadurch für die weiteren Verdauungsschritte vor. Eine Gallenschwäche ist eigentlich eine Schwäche der Leber, da hier die Gallenflüssigkeit produziert wird, die zwischen den Mahlzeiten in der Gallenblase gespeichert und eingedickt wird.

Heilpflanzen auf aufgeschlagenen alten Büchern© unpict – Fotolia

Dass der Gallenfluss nicht ausreicht, erkennen Sie an diesen Beschwerden:

  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Druck im Oberbauch
  • Übelkeit
  • aufgetriebener Bauch

Mit ausgewählten Heilpflanzen können Sie hier für Abhilfe sorgen. Choleretica regen die Leber zur Galleproduktion und Ausschüttung einer dünnflüssigen Lebergalle an. Pflanzliche Choleretica unterstützen die Ausschüttung der Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase, einige dieser Substanzen haben gleichzeitig einen krampflösenden Effekt und entspannen die Muskulatur der Gallengänge.

Diese Heilpflanzen regen den Gallefluss an

Am besten nehmen Sie diese Heilpflanzen in Form von Teezubereitungen zu sich. In Apotheken und Drogeriemärkten erhalten Sie bereits fertige Mischungen. Alternativ können Sie sich aus den einzelnen getrockneten Kräutern auch selbst einen Tee zubereiten.

Rettich und Bitterstoffe helfen der Galle

Die Senföle in Rettich bauen Gallengries ab und wirken so einem Eindicken der Galle entgegen. Machen Sie daher einmal jährlich vier Wochen lang eine vorbeugende Rettichkur. Pressen Sie dazu einfach einen Rettich aus dem Bioladen aus, nachdem Sie ihn fein gerieben haben. Ein mittelgroßer Rettich ergibt auf diese Weise etwa einen Viertelliter Saft. Trinken Sie bei dieser Kur vier Tage lang täglich 250 ml Rettichsaft über den Tag verteilt. Pausieren Sie dann drei Tage und beginnen Sie anschließend mit dem nächsten Intervall. Alternativ können Sie auch fertigen Rettichsaft im Bioladen kaufen.

Heilpflanzen und Gemüsesorten, die Bitterstoffe enthalten, entfalten ihre verdauungsfördernde Wirkung schon im Mund. Denn durch den bitteren Geschmack auf der Zunge wird nicht nur viel Speichel freigesetzt, sondern auch durch einen Reflex die Gallensaftproduktion angekurbelt. Bringen Sie daher immer zusammen mit reichhaltigen Speisen auch ein paar bitterstoffhaltige Lebensmittel etwa in Form von einem kleinen Salat oder einer Vorspeise auf den Tisch. Auf diese Weise verbessern Sie auf schmackhafte Weise die Fettverdauung.

Diese Lebensmittel enthalten Bitterstoffe

  • Radicchio
  • Chicorée
  • Rucola
  • Endiviensalat
  • Grapefruits
  • Küchenkräuter wie Thymian, Majoran, Salbei

Besonders effektiv können Sie Ihre Leber und Gallenblase unterstützen mit einem Schwedenbitter. Diese Verdauungshilfe empfahl vor allem die Kräuterheilerin Maria Treben. Schwedenbitter können Sie in Apotheken und Reformhäusern fertig kaufen.